Bokashi Vererdung

Bokashi: Das kompostieren mit effektiven Mikroorganismen (EM)
Iodun
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Bokashi Vererdung

Beitrag von Iodun » Do 8. Mai 2014, 23:35

Hallo,

soweit ich das bisher verstanden habe, hat der fertige Bokashi immernoch die annähernd selbe Struktur wie der ursprüngliche Biomüll. Der Prozess nennt sich Fermentierung, läuft anaerob ab und wird durch sogenannte Effektive Mikroorganismen angetrieben.

Also: Biomüll + EM (ohne Sauerstoff) => Gleiche Struktur, also keine vollständige Zersetzung

Nun habe ich aber ebenfalls in diesem Forum hier gelesen, dass man Bokashi auch vererden kann, indem man es zusammen mit Erde in einen Müllsack steckt und diesen luftdicht verschlossen einige Wochen bis Monate in den Keller stellt.

Außerdem habe ich folgendes aus einer anderen Quelle:

"Einen Eimer zu 1/3 mit Bokashi füllen. Mit Erde auffüllen (kann die alte Blumenerde vom Vorjahr sein), gut zusammen drücken und mit EM-A Lösung (5 ml EM-A/1 L Wasser) leicht befeuchten. Den befüllten Eimer in eine Plastikfolie wickeln, gut verschließen und an einem nicht zu sonnigen Ort mindestens 20 Tage reifen lassen. So erhalten Sie aus der alten Erde ganz preiswert nährstoffreiche Blumenerde – ideal zum Anpflanzen für Topf- oder Balkonpflanzen."

In beiden Fällen haben wir also: Bokashi + Nährstoffarme Erde (+ wahlweise weiteres EMa) OHNE Sauerstoff => Vollständig vererdete nährstoffreiche Blumenerde

Nun verstehe ich aber nicht wie dieser Prozess zustande kommt.
Der einzige Unterschied zwischen der Erzeugung von Bokashi im Eimer und der Vererdung nach obigen Verfahren ist die Zugabe von ca. 50% Erde. Der Prozess ist ebenfalls anaerob und lässt sich ebenfalls durch EMa beschleunigen, wird also scheinbar von den selben Mikroorganismen durchgeführt.

Bisher dachte ich, dass die Vererdung durch Regenwürmer und andere kleine Bewohner des Erdreiches von statten geht, aber diese dürften in alter Blumenerde wohl nur in kleiner Zahl vorhanden sein und in einem luftdicht verschlossenen Müllsack sicher keine 3 Monate überleben... :)

Was führt also dazu, dass die Effektiven Mikroorganismen 'nur in Anwesenheit von Erde' eine vollständige Zersetzung des Biomülls durchführen?

Ich bin offen und dankbar für jede mögliche Erklärung oder Theorie... :)

Grüße,
Benjamin
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Wurmmann » So 29. Jun 2014, 22:33

Hallo Benjamin,
hmm da ist estwas durcheinandern gekommen :)
Um zu reifen, wird das frische Bokashi 2 Wochen unter Luftabschluss in einem Eimer gelagert. Danach ist es fertig um vererdet zu werden. Das heist, die Strukturen des Biomülls sind noch da, aber völlig aufgeweicht.

Wenn das Bokashi jetzt im Komposthaufen oder Boden vergraben wird, verwandeln die dortigen Bakterien das Bokashi sehr schnell zu einer Pflanzenverfügbare Masse.

Um Bokashi geht es übrigens auch im heutigen Newsletter...
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Wurm-Bine » Sa 9. Jun 2018, 10:44

Hallo zusammen,

habt ihr vielleicht mal Erfahrungswerte für mich, wie lange die Vererdung im Boden dauert? Also wenn ich meinen 5l-Eimer fermentiertes Bokashi im Garten in den Boden einbuddle, wie lange braucht es zum Vererden? Ja, hängt wahrscheinlich auch vom Boden und der biologischen Aktivität ab. Aber habt ihr Erfahrungswerte? Ich habe im Frühjahr Bokashi ausgebracht an ein paar Stellen, konnte aber nicht hin und wieder buddeln um den Zersetzungsprozess einschätzen zu können, weil Pflanzen drauf wachsen.

Jetzt habe ich gerade wieder eine Eimerladung verbuddelt und es würde mich interessieren.

Schöne Grüße
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Trulllla » Sa 22. Dez 2018, 14:23

Kann mir jemand sagen, was eigentlich bei der Vererdung passiert? Würde es für die Würmer nicht ausreichen, wenn ich zum fertigen Bokashi entsprechend Kalk hinzugebe, um die Säure abzupuffern? Bin nur neugierig, ich habe keinen Bokashi. Vielleicht noch nicht?

[Edit: habe später Jaspers Ausführung zu dem Thema hier: https://www.wurmwelten.de/forum/viewtop ... =752#p7181 gelesen, dass das in der Praxis nicht gut funktioniert]
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » Di 15. Jan 2019, 10:03

Also ich habe "noch" keine Wurmbox, dafür aber Bokashi. Wenn es soweit ist das ein Eimer geleert wird kommt alles in mein Erdfass. Eine offene 210 L Tonne wo neben Bokashi auch ausgeleerte Blumentopferde rein kommt. Nach 2-4 Wochen hat das Meißte seine Struktur verloren. Nur größere Stücke, die vielleicht schon für den Eimer zu groß waren bleiben länger erkennbar.

Alle 2-3 Wochen wird alles durchmischt
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Trulllla » Di 15. Jan 2019, 21:33

Würmer sind aber nicht in deinem Erdfass, oder?
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » Mi 16. Jan 2019, 13:08

Wenn dann nur aus versehen, über draußen stehende Blumentöpfe. Aber gesehen habe ich noch keinen
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Wurm-Bine » Mo 21. Jan 2019, 17:23

Lieber Björn,

das scheint ja echt flott zu gehen. Kannst du abschätzen, wie bei dir das Verhältnis zwischen Erde und Bokashi ist? Und bekommt die Tonne Regen ab? Trocknet die nicht mit der Zeit aus? Was machst du im Winter mit der Tonne? Kommt sie in den Keller?

Schöne Grüße
Bine
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » Mo 21. Jan 2019, 19:13

Liebe Bine,

Es ist mein erstes Bokashi-Jahr, also pendelt sich vieles noch ein. Ich experimentiere auch viel herum, z.B. habe ich eine Eimerfüllung lang alles erstmal püriert bevor es in den Eimer kam.

Die Tonne steht draußen, regengeschützt, aber nicht frostsicher in einer nach hinten offenen Garage.

Ich habe 2 Bokashi Eimer. Beide stehen in der normal geheizten Wohnung. Die Eimer bewirtschafte ich 2-phasig. Während ein Eimer(ich nenne ihn hier mal A)mit den tagtäglich anfallenden Bioabfällen (leider zu viel bei meinen 3 Kindern) gefüllt wird, reift der andere (nennen wir ihn B).

Während der Reifephase wird aus B regelmäßig der Bokashi-Tee abgelassen und zum Blumengießen (Verdünnung 1:50) oder als Abflussreiniger (pur) verwendet. Der Bokashi-Tee aus Eimer A kommt beim Befüllen immer wieder oben rein um die EM zu den frisch dazu gekommenen Sachen zu bringen.

Ist Eimer A voll, geht er in die Reifephase, Eimer B wird in die Tonne geleert, ausgespült und dann verwendet wie zuvor Eimer A.

Im Herbst vererdeten die Sachen im Fass ziemlich schnell, ich würde sagen im Mittel 4 Wochen. Große Sachen (halbe Salatgurke) brauchen länger, kleine Sachen wie Nudeln oder Reis sind schon nach 2 Wochen nicht mehr zu finden.

Anfangs lag mein Mischungsverhältnis schätzungsweise bei 1Teil Bokashi auf 3 Teile Erde. Inzwischen müsste es bei 1:1 sein, aber demnächst kommen nochmal ein paar Blumentöpfe dazu.

Bei sinkenden Temperaturen (heute -8°) verlangsamt sich der Abbauprozess erwartungsgemäß. Ich denke aber das im Frühling noch ausreichend Zeit zwischen Frost und Verwendung liegen wird.

Am Wochenende habe ich mich ein wenig ins Thema Terra Preta eingelesen und plane jetzt die Herstellung von Pflanzenkohle. Der Kamin ist ja ohnehin an.

Wenn alles läuft wie gedacht, sollte das mein Substrat noch weiter aufwerten.

Schöne Grüße
Björn
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Trulllla » Mo 21. Jan 2019, 21:40

Das klingt ja alles sehr interessant. Ich bin nämlich etwas desillusioniert, weil ich immer noch so viel Bioabfälle in die Tonne schmeißen muss. Und jetzt frage ich mich gerade, worin eigentlich der Vorteil der Wurmkiste gegenüber dem Bokashi besteht ;)
Ich habe draußen auch so eine Regentonne stehen, die ich dafür verwenden könnte. Dann hätte ich weniger Abfälle, weniger Schwierigkeiten mit einer Wurmkiste in der Wohnung, und weniger Schwierigkeiten mit der Wurmkiste draußen bei Frost.
Bloß: meine Würmer gebe ich trotzdem nicht mehr her. :)
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