Dendrobena wirken krank

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
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Dendrobena wirken krank

Beitrag von SuMiXaN » So 14. Jul 2019, 23:42

Hallo liebe Wurmfreunde,

Problembeschreibung:
Dieses Mal benötige ich eure Hilft. Ich betreibe seit letztem Herbst 2 Wurmkisten. Im Frühling sind dann noch 2 weitere dazu gekommen. Eine der beiden älteren Kisten macht mir im Moment sorgen.
Sie ist die kleinste meiner Kisten und besteht nur aus einer einzigen Ebene. Seit einiger Zeit fällt mir in dieser Kiste auf, dass die Würmer sehr blass sind, darüber hinaus werden sie genauso lang wie früher bleiben jedoch dabei sehr dünn. Die Würmer bekommen regelmäßig Mineralmix von Wurmwelten und Urgesteinsmehl im Wechsel. Der PH-Wert liegt ca. bei 7 bis 7,5. Von Zeit zu Zeit sammeln sich sehr viele Würmer am Rand der Kiste, dies geschieht sowohl im Substrat wie auch über dem Substrat (nur Nachts). Eigentlich sollte es kein Problem sein den sehr losen Deckel hochzudrücken und zu flüchten, sie bleiben allerdings in der Kiste. Das Substrat stinkt nicht, lediglich die Kartoffelschalen riechen beim zersetzen manchmal 1-2 Tage etwas. In der Kiste ist ausreichend Futter zu sehen, ich habe allerdings den Eindruck das alles was nicht direkt verfügbar ist extrem spät angeganem wird.
Angefangen hat das ganze mit steigenden Temperaturen in diesem Jahr. Erst habe ich versucht zu kühlen, später ist die Kiste dann in den Keller umgezogen welcher deutlich kühler ist. Das hatte zumindest den positiven Effekt das wieder reichlich Kokons zu sehen waren. Die Würmer haben ein Citellum, sterben mir nicht und flüchten nicht. Sie sind einfach dünn, schlapp und meiner Meinung nach zu hell.
Ebenfalls seit den höheren Temperaturen habe ich Dungmücken in meinen Kisten. Der Befall ist in der kleinen Kiste mit am stärksten. Seit ein paar Tagen bekämpfe ich sie mit regelmäßigem abwischen der Wurmkiste von außen und der innen liegenden Seite des Deckels sowie einer neuen Abdeckung für die Würmer. Die Dungmücken sind schon deutlich weniger geworden.

Bisherige Schritte:
PH-Wert gemessen
Das Substrat war mittlerweile schon sehr durchgefressen und so hab ich mich entschieden eine Hälfte des Wurmhumus zu ernten, dabei habe ich die meisten Würmer und Kokons rausgesucht und in den verbliebenen Humus gesetzt. Dann habe ich eine Mischung aus eingeweichter Wellpappe und verbrauchter Erde aus dem Garten die seit Jahren nicht gedüngt wurde in die leere Hälfte der Kiste gegeben. Die Würmer wandern so nach und nach auf die Seite und dort liegt im Moment das Futter.
Feuchtigkeit getesten: Der Wurmhumus war schon ziemlich feucht, die neu aufgesetzte Seite hat eine normale Feuchtigkeit, der verbliebene Humus ist immer noch ziemlich feucht. Ich würde ungern neue Pappe untermischen weil ich ihn bald ebenfalls ernten will.
Ich habe angefangen Mehl zu füttern (seit 2 Tagen)


Fütterung:
Ich füttere hauptsächlich Kartoffelschalen (vorher einmal eingefroren), Kaffeereste + Filter, Wellpappe von alten Kartons (möglichst frei von Aufklebern und Farben), Mineralmix und Urgesteinsmehl. Dazu gibt es kleinere Mengen Paprika, Möhren, Tomaten und Gurke. Selten andere Gemüsesorten die auf der Futterliste im Forum stehen und als unbedenklich gelten. Im Moment gebe ich ihnen Mehl (seit 2 Tagen) in der Hoffnung sie ein bisschen aufzupäppeln.
Von Zeit zu Zeit bekommen sie die Reste vom Fischfutter welches ich beim Angeln nicht verbraucht habe. Dies stellte bisher nie ein Problem dar und stellt es in den anderen Kisten ebenfalls nicht.
Obst ist in letzter Zeit selten in die Wurmkiste gewandert, Frühlingsende sind ein paar Apfel und Bananenschalen in die Wurmkiste gewandert.

Bestimmt habe ich noch irgendwelche Informationen vergessen :S im Zweifel einfach nachfragen.
Könnt ihr mir sagen woran es liegen könnte? Habe ich womöglich schon die richtigen Schritte eingeleitet und es bedarf einfach noch ein bisschen mehr Zeit weil ich am Anfang zu spät / falsch reagiert habe? Kann die schleppende Futterverwertung daran liegen das sich die anderen Mikroorganismen erstmal wieder vermehren müssen nach dem Substratwechsel? Muss ich den Würmern mehr Grünzeug gönnen? Hauptnahrung scheint mir Kartoffelschalen, Kaffee und Pappe zu sein aber das läuft in den anderen Kisten bisher ganz gut.

Ich würde mich über Hilfe und Anregungen freuen

SuMiXaN
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von Trulllla » Mo 15. Jul 2019, 17:09

:?

Du schreibst, das Substrat stinkt nicht. Auch nicht wenn du etwas nach unten buddelst?

<Sie sind einfach dünn, schlapp und meiner Meinung nach zu hell.>
Alle? oder nur wenige?
Ich habe auch immer mal solche hellen schlappen, und habe mir eingeredet, dass es einzelne alte sind, die das Zeitliche segnen.
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von Wurmcolonia » Mo 15. Jul 2019, 17:12

Hallo SuMiXaN,

so direkt fällt mir auch nicht ein, warum in deiner kleinen Kiste die Würmer so blass und dünn sind.

Allenfalls habe ich eine Idee: Hast du denn dort mal den pH-Wert gemessen? Du schreibst, dass du viel Kaffee fütterst. Vielleicht war das für die kleine Kiste einfach etwas zu viel? Je kleiner der Mikrokosmos desto empfindlicher reagiert er auf jegliche Veränderung. Außerdem halte ich es aber für eine gute Idee, den dünnen Judels Mehl zu füttern. Das enthaltene Protein dürfte zu ihrer Kräftigung beitragen. Wobei im Mineralmix eigentlich auch mit dem enthaltenen Getreide Proteine gefüttert werden. Daher tippe ich zunächst einmal auf einen niedrigen pH-Wert.

Um den niedrigen pH-Wert des Kaffees etwas nach oben zu regulieren, kann man ihn vor der Fütterung mit etwas Gartenkalk mischen. Das macht den von den Jdels so geliebten Kaffee auch noch etwas schneller verfügbar für sie.

Ich drücke dir die Daumen, dass du die Probleme mit deiner kleinen Kiste schnell gelöst bekommst und dass es den kleinen Rackern bald wieder gut geht :D .

Wurmige Grüße
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Otto, der Kompostwurm, erzählt von seinem Leben in der Wurmkiste auf https://wurmcolonia.blogspot.de
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von SuMiXaN » Mo 15. Jul 2019, 18:33

Hi,

Erstmal vielen Dank für die bisherigen Antworten und Tipps.
Trulllla hat geschrieben:
Mo 15. Jul 2019, 17:09
:?

Du schreibst, das Substrat stinkt nicht. Auch nicht wenn du etwas nach unten buddelst?

<Sie sind einfach dünn, schlapp und meiner Meinung nach zu hell.>
Alle? oder nur wenige?
Ich habe auch immer mal solche hellen schlappen, und habe mir eingeredet, dass es einzelne alte sind, die das Zeitliche segnen.
Das Substrat stinkt nicht auch wenn ich es etwas umgrabe. Hatte das gestern bereits getestet aber vergessen mit auszuführen. Jedenfall hat das umbuddeln wohl eine kleine Heißrotte in der halben Kiste verursacht. Die Oberfläche der halben Kiste ist nun deutlich wärmer als die Außentemperatur. Die Würmer verziehen sich derweil an den Rand der Kiste (über und unter dem Substrat :S) Im moment versuche ich dagegen zu kühlen. Wenn das morgen nicht weg ist, dann muss ich ein Teil des Futters rausnehmen weil ich auf einer 2 tägegen Angeltour bin.

Es ist schwer zu sagen wieviele es genau sind. Es betrifft sicherlich nicht alle aber deutlich zu viele. Die Würmer können nicht zu alt sein. Die Wurmkiste wurde im letzten Herbst gestartet mit großen Dendrobena die hier als Angelköder verkauft werden. Bevor die alle verangelt waren haben die natürlich Kokons gelegt. Ein paar konnte ich dieses Jahr bereits aus der Kiste als Köder nehmen. Sie waren zwar noch nicht so schön fett wie die gekauften aber ich habe sie auch nicht gemäßtet. Jedenfalls sind die neuen Würmer zwar ausreichend lang aber wesentlich dünner als der vorherige Nachwuchs aus diesem Jahr.
Wurmcolonia hat geschrieben:
Mo 15. Jul 2019, 17:12
Daher tippe ich zunächst einmal auf einen niedrigen pH-Wert.


Ich hatte den PH-Wert vor ca. einer Woche gemessen, da lag er bei 7 bis 7.5. Kanns mit den Teststreifen nicht genau sagen. In der kleinen Kiste messe ich den PH-Wert ca. einmal im Monat und seit Beginn der Zucht hat er sich nicht deutlich verändert. Ich gebe zum Kaffe fast immer eine Prise Gartenkalk und mische ihn unter. Dazu halt den Mineralmix und das Urgesteinsmehl. Ich versuche jetzt erstmal die erhöhten Temperaturen zu bekämpfen und Mehl auf die andere Seite zu füttern. Das vorhandene Futter würde ich ungerne auf die gesamte Fläche verteilen weil ich den restlichen Wurmhumus so bald wie möglich aus der Kiste holen möchte. Vllt. werde ich dann einen Teil lieber mit Kompost auffüllen welcher sich hoffentlich nicht nochmal erhitzt. Vllt. klappt das ja besser als verbrauchte Erde und eingeweichte Pappe.

Nochmals danke für die Mühe bis hierher, ich bin für weitere Anregungen offen
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von Wuseline » Mo 15. Jul 2019, 19:55

Das Wurmfutter von Wurmwelten enthält Melasse, was vorwiegend die Mikroben fördern soll. Ich würde gut gerotteten Kompost oder etwas Wurmhumus oder Wurmtee der anderen Farmen mit rein mengen, um die Mikroben zu fördern. Es ist denkbar, dass zuviel durch Hitze abgestorben, auch durch die Heißrotte sind oder das Verhältnis nicht passt. Kompost soll gut gerottet sein, damit er nicht mehr in die Heißrotte gehen kann.
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von SuMiXaN » Sa 20. Jul 2019, 19:03

Hallo Wurmfreunde,

Ich wollte mal ein kleines Update bringen: schweren Herzens habe ich das Futter in der kleinen Kiste jetzt doch auf der Oberfläche verteilt. Das hatte den Effekt das die Kiste nicht mehr ganz so warm wird wie vor ein paar Tagen. Leider ist sie immer noch wärmer als die Außentemperatur und stellt damit wohl noch immer keinen Wohlfühlort zum Fressen dar. Zumindest hängen die Würmer immer noch am Rand der Kiste ab und die Futterverwertung geht gefühlt immer noch langsam. Immerhin wird das Mehl gut angenommen und ich habe den Eindruck das einige Würmer schon etwas besser aussehen. Der Geruch der Kiste ist weiterhin angenehm.

Ich habe die Kiste jetzt wieder in den Keller verbannt, das ist für mich zwar ein bisschen aufwändiger aber vllt. hilft es ja. Kommende Woche soll es ja eh schon wieder recht warm werden und dann hätten sie vermutlich sowieso umziehen müssen...da kann ja keiner gegenkühlen wenn man nicht den ganzen Tag zuhause ist (wall),

Ich werde jetzt erstmal weiter Mehl füttern (sind ja erst ein paar Tage) und abwarten wie sich die Temperaturen entwickeln. Derweil denk ich darüber nach ihnen eine ähnlich große Kiste zu gönnen wie meinen anderen Würmern. Die Größeren laufen bisher unproblematisch.

Bei weiteren Entnahmen werde ich es dann mal mit gerottetem Kompost versuchen um ein bisschen aufzufüllen. Ich schau erstmal ob ich die Kiste ohne Zugabe von Kompost / Wurmtee in den Griff bekomme. Das wäre wohl mein nächster Schritt wenns anders nicht klappt. Jedenfalls fühlen sich die Enchyträen wohl...die wuseln durch die ganze Kiste (vllt ist das ja ein Hinweis auf etwas? Wobei mir deren Anzahl nicht zu hoch vorkommt)

Vielen Dank für alle bisherigen Tipps, ich nehme gerne weitere entgegen.

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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von Wuseline » So 21. Jul 2019, 10:22

Es ist denbar, dass eine Heißrotte eingesetzt hat, dadurch dass sie es nicht verwerten. Es könnte Sinn machen, was zu entfernen. Wie ist der pH Wert?
Feuchtigkeit ok?
Kühlen kann man aich mit gefüllten Flaschen mit kaltem Wasser, die man rein legt.

Kompost muss gut gerottet sein, sonst kommt es auch zur Heißrotte.
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von SuMiXaN » So 21. Jul 2019, 10:46

Wuseline hat geschrieben:
So 21. Jul 2019, 10:22
Es ist denbar, dass eine Heißrotte eingesetzt hat, dadurch dass sie es nicht verwerten. Es könnte Sinn machen, was zu entfernen. Wie ist der pH Wert?
Feuchtigkeit ok?
Kühlen kann man aich mit gefüllten Flaschen mit kaltem Wasser, die man rein legt.

Kompost muss gut gerottet sein, sonst kommt es auch zur Heißrotte.
Hallo Wuseline,

Vielen dank für deine Ratschläge.

PH: Der PH-Wert liegt bei 7 bis 7,5.

Feuchtigkeit: Als ich bemerkt habe das die Würmer zu dünn sind und blass wirken war die Farm sehr feucht und das ganze Material gut zersetzt (bis auf neues Futter). Dann habe ich eine Hälfte des Wurmhumus geernet und mit eingeweichter Pappe + verbrauchte Erde aufgefüllt. Seit dem bin ich mit der Feuchtigkeit in der Farm zufrieden.

Kühlung: Ich habe versucht mit Kühlakkus (Kühlschrankkälte) zu kühlen. Das war auf Dauer nicht zielführend, weil ich einfach zu oft / lang nicht Zuhause bin. Gestern ist die Kiste in den deutlich kühleren Keller umgezogen. Die Würmer haben sich wieder in der Kiste verteilt und nun hoffe ich das sie wieder ordentlich fressen werden. Die Erde fühlt sich kühl an, das Problem scheint also vorerst beseitigt zu sein.

Allgemein zum Problem: Das mit den Temperaturen könnte Fressen für die Würmer unangenehm gemacht haben, so das sie nur in die "Hitze" ziehen wenn sie wirklich Nachschub benötigen. Dadurch werden die Würmer dünner und blasser, Kokonablage stockt. Falls ich mit dieser Vermutung recht habe, sollte es nun mit Mineralmix + Mehl und dem normalen Futter bergauf gehen. Das werde ich ein paar Tage beobachten.
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von Wuseline » So 21. Jul 2019, 15:14

Warum hast du Wurmhumus geerntet? War noch genug vorhanden, denn sie brauchen die Bakterien, die nicht in der Pappe sind. Wenn du zuviel genommen hast, kann dadurch das Milieu gelitten haben. Bei hoher Feuchtigkeit kann man trockene Zeitung auflegen und durch neue ersetzen, oder den Deckel auf lassen oder nur trockene Pappe untermischen.

Mehl sollte man nicht zu lang geben. Eher Salatblätter, was eben schnell weich wird, eher alle zwei Tage, aber ganz wenig Menge.

Ich vermute, das Milieu war durch die Maßnahmen nicht gut im Gleichgewicht, dann noch die Heißrotte dazu, bzw als Folge vielleicht auch.
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Re: Dendrobena wirken krank

Beitrag von SuMiXaN » So 21. Jul 2019, 15:59

Hallo Wuseline,

Ich finde es sehr nett von dir das du mir helfen willst. Im Prinziep sind alle Informationen bereits vorhanden, aber ich versuch es nochmal kurz zu erklären.

Warum ich geerntet habe: Ich habe ein Einkammersystem in meiner kleinen Kiste. Ich muss von Zeit zu Zeit Wurmhumus entnehmen, darüber hinaus nutze ich diesen für den Garten. Ich habe die Hälfte des Wurmhumus entnommen. Es war also noch genug als Rückzugsort übrig mit entsprechenden Mikroben. Der Wurmhumus bietet den Würmer ja auch nicht mehr allzuviel an Nährstoffen und ist deren Endprodukt. Ich hatte gehofft die Würmer besser aufpäppeln zu können wenn sie teilweile ein neues Subtrat haben. Letztlich hätte ich vermutlich nicht nur verbrauchte Erde nehmen sollen. Danach habe ich das verbliebene Futter auf dem Rest des Wurmhumus gelassen und neues Futter auf die neu angesetzte Seite der Wurmkiste gegeben. Die Würmer sind lagsam rüber gewandert, haben dadurch wohl die Mikroorganismen verteilt und möglicherweise kam es dann zur "Mini-Heißrotte" eine wirkliche Heißrotte schafft die kleine Kiste ohnehin nicht. Es scheint aber ausgereicht zu haben um die Würmer zu stören.
Das Problem mit den dünnen und blassen Würmern begann ja schon vor meinen Maßnahmen und war überhaupt der Grund für einen Eingriff in das System.

Pappe: Ich habe die halbe Wurmkiste mit einem Gemisch aus Erde und Pappe neu angerichtet, weil sich das beim Aufsetzen einer neuen Kiste bisher ganz gut bewährt hat. Die Würmer benötigen ja ohnehin den Zellstoff. Es gibt auch andere Sachen um diesen zu liefern, jedoch hab ich im Moment sowieso viel Pappe rumfliegen.

Mehl: Ich habe Mehl gegeben weil das für die Würmer schnell zu verdrücken ist. An das andere Futter gingen sie auf Grund der hohen Temperaturen nicht ran. Über die Gefahr einer längeren Fütterungen von Mehl bin ich mir im klaren. Die Meisten schreiben das man es nicht länger als 6 Wochen betreiben sollte. Die Würmer bekommen das Mehl seit ein paar Tagen (unter einer Woche).

Temperaturen: Sind gesunken seit dem die Kiste im Keller steht, die Würmer sind wieder im Substrat und nicht mehr darüber. Die kleine Kiste scheint im Sommer anfällig zu sein und ist im Keller wohl besser aufgehoben.

Feuchtigkeit: Die Kiste ist trockener geworden durch die erhöhten Temperaturen der letzten Tage, die Würmer hängen zur Zeit eher in den Ecken ab weil sich dort die Feuchtigkeit sammelt. Ich habe das Substrat vorsichtig durchgemischt um einen ausgeglichen Feutigkeitshaushalt zu bekommen.

Futter: Das letzte Grünzeug wurde über meinen Angeltripp die letzten Tage verdrückt. Es befindet sich noch Pappe, ein bisschen Kaffeesatz, Mineralmix und Mehl in der Kiste. Heute habe ich grüne Blätter dazugelegt. Diese sollten auch wieder ein wenig Feuchtigkeit freisetzen. Jetzt muss ich erstmal abwarten wie sich das weiter entwickelt und ob die Würmer aus ihren Ecken zum Futter wandern.

Geruch: weiterhin top

Wuseline schrieb: "Ich vermute, das Milieu war durch die Maßnahmen nicht gut im Gleichgewicht, dann noch die Heißrotte dazu, bzw als Folge vielleicht auch."

Das Problem hat vor den Maßnahmen begonnen. Es kann jedoch sein das ich nach der Entnahme des Wurmhumus zu viel Futter auf die neue Seite gegeben habe. Dann brauchten die Würmer ein paar Tage um dort die Mikroorganismen zu verteilen welche sich dann vermutlich rasant vermehrt haben. Egal das Problem bin ich ersteinmal los und nun muss ich abwarten ob es den Würmern wieder besser gefällt und sie an Masse zulegen.

Gruß
SuMiXaN
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