Abfluß in den Bokashi-Sack machen ?

Bokashi: Das kompostieren mit effektiven Mikroorganismen (EM)
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Carl
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Abfluß in den Bokashi-Sack machen ?

Beitrag von Carl » Di 21. Apr 2015, 09:21

Habe vor etwa einer Woche das erste mal den Hausgarten gemäht, und den ganzen Schnitt frisch mit einem noch wohlriechenden EM-A-Rest übergoßen (20ml : 1L).

Im Netz habe ich jetzt verschiedenes gelesen: Einige sagen der Abfluß muß sein (nicht nur für "Bokashi-Tee), andere sagen, dies sei nicht so wichtig.

Am extra Bokashi-Tee liegt mir eigentlich nicht so viel - ich will einfach nur den Schnitt sinnvoll verwerten und mal etwas über Bokashi lernen.

Wie sind eure Erfahrungen ?

Danke im Voraus für Antworten.
Carl
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Re: Abfluß in den Bokashi-Sack machen ?

Beitrag von Carl » Mi 3. Jun 2015, 12:44

Falls die Info für jemandem hilfreich sein wird:

Es ging ohne Abfluß.

Ich hatte frischen Rasenschnitt mit EM-Wassermischung mit der Gießkanne überbraust und kaum Abtropfen lassen.

Das heißt natürlich nicht automatisch, daß das immer geht.
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Re: Abfluß in den Bokashi-Sack machen ?

Beitrag von dynamind » So 7. Jun 2015, 11:33

Sehr interessant! Was hast Du mit deinem Bokashi Schnittgut dann gemacht? Direkt in die Beete eingearbeitet oder an die Würmer verfüttert?
Kann man auch eigentlich auch aus Laub Bokashi machen?
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Re: Abfluß in den Bokashi-Sack machen ?

Beitrag von Carl » Mo 8. Jun 2015, 20:12

Den größten Teil habe ich tatsächlich in ein Beet eingearbeitet, das mir auffiel, da der Mulch dort kaum verrottet - so als eine Arznei für das Edaphon.


Einen großen Teil habe ich in einem großen Kübel mit einem Rest Grillkohle und Kompost vermischt, oben und unten mit Blumenerde abgedeckt.
Das soll die Kohle aufladen für "Terra-Preta-Kübelerde" (im Beet mache ich nichts mit Holzkohle, aber gerade Kübelpflanzen die im Endgrößentopf leben, profitieren meiner Erfahrung nach langfristig von dieser zuminest "wenig verschleißenden" Erde - auch wenn die "ewige Fruchtbarkeit" unserer Neukreationen wohl erst in einigen Jahrhunderten bewiesen sein kann).


den zweitgeringsten Teil habe ich in meine "Sauerboden-Liebhaber" investiert: Da ich hauptsächlich Leitungswasser habe, kippt da der PH-Wert oft irgendwann in den neutralen oder wenig sauren Bereich.

So habe ich eine Schicht Brennesselblätter, dann eine dünne Schicht Bokashi, dann noch eine Schicht Brennesselblätter zum Abdecken als Schutz vor Tieren.

Hat leider so nicht funktioniert: Irgendwelche Viecher haben zwei von drei Töpfen ordentlich aufgemischt - das Der Brennesselmulch lag drum herum und das Bokashi schien zum Teil aufgefressen worden zu sein.

Kann ich aber nachvollziehen: Allein schon mit den Händen darin den ganzen Tag rumzuwühlen hat gereicht, daß sich meine Haut echt enorm gut anfühlte - habe fast überlegt, mal probeweise was davon zu verzehren (dann aber doch nicht gemacht).


Den geringsten Teil habe ich experimentell zum Ansäuern des Leitungswasser für andere Kulturen in Rhododendren-Erde verwendet - da will ich noch was weiter forschen.


Einen kleinen Teil habe ich noch nicht verwendet sondern getrocknet, um zu sehen wie es mit Lagerbarkeit und Qualität aussieht.


Was ich im Netz gelesen habe, hat den Anschein, als sei Laub ein recht gängiger Bokashigrundstoff.
Viele empfehlen allerdings, das Laub vorher zu Häckseln.


Ich bin bislang ganz glücklich mit meinem Bokashi, daß einzige, was mich stört, ist die derzeitige Abhängigkeit von EM (habe da einen gewissen Selbstversorger-Ethos).

Deshalb will ich irgendwann mal rausfinden, ob daß auch ohne EM geht.

Allerdings nur um es zu können - Abhängig zu sein ist halt was anderes, als einen Service in Anspruch zu nehmen, der ja zumindest bei einigen Anbietern gut ist und preislich vertretbar.
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Re: Abfluß in den Bokashi-Sack machen ?

Beitrag von dynamind » Di 9. Jun 2015, 03:35

Danke für die Infos!

Auf EM kannst Du wohl mit Sauerkrautsaft und oder Sauerteig verzichten. Das stellt für den milchsauren Verrottungsanteil wohl alles nötige zur Verfügung und damit angesetzte Bokashis scheinen zu gelingen.

Der EM Ansatz ist ja in gewisser Weise auch irgendwie zweifelhaft, weil die darin enthaltenen Mikroorgranismen vermutlich nicht alle bei uns "heimisch" sind - was evtl. zur Folge hat, dass sie sich hier gar nicht lange in freier Natur halten können (das ist aber nur mein persönlicher Gedanke dazu).
Sollten sie - die EMs - sich aber im Garten usw. wohl fühlen und "heimisch" werden müsste man ja auch einen normalen Bokashi immer weiter als Grundlage für den nächsten Ansatz verwenden können. Das sich da was "abnutzt" usw. scheint mir ehrlich gesagt nur mehr oder weniger pfiffiges Marketing zu sein.

Also ich werde meine Terra Preta Versuche zwar auch mit EM impfen, aber nur weil ich denke, dass es nichts schadet und wenn sie sich sogar in der Bio-Kohle ansiedeln ist es gut und wenn nicht (weil sie z.b. von einem wesentlich "effektiveren" heimischen Bakterium verdrängt werden) ist das eben der Lauf der Natur. :P

Ein nachhaltigerer Ansatz als EM ist das "Natural Farming" Prinzip aus Korea mit seinen IM (Indigenous microorganisms)
http://en.wikipedia.org/wiki/Natural_farming
Wenn ich es richtig verstanden habe (Quelle: Terra Preta Buch) ist eine der dabei verwendeten Techniken (neben intensivem Mulchen) ein beimpfen eines Reissubstrats das in einem guten Gartenboden eingegraben und von den dort lebenden Mikroorganismen besiedelt werden soll.
Mehr dazu hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Korean_nat ... oorganisms

Um sich ein eigenes EM anzulegen könnte man also auch mit den im heimischen (oder im Nachbargarten) vorhandenen Milchsäurebakterien arbeiten. Die sind ja eh überall...auch in unseren Ausscheidungen. Und mit solchen "Impfungen" könnte man das - wie du es immer so schön nennst - Edaphon bereichern. Aber alles ganz natürlich und nicht nach der Vorgabe japanischer Labore :P
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