Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Wurmcolonia » Do 5. Sep 2019, 15:41

Hallo Wurmtraum,
Kokons liegen nicht immer auf der Oberfläche des Substrats, sondern oft tiefer unten. Du kannst daher Kokons haben, ohne sie zu bemerken. Du musst mal darauf achten, ob du sehr kleine, rote Würmer siehst. Die müssen dann in deiner Farm geschlüpft sein. Und, wenn du die siehst, müssen sich deine Würmer auch gepaart haben. Auch das bemerkt man nicht so oft. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Wurmtraum » Do 5. Sep 2019, 16:28

Ja, kleine Würmlein hab ich schon entdeckt :-))
Nur eben seh ich keine Kokons.
Von den Würmlein, die, dachte ich zumindest, welche Geschlechtsreife haben dürften, sind ohne diesen Ring um den Bauch. Solche lassen sich auch nicht an der Oberfläche blicken.
Mein Mann fragte mich neulich schon ob ich zur Spannerin geworden bin weil ich so in die Kiste gugge in der Hoffnung mal ein Paar beim Sex zu sichten. Der hat doch keine Ahnung!
Wenn wir schon unsere vier Wände miteinander teilen, dann darf man doch wissen was in der Kiste so abgeht und da muss Frau halt dann auch mal öfters guggen.

Mit dem neuen Wurmturm ist soweit alles ok. Toi, toi, toi, ich klopfe auf Holz, bisher kein einziger Wurm auf Wanderschaft gegangen. Ich habe kein Licht nachts auf dem Balkon brennen. Deckel oben aufgelegt und gut.
Hoffe es bleibt so. A bisle in die neue Kiste guggen tu ich da schon auch :-), nicht zum Spannen ! nur schauen ob alles ok ist.
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Doris » Do 5. Sep 2019, 20:04

@wurmtraum, ich bin ja beruhigt, dass nicht nur ich eine "Wurmkisten-Spannerin" bin. Hab' grad wieder reingelinst und 2 Würmchen in flagranti erwischt. :lol: Hat mich übrigens die ersten Male immer erschreckt, da der Liebesakt nicht wirklich liebevoll ausschaut.

Dass sich meine Dendros dermassen schnell einleben und fortpflanzen habe ich selbst nicht erwartet. Ich habe ja mit nur ca. 45 Stück gestartet. Finde ständig Kokons an der Oberfläche und warte eigentlich auf Mini-Würmer.

Die Red Wigglers legen zwar auch Kokons aber weniger, insgesamt scheinen sie sich schwerer mit der Eingewöhnung zu tun. Paarung konnte ich auch noch keine beobachten. Obwohl es ja doch mindestens 200 Würmer sind. Morgen gibt es allerdings eine Ladung fast frischen Kompost um die Kiste mit (noch) mehr Mikroorganismen anzuimpfen.

Ich füttere übrigens gezielt zu, nämlich meinen eigenen Wurmmix bestehend aus: Haferflocken und Maisgries jeweils zu Mehl vermahlen, Hefeflocken auf Melassebasis, Urgesteinsmehl, Kalk und Spirulinapulver. Und das Futter wird meist püriert und/oder tiefgefroren. Und jede Menge geshredderten Karton/ungebleichtes Papier.

Derzeit lege ich mehr Wert auf gute Vermehrung, als auf Verwertung der Bio Abfälle. Auch bedingt durch die doch recht niedrige Zahl an "Startwürmern". Außerdem möchte ich herausfinden, welche Wurmart sich bei mir besser hält und vermehrt. Im Frühjahr möchte ich im elterlichen Garten eine Outdoorfarm anlegen, aber da muss ich noch einiges recherchieren v.a. die Winterbetreuung wirft noch Fragen auf.

Gut, dass du noch mit einer weiteren Art experimentierst, ich finde den Unterschied zwischen Dendros und Wigglers schon groß, ich kann mir auch gut vorstellen dass es mit einer Art gar nicht klappt und dafür mit einer anderen ohne Probleme.
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Wurmcolonia » Sa 7. Sep 2019, 15:48

Doris hat geschrieben:
Do 5. Sep 2019, 20:04
@wurmtraum, ich bin ja beruhigt, dass nicht nur ich eine "Wurmkisten-Spannerin" bin. Hab' grad wieder reingelinst und 2 Würmchen in flagranti erwischt. :lol: Hat mich übrigens die ersten Male immer erschreckt, da der Liebesakt nicht wirklich liebevoll ausschaut.

Dass sich meine Dendros dermassen schnell einleben und fortpflanzen habe ich selbst nicht erwartet. Ich habe ja mit nur ca. 45 Stück gestartet. Finde ständig Kokons an der Oberfläche und warte eigentlich auf Mini-Würmer.

Die Red Wigglers legen zwar auch Kokons aber weniger, insgesamt scheinen sie sich schwerer mit der Eingewöhnung zu tun. Paarung konnte ich auch noch keine beobachten. Obwohl es ja doch mindestens 200 Würmer sind. Morgen gibt es allerdings eine Ladung fast frischen Kompost um die Kiste mit (noch) mehr Mikroorganismen anzuimpfen.

Ich füttere übrigens gezielt zu, nämlich meinen eigenen Wurmmix bestehend aus: Haferflocken und Maisgries jeweils zu Mehl vermahlen, Hefeflocken auf Melassebasis, Urgesteinsmehl, Kalk und Spirulinapulver. Und das Futter wird meist püriert und/oder tiefgefroren. Und jede Menge geshredderten Karton/ungebleichtes Papier.

Derzeit lege ich mehr Wert auf gute Vermehrung, als auf Verwertung der Bio Abfälle. Auch bedingt durch die doch recht niedrige Zahl an "Startwürmern". Außerdem möchte ich herausfinden, welche Wurmart sich bei mir besser hält und vermehrt. Im Frühjahr möchte ich im elterlichen Garten eine Outdoorfarm anlegen, aber da muss ich noch einiges recherchieren v.a. die Winterbetreuung wirft noch Fragen auf.

Gut, dass du noch mit einer weiteren Art experimentierst, ich finde den Unterschied zwischen Dendros und Wigglers schon groß, ich kann mir auch gut vorstellen dass es mit einer Art gar nicht klappt und dafür mit einer anderen ohne Probleme.
Was das Nachgucken nach den Würmern angeht, seid ihr nicht alleine. Ich habe anfänglich so oft wie eben möglich nach den Kleinen geschaut. Bis das mal etwas nachlässt, dauert es seine Zeit. Schließlich will man wissen, ob es den Judels gut geht und es macht auch einfach Spaß, sie zu beobachten. Das geht übrigens mit Rotlicht besonders gut, da sie dieses nicht wahrnehmen können. Man kann auch einfach einen roten Luftballon über eine Taschenlampe ziehen.

Die Vermehrungsrate der beiden Wurmarten ist tatsächlich unterschiedlich. Während bei den Dendros nur durchchschnittlich 1,2 Babys aus einem Kokon schlüpfen, sind es bei den Red Wigglers (= Eisenia fetidas) bis zu 11 Babys pro Kokon. Wenn es bei deinen Red Wigglers mal los geht mit der Vermehrung, dann wirst du bemerken, dass die deutlich schneller geht als bei den Dendros. Wahrscheinlich brauchen sie nur noch etwas Zeit für die Eingewöhnung, und dann ... :o ;) .
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Wurmtraum » So 8. Sep 2019, 03:57

Das ist eine tolle Ideee mit dem Rotlicht zum Spannen gehen.
Jetzt muss ich nur überlegen wo ich rote Ballons her bekomme :-)
Mein Mann hält mich für total bekloppt. Solch einen Aufwand für die Würmer.
Mann soll doch froh sein das ich kein teures hochleistungs Nachsichtgerät vom Haushaltsgeld für meine Beobachtungen kaufen geh.
Wir sind hier ja im Tread "Use what you have"!
Taschenlampe und Stirnlampe ist schon da,. Brauch nur noch einen roten Luftballon :-)
Ich mach mich auf die Suche!
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Stadtfarmerin » So 8. Sep 2019, 14:25

Hallo,

meine Wurmfarm läuft jetzt seit einem halben Jahr. Bisher habe ich weder Paarungen der Würmer beobachtet, noch auch nur einen Kokon zu Gesicht bekommen. Da in letzter Zeit aber immer wieder kleine Würmchen unterwegs sind, hat sich im Verborgenen offensichtlich einiges getan...
Viele Grüße
Christina
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Wurmtraum » Mo 9. Sep 2019, 04:45

Hallo,
wie ich schon berichtete hab ich bisher auch noch keine Paarung sehen können.
In jeder Farm geht es anderweitig zu.
Babywürmer sind jedoch schon viele da.
Wenn ich dann einen roten Luftballon (da frag ich mal bei der Spaßkasse nach) für meine Taschenlampe habe, geht das Nachsichtexperiment los:-)
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Doris » So 29. Sep 2019, 19:21

Never change a running system!

Das ist die Erkenntnis aus den letzten Tagen/Wochen. Beide Farmen liefen gut, nur wollte ich zu den Red Wigglers noch etwas fast fertigen Kompost hinzufügen um mehr Mikroorganismen einzubringen. Keine gute Idee. (cry)

Denn obwohl es der gleiche Kompost war mit dem ich die Dendros Farm gestartet habe, war die Begeisterung der Freds enden wollend. Die Wigglers waren nach Einbringen und etwas untermischen, verschwunden. Auch die geliebte Hanfmatte wurde verlassen, sie waren einfach weg. Gottseidank haben sich die Würmer schnell erholt und inzwischen läuft alles wieder bestens. Es sind immer wieder neue Kokons sichtbar, auch bereits verlassene Kokons tauchen auf. Miniwürmer sehe ich allerdings bis jetzt nicht wirklich viele, aber ich sichte jeden Tag ein paar Minis. Insgesamt macht die Farm einen guten Eindruck, es wird fleißig gewuselt, die Farm riecht irgendwie nach Wald und Futter wird schnell umgesetzt.

Das wesentlich größere Problem machte die Dendros Farm die gut lief, allerdings war ich überzeugt, dass auch dort etwas guter Kompost nicht schaden würde. Falsch. (cry)

Ich weiß nicht was es war, auf jeden Fall, waren nach dem Einbringen die Würmer nicht nur weg, sondern wenige Tage später gab es den ersten toten Wurm. Und dann noch einen und noch einen. Und die Farm begann zu stinken. Ich habe dann Pflanzenkohle untergemischt, das ganze Substrat aufgelockert, wobei es nicht schlecht aussah. Und dann die Farm einfach in Ruhe gelassen. Kein neues Futter, keine Experimente.

Stand derzeit ist, die Farm hat sich erholt, aber meine Ausgangspopulation an Würmer ist um einiges verringert. Nur es gibt einiges an Nachwuchs und diese Würmchen sind gerne in der Hanfmatte und auch bereits fleißig am Futter. Auch die verbleibenden „Altwürmer“ vermehren sich weiter, nur es scheint, dass diese Generation bald aussterben wird. Solange es genug Nachwuchs gibt ok.

Auf jeden Fall wieder was gelernt. Oft ist weniger mehr und wenn eine Farm läuft, nix mehr optimieren, sondern einfach "lassen".
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Wurmtraum » Mo 30. Sep 2019, 05:24

Ich gebe jede Woche einen Joghurteimer voll Vorkompost in die Kiste.
Das sind bei mir aber Gemüseabälle die ich in dem Eimerchen sammel und mit einem Feinstrumpf abgedeckt auf´m Balkon für paar Tage stehen bevor es verfüttert wird. Das schlemmen die Würmlein nur so rein.

Solchen fertigen Kompost hab ich keinen im Garten und den gekauften vom Frühjahr für die Pflanztröge war auch aufgebraucht. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen das man fertigen Kompost verfüttern könnte.

@Doris
Das zum Glück ist nun alles wieder in deinen Kisten in Ordnung, dass freut mich für dich.
Du wirst sehen das sich deine Würmlein auch in der Fortpflanzung erholen werden und für genügend Nachwuchs sorgen werden.
Das einzige was du dazu tun kannst ist: viel Geduld und Zeit und keine Epermimente mehr.
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Re: Minimalisten Wurmkiste oder "Use what you have"

Beitrag von Doris » Mi 9. Okt 2019, 19:56

@wurmtraum
Bei mir war es eigentlich fertiger Kompost. Ich wollte damit die Freds auch nicht füttern, sondern mehr Mikroorganismen einbringen. Hat beim Aufsetzen der Farm für die Dendros gut funktioniert, in die laufende Farmen werde ich sowas nimmer geben.
Eher würde ich da verdünnte Melasse einbringen, zum Anfüttern der bereits bestehenden Mikroorganismen.
Beide Farmen laufen derzeit gut, Nachwuchs immer mehr zu sehen, die Hanfmatte bei den Red Wigglers zerfällt schön langsam. Da sie sie so lieben, gibt es ne Neue. Auch weil sich so gern die minis dort drin verkriechen.
Was mich ein bißerl „enttäuscht“ ist die geringe Menge an Futter, die ich in den Farmen unterbringe. Hätte ich nicht die Bokashi Eimer, müsste ich doch vieles wegschmeißen.
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