Dungmücken bekämpfen

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Wörmer
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Wörmer » Mo 26. Feb 2018, 14:57

Liebe Alle

Ich hab seit ca. einem Jahr ein Dungmückenproblem. Nach 14 Tagen Urlaub waren die Viecher da und sind "gekommen um zu bleiben". Was ich im ersten Halbjahr versucht habe:
- Mehrere Monate BT-Behandlung. Als Pulver oder in Wasser aufgelöst.
- Gelbtafeln
- SF-Nematoden

Neustart:
Nach ca. 6 Monaten war kein Erfolg absehbar. Deshalb hab ich alle Erde so gut es ging entfernt und Kakteenerde aus dem Supermarkt eingefüllt, Würmer wieder eingesetzt. Nach ca. 2 Monaten waren die ersten Dungmücken wieder da. Danach:
BT-Behandlung, SF-Nematoden und Raubmilben (Hypoaspis Miles, https://www.biocontrol.ch/de_bc/hypoasp ... s?___SID=U) zusammen. Der Effekt ist aber eher bescheiden. Die Viecher sind wieder glücklich hier. Ich stell den Kompost alle paar Tage auf den Balkon, dann hab ich durch die Kälte für einen Tag Ruhe.

Wo ich heute stehe:
Was ich noch versuchen könnte: Steinmehl (gibt es bei uns halt nur in grossen Packungen), Sägespähne oder Heu, andere Raubmilben und/oder einen erneuten Neustart. Zu was würdet ihr mir raten?

Ich habe ein Modell von WormUp (http://www.wormup.ch). Der Kompost ist durch den Tonbehälter eigentlich immer einigermassen feucht. I.d.R. habe ich keine schlechten Gerüche (ausser jetzt im Winter, nachdem ich den Komposter für ein paar Tage draussen hatte).

Bin für allfällige Tipps sehr dankbar. Ich denke mittlerweile hab ich neben den Dungmücken auch noch eine ein klein wenig grössere und festere Fliegenvariante. Diese habe ich bisher auch noch nicht in dieser Hintern-an-Hintern Paarungsvariante erwischt. Gerne kann ich auch Fotos dieser kleinen Plagegeister schicken.

Herzlich
Wörmer
Eberhard
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Eberhard » Di 27. Feb 2018, 11:07

@Wörmer:
Ich würde an der Stelle an den Hinweis vom 17. Dezember 2017 hier im gleichen Thema erinnern wollen. Da das Tierchen-Problem bei Dir nachhaltig und reproduzierbar zu sein scheint, wären es Deine Erfahrungen mit Gegenmethoden auch. Im Garten hat man damit positive Erfahrungen gemacht.

Verschiedene Schnecken- und Insektenarten bevorzugen bei Nahrungsaufnahme wie dann auch bei Vermehrung Milieus, in denen abbauende und Fäulnisprozesse stattfinden. Durch Zugabe von effektiven Mikroorganismen (oder anderen geeigneten Stoff- und Mikrobenzusammenstellungen) kann man eine Milieuverschiebung vornehmen, Stichwort Dominanzprinzip.
Die genannten Mikroorganismen kommen so auch in der Natur vor und werden daher auch nie einen Schaden auslösen. Sie werden sich aber nicht zwingend von alleine derart vermehren, dass sie eine natürliche Dominanz aufbauen, schon weil der Mensch sich mit seinen Tätigkeiten oft als dominierender Gegenpart herausstellt.

Beim Futternachschub wird zwar teilweise auf Vielfalt und pH-Wert geachtet, die Vielfalt der biologischen und biochemischen Prozesse in der stofflichen Umwandlung liegen aber i.d.R. weit außerhalb aller Betrachtung. Praktikermethode wäre da, die Natur zu beobachten und Vorgänge mit ihren Umgebungen zu finden, wo die gleichen (Futter)Materialien ohne die genanten Probleme zersetzt und verwertet werden, um sie dann nachzuahmen.

Persönlich habe ich ein solches Insektenproblem nicht. Meine Wurmbox besteht (erst) seit einem Vierteljahr und wird überwiegend mit halbfertigen Kompost vom Komposthaufen beschickt, schon weil ich die Kompostwürmer auch diesem Komposthaufen entnommen habe.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
wubi
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von wubi » So 18. Mär 2018, 08:13

Ein kurzes Update von meiner Seite. Da meine Wurmkiste "erntereif" war, habe ich sie am Freitag geerntet und dabei folgendes festgestellt/gemacht:
Die Fliegen/Dungmücken waren bei mir vor allem auf den oberen Schichten. Die unteren Schichten, d.h. den fertigen Humus habe ich ganz normal abgetragen und da waren auch keine Fliegen/Dungmücken.
Die obere Schicht, also die Schicht, in der noch Futter war, ist natürlich stärker mit den Fliegen/Dungmücken befallen. Aus dieser Schicht habe ich sämtliche Würmer entfernt und wieder zurück in die Wurmkiste. Sämtliches Futter habe ich entsorgt.
Das ganze habe ich am Freitag gemacht. Bisher gab es keine weiteren Probleme mit den Fliegen/Dungmücken.

Was ich damit sagen will: Letztendlich hat bei mir nur die Methode geholfen, die Wurmkiste komplett zu entleeren und die befallen Teile zu entsorgen.
Ich hoffe jetzt sehr, dass ich das Problem los bin und die Viecher nicht wieder kommen :)

Einen schönen Sonntag euch allen noch.
Wubi
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Wurm-Bine » Mo 9. Apr 2018, 09:51

Hallo Wubi,

hat es denn angehalten? Hast du immer noch keine Dungmücken? Dann würde ich das auch mal probieren. Bei mir ist gerade echt viel los mit den Viechern... Eine Elektro-Lampe tötet zwar ca. 100 Mücken pro Tag und der Rest hält sich dann in Grenzen, es wäre allerdings halt schöner, überhaupt keine zu haben. Demnächst packe ich mal ein Fliegennetz über die komplette Box, allerdings sollten dafür ja wahrscheinlich zunächst mal die Mücken raus sein, damit ich sie nicht einsperre. Sonst vermehren sie sich ja wahrscheinlich einfach munter weiter...

Schöne Grüße
Sabine
wubi
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von wubi » Mo 9. Apr 2018, 19:10

Hallo Sabine,

also bis jetzt habe ich tatsächlich (fast) keine mehr. Es sind seit der Ernte noch vereinzelt Dungmücken aufgetreten, aber es waren immer nur ein bis zwei Stück. Also nicht der Rede wert.Und wenn ich sie in der Wurmbox sehe, dann mach ich sie auch gleich kaputt.
Ich wünsch Dir viel Erfolg bei der Bekämpfung :)

Herzlichst
Wubi
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Wurm-Bine » So 15. Apr 2018, 22:31

Hallo Wubi!

Schön, dass es geklappt hat.

Ich warte mal noch ein bisschen ... Sonst übernehme ich notfalls deine Radikal-Methode. offenes Fenster und sonst die Lampe halten es in Grenzen.

Schöne Grüße
Wurm-Bine
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Wörmer » Mo 14. Mai 2018, 21:29

Ein kleines Update meinerseit:
Die Dungmücken habe ich eindämmen – wenn auch nicht beseitigen – können. Folgendes hat mir wohl geholfen:
Den Kompost trockener zu halten. Also die Kartonstücke nicht mehr extra einweichen lassen, sondern trocken zugeben. Zudem habe ich Urgesteinsmehl verstreut, vor dem Urlaub oder nach dem Ernten jeweils eine relativ dicke Schicht (ca. 0.5cm) oben drauf. Nun habe ich die Dungmücken zwar noch, aber sie haben sich auf ein erträgliches Mass reduziert. Weder Nematoden, BT noch Milben hatten annähernd den Effekt.

Herzlich,
Wörmer

Edit: Bis jetzt scheinen die Würmer das Gesteinsmehl zu lieben. Sie würmern drüber und und wenn es zugedeckt ist, ist nach ein paar Tagen kaum noch etwas davon zu sehen. Auch die Wurmerde scheint mir Krümeliger und besserer Qualität. Aber auch die Fliegen kommen durch das Mehl hindurch, wenn auch in stark reduzierter Anzahl... bis jetzt geht noch alles gut :)
Zuletzt geändert von Wörmer am Mo 18. Jun 2018, 06:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von wubi » Fr 25. Mai 2018, 06:11

Hallo Wörmer,

Wie war das mit deiner Methode, einen halben Zentimeter Urgesteinsmehl auf die Erde zu streuen? Hast du hier - bis auf die Reduzierung der Dungmücken - weitere Effekte gehabt. Haben die Würmer das vertragen? War die Schicht Urgesteinsmehl überall so dick? War das sozusagen komplett mit Urgesteinsmehl "abgedichtet"? Kommt dann überhaupt noch Luft an die darunterliegenden Würmer bzw. an die Erde?
Ich würde mich freuen, wenn du dazu etwas mehr schreiben könntest bzw. hast du vielleicht sogar Fotos gemacht?

Viele Grüße
wubi
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Wurm-Bine » Fr 25. Mai 2018, 09:25

Ein kurzes Update meinerseits: Ich habe die Dungmücken jetzt endlich - nach Monaten - im Griff.
Ausprobiert habe ich:

Substrat oben austrocknen lassen: War den Dungmücken egal. Die waren bis in 7 cm Tiefe zu finden. Da hätte ich die ganze Kiste austrocknen lassen müssen. Immer wenn ich das Gefühl hatte, dass es allmählich mit den Mücken nachlässt, kam dann das Problem auf, dass ich schleunigst bewässern musste, damit die Würmer überlebten.
--> kein Erfolg

StechmückenFrei als Tablette: Ich habe verschiedene Dosierungen gewählt. Mit einer sechstel Tablette habe ich angefangen, aufgelöst in ca. 1l Wasser. War den Mücken egal. Am Ende habe ich es mit einer Tablette auf 1l Wasser ausprobiert. War den Mücken auch egal.
--> kein Erfolg. Allerdings war es allen anderen Lebewesen auch egal, Judels, Enchys, Milben... aller kroch noch so froh wie vorher.

Gesteinsmehl draufstreuen: Da kamen die Mücken trotzdem durch. Und der pH-Wert war so weit oben, dass ich ordentlich Kaffeesatz füttern musste.
--> kein Erfolg

Mücken-Lampe: Funktioniert richtig gut. Jeden Abend konnten hunderte - in Hoch-Zeiten (sieht ohne Bindestrich lustig aus...) tausende - Dungmücken entsorgt werden. Allerdings vermehren sich die blöden Viecher so schnell, dass es halt in gleichem Ausmaß Nachschub gab.
--> schön zum Eindämmen des Problems, behebt aber nicht die Ursache
--> wenn man ein Formicarium besitzt (Ameisenfarm), ergibt sich eine Win-Win-Situation: Jeden Tag frisch erlegte Mücken für die Ameisen

Mücken-Lampe und offenes Fenster: Die Idee war: Nachts die Mückenlampe an, tags das Fenster auf. Dann töten sich nachts die Mücken und tags fliegen sie weg. Naiv, ich weiß.
--> kein Erfolg. Dauerbetrieb der Mücken-Lampe bringt mehr.

War wirklich half - und fragt mich nicht genau warum: Meine Wurmbox besteht aus mehreren stapelbaren Plastikboxen. Irgendwann - bei einer dieser Gießaktionen nach einer schief gegangenen Austrocknungs-Aktion - ist mir aufgefallen, dass bei sehr feuchtem Substrat ganz oben und viel Kondenswasserbildung am Deckel sich die Larven der Mücken an den Plastikwänden entlang nach oben schieben und auf dem Rand sammeln. Normalerweise lasse ich es nicht so feucht werden bzw. lüfte dann mehr. In dem Fall aber: Die Larven lassen sich wunderbar vom Rand abstreifen (und ertränken). Ca. eine Woche lang habe ich das dann umgesetzt: Substrat ordentlich eingesprüht, Deckel drauf, ca. 12 Std. einziehen lassen bis ordentlich Kondenswasser da war und ich durch meinen halb durchsichtigen Deckel die Larven gesehen habe. Deckel auf, Larven von Rand, Deckel und Wänden abstreifen, den ein oder anderen Wurm vom Rand abklauben und wieder zurücksetzen, neu einsprühen, Deckel zu. 12 Stunden warten. Wieder von vorne.
Ich weiß nicht, ob es an der extremen Feuchtigkeit liegt. Oder ob es geringere Durchlüftung durch die hohe Feuchte gabe und damit Sauerstoffmangel. Die Würmer hat es größtenteils nicht gestört. Pro 12 Std.-Zeitraum saßen 3 - 4 Würmer auch am Rand, was für meine extrem sesshaften Eisenia Fetida schon sehr ungewöhnlich ist. Große Wanderungsaktionen gab es aber gar nicht.
Nach etwa 10 Tagen - das ist jetzt der letzte Stand - hat in dieser Nacht meine Mückenlampe nur eine einzige Mücke getötet. Heute Morgen gab es nicht mal 10 Mückenlarven am Rand. Ich hoffe, es ist vorbei.
--> Ob es die extreme Feuchtigkeit ist oder der geringe Luftaustausch - ich weiß es nicht. Es hat funktioniert. Ich bin so unglaublich glücklich - und meine armen Ameisen hungern (bzw. weichen auf andere Kost aus. Da ich einige Weberknechte in der Nähe der Box zum Eindämmen des Fliegen-Problems habe wohnen lassen, diese jetzt aber nicht mehr nötig sind, durften sie als Ameisenfutter herhalten... undankbar, ich weiß).

So. Langer Roman, viele Versuche. Hoffentlich ist es damit getan. Vielleicht hilft es dem einen oder der anderen von euch.

Schöne Grüße
Wurm-Bine

die sich diesen Sonntag eine Holz-Zwei-Kammern-Box bauen wird fürs Büro. Mal schauen, ob es Unterschiede in den Systemen gibt
Pfiffikus
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Re: Dungmücken bekämpfen

Beitrag von Pfiffikus » Di 29. Mai 2018, 23:01

Danke für den Erfahrungsbericht.


Pfiffikus,
bei dem sich die vielen Insekten gerne in der Farm austoben können
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