BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

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Sophie0816
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Sophie0816 » Mi 1. Jul 2020, 12:44

Danke für den Einblick, Eberhard!


Ich freu mich zur Zeit sehr über den Anblick der Paprikapflanze, die sich im tiefen Winter, Ende Januar im Wurmhumus selbst ausgesät hatte.
Danke auch nochmal an die Motivation hier, sie trotzdem ins Freie umzupflanzen. Ich weiß nicht mehr wer das war.

Ich hätte nicht gedacht, dass aus diesem schmalen, langen, schwächlichen Pflänzlein, doch noch so ein kompaktes, kräftiges ca. 50 cm hohes Exemplar wird. Mit so vielen Fruchtansätzen, wie ich sie bei einem Samen aus einer gekauften Paprika noch nie hatte. 6 Früchte sind bisher am Start. Ich hatte sonst nie mehr als zwei, drei.

Allerdings auch dieses Jahr das erste Mal Erde aus dem Bioladen.
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Stadtfarmerin » So 5. Jul 2020, 21:21

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Sooo, gestern und heute konnte ich die ersten eigenen Austernseitlinge ernten, was für eine Freude!

Ach ja, das Pilz-Thema ist nun in Absprache mit Trulllla wieder hierher zurückgekehrt. Es konnte nicht wirklich gut vom Rest getrennt werden. Die einzelnen Beiträge, in denen es um die Pilze ging, bezogen sich oft auch noch aufs Gärtnern etc.

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Auf Austern aus dem Blumentopf warte ich noch. Ich habe den Eindruck, das watteartige Pilzmyzel will eher über den Tellerrand hinauswachsen, anstatt Fruchtkörper zu bilden. Mal sehen wie sich das noch entwickelt. Schaut jedenfalls irre aus!
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Viele Grüße
Christina
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Stadtfarmerin » So 5. Jul 2020, 21:42

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Hier ein kleiner Einblick in meinen Lichtschacht-Garten. Die Tomaten und Paprika habe ich bisher, ca. 1 x pro Woche abwechslungsreich mit folgendem gedüngt: Aquarienwasser, verdünnter Kaffee, den Sud von über Nacht gezogenen Meerschweinchen-Böhnchen, Wurmhumus, und seit neuestem vererdetes Bokashi. Mein Eindruck ist, dass es ihnen gut tut, sie wuchern vor sich hin.
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Trulllla » So 5. Jul 2020, 23:02

Hallo Christina,
ja, das sieht wirklich irre aus!
Ich muss noch mal nachfragen, du hast 3 Pilzexperiment laufen, oder?
Nr. 1 mit dem gekauften Substrat,
Nr. 2, bei dem du das Substrat in Kaffeesatz anziehst (in Gläsern) , und
Nr. 3, bei dem du die zerschnibbelten Stiele vom Austernseitling erst in Papper und dann in Strohpellets hast.
Ist das so richtig, oder bin ich durcheinander gekommen? Und welcher Ansatz ist das hier?

ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weiter geht.
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Stadtfarmerin » Mo 6. Jul 2020, 19:23

@Trulllla, ich versuche es mal möglichst kurz und übersichtlich zu erklären mit den Pilzexperimenten:

* Es geht um 2 Pilzarten: Austernseitlinge (AS) und Kräuterseitlinge (KS)

* Ich habe mir fertige Substratblöcke von beiden Pilzarten gekauft, die haben beide in mehreren Wellen gefruchtet, also Pilze hervorgebracht. Inzwischen sind sie erschöpft und ich habe sie in den Bokashi Eimer gegeben oder den Würmern verfüttert.

* Einige (die schönsten) Pilze habe ich zum Klonen (vermehren) genommen, jeweils kleine Stücke aus dem Inneren des Stiels

* Und diese Pilzstückchen habe ich in verschiedene Substrate und Gefäße gepackt: zum einen Marmeladegläser und Pappe, dann nach und nach mit Kaffeesatz gefüttert bis die Gläser voll waren; zum anderen in größeren Haushaltsdosen gleich mit viel eingeweichten Strohpellets vermischt und das ganze komplett durchwachsen lassen.

* Zusätzlich habe ich KS im Supermarkt gekauft und bin damit gleich verfahren wie mit den Pilzen von den gekauften Substratblöcken.

* Als dann die Gläser und die Haushaltsdosen voll waren mit weißem durchwachsenem Substrat, bin ich einen Schritt weiter gegangen: mit einem Teil des Substrats, gemischt mit Kaffeesatz, wurde nach und nach der Blumentopf gefüllt; den anderen Teil des Substrats habe ich mit noch mehr Strohpellets gemischt und das ganze in 2 Gefrierbeuteln gepackt. Diese haben jetzt zum 1. Mal gefruchtet. Ich hoffe auf weitere Wellen...

* Im Grunde genommen kann man da einen Kreislauf draus machen und sich so mit den Pilzen selbst versorgen.

War das einigermaßen verständlich erklärt?
Viele Grüße
Christina
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Kolinahru » Mo 6. Jul 2020, 20:56

Das ist total klasse!

Ich hab schon überlegt einen Test zu machen ob man Tomaten auf Papierschnippseln wachsen lassen kann, wenn man die mit Wurmtee düngt.

Auf jeden Fall kann man sie Hydroponisch wachsen lassen - und auch Geiztriebe bilden nach dem Abschneiden Wurzeln und wachsen weiter. Total unkaputtbar. Bin gespannt, ob die Tomaten eine eingebaute Sterbewelle machen wenn der Herbst kommt- oder ob sie nur wegen der Temperaturen sterben, oder weil der Gärtner halt denkt sie seien einjährig und würden deswegen eh auf den Kompost gehören.
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Eberhard » Di 7. Jul 2020, 12:37

Tomaten vertragen keinen Frost. Der ist im Frühjahr und im Spätherbst das Todesurteil. Licht brauchen Pflanzen aber auch vernünftig, logisch, wenn das Tagesgeschäft Photosynthese ist.
Auf jeden Fall kann man sie Hydroponisch wachsen lassen
Das hat aber schon etwas von künstlich ernähren und ist von natürlich und BIO ein Stück weg.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Trulllla » Di 7. Jul 2020, 13:37

Sehr verständlich, Stadtfarmerin, danke!
Ich glaube, das werde ich auch mal machen.... wenn die Zeit reif ist. :)
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Worma » Di 7. Jul 2020, 20:01

@ Stadtfarmerin: Das Pilzexperiment finde ich total klasse!!! Deine Beschreibung dazu auch, macht richtig Laune, es auch mal zu probieren :)
Wo hast du die Gläser, Haushaltsdosen und Gefriertüten stehen gehabt? Irgendwo Spezielles mit Dunkel, Feuchtigkeit?? Oder einfach in der Küche?
Und was waren das für Strohpellets, die du genommen hast? Für Pferdeeinstreu?
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Re: BioGärtnern aus Obst und Gemüse- und mit Wurmhumus

Beitrag von Stadtfarmerin » Mi 8. Jul 2020, 21:58

@Worma: Diese Strohpellets hatte ich mir bestellt: https://www.amazon.de/FutterXL-Mecklenb ... 831&sr=8-6

Es gehen aber natürlich auch alle anderen. Es sollten nur einfach keine Zusatzstoffe drin sein.

Strohpellets sind echt genial zum Seitlinge züchten. Sie quellen extrem auf und sind dadurch sehr platzsparend und ergiebig.

Durch den Pelletierungsvorgang, ich glaube das passiert unter extremem Druck, wird das Stroh keimfrei gemacht. Also hab ich gelesen. Das ist ja schonmal eine gute Voraussetzung für die Pilzzucht. Sie sind von Hause aus sehr sauber und keimarm. Und wenn man die Pellets dann noch mit kochendem Wasser übergießt, hat man ein richtig gutes Ausgangssubstrat.

Was das Verhältnis Pellets / Wasser angeht: es heißt oft, 1 kg Pellets und 1,9 Liter Wasser. Mir kommt das zu viel vor. Ich mache das immer nach Gefühl. Mache 2 Hände voll Pellets in eine Schüssel und übergieße die mit kochendem Wasser dass sie gut bedeckt sind. Dann decke ich das ganze ab und lasse es quellen und abkühlen. Danach knete ich alles durch und prüfe ob die Feuchtigkeit passt. Feucht, aber nicht nass soll es sein.

Wenn man will, kann man die Masse dann noch "strecken", mit Kaffeesatz oder / und Kalk beispielsweise.

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Als Gefäße nehme ich Gläser, Eisdosen, alles halt wo ich den Deckel kaputt machen kann! Denn in den Deckel mache ich 1-2 größere Löcher und überklebe die mit Micropore Tape (Apotheke). Ich denke eine Pflaster sollte es auch tun. Dann kann ich den Deckel komplett schließen, der Pilz bekommt Sauerstoff und ich brauche mir keine Gedanken wegen Fruchtfliegen machen. Die sind mir nämlich kürzlich entgegengeflogen, als ich einen Deckel nur lose aufgelegt hatte...

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Ich stelle alles, was durchwachsen soll, also Blumentopf, Gläser, Plastikboxen und die schließlich die Substratblöcke in den Gefrierbeuteln, in einen warmen, dunklen Küchenschrank.

Wenn die Substratblöcke und der Blumentopf komplett durchwachsen sind, sollte man sie kühler stellen, um die Fruchtung einzuleiten. Ein kühler Kellerraum mit etwas Licht ist ideal. Bei mir im Keller hat es derzeit um die 22 Grad, eigentlich zu warm für den Austernseitling, aber er fruchtet trotzdem, der Gute! Die Temperaturabsenkung von 25 Grad runter auf 22 Grad scheint ihm zu reichen.
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Viele Grüße
Christina
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