Mehlwurm-Zucht

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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

Guter Ansatz!


Pfiffikus,
der das mal ins Auge fassen wird
LeckerInsekt
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von LeckerInsekt »

Gao hat geschrieben: Mo 16. Dez 2019, 22:44 Das die grösser sind könnte aber durchaus dran liegen das sie mehr Platz und weniger Futterkonkurenz haben oder?
Ganz sicher sogar.
Ist wie bei jedem Lebewesen.
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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

LeckerInsekt hat geschrieben: Di 17. Dez 2019, 13:48 Ganz sicher sogar.
Ist wie bei jedem Lebewesen.
Bei dieser Aussage wäre ich vorsichtig.

Fangen wir mal mit den Kleinsten an. Bakterien, die auf einer Grenzfläche sitzen, bilden einen Biofilm. Und dieser wächst und wächst, wenn die Bakterien wachsen und sich vermehren. Irgendwann lösen sich Flocken davon ab. Die werden von der Enge nicht behindert, sondern eher durch Nahrungs- und Sauerstoffmangel in den unteren Schichten des Biofilmes.

Mit Fischen wurden schon Versuche gemacht. Es wurden Koi in ein kleines Aquarium gesetzt, allerdings wurde das Wasser optimal gefiltert und die Ernährung auch optimiert. Die Tiere wuchsen und wuchsen. Irgendwann konnten sie sich nicht mehr drehen. Damit wurde die These, dass die Fische ihre Größe dem Teich anpassen würden, widerlegt worden.

Die Mehlwürmer werden von mir gerne so eng gehalten, damit sie immer nur wenige Zentimeter kriechen müssen, bis sie ein Stück Möhre erreichen.



Nun, nach ein wenig Grübeln habe ich noch eine andere Beobachtung. Die ältesten Mehlwürmer sich nicht so viele. Ein großer Teil von ihnen hat sich bereits verpuppt. Die haben viel Platz und liegen träge herum. Sie dösen vor sich hin, nur gelegentlich zuckt mal einer. Wenn er sich häuten oder verpuppen will, zuckt es heftiger. Ansonsten ist das eine faule Bande. (In der Schale mit der Eibe geht es ebenso ruhig zu.)
In der hier abgebildeten Schale sind viel mehr Würmer drin. Und hier gibt es ein ständiges Gewusel. Die Würmer scheinen dauernd in Bewegung zu sein. Da halte ich es für gut möglich, dass diese aktiven Würmer einen Teil der aufgenommenen Nahrung für den Energiestoffwechsel investieren muss.
Sollte diese erhöhte Aktivität zu einem besseren Muskelwachstum führen, wäre das für mich durchaus ein erwünschter Prozess.


Pfiffikus,
der sich nicht sicher ist, ob sich diese These hier von einem Laien durch Sezieren und Mikroskopieren nachprüfen lässt
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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

So, auf Grund von allgemeinen Interesse habe ich diesen Versuch angesetzt. Es wurden 120 Mehlwürmer abgezählt und abgewogen. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe hat 20 Teilnehmer, die andere Gruppe besteht aus 100 Tieren.
Kleine und größere Würmer wurden hin und her getauscht, solange bis das Durchschnittsgewicht beider Versuchsgruppen etwa 0,0798 Gramm/Mehlwurm betrug.

Der Versuch wird in zwei kleinen Bechern vom Fleischsalat stattfinden. Das sind die kleisten Gefäße, die ich für diesen Zweck gefunden habe.

Vergleich_6550.jpeg
Vergleich_6551.jpeg

Das kommt fast hin. In der vierten Stelle nach dem Komma habe ich es nicht ganz hinbekommen, aber dieser minimale Unterschied sollte uns nicht weiter irritieren. Denn selbst wenn ich in Richtung der Waage ausatme, schwankt das anzezeigte Gewicht schon um einige Milligramm.



Beide Versuchsgruppen erhielten nun dieselbe Menge Kleie.

Vergleich_6552.jpeg

Diese Menge ist wahrscheinlich nicht wichtig. Ich habe vorgesehen, beiden Gruppen ständig ausreichend Nahrung anzubieten. Und da ist absehbar, dass eine Gruppe mehr fressen wird, als die andere.


Beide finden nun nebeneinander ihren Platz im Regal.

Vergleich_6553.jpeg



Pfiffikus,
der Euch über das Ergebnis informieren wird
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LeckerInsekt
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von LeckerInsekt »

Der Herr Schlaumeier.
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Trulllla
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Trulllla »

@Pfiffikus, ich sehen gerade, dein Thread steht unter 'Wurmkisten'. Kann ich ihn in "Alles andere" verschieben?
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Stadtfarmerin
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Stadtfarmerin »

Hallo zusammen, nun will ich nach längerem auch mal wieder von meinem Versuch der Mehlwurmzucht berichten.

Kurz zusammengefasst: es ist ihnen zu kalt, es funktioniert nicht, es ist frustrierend.

Zwar entwickeln sich viele Larven zu Puppen und dann auch zu Käfern, allerdings gibt es in jedem Entwicklungsstadium viele Ausfälle, und Babys sind bisher keine geschlüpft.ich hatte seit einiger Zeit wöchentlich das Substrat der Käfer abgesiebt und extra gestellt.

Nun war ich fast an dem Punkt, alle noch lebenden Tiere zusammenzupacken und einem Bekannten für seine Hühner zu bringen. Zumindest mit einigen Würmern wollte ich aber probieren, ob sie als Zutat für mein selbstgemachten Aquarienfischfutter taugen bzw. schmecken.

Also tat ich sie zuerst in eine Stunde lang in den Kühlschrank, dann waren sie schon ziemlich bewegungslos. Danach ab in den Hochleistungsmixer. Was da rauskam war allerdings unbrauchbar: es war eine Mischung aus hellbrauner Flüssigkeit und vielen kleinen harten Panzerteilen. Die hab ich dann ausgesiebt, und die äußerst wässrige Flüssigkeit dann weggekippt. Ich hatte es mir eher eine Art Brei vorgestellt, den ich dann mit den anderen Zutaten zu Fischfutter verarbeiten kann.

Jetzt weiß ich auch nicht so recht. Irgendwie faszinieren mich diesen Tiere und ich ich bin nach wie vor beigeistert davon, was sie alles so verputzen, wie schnell sie an Gewicht zulegen, wie sie sich entwickeln... und ich fände es soooll toll, auch mal Babys von denen zu haben!

Andererseits sehe ich jetzt ein, dass ich sie nicht bei ca. 10 Grad im selben Kellerraum wie die Judels halten kann.

Wir haben noch einen anderen Kellerraum, der hat ca. 20 Grad. Den benutzen mein Mann und ich gemeinsam als Abstellraum. Ich habe nun die Erlaubnis, in einem kleinen Regalboden Lebendfutter für die Fische zu züchten. Vielleicht nutze ich diesen Regalboden dann für die Mehlis, müsste deren Menge aber ziemlich reduzieren. Bin noch am Überlegen.
Viele Grüße
Christina
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

LeckerInsekt hat geschrieben: Fr 20. Dez 2019, 09:59 Der Herr Schlaumeier.
Angenehm!
Und ich bin der Pfiffikus.


Trulllla hat geschrieben: Fr 20. Dez 2019, 11:07 @Pfiffikus, ich sehen gerade, dein Thread steht unter 'Wurmkisten'. Kann ich ihn in "Alles andere" verschieben?
Darüber hatte ich mir im Frühjahr beim Themenstart auch schon den Kopf zerbrochen. Im Prinzip sind es ja Wurmkisten, nur sind sie nicht mit solchen Würmern besetzt, die hier bei den meisten Leuten in den Kisten leben.

Praktisch gäbe es dann noch eine Rubrik "Wurmfarm Tagebücher". Dort täte es wohl auch rein passen. Wenn Du es verschieben magst - gerne.

Aber bei "Alles andere"? Zwischen den Diskussionen um "Spam", die "Schöne Geburt", "Billige Lebensmittel aus China", Diskussionen über Plastik und das Weltklima? Nö. Da wollen meine Mehlis ganz sicher nicht hin. Jedenfalls nicht thematisch.





Stadtfarmerin hat geschrieben: Sa 21. Dez 2019, 12:20 Zwar entwickeln sich viele Larven zu Puppen und dann auch zu Käfern, allerdings gibt es in jedem Entwicklungsstadium viele Ausfälle,
Genau die identischen Erfahrungen musste ich auch machen. In der Kälte entwickeln sich die Mehlwürmer langsamer. Und auch die Verwandlung von Larven über Puppen zu Käfern geht mir zu langsam und ist mit zu vielen Verlusten verbunden.

Stadtfarmerin hat geschrieben: Sa 21. Dez 2019, 12:20 Ich habe nun die Erlaubnis, ...
Welch ein Glück! Mir steht theoretisch der Heizungsgskeller zur Verfügung, in dem es wärmer ist.

Praktisch hat die Katze den schönen Platz auf dem Heizungskessel erobert, wo man auch in bequemer Höhe mit den Würmern hantieren kann. Trotz alledem bin ich sehr froh, dass sich das Interesse der Katze für die Schachteln und die Käferkiste sehr in Grenzen hält. Einmal kurz dran riechen, das wars. Schlimm wäre es, wenn sie auf die Idee käme, darin zu wühlen oder die Kisten gar für die Notdurft zu nutzen.
Ausquartieren kann ich die Katze nicht, sonst würde es Ärger von anderer Seite geben.

Ich habe nun noch ein Regal in diesen Raum gestellt. Die Käfer treiben ihr Geschäft schon seit geraumer Zeit in der Wärme. Und die anderen Kohorten werden auch in den engen Heizungskeller umziehen müssen.


Pfiffikus,
der in beiden Räumen noch nicht die Temperatur gemessen hat
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Trulllla »

Pfiffikus hat geschrieben: Sa 21. Dez 2019, 14:01
Trulllla hat geschrieben: Fr 20. Dez 2019, 11:07 @Pfiffikus, ich sehen gerade, dein Thread steht unter 'Wurmkisten'. Kann ich ihn in "Alles andere" verschieben?
Darüber hatte ich mir im Frühjahr beim Themenstart auch schon den Kopf zerbrochen. Im Prinzip sind es ja Wurmkisten, nur sind sie nicht mit solchen Würmern besetzt, die hier bei den meisten Leuten in den Kisten leben.

Praktisch gäbe es dann noch eine Rubrik "Wurmfarm Tagebücher". Dort täte es wohl auch rein passen. Wenn Du es verschieben magst - gerne.

Aber bei "Alles andere"? Zwischen den Diskussionen um "Spam", die "Schöne Geburt", "Billige Lebensmittel aus China", Diskussionen über Plastik und das Weltklima? Nö. Da wollen meine Mehlis ganz sicher nicht hin. Jedenfalls nicht thematisch.
:lol:
Okay, dann verschiebe ich in Tagebücher, und dann ist das "dein" Thread, okay?
Wenn du magst kannst du ja auch den Titel noch anpassen.
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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

So Leute, den Versuch mit Chilli habe ich nun auch beendet.

Fazit: Die Chilli-Schoten werden gefressen, ohne dass sich die Mehlwürmer von der Schärfe beeindrucken lassen. Ansonsten können sie ebenso wie Paprika-Schoten, die auch sehr gerne gefressen werden, als Gemüsebeilage genutzt werden.
Die Probanden wurden wieder zu ihren Geschwistern gesetzt und dürfen sich nun wieder mit Kleie mästen.


Pfiffikus,
der sich keine weiteren, neuen Erkenntnisse von diesem Versuch erhoffen kann
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