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Nützlicher Regenwurm Link für Lehrer

Verfasst: Do 19. Apr 2012, 19:05
von Wurmmann
Hier ist noch ein ganz lustiger und für jüngere Klassen viellicht auch ganz geeigneter Link zu der Regenwurm Seite von Löwenzahn (einer Sendung des ZDF):

http://www.tivi.de/fernsehen/loewenzahn ... index.html

Schön gestaltet. So viel Zeit hätte ich auch gerne mal!

Re: Nützlicher Regenwurm Link für Lehrer

Verfasst: Fr 20. Jan 2017, 19:35
von Peter_86
Es gibt auch noch eine ältere „Löwenzahn“-Sendung mit Peter Lustig, in denen Regenwürmer und Wurmkisten vorkommen. Die Folge heißt „In Peters Garten ist der Wurm“ (Folge Nr. 62 / Löwenzahn Staffel 6, Folge 2; Erstausstrahlung: 11. Jan. 1987, ZDF), man kann sie z. B. auf Youtube finden.
In der Folge sieht man auch einen Wurmzüchter. Dieser sagt: „Die Natur weiß, wie man fruchtbare Erde macht, aber sie hat den Regenwürmern dieses Geheimnis anvertraut.“
Man sieht, wie der Wurmzüchter eine offene Plastikkiste ansetzt: Ganz nach unten kommt zerrissener Pappkarton, darauf Erde aus dem Garten. Dann werden die Würmer eingesetzt, obendrauf kommt Futter: zermatschtes Zeitungspapier und Küchenabfälle (hauptsächlich Gemüse).
Der Wurmzüchter zeigt Peter Lustig, dass der Wurmhumus ein guter Dünger ist und die Blätter der Pflanzen stärkt, so dass diese kaum noch von Schädlingen wie Blattläusen befallen werden.
Zurück am Bauwagen probiert Peter Lustig die Wurmzucht selber aus und baut sich selbst eine Wurmkiste. Die Würmer füttert er mit seinen Bioabfällen. Den Wurmhumus gibt er seinen Pflanzen. Mit Erfolg, denn die vorher vorhandenen Blattläuse sind komplett verschwunden. Am Ende schlägt er den Zuschauern vor: „Ihr könntet euch doch auch so ‘ne Wurmkiste bauen.“

Was aber schade ist:
Leider wird in keinen der beiden Filmbeiträge oder auf der Website erwähnt, dass eine geschlossene Wurmfarm nur mit Kompostwürmern funktioniert.
Hier http://www.tivi.de/fernsehen/loewenzahn ... index.html steht auch nur:
„Du brauchst: […] einige Regenwürmer (entweder im Garten gesammelt oder gekauft in der Zoohandlung oder im Anglergeschäft)“
Dadurch könnte ein Zuschauer ohne Erfahrung mit Wurmfarmen zu der falschen Schlussfolgerung kommen, dass sich „normale Regenwürmer“, also Lumbricus terrestris (Tauwürmer) in einer geschlossenen Wurmkiste vermehren können. Um Lumbricus terrestris zu vermehren, braucht man mineralischen Boden (das was man im Garten unter der humusreichen oberen Bodenschicht findet).
Kompostwürmer findet man nur selten im Garten, sondern am ehesten in (Pferde-)Misthaufen. Aus der Zoohandlung o. im Anglergeschäft sollte man „Rotwürmer“ o. “Dendros“ kaufen (Eisenia hortensis = Synonym: Dendrobaena veneta), keine „(Kanadischen) Tauwürmer“ (Lumbricus terrestris).

Es wird auch nicht erwähnt, dass man mit min. 1000 Würmern starten sollte. Wenn man die Wurmkiste nur mit „einigen“ Würmern startet (1 Packung aus Zoohandlung o. Anglergeschäft enthält oft nur 10 Würmer), kann es sehr lange dauern, bis diese sich so stark vermehrt haben, dass in der Wurmkiste die Zersetzung und Humusproduktion ordentlich in Schwung kommt.

Auf der Website des ZDF steht auch, dass man für die Wurmkiste nur Küchenabfälle, „Regenwürmer“ und Grünzeug bräuchte.
Es ist aber wichtig, dass man am Anfang einige Handvoll halbzersetzten Kompost unter das Substrat der Wurmkiste mischen sollte. Die Kompostwürmer sollte man mitsamt ihrem Muttersubstrat in die Kiste setzen.
Im neueren Video erzählt Fritz Fuchs, dass er in die Wurmkiste ganz unten Sand vermischt mit Erde hineingibt und weiter oben Komposterde, Würmer und Küchen-Abfälle (aber nichts Saures u. nichts Gekochtes).

Außerdem wird beim ZDF leider auch nicht erwähnt (weder auf der Website noch in den Videos), dass die Kompostwürmer in einer geschlossenen Wurmfarm auch noch Kalk und Mineralien benötigen.
Wenn man Erde aus dem Garten in die Wurmkiste gibt, enthält diese Mineralien. Ob sie (viel) Kalk enthält, kommt darauf an, welchen Boden man hat. Man sollte vorher den pH-Wert messen, falls dieser bei ca. 5 oder darunter liegt, ist die Erde für Kompostwürmer zu sauer. Die Erde sollte auch nicht mit zu viel Mineraldünger (NPK) gedüngt worden sein, da Kompostwürmer keine zu hohen Salzgehalte vertragen. Aus diesem Grund ist auch normale Blumenerde ungeeignet für eine Wurmkiste, da diese Erden kräftig mit mineralischen NPK-Düngern versetzt werden.
Was man in einer Wurmkiste verwenden kann, sind nährstoffarme Substarte wie z. B. Aussaaterde, Kokosfaser.

PS:
Auch andere alte "Löwenzahn"-Folgen mit Peter Lustig sind sehr sehenswert, z. B.:
die Folge „Der Unkrautgärtner“. Als Kinder haben wir auch mal wie Peter Lustig ein „Unkraut-Beet“ für Insekten wie Bienen u. Schmetterlinge angelegt.
Oder die Folge „Eine dolle Knolle“, da pflanzt Peter Lustig verschiedene Kartoffel-Sorten an.
In der Folge „Die Biene im Pelz“ geht es um Honigbienen, die Folge „Von Pillendrehern und Totengräbern“ handelt von Käfern, in „Peter spinnt“ geht es um Spinnen.
Die Namen aller „Löwenzahn“-Folgen findet man hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Löwenzahn ... sodenliste

Re: Nützlicher Regenwurm Link für Lehrer

Verfasst: So 21. Jan 2018, 00:48
von Wurmfried
Hallo Peter,
meine erste Kiste habe ich, mit in meinem Garten gefundenen Regenwürmern gestartet. Finden kann man sie z.B. unter feuchten Blättern, unter Pappe, Folie oder unter Steinen. Wenn man dann Erde und Mulch von dieser Stelle nimmt, hat man
ja das Milieu, in dem sich die Würmer wohlfühlen. Die Würmer, die man an den genannten Stellen findet, sind epigäische
(Lumbricus rubellus, L. castaneus). Diese Arten eignen sich für Wurmkisten, vermehren sich etwas langsamer und sind nicht ganz so produktiv wie Kompostwürmer. Ich habe mit 200 Würmern angefangen und konnte nach kurzer Zeit sehen, das die Würmer arbeiten. Einem Kind wäre das sicher auch aufgefallen.
Zu Kalk und Urgesteinsmehl: Ich habe an anderer Stelle von meiner Beobachtung in einer alten Kläranlage (2-Kammer System)
geschrieben. Die Anlage war ca. 2 Jahre nicht benutzt worden und es war nur pechschwarzer Wurmhumus und 10.000de
Kompostwürmer drin. Ich nehme an, das vorher nur menschliche Fäkalien, Urin, Wasser, Klopapier und vielleicht Essenreste
in der Kläranlage gelandet sind. Die Würmer sahen sehr gesund aus und die Erde roch gut, ohne Kalk und Urgesteinsmehl.
Ich füttere beides und es wird gut angenommen, kann mir aber vorstellen, das es auch längere Zeit ohne geht.
Otto Graff (Unsere Regenwürmer - 1983) schreibt: "Der Kalk wird offenbar aus organischen Verbindungen der Nahrung gewonnen. Zufütterung von mineralischem Kalk blieb wirkungslos." ( Abschnitt: Kalkdrüsen).
Demnach wäre der Kalk wichtig, um einen ungünstigen PH - Wert schneller zu erhöhen. Die Würmer machen das langfristig
mit ihren Kalkdrüsen auch.

rip Peter Lustig

Gruß Wurmfried

Re: Nützlicher Regenwurm Link für Lehrer

Verfasst: Mi 31. Jan 2018, 22:05
von Peter_86
Zitat von Wurmfried:
„Beobachtung in einer alten Kläranlage … Ich nehme an, das vorher nur menschliche Fäkalien, Urin, Wasser, Klopapier und vielleicht Essenreste in der Kläranlage gelandet sind. Die Würmer sahen sehr gesund aus und die Erde roch gut, ohne Kalk und Urgesteinsmehl.“
Im Leitungswasser (Trinkwasser) ist in der Regel auch relativ viel Kalk enthalten, damit die Wasserleitungen nicht durch Säuren angegriffen werden (löst Kupfer heraus, was im Übermaß giftig wirkt) und korrodieren. Außerdem enthält Trinkwasser außer Kalk meist noch weitere Mineralstoffe (z. B. bei Grundwasser Mineralstoffe wie Silizium, Kalium und Magnesium, die aus dem Gestein gelöst werden).
Fäkalien, Urin und Essensreste enthalten ja auch einige Mineralstoffe.
Und wenn der Betreiber der Kläranlage merkt, dass die biologische Abwasserreinigung schlecht läuft, weil die dort vorkommenden Mikroorganismen dort wegen Mangel an bestimmten Mineralien schlecht wachsen, dann werden sie mit Sicherheit auch noch zusätzlich Mineralien hinzugeben.

Re: Nützlicher Regenwurm Link für Lehrer

Verfasst: Mi 31. Jan 2018, 23:11
von Wurmfried
Das war eine Hauskläranlage, das Haus war über 2 Jahre nicht bewohnt und es wurde auch über 2 Jahre kein Trinkwasser zugeführt, heute würde die garnicht mehr genehmigt, sie hatte keine Pumpen und es wurden auch noch keine Proben genommen.
Es ist aber gut möglich, das die vorher zugeführten Mineralien ausgereicht habe, die Würmer über einen so langen Zeitraum zu ernähren. Wenn die Würmer keinen Futternachschub erhalten, "fressen"
sie ja auch ihre eigenen Ausscheidungen, in denen ja auch Mineralien sind.
Ich habe jedenfalls nie wieder so viele Würmer auf einem Haufen gesehen. Es wäre interessant gewesen, das ganze weiter zu beobachten.

Gruß Wurmfried