Wurmhumus als Düngerersatz!

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kiko63505

Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von kiko63505 » Mo 28. Jun 2010, 19:46

allo Leute,

ich hoffe ich finde auf diesem Weg einen Fachmann/Frau in Sachen Düngerkonzentration.
Für meine Bambuse brauche ich einen guten Langzeitdünger zB. Osmocote 6-9M. Der Dünger hat in etwa ein NPK Verhältnis von 20/5/10 + Spurenelemente. Von diesem Dünger brauche ich ca. 300g/m², den ich weitgehenst auf natürliche Art ersetzen will. Nun die Frage: kann ich mit dem Wurmhumus dieses erreichen? wenn ja mit wieviel Kg? wenn ja auf einmal düngen? Danke

Mal sehen ob ich nächstes Jahr diese Orchide mit Wurmhumus aufbessern kann...

mfG kiko
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Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von Wurmmama » Mo 28. Jun 2010, 21:01

:o Die ist aber schön!!!

Ich hab mir jett auch schon wieder eine zugelegt. 4,99€ bei Norma.
Meine andere bildet jetzt einen neuen Trieb, nachdem der alte etwa 4 Monate geblüht hat. Mal sehen, wieviele Blüten sie bekommt. Die hat ja nur Wasser mit Wurmtee bekommen, sonst keinen Dünger!
wurmige Grüße
Wurmmama
kiko63505

Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von kiko63505 » Di 29. Jun 2010, 04:42

moin Wurmmama,

24 Blüten und noch 7 Blütenansätze, das war auch so eine 4,99€ Pflanze. Als Dünger bekam diese Orchide mal einen Teelöffel voll reifen Kompost und ab und an einen Orchidendünger als Blattdüngung. Das Wasser für die Pflanzen steht im Keller im großen Fass und ist reines Regenwasser. 3 bis 4 mal je Woche wird die Pflanze noch mit dem Regenwasser eingenebelt.

schönen Tag
kiko
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Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von Wurmmama » Di 29. Jun 2010, 09:38

[quote="kiko63505"Nun die Frage: kann ich mit dem Wurmhumus dieses erreichen? wenn ja mit wieviel Kg? wenn ja auf einmal düngen? Danke

[/quote]

Warum probierst du's nicht einfach aus? Im Zweifelsfalle hast du halt einen Bambus, der nicht so berauschend wächst. Wenn eine Überdüngung mit Wurmhumus nicht möglich ist, dann hau' doch einfach drauf, was das Zeug hält! ;)
wurmige Grüße
Wurmmama
kiko63505

Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von kiko63505 » Di 29. Jun 2010, 09:55

hallo Wurmmama,

du siehst mich grinsend antworten. :lol: :lol: :lol:

Sicherlich ist noch kein Bambus wegen Düngemagel eingegangen, aber dennoch ist Dein Vorschlag nicht meine gedachte Lösung. Sofern ich mich nicht verrechnet habe brauche ich jem² 2,5Kg Wurmhumus was ca. 40Kg Wurmhumus bedeuten würde. So 40Kg fallen nicht mal eben vom Himmel und meine Farm steht erst am Anfang.

schönen Tag und Danke
kiko
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Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von Wurmbär » Do 4. Nov 2010, 10:55

Nur am Rande sei bemerkt, dass einige meiner Balkonkästen, wie der Moosbewuchs bezeugt, sehr :x „sauer“ sind. … Eine zeitlang hatte ich nämlich nur mit Hornspänen (extrem viel Stickstoff) und Kaffeesatz (extrem viel Kalium) gedüngt. Die Düngung erfolgte aber in Maßen!!! Bedingt durch den hohe Stickstoffgehalt waren meine Pflanzen aber nicht soooo sturmfest, wie sie heute wieder sind…. :D

Die o.g. Stoffe versauern das Erdreich extrem. Da hätte ich wohl besser auch Kalk dazugegeben. Habe vor ein paar Tagen etwas Steinmehl rein und werde im Frühjahr vorsichtig aufkalken.

Du könntest also im Frühling 8-) den Wurmhumus noch mit (hier vielleicht lieber) Hornmehl, sowie Kaffeesatz und einem Kalk/Steinmehlgemisch vermengen – und einige Tage durchziehen lassen. Aufgrund von Schimmelgefahr dann aber bitte etwas eingraben oder/und mit Erde bedecken.

[Oder einen Extra-Kübel für Versuchszwecke anlegen, in den mehr Kaffe und Hornspäne, sowie Kalk und Holzkohle als normal kommen. Aber ich hätte da Bedenken, ob der Würmer]

Aber egal ob oder nicht - oder anderswie – ich würde trotzdem erst mit einem Versuchsfeld im Garten starten. ;)

Gruß
Wurmbär

PS: Und ich würde dann auch von diesem Gemisch nicht mehr als 300g/qm auftragen...
kiko63505

Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von kiko63505 » Do 4. Nov 2010, 19:14

Hallo Wurmbär,

danke für die antwort.
generell brauch bambus diese genannte nährstoffmischung, kalk ist da weniger gefragt. Recht gebe ich Dir in der sache "sturmfest" stickstoff ist in der lage schnell energie für das wachstum bereitzustellen, jedoch die wintertauglichkeit/sturmfest ist stark minimiert. Aus diesem grunde habe ich dieses jahr erstmals die kalianteile im dünger erhöht, kali bewirkt beim bambus ein etwas gedrungenes wachstum, dafür aber ist die pflanze besser für den winter vorbereitet. Erste ergebnisse erwarte ich aber erst im nächsten winter.
Da ich den nährstoffbedarf der bambuspflanzen nicht mit wurmhumus alleine decken kann musste ich auf alternativen umsteigen. Allerdings ist der künstliche anteil hierbei minimiert, schadsalze können so nicht oder nur im geringen maße ins erdreich abwandern.
Derzeitiger Düngeplan je jahr und jem²
Compo Floranid 6M= 100 gramm
Rinderdungpellets= 500 gramm
Hornspähne= 200 gramm
Patentkali= 50 gramm
Ein drittel dieser düngermenge im frühjahr 2 drittel im august/september

mfG kiko
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Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von Wurmbär » Fr 19. Nov 2010, 12:18

Da ist noch'n nich' geschriebener Beitrag von mir zum Thema Wurmhumus. Gehörte eigentlich woanders hin ...
paßt aber auch zum Thema dieses Threads ...

@ all

Von wissenschaftlicher Seite aus betrachtet, ist Wurmhumus ganz klar kein Dünger, weil die NPK-Werte zu niedrig sind (dies gilt evt. nicht für Jasper's Spezialwurmhumus 8-) ) – klar, hat auch jeder schon gelesen.

Aber:
Ich war so ziemlich der einzige Mensch in meinem Freundeskreis, der in punkto „richtiger“ Ernährung nicht mitreden konnte.
Es hat mich einfach nicht interessiert, wie viel Calcium, Magnesium usw. usf. am Tag ich in Form von Lebensmitteln zu mir nehmen muss(te), um gesund zu sein/bleiben. Mit der Zeit hat es mich dann aber doch genervt und ich habe mir ein Buch über Ernährung gekauft. …
Es wurde genau dargestellt wie viele Spurenelemente, Vitamine, Mineralien und was es sonst noch gibt pro Person/Tag nötig sind und in welchen Lebensmitteln was enthalten ist - Aber !!! es gibt da auch noch die Bioverfügbarkeit, die die enthaltenen Mineralien ggf. nicht voll zur Verfügung stellt (manchmal aber auch höher).
Ergo fing ich an zu rechnen (genauere Ergebnisse will ich ersparen, aber unter 5-10 kg Lebensmittel am Tag wäre das „Soll“ bei mir wahrscheinlich nicht machbar. Andererseits wäre ich von Vitamintabletten kaum satt geworden.
Da die Menschheit immer noch lebt, obwohl sie nur einen Bruchteil der vorgeschriebenen Werte zu sich nimmt, konnte irgendetwas nicht stimmen.
Also fing ich an zu recherchieren. Wer hat diese Werte festgelegt und warum? Wie wurden sie erforscht und mit was? Wem dient die Panikmache mit so hohen Werten und warum sind in den Lebensmitteln sehr oft bereits Vitamine und sonstiges beigemischt???
Die Werte wurden vielleicht nicht mit Lebensmitteln, sondern mit chemisch hergestellten Vitaminen usw. berechnet… ?

Lange Rede, kurzer Sinn … Selbiges könnte auch mit diesen ganzen synthetischen oder sonstigen Kunstdüngern so sein. Das soll nicht heißen, dass Pflanzen nicht unterschiedlich hohe oder niedrige NPK-Werte, Spurenelemente usw. benötigen - aber bestimmt nicht in der Menge, wie sie auf künstlich erzeugten Düngerflaschen draufstehen.

Rein gefühlsmäßig ist reiner Wurmhumus (nur von Würmern) für mich aber auch „nur“ ein „Bodenverbesserer“.

Durch die Bodenverbesserung entsteht aber neues Leben und Zuwanderung oder Vermehrung von Lebewesen im Boden. Und das miteinander von allem, was im Boden ist, vermehrt, verbessert und lässt wirken. Wahrscheinlich gibt es auch da eine Bioverfügbarkeit, die dann aber aus Weniger ein Mehr wirken lässt.

Letztlich wissen werde ich das erst nächstes Jahr, denn die paar Würmer, die bei mir ausgebüchst sind, sind (zumindest) zu den Tausendfüßlern in den Tomatenkasten gezogen (und leben!!!) und haben als (vorerst) letzte Zuwanderer aus meiner vormals schon von mir so bewunderten Blumenerde, eine noch viel schönere gemacht. Ob ich mich aber traue, nächstes Jahr keinen Animali-Dünger mehr zu benutzen, sondern gar nichts mehr, das wird sich ebenfalls weisen. Es hat ja noch Zeit … und außerdem, wer weiß, auf was für Ideen ich bis dahin noch komme

LG Wurmbär
kiko63505

Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von kiko63505 » Fr 19. Nov 2010, 18:01

Hallo Wurmbär,
Wurmbär hat geschrieben: Durch die Bodenverbesserung entsteht aber neues Leben und Zuwanderung oder Vermehrung von Lebewesen im Boden. Und das miteinander von allem, was im Boden ist, vermehrt, verbessert und lässt wirken. Wahrscheinlich gibt es auch da eine Bioverfügbarkeit, die dann aber aus Weniger ein Mehr wirken lässt.
LG Wurmbär
Mit dieser meinung liegst Du bestimmt nicht so verkehrt, zumindest deckt sich diese mit der meinen. Wurmhumus als auch wurmtee sind keine allheil- oder wundermittel, können aber durch ihren natürlichen ursprung die bodenlebewesen aktivieren die dann wiederrum für ein gesundes substrat sorgen. Gesundes substrat bringt wiederum gesunde pflanzen zum vorschein, pflanzen die von der natur schon gestärkt sind gegen alle möglichen fressfeinde und krankheiten. Was die NPK werte von wurmhumus und die bedarfswerte einer pflanze angeht, so sollte der pflanzenbesitzer wissen wie hoch der bedarfswert der pflanze ist und die werte des wurmhumus beim düngen mit einbeziehen. Ein zusatzdüngen halte ich für nötig da sonst die pflanzen trotz wurmhumus nicht den ahaeffekt erreichen werden. Ohne zusatzdüngung werden auch die früchte sicherlich klein bleiben und möglicherweise weniger geschmack haben. Zusatzdüngung muss aber nicht zwingend aus dem chemielabor kommen.

mfG
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Re: Wurmhumus als Düngerersatz!

Beitrag von Flomax » Fr 19. Nov 2010, 18:57

@Wurmbär

Ich muß Dir recht geben! Deine Zweifel an der Wichtigkeit der Vorgabewerte bezüglich Düngung und Ernährung sind berechtigt. Vor allem auch deshalb, weil man kaum erkennen kann aus welcher Motivation heraus solche Werte ermittelt worden sind!!

Teilweise werden diese Werte von den Herstellern selbst ermittelt und das ist schon mehr als kritisch!! Denn welche Motivation haben diese Leute - verkaufen und verdienen!! Das Wohl der Menschheit ist das letzte was solche Leute am Herzen liegt!

Auch wenn es sich um Ergebnisse aus streng wissenschaftlichen Versuchen handelt, wer sagt denn daß alle Faktoren die das Leben beeinflussen dabei berücksichtig wurden? Das kann keiner - ergo kann keiner behaupten dass er die ganze Wahrheit kennt!

Ich will jetzt nicht alle Wissenschaft und alle von Herstellern ermittelten Ergebnisse in Frage stellen. Da ist mit Sicherheit an allem etwas dran, was da ermittelt wurde. Aber sollten wir uns nicht vielleicht eher fragen was wir eigentlich wollen. Wenn wir weiterhin tagtäglich nach dem Höher-Schneller-Weiter-Prinzip agieren, dann werden wir uns irgendwann die gesunde Lebensgrundlage entziehen!

Muß denn eine in unsere Breiten eingeführte Pflanze so aussehen als ob es auf der Welt keinen geeigneteren Standort gibt als unser Vorgarten? Mühevoll mit Spezialdünger an das Wachstumsmaximum herangeführte Pflanzen machen zwar den Nachbar neidisch, aber ist das wirklich das was uns weiterbringt?

Ist weniger denn nicht oft auch mehr?

Brauchen wir immer und überall Maximalerträge?

Meiner Meinung nach müssen wir langsam beginnen unsere Bedürfnisse zurück zu schrauben, denn die ständige Optimierung nach oben hat ihre Grenzen und vor allem ihren Preis. Und diesen Preis den kennen wir teilweise noch gar nicht, weil wir die großen und teilweise sogar die kleinsten Zusammenhänge nicht (er)kennen.

Ich denke dass ein gesunder Garten seinen Besitzer auch erfreuen kann, ohne das sich ein NPK-Verhältnis im Dünger dafür verantwortlich zeichnen muß! Die Wirkung von Wurmhumus bringt mit Sicherheit keinen kurzfristigen Erfolg, aber dafür einen lang andauernden langfristigen.

Ausschließlich die geduldigen und beharrlichen Gärtner werden den Erfolg den eine natürliche Behandlung mit Wurmhumus bringt erkennen können. Alle anderen sollen doch weiterhin an die Regale der Gartenbaumärkte eilen um sich dort mit den Spezialdüngern zu versorgen!!!!!

Gruß
Flomax
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