Enchyträen in der Box

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Enchyträen in der Box

Beitrag von Maeglingreat » So 20. Aug 2017, 11:23

Hallo zusammen!

hier das Tagebuch/Bilder zu meiner Frage: http://wurmwelten.de/forum/viewtopic.ph ... 1&start=10

Ich habe seit ein paar Wochen sehr viele Enchyträen in meiner Farm, die ich dank der Hilfe von Wurmfried auch zweifelsfrei als solche identifizieren konnte. Die bilden richtige Knäuel miteinander besonders am Rand und in den Ecken der Farm.

Sind Enchyträen einfach da? Sind sie ein Indikator für saures Substrat? Stehen sie in Konkurrenz zu den Würmern bzw. beschränken sie deren Vermehrung?

Liebe Grüße aus dem Schwarzwald,
Benni
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Re: Enchyträen in der Box

Beitrag von Wurmfried » So 20. Aug 2017, 13:40

Hallo Benni,
Hier erfährst Du etwas über Enchyträen: https://de.wikipedia.org/wiki/Enchytr%C3%A4en

Ich hatte bisher in jeder meiner Kisten Enchyträen, teilweise auch in Knäueln. Sie sind Humusbildner wie die Regenwürmer und gehören zur selben Familie. Mir scheint, das sie auch bei niedrigen Temperaturen sehr aktiv sind und je mehr Würmer in der Kiste, desto weniger Enchy`s.
Sie können ein Indikator für saures Substrat sein, bzw. für saure Nahrung.
Das sie die Vermehrung der Würmer beschränken, habe ich bisher nicht gehört.
Ich denke, das sie sich gegenseitig ergänzen, zu unserem Nutzen.

Gruß Wurmfried
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Re: Enchyträen in der Box

Beitrag von Wurmcolonia » So 20. Aug 2017, 14:41

Hallo Benni,
auch ich habe in meiner Kiste mehr oder weniger viele Enchyträen. Allerdings habe ich in ca 1,5 Jahren, die ich meine Kisten besitze, noch nicht herausgefunden, woran es liegt, dass es mal mehr oder weniger sind.

Ich glaube allerdings nicht, dass sie ein Indikator sind für saures Substrat, da bei mir die Tendenz eher hin zu basischem Substrat liegt (alle Messungen lagen immer leicht oberhalb von 7 mit Teststreifen gemessen). Allerdings habe ich gerade den fertigen Wurmhumus geerntet und an einigen Stellen nur durch Kokosfasern + Zeitungspapier und Pappe ausgetauscht. Dort hängen (hingen) die Enchys (anfangs nach der Ernte) in Trauben an den Wänden. Dort wo Kokosfasern mit Papier und Pappe mit dem gewohnten Wurmhumus angereichert worden ist, findet diese Flucht nicht statt. Diese Kokosfasern haben einen neutralen pH-Wert und sind auch sonst ziemlich steril. Das scheinen die Enchys nicht zu mögen.

Das Fluchtverhalten der Enchys wird aber schon weniger, da die Ernte bereits vor 3 Tagen stattgefunden hat und damit die ehemals sterilen Kokosfasern inzwischen auch mit einigen Mikroorganismen angereichert sein dürften. Die Dendros sind ersichtlich auch in den Kokosfasern unterwegs und haben sicher auch zur Verteilung beigetragen.

Der Vollständigkeit halber: neben Enchyträen gibt es in meinen Kisten auch Springschwänze. Sie sollen angeblich auch ein Indikator für einen pH-Wert sein, der anders sein soll als bei den Enchys. Seit der Ernte scheinen es aber weniger geworden zu sein, was aber auch daran liegen kann, dass sie sich jetzt im geernteten Humus befinden.

Die Enchys sind sicher Futterkonkurrenten der Kompostwürmer, aber sie gehören auch zu den Humusbildnern (wie Wurmfried bereits bemerkt hat). Von daher sind sie nützlich für unsere Wurmkisten. Dass sie die Vermehrung meiner Dendros beeinträchtigt hätten, kann ich absolut nicht feststellen. Da brauchen wir uns wohl keine Sorgen machen, solange unsere Kompostwürmer munter sind und fleissig fressen :) .

Wurmige Grüße
Wurmcolonia
Kompostwürmer, die kleinen Meister des Recyclings.
Otto, der Kompostwurm, erzählt von seinem Leben in der Wurmkiste auf https://wurmcolonia.blogspot.de
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