Mehlwurm-Zucht

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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Stadtfarmerin » So 29. Sep 2019, 14:15

20190929_132438.jpg
So, die Mannschaft ist umgezogen. In eine flache 30x40 cm Plastikbox. Es wird wie immer gefressen was das Zeug hält, und 12 Larven haben sich mittlerweile verpuppt, ich hab sie in einer gesonderten Box untergebracht.

Du hattest Recht Pfiffikus. Als ich die Mehlis vorgestern von den beiden Eimern über das Küchensieb in ihre neue Behausung umgezogen habe, da war der Kot durch die viele feuchte Nahrung auch etwas feucht. Ging aber zum Glück trotzdem noch gut durchs Sieb. Außerdem müffelten die Würmer, was sie sonst eigentlich nicht tun.

Jetzt hoffe ich mal dass mit der flacheren und größeren Behausung alles gut klappt.
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Viele Grüße
Christina
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » So 29. Sep 2019, 22:53

Hallo Christina,

die Mehlis haben es ja richtig gut bei DIr. Versteckmöglichkeiten gebe ich nur den Käfern. Larven können sich bei mir nur untereinander verstecken. Naja, am Ende ist die Pappe sowas wie eine Art Notreserve in schlechten Zeiten...?
Stadtfarmerin hat geschrieben:
So 29. Sep 2019, 14:15
12 Larven haben sich mittlerweile verpuppt, ich hab sie in einer gesonderten Box untergebracht.
Ja, bei dieser Anzahl geht das auch noch manuell. Und man freut sich noch über jede einzelne Puppe, die man umsetzen kann. An diese Phase kann ich mich noch sehr gut erinnern.

Inzwischen kommen meine ersten nachgezogenen Larven in das Alter, in dem sie sich verpuppen sollten - massenhaft verpuppen. Ich bin gerade dabei, ein paar Dinge auszuprobieren, wie man Larven und Puppen mechanisch trennen kann, ohne jedes einzelne Exemplar heraus zu löffeln. Ich werde zu gegebener Zeit darüber berichten.
(Du weißt noch, ich rate dringend davon ab, die Puppen zwischen den Fingern zu halten oder eine Pinzette zu verwenden. Seit ich das nicht mehr gemacht habe, sind deutlich weniger Krüppel-Käfer geschlüpft. Das kann kein Zufall sein!)



Stadtfarmerin hat geschrieben:
So 29. Sep 2019, 14:15
Außerdem müffelten die Würmer, was sie sonst eigentlich nicht tun.
Mit dieser Formulierung bin ich nicht einverstanden, denn sie könnte dazu führen, dass sie gierig aufgegriffen wird, um gelegentlich vorhandene Vorurteile noch zu bestätigen.
Richtig ist, dass nicht die Würmer, sondern der Kot ein wenig müffelt, wenn er feucht ist und aber nicht schnell genug entsorgt wird.



Pfiffikus,
der feststellt, dass das bei ziemlich allen Haustieren so ist
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Stadtfarmerin » Do 3. Okt 2019, 19:02

Ich hab heute mal die Mehlwürmer gewogen, nachdem ich sie von ihrem Kot abgesiebt hatte: ziemlich genau 500 g wiegt die Mannschaft inzwischen.

Also hat sich das Gewicht innerhalb von nur 3 Wochen verdoppelt, ich bin echt baff!

Gefressen haben sie in dieser Zeit: 300 g Kokosmehl-gemahlene-Haselnuss-Mischung (war abgelaufen und deshalb aussortiert), eine halbe Scheibe trockenes Brot, ca. 300 g Obst- und Gemüseabfälle sowie Löwenzahn, den lieben sie sehr.

Obwohl es eigentlich genug zu fressen gibt, wird auch gerne mal die Pappe angefressen, die scheinen sie also auch zu mögen - als kleinen Snack für zwischendurch, und auch als Versteck.

Außer dem Gewichtszuwachs produzierten sie in den 3 Wochen noch ca. 500 g Kot, der zu den Kompostwürmern wanderte. Das wird er auch weiterhin, denn den Judels schmeckt's!

Täglich verpuppen sich nun Würmer, ich bin schon gespannt, wann ich die Käferkiste eröffnen werde.

Pfiffikus, was machst du eigentlich mit verendeten Mehlwürmern? Sammelst du die aus den Kisten raus, oder lässt du sie drin, damit die anderen Mehlwürmer sie auffressen? Ich hab sie bisher immer aussortiert, aber macht halt immer Arbeit. Wie sind da deine Erfahrungen, ist das nötig?
Viele Grüße
Christina
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Do 3. Okt 2019, 23:01

Hallo Christina,
Stadtfarmerin hat geschrieben:
Do 3. Okt 2019, 19:02
Also hat sich das Gewicht innerhalb von nur 3 Wochen verdoppelt, ich bin echt baff!
Ja, es ist schon erstaunlich. Wenn man die kleinen Babies sieht, die man kaum erkennen kann und dann sieht, wie groß die werden, wie oft die ihr Gewicht verdoppeln, da schaut man täglich gerne hin.

Stadtfarmerin hat geschrieben:
Do 3. Okt 2019, 19:02
Außer dem Gewichtszuwachs produzierten sie in den 3 Wochen noch ca. 500 g Kot, der zu den Kompostwürmern wanderte. Das wird er auch weiterhin, denn den Judels schmeckt's!
Vergiss nicht, dieses mit ein wenig Urgesteinsmehl zu vermengen.

Stadtfarmerin hat geschrieben:
Do 3. Okt 2019, 19:02
Täglich verpuppen sich nun Würmer, ich bin schon gespannt, wann ich die Käferkiste eröffnen werde.
Wahrscheinlich wirst Du noch zwei Tage warten müssen. Aber das hängt letztendlich von der Raumtemperatur ab.

Stadtfarmerin hat geschrieben:
Do 3. Okt 2019, 19:02
Pfiffikus, was machst du eigentlich mit verendeten Mehlwürmern? Sammelst du die aus den Kisten raus, oder lässt du sie drin, damit die anderen Mehlwürmer sie auffressen? Ich hab sie bisher immer aussortiert, aber macht halt immer Arbeit.
Die Würmer, die ich im April und Mai erworben habe, waren groß genug, dass ich sie manuell auslesen konnte. Wenn Solche Mehlwürmer oder auch Käfer verenden, ist das bei mir kein Verlust. Vielmehr schmecken den Fischen auch die toten Tiere.

Inzwischen habe ich im Keller nur die Käferkiste und ansonsten hauptsächlich Tausende Babies. Wenn die Mehlies eine Größe von unter einem Zentimeter haben, steht die Frage einfach nicht auf der Tagesordnung. Die trocknen wahrscheinlich aus und werden später mal beim Sieben mit zerrieben.


Im Moment habe ich nur Ideen, aber noch keine Erfahrungen, wie ich mit den Leichen umgehen kann, wenn die zahlenmäßig starken Kohorten größer werden.




Pfiffikus,
der da erst mal Einiges ausprobieren wird
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Stadtfarmerin » Fr 4. Okt 2019, 06:16

Hallo Pfiffikus,

danke für deine Antwort. Warum mischst du den Mehlwurmkot mit Urgesteinsmehl, ist der pur ungünstig für die Judels?

Ich habe kein Urgesteinsmehl, gibt es auch eine Alternative die ich daruntermischen kann? Ich hätte feinen Sand, Eierschalenpulver, Heilerde daheim, sowas. Und dann natürlich noch die Mineralpellets von Wurmwelten.
Viele Grüße
Christina
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Fr 4. Okt 2019, 14:00

Hallo Christina,
Stadtfarmerin hat geschrieben:
Fr 4. Okt 2019, 06:16
Warum mischst du den Mehlwurmkot mit Urgesteinsmehl, ist der pur ungünstig für die Judels?
nun, das würde wahrscheinlich eher ins Dendro-Thema passen, als zu den Mehlwürmern.

Hier im Forum war schon zu lesen, dass man Dendrobena mit Mehl richtig mästen kann. Für Angler ist das eine Option. Doch sie vertragen das nicht über einen längeren Zeitraum. Also ist das eher eine Vorsichtsmaßnahme.


Wir dürfen davon ausgehen, dass die Dendros den Mehlwurmkot vor allem deshalb so lecker finden, weil sich darin noch unverdaute, möglicherweise sogar ungefressene Getreidereste befinden. Deshalb stehen sie drauf und verwerten dieses Pulver. Aber ich verfüttere zwar auch Dendrobena an Fische, doch ich bin an einer stabilen Population interessiert, die lange durchhalten soll. Aus diesem Grunde strecke ich den Mehlwurmkot mit getrocknetem Kaffeesatz, der ebenso gerne genommen wird. Aber da gerade der Kaffeesatz dazu geeignet ist, den pH-Wert runter zu ziehen, puffere ich das mit einer kleinen Zugabe Eierschalenmehl. Und wenn ich dann noch eine Prise Urgesteinsmehl zu mische, dann werden die Würmlis gleich noch dazu genötigt, gleich noch die benötigten Mineralien mit aufzunehmen.


Pfiffikus,
der in diesen Wochen gar nicht nicht so viel Kotpulver produzieren lassen könnte, wie die Dendros gerne fressen würden
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Fr 4. Okt 2019, 17:54

Im August hatte ich Euch doch über einige Mitbewohner informiert.
https://wurmwelten.de/forum/viewtopic.p ... 522#p21522
Pfiffikus hat geschrieben:
Fr 16. Aug 2019, 10:15
Im Übrigen fand ich in den Schachteln, in denen die Mehlwürmer mit Kleie gefüttert werden, einige solche Fusseln. Es waren jeweils runde, weiche Gespinste.

Jetzt habe ich mal ein solches Gespinst zerpflückt und die Raupe nackig gemacht.

Made_5748.jpeg
Made_5749.jpeg
Made_5750.jpeg
Made_5752.jpeg
Made_5753.jpeg


Pfiffikus,
der noch nicht heraus bekommen hat, was dieses Tier mal werden wollte
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Fr 4. Okt 2019, 18:25

Pfiffikus hat geschrieben:
Sa 28. Sep 2019, 16:01
Die Kleinsten von ihnen haben die Gelegenheit genutzt und haben sich verkrochen - in den Schalen.
Für Euch habe ich mal so etwas fotografiert.
Spelze_5754.jpeg

Es ist zu sehen, dass nicht nur ein kleiner Mehlwurm in der Spelze wohnt, sondern dass er sich auch darin gehäutet hat und die Exuvie darin zurück gelassen hat.


Pfiffikus,
der sich immer wieder über diese Spelzen ärgern muss
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Fr 4. Okt 2019, 23:37

Meine Zöglinge werden recht unterschiedlich ernährt. Die Larven werden hin und wieder mit frischen Leckerlies, also Möhrenscheiben oder -schalen versorgt. Doch Nachschub gibt es erst, wenn alles aufgefuttert ist. Und sofern die Reste vertrocknet sind, müssen sie eben fester zubeißen. Ich habe kein Problem damit, wenn sie dann eben eine Woche später groß werden.

Bei den Käfern ist es anders. Auch die werden verwöhnt. Aber die kriegen immer wieder frische Scheiben. Denn denen soll es richtig gut gehen. Ich zähle nicht mit, wie oft es etwas zu spannern gibt. Aber subjektiv sind sie sexuell aktiver, wenn sie immer sowohl Getreidereste, als auch Frisches zu beißen haben.
Weil sie in diesem Luxus schwelgen, können sie es sich leisten, immer nur die frischesten Stücke anzufressen, während die Reste vertrocknen. Diese fallen auf, wenn die verwöhnte Bande gesiebt und von ihrem Nachwuchs getrennt wird. Im Bild sind angefressene Möhrenstücke zu erkennen.
Speiserest_5776.jpeg

Ich wollte schon immer wissen, ob man diese Reste einfach bei den Dendros entsorgen kann oder ob die Käfer da noch Eier angeheftet haben. Also habe ich dieses Zeug seit Ende August in diesem Becher gesammelt und einfach stehen gelassen. Mittelstängel von Löwenzahnblättern und Möhrenkraut sind auch dabei.

Speiserest_5747.jpeg
Speiserest_5746.jpeg
In der vergangenen Woche habe ich schon einige Babies am Boden gesehen. Doch dann wurde dieser Becher eine halbe Minute lang heftigst seitlich nach rechts und links durchgeschüttelt, um die Stücke anschließend manuell raus zu lesen. Und siehe da - am Boden hatte sich ein kleiner Satz mit ca. 100 kleinen Mehlwurmbabies angesammelt! Sie wurden liebevoll in die Schale mit etwa gleichaltrigen Geschwistern geschüttet.


Fazit:
Futterreste von den Käfern nicht sofort wegwerfen, sondern zuvor erst ausbrüten!



Pfiffikus,
der die Reste vom kommenden Monat auch wieder in diesem Becher sammeln wird, um die Ausbeute an Nachkommen zu steigern
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Sophie0816 » Sa 5. Okt 2019, 11:46

Wirklich spannend hier mitzulesen. Danke fürs berichten.
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