EM1 selber machen

Bokashi: Das kompostieren mit effektiven Mikroorganismen (EM)
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Trulllla » Do 26. Jul 2018, 12:31

Spannend, ihr beiden. Jetzt weiß ich, womit ich mich beschäftige, wenn es die Zeit hergibt.
Rüdiger
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Rüdiger » Sa 28. Jul 2018, 15:50

Ein Anwendungsfeld für "effektive" Mikroorganismen könnte beispielsweise die Herstellung von Klee- oder Grassilage zur Verwendung als Dünger sein. So wird es in der veganen Landwirtschaft gemacht.

Das gibt einen kaliumbetonten Dünger, für Fruchtgemüse.

Der Nährstoffgehalt bezogen auf die Trockenmasse vom Rasenschnitt dürfte etwa 2,6% Stickstoff; 0,9% Phosphor und 3,2% Kalium betragen.

Das wird auch kommerziell angeboten, für den Hausgebrauch können wir die Pelletpresse einsparen ("Kleepura").

https://www.bioland.de/infos-fuer-erzeu ... engen.html
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Pfiffikus » Sa 28. Jul 2018, 21:46

Hallo Rüdiger,
Rüdiger hat geschrieben:
Do 26. Jul 2018, 11:01
Stellen wir uns vor es gelänge die Fotosynthese künstlich mit nur leicht verbesserten Wirkungsgrad nachzuahmen. ...
Hör bloß auf damit!
Inzwischen sollte doch jeder, der ein und zwei zusammenzählen kann, bemerkt haben, dass die Photosynthese für unsere Energieversorgung ein verhängnisvoller Irrweg ist. Unsere Welt leidet daran, dass in Südostasien Regenwald gerodet wird, um Palmöl (zum Beispiel für Biodiesel) anzubauen. Unser Klima leidet darunter, dass in Südamerika Regenwald niedergebrannt wird, um Platz für Zuckerrohr (Rohstoff für Bio-Ethanol) zu schaffen. Wenn Du nur mal ein paar Schritte aus der Stadt heraus wagst, so wirst Du merken, wie unsere heimsiche Agrarindustrie monotone Maisflächen schafft, nur damit die Biogasanlagen genügend zu fressen bekommen. Und weil dieser Mais nicht für Lebensmittel genutzt wird, kann man da ruhigen Gewissens ein wenig mehr vom Glyphosat verwenden, damit der Mais nicht irgendwelche nutzlose Licht- und Nährstoffkonkurrenten fürchten muss. Dass dabei die Insekten verhungern, ist diesen "Öko"-Stromern reichlich egal.
Willst du das wirklich fortsetzen?
Rüdiger hat geschrieben:
Do 26. Jul 2018, 11:01
dann schlagen wird Entropie ein gewaltiges Schnipp­chen.
Forget it! Entropie ist Physik. Und die lässt sich auch von den allergrünsten "Öko"-Aktivisten nicht überlisten.

Wenn wir schon bei Physik sind, dann sollten wir uns mal die Zahlen als harte Fakten ansehen. Die Photosynthese in herkömmlichen Pflanzen kommt maximal auf einen Wirkungsgrad von 1%. Das liegt daran, dass ein Pflanzenleben immer mit der ebenso intensiven Verdunstung von Wasser verbunden ist. Und ein großer Teil der Sonnenstrahlung, die auf Maisfelder oder Wälder hernieder geht, wird ganz einfach in Wärme verwandelt. Das spüren wir in diesen Tagen besonders.
Selbst, wenn Deine Träume "mit nur leicht verbesserten Wirkungsgrad nachzuahmen" wahr werden, wenn sie in Form einer Verdopplung sogar übertroffen werden, dann kommen wir auf einen Wirkungsgrad von satten 2% - natürlich nur in der Vegetationszeit des Maises zwischen Mai und September.

Meine Meinung: Nutzung der Sonnenenergie eindeutig JA, aber nicht mittels Photosynthese!
Modernste Solarzellen erreichen heute einen Wirkungsgrad um die 25%. Selbst, wenn Du irgendwelche alten, abgeschriebenen Module aus den Neunzigern irgendwo erwerben könntest und diese in der Landschaft aufständerst, hast Du mehr Wirkungsgrad aus der Strahlung gezogen, als es mit Photosynthese jemals möglich wäre. Und diese Solarzellen fangen nicht nur zwischen Mai und September Strahlung ein.

Es gab Zeiten, da habe ich mich drüber aufgeregt, wenn an manchen Stellen Ackerflächen aus der Nutzung genommen weren, um ein ganzes Feld mit Solarzellen zu bestücken. Inzwischen wissen wir, dass damit nicht nur die Strahlung effektiver aufgefangen werden kann. Unter den Modulen finden wir eine artenreiche Kräutervegetation, die das Herz eines jeden Imkers höher hüpfen lässt.

Also was wollen wir da noch mit Photosynthese?


Pfiffikus,
dem es sogar noch lieber ist, wenn die Solarzellen an Wänden und Dächern montiert werden
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Eberhard » So 29. Jul 2018, 13:43

Also was wollen wir da noch mit Photosynthese?
Wer als Endpunkt seiner Überlegungen eine Steckdose hat, beschränkt sich erheblich.

Man könnte aber als Vision auch Überlegungen anstellen, wie man Endprodukte wie Zucker, Stärke, Plaste uva. unmittelbar ohne den Umweg Steckdose bekommt. Mehr Energie bekommt man ja auch, wenn man auf dem Wege nicht so viel Energie durch Umwandlungen und Transporte verschwendet.
Die Ausführungen von Rüdiger lassen solche Überlegungen zu.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Rüdiger » Mo 30. Jul 2018, 07:33

Hallo Pfiffikus,

die Schwierigkeiten der Biomassenutzung sehe ich im Prinzip genauso, wobei die Nutzung von Abfall und Reststoffen sicher noch Potentiale birgt. Wir machen aus Energie viel zu schnell energiereichen Abfall.

Die Natur "lutscht" alles aus. So werden nur etwa 10 Prozent der erzeugten landwirtschaftlichen Biomasse wirklich genutzt.

Ich hatte an die künstliche Photosynthese gedacht, also die direkte katalytische Aufspaltung von Wasser durch Sonnenlicht. Was machbar ist, mit Wirkungsgraden größer 10 Prozent. Nur die technische Umsetzung ist noch nicht machbar. Allerdings steigt durch Forschungsmittel der Nanotechnik die Lernkurve deutlich steiler.

Dann könnte man mittels Kohlenstoff die Synthese von Kohlenwasserstoffen machen oder den Wasserstoff wieder energetisch Umsetzen.

Das kann energetisch deutlich effizienter werden, als mit photoelektrischen Zellen. Bei der Wandlungskette müssen wir die Wirkungsgrade multiplizieren.

Photovoltaik heute üblicher Standart 16 Prozent, Elektrolyse 70 Prozent, elektrischer Wirkungsgrad von Brennstoffzellen 80 Prozent. Da haben wir 9 Prozent Gesamtwirkungsgrad, Speicher und Transportverluste exklusive.

Um den schlechten Wirkungsgraden von Verbrennungskraftmaschinen zu überwinden, kann die Bindungsenergie elektrochemisch genutzt werden.

Im Prinzip kann man bei jeder Redoxreaktion die Elektronen Arbeit verrichten lassen. Man muss sie nur durch eine Membran getrennt ablaufen lassen, die entweder Ionen oder Protonen leitfähig ist, da müssen die Elektronen einen Umweg gehen.

Alles lang bekannte Möglichkeiten, nur haltbare und günstig verfügbare Elektrolyte, Katalysatoren Elektroden und Membranen herzustellen ist noch schwierig und teuer.

Aber theoretisch sind da Potentiale vorhanden auch mit technologisch sehr einfachen Materialien.

Freundliche Grüße
Rüdiger
Pfiffikus
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Pfiffikus » Mo 30. Jul 2018, 13:47

Hallo Ihr beiden,
Eberhard hat geschrieben:
So 29. Jul 2018, 13:43
Wer als Endpunkt seiner Überlegungen eine Steckdose hat, beschränkt sich erheblich.
Ja das mag sein.

Aber an dieser Stelle muss ich Rüdiger mal in Schutz nehmen. Auch wenn der Satz vor meinem Zitat nahe legt, dass er jetzt erst mal den Aspekt der Energieerzeugung näher beleuchten wollte, glaube ich nicht, dass sich seine Gedanken darauf beschränken.





Rüdiger hat geschrieben:
Mo 30. Jul 2018, 07:33
Alles lang bekannte Möglichkeiten, nur haltbare und günstig verfügbare Elektrolyte, Katalysatoren Elektroden und Membranen herzustellen ist noch schwierig und teuer.
Dieser Satz ist extrem wichtig.
Wir leben hier in einem sehr reichen Land und selbst hier sind viele Verfahren, die eigentlich ökologisch sehr anstrebenswert wären, schlicht unbezahlbar. Und im Rest der Welt?

Die Natur "lutscht" alles aus. So werden nur etwa 10 Prozent der erzeugten landwirtschaftlichen Biomasse wirklich genutzt.
So ist es.
So wundere ich mich seit Jahren darüber, wie der Raps geerntet wird. Die Schneidwerke werden kniehoch oder noch höher eingestellt, damit nur die Körner erfasst werden. Der Rest der Stängel bleibt stehen. Es ist ganz einfach zu teuer, die Biomasse, die da gewachsen ist, in die nächste nächstgelegene Biogasanlage zu fahren und dort zu verwerten. Doch hier dürfte Eberhard begeistert sein. Das Rapsstroh wird wieder untergepflügt und letztendlich zu Futter für Bodenlebewesen und Humus.

Photovoltaik heute üblicher Standart 16 Prozent, Elektrolyse 70 Prozent, elektrischer Wirkungsgrad von Brennstoffzellen 80 Prozent. Da haben wir 9 Prozent Gesamtwirkungsgrad, Speicher und Transportverluste exklusive.
Ein wichtiger Gedanke fehlt nach meiner Meinung in diesen Zeilen.
Im Moment ist es sehr schwer und teuer, relevante Energiemengen zu speichern. Es darf nicht nur an einer diesbezüglichen Verbesserung geforscht werden! Warum will man denn den Strom überhaupt speichern (und die von Dir vorgerechneten Wirkungsgrade multiplizieren)?
Ginge es wirklich um Umweltschutz und um die Förderung von alternativen Energien, so wären noch ganz andere Maßnahmen hilfreich. Zum Beispiel der konsequente Umstieg auf smarte Stromzähler. Dadurch könnten die Energieversorger variable Strompreise anbieten - gekoppelt an den tageszeitlichen Verlauf an der Strombörse. Bisher ist es dem deutschen Haushalt nahezu egal, wann der Geschirrspüler oder die Waschmaschine eingeschaltet wird. Variable Strompreise würden schlagartig zu einem Umdenken führen, so dass die Netze automatisch ohne großen Aufwand stabiler werden könnten.

Ginge es wirklich um den Umweltschutz, so würde schon heute in jedem Neubau zwingend vorgeschrieben, dass je Quadratmeter (oder Bewohner) ein massiv großer Boiler einzubauen ist, der relevante Energiemengen speichern kann. Das ist eine zuverlässige Technologie, die seit Jahrzehnten Stand der Technik ist und keiner neuen Forschung bedarf. In Verbindung mit variablen Stromtarifen würden sich sehr schnell neue Lösungen finden, die Klimaanlagen und Wärmepumpen nur dann rödeln lassen, wenn der Strom im Netz günstig zu haben ist. Langfristig lässt sich auf diesem Wege ein großer Teil der Heizenergie, die im Winter gebraucht wird, im Sommer aus der Klimaanlage gewinnen. Bringt das irgendein Politiker zur Sprache?

Aber solche Maßnahmen werden ja nicht beschlossen. Vielmehr geht es den "Umwelt"politikern um Wirtschaftsförderung. Lobbyverbände der Chemischen Industrie haben diese brandgefährliche Lösung durchgesetzt - angeblich der Umwelt und dem Klimaschutz zuliebe.

Eberhard hat geschrieben:
So 29. Jul 2018, 13:43
Mehr Energie bekommt man ja auch, wenn man auf dem Wege nicht so viel Energie durch Umwandlungen und Transporte verschwendet.
Auf den ersten Blick gesehen könnte man Dir ja zustimmen. Praktisch kann es aber durchaus ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein, dass Photozellen nicht hier in Mitteleuropa aufgeständert werden, sondern in den schier endlosen, vegetationsarmen und sonnenreichen Wüstenregionen dieser Erde. Da kommt ohne größeren ökologischen Schaden viel mehr Energie aus derselben Anzahl Solarzellen.



Pfiffikus,
der dafür gerne die entstehenden Umwandlungs- und Transportverluste in Kauf nehmen würde
Eberhard
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Eberhard » Mo 30. Jul 2018, 18:56

Da kommt ohne größeren ökologischen Schaden viel mehr Energie aus derselben Anzahl Solarzellen.
Übertragung per WLAN?

Wenn das klappt, kann man auch die Geothermie in Island und Kamtschatka anzapfen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Pfiffikus » Di 31. Jul 2018, 22:07

Hallo Eberhard,

dieses Thema ist eigentlich überhaupt nicht dazu geeignet, sich darüber lustig zu machen. Denn wenn es gelänge, die Kosten für Energie nachhaltig zu senken, wenn man die Kosten für saubere Energie unter die Kosten für die Förderung von Erdöl senken könnte, dann würde ein Kriegsgrund entfallen, der unsere Welt derzeit erschüttert. Denn da werden nicht irgendwelche Mikroben gekillt, sondern Menschen.


Eberhard hat geschrieben:
Mo 30. Jul 2018, 18:56
Übertragung per WLAN?
Dafür dürfte die Reichweite von WLAN nicht ausreichen.
Eberhard hat geschrieben:
Mo 30. Jul 2018, 18:56
Wenn das klappt, kann man auch die Geothermie in Island und Kamtschatka anzapfen.
Das wird in Island schon reichlich praktiziert. Dort stehen auch gewaltige Mengen an Wasserkraft zur Verfügung. Die Energie wird aber nicht direkt in die weite Welt exportiert. Vielmehr wurden dort große Aluminiumhütten usw. angesiedelt, die den Strom gleich an Ort und Stelle verbrauchen.

In Kamtschatka wäre das im Prinzip auch möglich, doch ich fürchte, dass uns die Russen lieber ihr Erdgas verkaufen wollen.


Pfiffikus,
der diese Energie aus Geothermie als wertvolle Ergänzung zur Sonnenenergie ansieht
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Re: EM1 selber machen

Beitrag von Eberhard » Do 2. Aug 2018, 09:46

Gründe für Kriege sind thematisch sehr in der Nähe zum Thema EM und deren (Eigen)Herstellung ...?
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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