Wurmfarm aus Holz, stapelbar

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Krsna
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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von Krsna » Fr 18. Nov 2011, 02:19

Das Fruchtfliegen-Problem wurde gelöst - einfach, schnell und effektiv: es stand ein Kübel mit Kartoffeln in einer Ecke dessen Inhalt teils schon flüssig war!! Hatte also überhaupt nix mit der Wurmfarm zu tun :roll:

@dynamind
Also, meiner Meinung nach stinkt (zumindest mein) Bokashi nicht, er duftet.
Weiters ist das nur ein Versuch, mehr nicht. Wenns funktioniert, schön! Weitersagen wie's geht und worauf man achten soll, vielleicht hat ja wer was davon. Ich seh da jetzt aber keinen Sinn darin von vornherein zu sagen "das geht nicht" oder "das ist sinnlos". Ja, vielleicht ist's kontraproduktiv, aber dann hat man immerhin auch wieder was dazugelernt. Und mich interessiert gar nicht so sehr, obs geht, sondern was genau passiert!
Ich werde den Bokashi in Zukunft sowieso etwas anders nützen, denn er ist wahrscheinlich der Schlüssel zur nachwachsenden TerraPreta.

PS: Hab mir gerade 2 Sauerkrauttöpfe zu je 15 Liter zugelegt, einer für Sauerkraut, der andere zum EM herstellen. Auch nur Versuche, weils grad Spaß macht! :D

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von dynamind » Fr 18. Nov 2011, 11:20

Ich bin absolut kein Gegner von Experimenten :P
Bei Bokashi und bei EM allgemeinen ist mir aber zuwenig Wissenschaft und zuviel religiöser Eifer im Spiel und die praktischen Ergebnisse - was man hier im Forum so liest - weisen eben stark darauf hin, dass es nicht zu Wurmfarmen passt und das wird von der Theorie eben auch noch unterfüttert (falsches Milieu und Baktierienkultur).

Zu EM und Bokashi und Terra-Preta:
Soweit mir bekannt wurde die echte Terra-Preta Erde aus wie auch immer fermentierten Fisch, Kompost und Kotabfällen, Tonresten und Holzkohle hergestellt. Eine Schlüsselrolle scheint die Holzkohle (pyrolisierte Kohle) zu haben, weil sie durch ihre poröse Struktur den Mikroorganismen Schutz vor Auswaschung bietet. Nur wenn die poröse Kohle (am besten pyrolisierte Holzkohle) vorhanden ist scheint Terra-Preta zu funktionieren.
Ich sehe da die Schlüsselrolle von Sauerkrautprozessen leider nicht :P
(Sorry, wenn ich bei EM spöttisch werde - aber es ärgert mich, dass darum so ein Theater (und viel Geld) gemacht wird wo die Prozesse dahinter wirklich banal sind).

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von Krsna » Fr 18. Nov 2011, 12:26

dynamind hat geschrieben:Ich bin absolut kein Gegner von Experimenten :P
Bei Bokashi und bei EM allgemeinen ist mir aber zuwenig Wissenschaft und zuviel religiöser Eifer im Spiel
Und genau darum mache ich selbst Versuche :P
Auch wenn ich hier nicht streng wissenschaftlich vorgehen kann (hauptsächlich wegen Ressourcenmangel), so sind mir die wissenschaftlichen Arbeitsmethoden und Vorgangsweisen aus meinem Studium bestens bekannt.
Und ich muss zugeben, auch mich treibt ein gewisser "religiöser" Eifer ganz nach dem Credo: "Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich!" 8-)
dynamind hat geschrieben:und die praktischen Ergebnisse - was man hier im Forum so liest - weisen eben stark darauf hin, dass es nicht zu Wurmfarmen passt und das wird von der Theorie eben auch noch unterfüttert (falsches Milieu und Baktierienkultur).
Ja, EM und Fermentierung werden für Reifungs- und Haltbarkeitsprozesse verwendet, das Bakterienmilieu in der Wurmkiste besteht offensichtlich aus Destruenten, also so ziemlich das Gegenteil (möchte man meinen... ;) ).
Nun, ich sehe das jetzt so: Wir sollten unreife Früchte nicht unbedingt essen, da es unserer Verdauung nicht guttut, daher lassen wir sie nachreifen (Aufbauprozess), um sie dann zu essen (Abbauprozess).
In den Bokashi kommen Dinge, die nicht unbedingt (in der Menge) in die Wurmkiste gehören, da sie für die Würmer und Mikroorganismen nicht so gut verdaulich sind. Mittels Fermentation werden diese Bioabfälle einem Reifungsprozess unterzogen, außerdem durch Säuerung haltbar gemacht. Anschließend wird durch Vererdung die Säure im Bokashi neutralisiert (Haltbarkeit ist dahin), und sollten dann - rein theoretisch - für die Wurmfarmpopulation leichter abbaubar sein.
dynamind hat geschrieben:Zu EM und Bokashi und Terra-Preta:
Soweit mir bekannt wurde die echte Terra-Preta Erde aus wie auch immer fermentierten Fisch, Kompost und Kotabfällen, Tonresten und Holzkohle hergestellt. Eine Schlüsselrolle scheint die Holzkohle (pyrolisierte Kohle) zu haben, weil sie durch ihre poröse Struktur den Mikroorganismen Schutz vor Auswaschung bietet. Nur wenn die poröse Kohle (am besten pyrolisierte Holzkohle) vorhanden ist scheint Terra-Preta zu funktionieren.
Wunderbar, kurz & schlüssig das Essentielle zusammengefasst!
dynamind hat geschrieben:Ich sehe da die Schlüsselrolle von Sauerkrautprozessen leider nicht :P
Erstens: Die Bakterien bei Sauerkrautprozessen scheinen zu über 90% mit denen von EM identisch zu sein.
Zweitens: Lies bitte diesen Beitrag: Terra Preta bei desert-greening.com, mit besonderem Augenmerk auf dieses Bild:
Bild

...und diesen Textabschnitt:
Schließlich kam die Lösung des Rätsels aus einer unerwarteten Richtung: der Archäologie. Ein junges Forscherteam aus Deutschland stellte die Lebensbedingungen der südamerikanischen Kulturen akribisch nach. Man schälte, kochte, aß, schiß, zerbrach sein Porzellan bei einem guten Wein und versenkte all das in den eiförmigen Tonkrügen, die im Herz der Terra Preta-Anlagen von den Archäologen gefunden wurden.

Die Tonkrüge waren immer im Boden eingegraben. Mit beachtlichen Maßen. Ähnliche "Eier" fanden sich bei den anthropogenen Schwarzerden Deutschlands und der Wikingergebiete in Skandinavien. Die eiförmigen Behälter standen hier nicht als Keramik sondern im anstehenden Gestein als eiförmiger Hohlraum in den Stein gemeißelt.

Eiförmige Krüge, eiförmige Hohlräume in Stein... Wer bei Schauberger aufgepaßt hat und sich mit der Struktur und Geometrie von Informationsfeldern beschäftigt hat, dem geht spätestens hier ein Licht auf.
...und spätestens hier versagen unsere "wissenschaftlichen" Erklärungsmodelle und alles wird als "esoterische Spinnerei" abgetan. (Übrigens ein Hinweis auf "Psychopathisches Verhalten", aber das geht hier zu weit :P )

dynamind hat geschrieben:(Sorry, wenn ich bei EM spöttisch werde - aber es ärgert mich, dass darum so ein Theater (und viel Geld) gemacht wird wo die Prozesse dahinter wirklich banal sind).
Kein Problem, sehe ich genauso! Aber wenn auch banal, so finde ich das Prinzip genial!

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von dynamind » Fr 18. Nov 2011, 12:58

Danke für den Link - wirklich sehr interessant. Für mich klingt allerdings einiges nicht so schlüssig und der Punkt des "nachwachsens" der Terra Preta Erde enthält eben auch sowieso noch einige grundlegende Ungereimtheiten und das Stichwort Terra Preta an für sich ist eben auch aktuell Projektionsfläche für allerhandlei Wunderglauben und überzogene Hoffnungen (zugegeben auch etwas bei mir selbst zumindest mische ich Tonkügelchen, Holzkohle und etwas Mykorrizha in meine fertige Wurmerde :P)

aber kurz: Dann bin ich mal gespannt was bei Deinen Experimenten herauskommt :P
Ich bin ja selbst ebenfalls vom "Kompostierfieber" gepackt, und kann den Forscherdrang natürlich auch irgendwie nachvollziehen.
Der Punkt, dass man mit Bokashi auch die Küchenabfälle verwerten kann die man sonst eher nicht in den Kompost einbringt ist auch tatsächlich ein gutes Argument.

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von derdaniel1972 » Fr 18. Nov 2011, 13:02

Ihr zwei habt hier ja eine sehr interessante Debatte gestartet... Bin schon eifrig am lesen und habe einiges dazugelernt... :o

Bitte weiter so!!! ;)

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von dynamind » Fr 18. Nov 2011, 13:13

Anschließend wird durch Vererdung die Säure im Bokashi neutralisiert (Haltbarkeit ist dahin), und sollten dann - rein theoretisch - für die Wurmfarmpopulation leichter abbaubar sein.
Noch dazu:
Nach der "Vererdung" scheint vom Bokashi aber leider nicht mehr viel übrig zu sein. Hier fehlen mir zwar eigene praktische Erfahrungen, aber die "Bokashi Gärtner" graben das fertige Bokashi ja direkt in ihre Gemüsegärten ein und dann scheint ein relativ rascher Abbauprozess einzusetzen der auch mit der Freigabe relativ grosser Mengen an Stickstoff einherzugehen scheint (was Bokashi zu einem guten Dünger macht). Aber wie geschrieben: leider weder eigene Erfahrung noch kann ich die Quellen dieses Wissens rekonstruieren (irgendwann, irgendwo gelesen :P ).

In der Wurmfarm könnte diese "Vererdung" zumindest im aktiven Teil den die Würmer gerade bearbeiten eher schwierig werden bzw. von der Menge des eingefügten Materials abhängen ob es die "Idealbedingungen" für die Würmer arg aus dem Gleichgewicht bringt.
Bei einer Mehrschichtfarm könnte die Vererdung vieleicht am besten im eigentlich bereits fertigen Teil durchgeführt werden - aber das verlängert natürlich den Prozess insgesamt, weil die Würmer dann ja auch nochmal nachrücken müssten.
derdaniel1972 hat geschrieben:Ihr zwei habt hier ja eine sehr interessante Debatte gestartet... Bin schon eifrig am lesen und habe einiges dazugelernt... :o

Bitte weiter so!!! ;)
Schön dass es dich inspiriert :P

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von Krsna » Fr 18. Nov 2011, 13:48

@dynamind
Jawoll, genau das ist der geplante Ansatz ;)

@derdaniel1972
Freut mich!
Nur: gut Ding braucht Weile! Erste Ergebnisse gibts dann frühestens in 2 Monaten, Zwischenberichte kommen jedoch (hoffentlich) regelmäßig!
Fragen, Diskussionen, Kritik & Anregungen sind auch immer gern gesehen (wave)

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Re: Wurmfarm aus Holz, stapelbar

Beitrag von dynamind » Fr 18. Jan 2013, 16:28

Hey Krsna!
Wie ging das weiter bei Dir ? :P

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