Tulpinchens Würmer ohne Kiste

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tulpinchen
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von tulpinchen » Do 6. Dez 2018, 23:12

Ich wusste, dass ich hier irgendwann mal dazu gelesen hatte, wusste nur nicht mehr, nach welchem Begriff ich suchen muss. Danke, Worma! :)

Hab' jetzt grad mal hier im Forum etwas quergelesen über Ammoniak und glaube tatsächlich, dass das etwas mit meinem Kistenphänomen zu tun haben kann. In einem alten Beitrag von Pfiffikus hab' ich gelesen, dass der Ammoniakgehalt sich mit steigendem pH-Wert erhöht. Passt ja zu meinen eben gemessenen 7,2.
Außerdem schredder' ich das Futter immer, damit sich meine Würmchen flott vermehren, was allerdings wohl zu anaeroben Zersetzungsprozessen führen kann, die wiederum Ammoniak fördern.
Möglicherweise hab' ich die letzten zwei Wochen auch überfüttert, weil wir partybedingt viele Salatabfälle etc. hatten, die mir einfach zu schade zum Wegwerfen waren. :oops:

Also werde ich morgen alle Futterreste entfernen, ein paar Tage Futterpause machen, die Kiste vorsichtig durchstochern, um die Erde aufzulockern, und den Amigos ein paar leere Klorollen spendieren. Auch wenn ich es eigentlich besser weiß, füttere ich nämlich immer noch viel zu wenig Kartonage, weil die immer wochenlang braucht, bis sie weg ist. Und ich werd' tagsüber mal den Deckel auflassen zur besseren Belüftung.

Mehr wüsste ich jetzt nicht zu tun, wenn es sich wirkl7ch um eine Ammoniakvergiftung handelt, da ich bewusst gar nichts stark Proteinhaltiges verfütter'. :?
Wenn das ein schlechter Plan ist, bitte Bescheid geben. :)
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von Trulllla » Fr 7. Dez 2018, 08:52

Klingt für mich wie ein guter Plan. :)
Ich hatte dieser Tage auch einen PH Wert von 7,2 in meine Kiste, habe dann Kaffeesatz pur verfüttert und messe jetzt 6,5.
Ich glaube, so schnell kann der pH-Wert nicht sinken... ist vielleicht gar nicht so einfach, den pH-Wert richtig zu messen.
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von Wurmcolonia » Fr 7. Dez 2018, 10:29

tulpinchen hat geschrieben:
Do 6. Dez 2018, 23:12
Also werde ich morgen alle Futterreste entfernen, ein paar Tage Futterpause machen, die Kiste vorsichtig durchstochern, um die Erde aufzulockern, und den Amigos ein paar leere Klorollen spendieren.
Dein Plan hört sich ganz überwiegend sehr gut an. Nur, die Kiste durchstochern würde ich nicht machen. Das erledigen die Judels höchst selbst, indem sie permanent im Substrat herumkriechen. Dabei sorgen sie für ausreichende Sauerstoffzufuhr. Du schreibst ja auch, dass es in der Kiste angenehm waldig riecht. Deshalb erkenne ich auch keinen Grund für das Auflockern. Wenn du in ihrem Substrat herumstocherst, stresst sie das nur unnötig.
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von tulpinchen » Fr 7. Dez 2018, 20:56

Ich hab' die Stelle, an der schon länger zumindest augenscheinlich nicht angerührtes Futter lag (manchmal fressen die ja erst mal nur von unten), jetzt aufgeräumt und tatsächlich hat es dort tiefer unter/im Futter beißend nach Ammoniak gestunken. :shock: Das wundert mich total, weil ich tagelang meine Nase echt tief in die Kiste gesteckt und absolut nichts Fieses gerochen hab'. Die Erde, die darunter lag, war sehr fest und mufft auch ein bisschen, aber nicht nach Ammoniak. Dort habe ich jetzt mal tüchtig rumgestochert und -gerührt zum Belüften, weil dort sowieso kein Wurm war. Alles rausnehmen konnte ich nicht; dann wäre ich schon am Kistenboden gewesen und hätte nicht mehr genug Erde in der Kiste. Ich werd' da jetzt täglich mal rühren, bis sich dort wieder Würmer ansiedeln. Bis dahin lasse ich den Kistendeckel auf.

Den Rest der Kiste hab' ich nur ein kleines bisschen angestochert, um feststellen zu können, ob sich dort weiter unten nicht evt. auch Ammoniak gebildet hat. Die dort hausenden Würmer (Gott sei Dank recht viele sogar! :) ) fanden das ziemlich blöd und sind ganz aufgeregt durch die Kiste geflitzt. Aber mir war das zu riskant, dass sich an anderer Stelle evt. noch ein weiterer Krisenherd entwickelt. Denke, ich muss in den nächsten Tagen/Nächten wegen der Unruhe, die ich verursacht hab', wieder mit einigen abenteuerlustigen Flüchtlingen rechnen, aber das nehm' ich in Kauf. Dann such' ich halt lieber wieder solange öfter den Küchenboden ab, bis wieder Ruhe im Karton ist.

Bei der Aktion heute hab' ich auch einige mini Babywürmer gesehen und mich total gefreut, aber ich befürchte trotzdem, dass viele meiner Kokons durch die Vergiftung eingegangen sind. :(

Was mache ich denn wohl am besten mit kranken Würmern? Beim Rausfummeln aus dem Auffangbehälter merk' ich das oft schon, wenn welche nicht ganz gesund sind, weil sie sich anders "biegen" lassen. Kann ich die trotz Vergiftung wieder in die Kiste tun zu den anderen? (Wobei mich meine Leutchen hier sicher für verrückt erklären würden, wenn ich jetzt noch ein Wurmhospiz eröffne. :roll: )

Und wie bekommt Ihr eigentlich Klorollenpappe richtig klein? Ich rupf' die immer in supermini Fetzen, was aber echt mühselig ist. Bloß wenn ich die Stücke größer lasse, liegen die Ewigkeiten in der Kiste rum, so dass ich denke, meine Amigos interssieren sich überhaupt nicht dafür. Ich hab' auch mal versucht, das Zeug im Mixer zu schreddern. Hat aber nur fürchterlich gestaubt und die Stücke waren danach noch genauso groß. Gleich mit dem Futter schreddern hab' ich auch mal ausprobiert. Das klappt zwar, aber dann wird der Brei trotz Wasserzugabe mit der Zeit zu fest. Ich glaub', die Ammoniakbildung in meiner Kiste war mit die Ursache eines solchen Experiments. :oops:
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von canchita » Sa 8. Dez 2018, 10:07

Hallo tulpinchen,
ich hab meine komisch aussehenden Würmer eine Zeit lang immer aus dem Fenster geworfen (die Kiste steht im Keller, der Fall war also nicht so tief ;-) ), frei nach dem Motto: Dann stören sie in der Kiste nicht (tote Würmer sind ja auch Futter, und ich wollte Diät für die gesunden Gesellen), wenn sie überleben können sie sich auch draußen eingraben, sonst werden sie vielleicht von einem Vogel gefressen oder düngen halt draußen die Hecke etwas. Ob es der Kiste etwas gebracht hat oder nicht weiß ich nicht, für meinen Kopf war es gut.
Und die Klorollen lege ich immer als ganzes rein, die liegen dann eine Weile unangetastet rum, sehen dann kurz angeknabbert aus und sind auf einmal weg...
Liebe Grüße
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von Wurmcolonia » Sa 8. Dez 2018, 11:54

Hallo Tulpinchen,
die Schilderung über den Ammoniakduft tiefer in deiner Wurmfarm hört sich tatsächlich nicht gut an und tut mir wirklich leid für dich und deine Judels.
Was man mit kranken Judels am besten machen kann, weiß ich auch nicht wirklich. Ich würde wahrscheinlich auch an eine Art Judelhospiz in einer separaten Kiste mit frischem Substrat plus Futter denken, wobei ich das mit etwas Substrat (von einer Stelle wo sich gesunde Judels tummeln) aus der Hauptfarm anreichern würde, um von dort die für die Judels so wichtigen Mikroorganismen und Mitbewohner zu transferieren.

In deiner Hauptfarm würde ich alle Stellen, die unangenehm riechen oder nicht gut aussehen, entfernen und durch frisches Substrat (nicht Futter) ersetzen.

Mich würde mal interessieren, was du für deine Farm für ein Substrat verwendest?
Ich nehme aktuell für meine Würmer eine Mischung aus Kokoserde (von Wurmwelten diese Blöcke, die eingeweicht werden müssen) plus Schnipsel aus Wellpappe und geknüllte Fetzen aus Zeitungspapier (meine erste Farm habe ich übrigens nur mit angefeuchtetem und geknüllten Zeitungspapier begonnen. Den Tipp hatte ich im Internet gelesen und der hat auch funktioniert). Nach der letzten Wurmhumusernte habe ich von der o.g. Mischung eine ziemlich tiefe Schicht angelegt, da die Judels es so sehr lieben, sich einzubuddeln.
Ich hoffe mal, dass sich aus dieser Mischung kein Ammoniak bildet, da ich seit geraumer Zeit nicht in meinen Kisten herumgestochert oder gewühlt habe. Ich habe allenfalls mal Obstreste bzw. -schalen verbuddelt, dabei aber keine Probleme bzw. unangenehmen Gerüche festgestellt.
Wurmige Grüße, viel Erfolg für die Rettung und gute Besserung für deine Judels
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von Eberhard » Sa 8. Dez 2018, 12:59

An dieser Stelle würde ich gerne wiederholen, dass Pflanzenkohle eine hervorragende Bindekraft hat und somit geeignet ist, Nährstoffe und Gerüche zu binden. Nebenbei wäre der Ammoniak, den man riecht, als Stickstoffdünger verloren. Im Boden vergiftet er das Leben, und wenn er als Gas entweicht, ist er weg.
Also gerade zur Sicherstellung von gewünschten Prozessen wäre die Hinzufügung von Pflanzenkohle eine geeignete Maßnahme, insbesondere bei so kleinen Einheiten wie einer Wurmfarm, wo schon geringe Mengen von spezifischem Futter und Maßnahmen zu drastischen Reaktionen, dann also auch zu ungewünschten Reaktionen, führen können.
Zum Querlesen: 55 Anwendungen von Pflanzenkohle

Ja, und Holzasche ist keine Pflanzenkohle, da ist der Kohlenstoff mit seinen wichtigen Kristallgittern als Kohlendioxid entschwunden. Sie enthält dann die gesammelten Nährstoffe, die sich nicht in Gas verflüchtigen wie an erster Stelle Kalk (etwa 30 ... 40 Prozent).

Grillkohle ist auch keine Pflanzenkohle.
Mit freundlichem Glück Auf!
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von tulpinchen » Sa 8. Dez 2018, 16:04

Eigentlich hatte ich mir das mit den Würmern so als "Win-Win-Kooperation" gedacht: Die Amigos kümmern sich um meine Küchenabfälle und bekommen dafür Kost & Logis frei. Ich wollte die Kiste nur mit dem betreiben, was hier so anfällt, ohne irgendwelche extra Pulver etc. zu kaufen. Darum kann ich gar nicht richtig beantworten, welches Substrat ich hab'. Ich hab' die Kiste zum Einstand ordentlich mit feuchtem Zeitungspapier, Pappe etc. bestückt und dann die Würmer mit ihrer "Reise-Erde" reinverteilt. Seitdem ist außer Futter nichts anderes in die Kiste reingekommen.

Habt Ihr eine richtige "Wurmapotheke" zu Hause mit Zeug, das Ihr regelmäßig zugebt? Also extra Substrat, Pflanzenkohle etc.
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von Trulllla » Sa 8. Dez 2018, 17:12

Ich habe keine Wurmapotheke, aber nachdem das hier:
https://www.wurmwelten.de/forum/viewtop ... f=3&t=1804 passiert ist, habe ich mir Urgesteinsmehl besorgt, um den (vermuteten) Mineralienmangel zu behen, und wieder fruchtbare Würmer zu bekommen. Die Kosten halten sich in Grenzen. Ich überlege, ob ich mir den Mineralienmix aus dem Shop hier bestellen. Und Messstreifen für den pH-Wert habe ich. Ich glaube, das war`s. Aber ich bin auch nicht super erfahren.
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Re: Tulpinchens Würmer ohne Kiste

Beitrag von Wurmcolonia » Sa 8. Dez 2018, 17:17

tulpinchen hat geschrieben:
Sa 8. Dez 2018, 16:04
Eigentlich hatte ich mir das mit den Würmern so als "Win-Win-Kooperation" gedacht: Die Amigos kümmern sich um meine Küchenabfälle und bekommen dafür Kost & Logis frei. Ich wollte die Kiste nur mit dem betreiben, was hier so anfällt, ohne irgendwelche extra Pulver etc. zu kaufen. Darum kann ich gar nicht richtig beantworten, welches Substrat ich hab'. Ich hab' die Kiste zum Einstand ordentlich mit feuchtem Zeitungspapier, Pappe etc. bestückt und dann die Würmer mit ihrer "Reise-Erde" reinverteilt. Seitdem ist außer Futter nichts anderes in die Kiste reingekommen.

Habt Ihr eine richtige "Wurmapotheke" zu Hause mit Zeug, das Ihr regelmäßig zugebt? Also extra Substrat, Pflanzenkohle etc.
Was nennst du denn "zum Einstand ordentlich mit feuchtem Zeitungspapier, Pappe etc. bestückt". Eher 2 cm Tiefe oder eher 10 cm Tiefe. Und dann oben drauf die Würmer. Wie ich oben bereits beschrieben habe, habe ich meine erste Wurmkiste nur mit Zeitungspapier bestückt, allerdings mit einer Schicht von fast 10 cm. Das war mir zu viel Aufwand, das nach jeder Wurmhumusernte zu wiederholen. Deshalb habe ich nach meinen nächsten Ernten auf die Kokosziegel zurück gegriffen, die ich mit reichlich Zeitung und Wellpappeschnipsel mische, so dass ich mit einem Ziegel auskomme. So ist der Aufwand nach der Ernte nicht ganz so groß.

Ansonsten halte ich es ebenfalls so, dass ich möglichst wenig zukaufe. Da die Enchyträen das MineralMix fressen, bekommen meine Judels Urgesteinsmehl + Quarzsand (gewaschener Schpielsand für 1,99 €/15 kg) und Gartenkalk. Außerdem habe ich mal pH-Messstreifen besorgt. Mit den genannten Produkten kommt man ziemlich lange aus, so dass sich der finanzielle Aufwand absolut im Rahmen hält.
Futter gibts aus der Küche oder, wenn mal nicht reichen sollte, aussortierte Reste vom Supermarkt oder Wochnmarkt. Man kann dort fragen, ob sie Aussortiertes für Tier haben. Im örtlichen Supermarkt stehen sogar extra Körbe neben der Gemüsetheke.

Eine regelrechte "Apotheke" habe ich für meine Judels nicht.
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