Quorum Sensing und Komposttees

Aktiver Komposttee ist leicht selbst zu brauen
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Eberhard
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Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Eberhard » Mi 19. Dez 2018, 00:04

An dieser Stelle würde ich gern auf einen interessanten Beitrag verweisen, in welchem auf Nutzen und Vorteile von Komposttee und vergleichbaren Lösungen mit vermehrten positiven Mikroorganismen eingegangen wird und der dann auch einige wirklich neue wissenschaftliche Grundlagen dazu bereitstellt.

Quorum Sensing und Komposttees

Damit öffnet sich ein interessantes Anwendungsgebiet für jene, die im Verhältnis zu ihrem Bedarf immer zu wenig Wurmhumus haben oder auch mit weniger Einsatz größere Erfolge erzielen wollen.
Mit freundlichem Glück Auf!
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Trulllla » Mi 19. Dez 2018, 13:52

Was ist Komposttee? Wurmtee? Noch mehr?
Ich muss zu meiner Schande :roll: gestehen, dass ich mit dem Begriff nicht vertraut bin.
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Pfiffikus » Mi 19. Dez 2018, 13:58

Eine Seite, die interessant aussieht. ... Die ersten Seiten werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Eventuell auch mehr.


Pfiffikus,
der sich die Zeit sparen wird, wenn er zu viel Esoterik lesen muss
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Eberhard » Mi 19. Dez 2018, 17:50

Was ist Komposttee?
Im Beitrag selber ist ein PDF von Frau Dr. Ingrid Hörner verlinkt. Da ist das reichlich beschrieben.
Im Shop von Wurmwelten gibt es ein Set zum Sofortbeginnen zu erwerben.
Einen Beitrag gibt es auch: Komposttee selber machen

Wer sich da etwas weiter vertiefen will: Regenerative Landwirtschaft ist hier das Stichwort.
Da gibt es reichlich Material, dann auch zu den Akteuren Dr. Christine Jones, Dietmar Näser, Friedrich Wenz und schon genannter Frau Hörner. Dr. Elaine Ingham wäre unbedingt auch zu nennen.

Erfahrungen in der Fläche über Jahre/Jahrzehnte könnten dann etwas mehr als Esoterik sein, auch wenn Justus Liebig davon noch nichts geschrieben hat. Der hatte aber auch noch kein Mikroskop zur Verfügung oder gar in Anwendung. Hätte er es gehabt ...
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Trulllla » Fr 11. Jan 2019, 16:09

Bevor ich mich vertiefe finde ich immer ganz gut, erst mal so ein grundsätzliches Verständnis des Prozesses zu haben. Wenn ich es richtig verstehe, geht es im Grunde darum, dass der Boden nicht durch Zufuhr von Nährstoffen, sondern duch Aktivierung des Bodenlebens verbessert wird, oder?
Und warum geht der Weg über das Bodenleben? Weil das wiederum die Nährstoffe aufschließt?
Hat jemand Lust, mir das für Dummies zu erklären?

Früher lag der Fokus ja immer auf den Nährstoffen.
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Eberhard » Fr 11. Jan 2019, 19:39

Zufuhr von Nährstoffen
Richtig ist, dass, wenn man auf einer Fläche etwas anbaut und komplett aberntet und entfernt, somit auch die aufgenommenen Mineralien und Spurenelemente, wird eine Verarmung an diesen Stoffen stattfinden, wenn man nicht entsprechenden Ersatz liefert. Das ist aber erst einmal eine Ersatzleistung und keine Verbesserung des Bodens.

In den vergangenen Jahrzehnten war den Mensch schlauer als die Natur. Er hat mineralische Kunstdünger in Massen verwendet und Erträge wieder gesteigert, dabei aber und mit auch weiteren Maßnahmen (Tiefpflügen, Schwarzbrache, Monowirtschaften, Pestizide) für sich selber unbemerkt natürliche Prozesse geschädigt. Die Folgen: Humusverarmung der Böden, Resistenzen von Schadinsekten und Unkräutern gegen Pestizide, man muss immer Neues finden und mehr einsetzen. Das kostet Geld. Daneben müssen Nährstoffe nicht nur vorhanden, sondern auch pflanzenverfügbar sein. Das können Mineraldünger nicht ausreichend leisten, trotz überdimensionierter Zugabe nach errechnetem Bedarf. Viele landen dann im Grundwasser, Stichwort Nitratverseuchung des Grundwassers, Algenblüte im Meer usw.
Die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte sinkt ebenfalls. Die Schadstoffbelastung, die mitgeführt wird bis hin in die menschlische Ernährung, ist noch desweilen im Blickpunkt. Sinkende Nährwerte und entfallende Sekundärstoffe sind außerhalb der öffentlichen Betrachtung. Ein versalzener Boden ist sicher weniger ertragreich, sonst würde man den Sandstrand eines Meeres eher für Landwirtschaft nutzen statt für Sonnenbader.
Daneben steigt die Bevölkerung, landwirtschaftlich nutzbare Flächen entfallen durch Verbauung, und viele solcher Flächen liegen dann meeresnah. Falls dann der Meeresspiegel wegen der Klimaerwärmung steigt, hat auch das Wirkungen in Größenordnungen.
Erträge lassen sich nicht beliebig weiter mit herkömmlichen Methoden steigern, sondern trotz zunehmenden Einsatz beginnen sie zu sinken. Die Toleranzgrenze der Natur kommt in den fühlbaren Bereich.

Sehr viele auch konventionelle Landwirte stellen fest: So kann es nicht weitergehen, ausgehend von einer Wirtschaftlichkeit.

Natürliche Prozesse: Zur Vertiefung dazu kann man über regenerative Landwirtschaft recherchieren. Ein Zeichen und Ausdruck für guten Boden ist Humus. Dietmar Näser sagt, 0,4 Prozentpunkte pro Jahr Steigerung des Humusgehaltes sind machbar. Aktivst daran beteiligt ist das Bodenleben. Es stellt Nährstoffe bedarfsgerecht für die Pflanzen bereit, bekommt dafür Größenordnungen an Kohlehydraten (erzeugt durch Photosynthese) über Wurzelausscheidungen sowie dann auch von verbrauchten Haarwurzeln, die nur eine sehr kurze Lebensdauer haben.
Durch Bodenpilze (Mykorrhiza) kann sich der Einzugsraum für Nährstoffe und Spurenelemente und Wasser gegenüber dem eigenen Wurzelvolumen der Pflanze verzwanzigfachen. Die Pilzhyphen sind auch deutlich feiner als Haarwurzeln und können in Hohlräume vordringen, die für Haarwurzeln nicht erreichbar sind. Es gibt Mikroorganismen (Lithobionten), die Gesteine zersetzen und somit Mineralien neu erschließen. Mikroorganismen setzen nicht nur Nährstoffe frei, sie produzieren selber auch welche (pflanzenverfügbaren Stickstoff). Dass zugeführte organische Stoffe (Kompost, Pflanzen- und Tierteile, Mist, Hornspäne uva. vom Bodenleben vielfältig zerkleinert und verstoffwechselt werden, dürfte den meisten klar sein, vielleicht auch, dass mineralische Stoffe wie Urgesteinsmehl, Algenkalk u.a. erst durch Wirken von Mikroorganismen die mineralische Bindung von Nährstoffen und Spurenelementen verlieren.
Solche Dinge und Prozesse gibt es viele weitere, die dann ineinanderwirken und komplex und vielfältig sind. Falls das einer vollständig beschreiben könnte, würde man vermutlich arge Probleme bekommen, das auch aufnehmen zu können.
Meist werden nur Einzelaspekte erfasst und erforscht, um diese betrachten zu können, werden sie aber schon aus dem Gesamtsystem herausgelöst und isoliert betrachtet => der Boden unter unseren Füßen ist uns unbekannter als der Mond. Aber manche kennen das aus anderen Bereichen: Das Entdecken Schritt für Schritt kann auch hochspannend und interessant sein.
Mit freundlichem Glück Auf!
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Eberhard » Mo 14. Jan 2019, 23:28

Und warum geht der Weg über das Bodenleben?
Ich habe vor kurzem ein Script zu einem Vortag von Erhard Hennig, Diplom-Landwirt (1906 - 1998) zur Thematik Humus - Nährstoffe - Bodenleben gefunden.
Wie man schon an der Niederlegungsform des Textes ersehen kann, ist dieser Text schon etwas älter, mit anderen Worten nicht so brandneu, so dass dieses Wissen schon bei dem einen oder anderen im Bewusstsein angekommen sein könnte.

Für vertiefte Recherchen gibt es von ihm auch ein Buch: Geheimnisse der fruchtbaren Böden
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Re: Quorum Sensing und Komposttees

Beitrag von Trulllla » Di 15. Jan 2019, 08:36

Danke für deine ausführlichen Antworten! Ich hoffe, ich finde bald die Zeit, mich darein zu vertiefen!
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