Bokashi Vererdung

Bokashi: Das kompostieren mit effektiven Mikroorganismen (EM)
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Trulllla
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Trulllla » Mo 21. Jan 2019, 21:57

Noch ein Frage, Björn: Wie hast du den Bokashi gestartet? Mit diesen Bokashiflocken und EM? Weil ich dazu tendiere, es mit "normaler" milchsaurer Fermentierung zu versuchen (sauerkrautmäßig...) - also, wenn ich es dann irgendwann mal angehe. :roll:
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » Mo 21. Jan 2019, 22:32

Ich hatte ein Starterset gekauft, da waren Flocken dabei die ich auch zum Start genommen habe. Ich gehe sehr sparsam damit um (ca 20 ml zum starten, und nochmal oben drauf für die Reifephase), deswegen hab ich immer noch einiges übrig. Darüber ob ich nochmal welche nachkaufe wenn mein Vorrat erschöpft ist bin ich mir noch nicht sicher.
Es klappt ganz gut, wenn man die EMs per Bokashi Tee überträgt, und irgendwie will es mir nicht in den Kopf das NUR und ausschließlich die Flockenhersteller die genau richtige Mischung haben...

Es wird sich zeigen ob mein Bokashi auch ohne frische EMs von außen überlebt. Aber wenn nicht... einen Beutel pro Jahr werd ich verschmerzen können.

Was mich unter anderem zum Bokashi bewogen hat war eben der "Alles-rein" Faktor. In die Biotonne kommt jetzt nur noch Rasenschnitt und ähnliches was für den Eimer einfach an Menge zu viel ist. Von daher plane ich noch den Bau einer Wurmkiste, wobei ich immer noch Bedenken habe, das Würmer und Bokashi über kurz oder lang in Konkurrenz zueinander stünden.

Das Endprodukt ist ja bei der Wurmkiste erdähnlicher, was für mich dafür spräche. Auf der anderen Seite erscheint mir das EM-Konzept der Bokashi-Bewegung im Großen und Ganzen schlüssig. Bin gespannt ob ich damit meinen von den Vormietern runter gewirtschafteten Garten (Rasenmäher, Rasendünger, UnkrautEx) wieder gesund bekomme.

Das nächste Jahr wird interessant
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Wurm-Bine » Di 22. Jan 2019, 12:21

Die Vorteile der Wurmkiste für mich:
- direkte Humusherstellung ohne den Vererdungsprozess.Ich habe keinen Platz für eine Vererdungstonne und in mein Hochbeet kann ich nunmal nur eine gewisse Menge Bokashi einarbeiten. Also für mich ist es ein Platzproblem.
- Würmer sind faszinierend!

Die Nachteile der Wurmkiste bei mir:
- es kann nicht alles rein, weil die Würmer nicht alles mögen
- die Würmer fressen nicht schnell genug, um alles zu verarbeiten (ist jetzt allerdings inzwischen nicht mehr der Fall)

Wurmhumus bekommen bei mir die Zimmerpflanzen. Bokashi bekommt das Hochbeet im Freien. Da stinkt es auch nicht so.
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Trulllla » Sa 26. Jan 2019, 17:36

Björn hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 10:03
Also ich habe "noch" keine Wurmbox, dafür aber Bokashi. Wenn es soweit ist das ein Eimer geleert wird kommt alles in mein Erdfass. Eine offene 210 L Tonne wo neben Bokashi auch ausgeleerte Blumentopferde rein kommt. Nach 2-4 Wochen hat das Meißte seine Struktur verloren. Nur größere Stücke, die vielleicht schon für den Eimer zu groß waren bleiben länger erkennbar.

Alle 2-3 Wochen wird alles durchmischt
Hallo Björn,
Ich habe noch ein paar Fragen an dich: in diesem Posting hier steht, dass der Bokashi anfängt zu stinken, sobald Luft dran kommt. Wie ist das mit deiner Tonne? Riecht das? Unangenehm? Wie gehst du damit um, d.h. steht die Tonne einfach weit genug weg, reicht ein Deckel....etc.
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » Sa 26. Jan 2019, 21:00

Die Antwort fällt mir etwas schwer. Meine Frau hat einen sehr ausgeprägten Geruchssinn und empfindet auch den Bokashi im Eimer als extrem unangenehm. Alle anderen denen ich es bisher gezeigt hab beschreiben es eher Richtung Sauerkraut, teils sogar angenehm.
Ich selbst habe annähernd keinen Geruchssinn mehr. Ich arbeite als Automechaniker, kann aber z.B. Diesel nicht von Benzin unterscheiden. Ich rieche es schlicht nicht. Auch stark verweste Tiere nehme ich kaum wahr.
Von daher kann ich zum Geruch der Tonne leider nichts sagen.
Auf Nachfrage sagt meine Frau aber, ihr ist kein unangenehmer Geruch aufgefallen also... wirds wohl gehen.

Was ich sagen kann: ich habe die letzten 3-4 Wochen das Durchlüften und Durchmischen des Fasses vernachlässigt (Weihnachten, Silvester, Kinder Krank, selber krank... irgendeine Ausrede findet man immer).
Nun schimmelt das Ganze. Weißer Schimmel wie man ihn von Blumenerde kennt.
Bin mir noch nicht sicher wie ich damit umgehe. An und für sich schadet es lebenden Pflanzen ja nicht. Und es sollen ja auch noch mehr "Zutaten" ins Fass.

Das ist gewissermaßen ein fließender Prozess bei mir. Ich informiere mich kontinuierlich weiter und bin jetzt der Meinung dass auch Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle hinein müssen.
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » So 27. Jan 2019, 09:46

Guten Morgen und ein kleines Update:

Mein Plan für das Schimmelproblem im Erdfass war jetzt erstmal oben eine Schicht Sand und Urgesteinsmehl aufzubringen. Keine organischen Stoffe-->kein Myzel-->kein Luftkontakt-->Keine Fruchtkörper.
ABER:
Als ich gerade an meinem Erdfass war habe ich Regenwürmer entdeckt. Zumindest halte ich sie dafür. Auf den ersten Blick mindestens 5 an der Oberfläche, aber ich gehe mal davon aus, dass es mehr sind.
Nun stellen sich mir als Wurmanfänger einige dringende Fragen:

Sind die Judels auf der Flucht vor dem Schimmel an die Oberfläche gekommen und kamen einfach nicht weiter?

Oder sind sie raus gekommen weil es hier leckeren Schimmel zu fressen gibt? (Sie sind in einem weitestgehend schimmelfreien Bereich, von dem ich meine, dass er vor ein paar Tagen noch nicht schimmelfrei war)

Oder haben die damit gar nichts am Hut und sind einfach mal rauf gekommen, weils jetzt nach einer re ht kalten Woche wieder Frostfrei ist?

Kann ich ihnen was Gutes tun? Muss ich ihnen helfen?

Wenn ja, wie?
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Pfiffikus » So 27. Jan 2019, 11:40

Da wäre es hilfreich, zu wissen, welche Art Würmer Du gefunden hast.
* Regenwürmer - dürften von außen hinein gekommen sein.
* Kompostwürmer - könnten unter Umständen sogar im Inneren leben


Pfiffikus,
der Porträtfotos für hilfreich hielte
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » So 27. Jan 2019, 12:06

Was die Herkunft angeht würde ich sagen die sind über im Garten stehende Blumentöpfe und Kübel ins Fass gekommen. Zugesetzt habe ich nie welche und habe auch noch keine echte Wurmkiste mit Kompostwürmern wo sie herkommen könnten.

Um Fotos kümmere ich mich im Laufe des Tages, wenn ich das nächste Mal raus gehe
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Björn » So 27. Jan 2019, 13:24

Eine kurze Grabung im Fass hat ergeben, dass die Würmer primär die neueste Bokashi-Schicht besiedeln. Ich gehe also davon aus, dass sie dort genau das tun, was ich mir von ihnen wünsche. Brav.

Der Schimmel rührt wohl von einem geheimnisvollen Apfel her. Geheimnisvoll weil ich ihn nicht eingebracht habe. Und er hat wohl auch keinen Bokashi Eimer von innen gesehen. Eventuell haben da meine Kinder die Finger im Spiel.

Ein Foto habe ich auch mal angehängt. Man erkennt aber nicht viel. Habs nicht übers Herz gebracht die beiden bei den Temperaturen abzuduschen.

Edit: Auf der Haben-Seite kann ich berichten, dass mein erster Versuch, heute mittels Pyrolyse Pflanzenkohle herzustellen, ein voller Erfolg war.
Jetzt muss ich nur noch ausreichende Mengen herstellen, zerkleinern, in Bokashisaft einlegen und unter mein Substrat mischen
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Re: Bokashi Vererdung

Beitrag von Wurm-Bine » Di 29. Jan 2019, 10:11

Pfiffikus, was meinst du? Für mich sehen die Würmer so klein/kurz aus, dass ich sie für Kompostwürmer halten würde. Dann würde ich sagen: Schimmel = lecker.
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