Würmer im Fass

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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Wurmcolonia » Sa 14. Sep 2019, 15:33

Trulllla hat geschrieben:
Sa 14. Sep 2019, 13:00
Wurmcolonia hat geschrieben:
Sa 14. Sep 2019, 09:30
Den neuen Threat hat übrigens Trulla eingerichtet. Ihr müssen wir danken. Danke, Trulla (danke) , das wird sicher interessant hier.
Nö.

Danke für die Blumen, aber das war tatsächlich Pfiffikus.
Ich weiß auch nicht, warum er nicht grün ist, aber der darf das. :)=
Dann haben wir also einen neuen Moderator hier. Trulla hat Verstärkung von Pfiffikus (wave) bekommen . Das hört sich gut an.

Von dieser Anmerkung in mehreren Postings oben
"Zuletzt geändert von Trulllla am Fr 13. Sep 2019, 18:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Betreff angepasst"
habe ich mich wohl täuschen lassen. Ich bin deshalb davon ausgegangen, dass Trulla auch den Threat verschoben hat.
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Gao » Mi 25. Sep 2019, 23:06

Kleines Update:

Ein wenig vor der Zeit aber ich wollte nachauen was so abghet wärend es draussen regnet.
War leider zu langsam um die Judels noch aufs Bild zu kriegen.
Handy oben liegen lassen :oops:
Man sieht aber deutlich den Fortschritt der Verarbeitung. :)
Denke so in 2-3 Wochen wirds wieder Zeit zum füttern.
Echt beindruckend was die an Material umwälzen vom Haufen der Tauwürmer ist nichts mehr zu erkennen. :o

Bild
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Gao » Mi 23. Okt 2019, 10:02

Eigentlich wollte ich ja als nächstes den Fütterungsablauf dokumentieren :(
Aus aktuellen Anlass is die aber erstmal verschoben.
Alle paar Monate mal wieder...

Die Invasion der Dungmücken!! :lol:
Eigentlich nützliche Helfer aber im Innenbreich sehr störend.

Bild

Man kann sie gut an der langen schlanken Form und an der Haufenbildung (siehe rote Markierungen) erkennen.
Sind sehr gesellige Viecher.

Als Gegenmassnahme habe ich Hypoaspis Miles Raubmilben bestellt.
Die sind heute Morgen angekommen :)

Bild

Bild

Die Behandlung hält in der Regel mehere Monate.
Solange sie noch Futter finden bildet sich ein stabiler Bestand.
Da sie aber sehr agressiv vorgehen also auch Non-Stop weitertöten auch wenn sie schon satt sind kann es auf beschränkter Fläche denoch dazu kommen das sie sich selbst ausrotten.
Das Fass wurde das letze mal direkt beim Ansetzen "geimpft" was jetzt über ein halbes Jahr her ist.
1000-2000 Stück sind mehr als genug auch für Wurmhaltungen mit meheren Ebenen.
Die Kosten von 10-15 Euro liegen im Rahmen wenn man die Langzeitwirkung bedenkt.

Die kleinen Helfer halten eine Vielzahl an ungewünschten Mitbewohnern unter Kontrolle.
Dazu gehören Fruchtfliegen, Trauermücken, Dungmücken, Erdflöhe, Wurzelläuse, Hundertfüsser sowie deren Eier.
Für die Judels sind sie völlig ungefährlich. ;)
Die Raubmilbe gilt als anspruchslos, toleriert ein breites Spektrum an Umweltbedingungen und stellt geringe Ansprüche an Temperatur und Luftfeuchte.


Schätze mal in etwa 2-3 Wochen sollte der Befall erledigt sein.
Poste dann ein Update :D

Gruss Gao (wave)
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Trulllla » Mi 23. Okt 2019, 10:42

(danke) Hammer, was für ein Foto!
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Gao » Sa 26. Okt 2019, 11:47

Futter-Vorbereitung

Mit füttern wirds ja grade nichts aber zumindest zu den Vorbereitungen kann ich was berichten.


Willkommen in Gaos kleiner Hexenküche!! muhahaha ;)


Bild


Heute stehen auf der Speisekarte: Rüben und Äpfel von der letztjährigen Ernte.
So ein altmodischer Naturkeller ist echt unschlagbar was Langzeitlagerung anghet.
Zur besseren Ansicht benutz ich mal den kleinen Mixer hierfür.


Bild


Das ganze wird jetzt erstmal klein gemacht.


Bild


Um die überschüssige Feuchtigkeit zu binden kommt ne ordentliche Ladung Hanfeinstreu dazu.
Ersetzt auch gleich Papier/Karton in der Haltung.
Bin da sehr skeptisch was das anghet.. Bleichstoffe/Farben/Zusatzstoffe..
Die Menge variert je nach verwendeten Grundmaterial.
Mach das immer nach Gefühl^^


Bild


Wiederholen bis eine homogene Masse ohne freie Flüssigkeit ensteht.
Fertig ist die Grundmasse. :)
Davon wird jetzt 1 Liter hergestellt.


Bild


Und nun der interessante Part.
Was kommt sonst noch so alles rein?

Das Rezept hab ich jetzt über die letzten Jahre immer wieder angepasst und verfeinert.
Kostet zwar bischen was aber mit ner Laboranalyse kann man das Endergebniss nutzen um den Eingang zu verfeinern.
Optimal ist das Resultat ein Basis Substrat das für die individuellen Anspruche der Planzen noch angepast werden kann.
Dafür mischt man zb noch Ton,Lehm,Sand,Kokos,Torf etc. zu je nach Bedarf oder nutzt es direkt um den Humusverlust auszugleichen.


Basis-Rezept für 1 Liter Grundmasse:

0,25 dl Sand (0-1mm Körnung)
0,25 dl Pyrogener Kohlenstoff FSC (mit Wurmtee vorbehandelt)
15 g Tonmineralien (Edasil Bentonit)
10 g Urgesteinsmehl

----------------------------------

10 g Haferflocken BIO
2 g Vollkorn Mehl BIO
5 g Melasse (Zuckerrüben)
2 g Kalk (bei niedrigem PH Wert der Grundmasse ensprechend anpassen)

----------------------------------

5 g Rinderdung (Pellets)
3 g Hornspähne (Rind)
3 g Fleischknochenmehl (Schwein)


Bild


Alles nochmal richtig mixen/durchkneten und fertig ist das Gao Spezial Wurmfutter!!
Jetzt lass ich die Mischung erstmal ne Stunde stehen bis sich das Hanfeinstreu komplett vollgesogen hat.
Danach kommt das Ganze bei -20 Grad in den Tiefkühler bis es gebraucht wird.
Besonders das mit Flüssigkeit gesättigte Hanfeinstreu wird durch das gefrieren wesentlich besser verwertbar.


Bild


Solange man den PH-Wert im Auge behält und den Kalk ensprechen anpasst kann man dieses Rezept für alle gängigen Küchenabfälle verwenden.
Die Tierischen Bestandteile kann man ohne Probleme auch weglassen.
Ergiebt ggf. aber kein optimales P/K Verhältnis.
Der Pyrogene Kohlenstoff wird mit Wurmtee vorbehandelt um ihn etwas zu "buffern".
Dabei bilden sich immer perfekte kleine Kügelchen wie ein Granulat beim Trocknen. (high five Natur)
Die eigentlich positiven Eigenschaften wie Stoffbindung/Neutralisierung kann im Übermass sonst negative Effekte in der Haltung haben.
Auch im Garten sollte man deshalb aufpassen mit dem Einbringen grosser Mengen von unpräpariertem Kohlenstoff (Tera Preta)

ps. Drüber pinkeln tuts im Notfall auch ;)

Hoffe euch gefällt mein Bericht.
Freue mich auf Kommentare und konstruktive Kritik.

Gruss Gao
Zuletzt geändert von Gao am So 27. Okt 2019, 21:53, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Eberhard » Sa 26. Okt 2019, 11:57

Das hat nun gar nichts mit Bio"müll"-"Entsorgung" zu tun - Du kochst extra für die Würmer ...?

Mein Gott, musst Du selber für Dich ein Schlemmer und Genussmensch sein ...
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Gao » Sa 26. Okt 2019, 12:33

Das verwendete Grundmaterial ist schon Müll.
Auch wenn noch essbar hab ich viel zu viel davon.
Alles aus der Ernte vom letzen Jahr muss aus dem Lagerkeller raus.
Wenn was anfängt zu faulen/schimmeln greift das schnell über auf die neue Ernte.
Die Äpfel und Rüben stammen aus eigenem Anbau.
Das Hergestellte Substrat wird wiederum verwendet um neues anzubauen.
Nur weil man die Natur gezielt unterstüzt ist es doch nicht gleich "nicht-bio"

Und ja ich bin ein Genussmensch wenn ich Besuch erwarte steh ich gern mal 4-5h in der Küche :lol:

ps. In den grossen Mixer passen 25l das ghet dann bischen schneller ;)
Davon verbrauch ich mit allen Fässern eingerechnet rund 6 Liter am Tag.
Der eine Liter war jetzt mehr zu Demonstrationszwecken.
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Pfiffikus » Sa 26. Okt 2019, 12:48

Hallo Gao,

noch mal zur Sicherheit - Dein Ziel der Wurmhaltung ist die Fleischproduktion? Nur dafür hätte ein solcher Aufwand einen Sinn.

Gao hat geschrieben:
Sa 26. Okt 2019, 11:47
ps. Drüber pinkeln tuts im Notfall auch ;)
Welchen Notfall sprichst Du damit an?


Pfiffikus,
dem nicht klar ist, mit dieser übermäßigen Ammoniakzufuhr erreichen willst
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Eberhard » Sa 26. Okt 2019, 13:18

Das verwendete Grundmaterial ist schon Müll.
Das gezeigte Gemüse wie auch die Zutatenliste lassen das nicht vordergründig vermuten. Aber richtig, wenn Du solche Überbestände hast, sollte man die vernünftig verwerten.

Bei 6 Litern Futtereinsatz pro Tag passiert dann auch ertragsmäßig etwas, über Blumentopfgärtnerei hinaus.
Da könntest Du als Variante überdenken, zumindest im Sommerhalbjahr die Party auch direkt dort, wo Du das Gemüse anbaust, stattfinden zu lassen, und das bei etwas weniger Aufwand.
Siehe dazu z.B. die Kurzvideo-Serie mit Herwig Pommeresche.

25-Liter-Mixer finde ich gut, ich denke auch in größeren Portionen. Wie kommt man zu so einem?

@Pfiffikus: Das Pinkeln betrifft das notwendige Aufladen der Pflanzenkohle vor derem Einsatz im Garten. Bekanntlich hat Pflanzenkohle eine hohe Bindungskraft gegenüber Nährstoffen. Setzt man jetzt neue und leere Pflanzenkohle im Pflanzenbau ein, könnte die den Pflanzen eine übermächtige Konkurrenz machen und sie hungern lassen. Daher wird man sie vorher aufladen: Übergabe in den Kompostierungsprozess, Tränken mit Pflanzenjauchen und eben auch Tränken mit Urin.
Ammoniak ergibt sich erst nach der enzymatischen Aufspaltung des Harnstoffs. Im Boden ist Ammoniak Gift. daher muss man es mit Menge und Dauer nicht übertreiben und sofort eine Bindung + Weiterumsetzung anstreben. In der Luft riecht man den Ammoniak, zudem ist er als Nährstoff schon mal vom Winde verweht.
Mit freundlichem Glück Auf!
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Re: Würmer im Fass

Beitrag von Gao » Sa 26. Okt 2019, 15:02

Eberhard hat geschrieben:
Sa 26. Okt 2019, 13:18
25-Liter-Mixer finde ich gut, ich denke auch in größeren Portionen. Wie kommt man zu so einem?
Ja da hatte ich wirklich Glück :D
Als ne Metzgerei in der Nähe zugemacht hat wurde da alles verscherbelt.
Durfte es sogar gratis mitnehmen am Ende unter der Bedingung das ichs selber abmontiere.
Das Teil war mit 6 völlig verosteten Metall-Spreizdübeln im Beton verankert (irre)
Muste sie am Ende abschweissen.
Dafür hat das Teil noch richtig "Old School Power" braucht sogar nen 500v Anschluss.
Kanst getrost mehere ganze Hühner reinwerfen und das Teil macht Püre draus :lol:
Hatte schon Alpträume das ich aus versehen mal die Hand reinhalte. :shock:
Glaube neu kosten die Dinger locker 1000 Euro eher mehr..

War erst ein kleines Projekt aber hat sich in letzer Zeit schnell ausgeweitet.
Verwerte die Bioabfälle von meheren Familien und sie bekommen dafür ein standartisiertes Endprodukt für den eigenen Garten.
Für ne kleine Gebühr versteht sich. ;)
Zurzeit produziere ich so im Schnitt etwa 60 Liter im Monat.

Jetzt neu im nächsten Jahr kommen noch 2 lokale Betriebe hinzu.
Ne Bäckerei und ein Asia Take Away.
Mit den gelieferten Abfällen würde dann das was saisonal möglich ist für die Betriebe gezielt angebaut werden.
Ne Kreislaufwirtschaft im kleinen Stile mit lokaler Produktion und Wiederverwertung.
Falls das wirklich gut laufen "sollte" würde ich mir noch ein Gewächshaus zulegen um die Möglichkeiten zu erweitern.
Das sind aber nur Träumerein beim aktuellen Stand.
Der letzte Part steckt noch in den Kinderschuhen.
Was wann wie wo und in welchen Mengen gebraucht wird mal eben vorauszuplannen zu produzieren und ggf. zwischenzulagern ist brutal aufwendig (wall)
Das ganze Projekt trägt sich schon selbst, Gewinn zu erziehlen ist für mich eher nebensächlich.

Das Rezept sieht nach mehr aus als es ist..
Gut 1/3 davon findet sich auch im Mineral-Mix.
Sand/Ton etc ist jetzt auch nichts neues in der Wurmhaltung.
Ich misch es hald nur gezielt zusammen anstaht es einfach auf gut Glück reinzuwerfen 8-)
Wenn man auf ein stabiles Enprodukt hin arbeitet ist das so effektiver.

ps. ja ich hab deffinitiv nen knall! mein hund kriegt 2 mal täglich selbst gekochtes Futter :o

Gruss Gao (wave)
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