Neue Analyse des Weltklimarats

Nicht sicher in welches Forum Deine Frage gehört? Hier passt alles rein! Nicht nur Kompostwurmiges...
Hier könnt Ihr Euch auch vorstellen.
Pfiffikus
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Re: Any fool can know. The point is to understand.

Beitrag von Pfiffikus » Mo 12. Aug 2019, 16:22

Grüffelos Kind hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 12:01
So und jetzt andersherum: Wenn wir das CO2 "vergraben" oder sonstwie der Luft rauben würden, dann fehlte er den Pflanzen für die Assimilation und dann könnte die Pflanzen selbst weder weiter existieren noch könnten sie Zucker und Sauerstoff herstellen, und dann wir Menschen wiederum nichts zum Futtern und nichts zum Atmen hätten,richtig?
Nein, nicht richtig.
Kein Mensch hat es vor, die Menschheit wäre auch nicht in der Lage, das CO² aus der Atmosphäre zu entnehmen. Wir wären nur in der Lage, etwas davon zu binden.


Grüffelos Kind hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 12:01
Als wer kann denn dann so gehirnverbrannt sein und fordern, dass das CO2 fest gebunden bzw."vergraben" werden soll? Ich verstehe da die Logik dahinter nicht!
Na wenn Du mit solchen netten Worten fragst, will ich mal versuchen, es Dir zu erläutern.
Aus der Analyse von Gasblasen aus Eisbohrkernen und aus verschiedenen anderen Messungen weiß man, dass früher, während der Eiszeiten etwa 180 und 210 ppm vom CO² in der Luft vorhanden war. Während der dazwischen liegenden Warmzeiten stieg der Gehalt auf etwa 280 und 300 ppm an.
Heute liegt der Anteil allerdings bei 400 ppm, denn die Menschen haben viel Kohle, die im Karbonzeitalter, im Tertiär während vieler Millionen Jahre entstanden ist, innerhalb von einigen Jahrzehnten wieder verbrannt.



Grüffelos Kind hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 12:01
DENN DIE PFLANZEN BRAUCHEN DIESES CO2!!!!
Ja, sie brauchen CO², doch sie haben über Zehntausende Jahre vor der Industrialisierung bewiesen, dass sie nur die Hälfte davon brauchen und auch damit auskommen.


Grüffelos Kind hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 12:01
Ihr Wurmschlingel , gehabt euch wohl ! Und lasst euch nicht von Greta so verarschen!*****
Also gerade habe ich auf einen Deiner Links geklickt. Was ist denn das für ein Typ, der solchen physikalischen Unsinn von sich gibt?
Grüffelos Kind hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 12:01
"Der Treibhauseffekt existiert nicht, auch wenn Schulbücher ihn lehren." vom Wiskyman Hort Lüning
https://www.youtube.com/watch?v=Kvo2KwnX3TM&t=374s
Der möge sich erstmal erkundigen, wie ein Gewächshaus funktioniert.



Pfiffikus,
der sich dieses Video selbstverständlich nicht in seinen vollen 12 Minuten angetan hat
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Re: Die Erwachsene sind aufgefordert,mit den Friday for Future Jungen mitzuhüpfen!

Beitrag von Pfiffikus » Mo 12. Aug 2019, 19:58

Grüffelos Kind hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 17:02
Quellen Quellen ! Please! Damit ich deine Analyse nachprüfen kann.
Nachprüfen? Kannst Du gerne.

Nur der Form halber: Praktisch steht es Dir nicht zu (mir auch nicht), über die Glaubwürdigkeit unserer Argumente und Quellen zu richten. Das wird selbstverständlich jeder Leser anhand von den aufgezählten Argumenten für sich alleine tun.

Aber weil Du mit so netten Worten darum gebeten hast, kann ich Dir gerne eine nicht abschließende Liste von Quellen dazu nennen.
https://cdiac.ess-dive.lbl.gov/ftp/tren ... othed.yr20
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/5314592.stm
Beide Quellen haben nach meiner Ansicht den Charme, dass sie aus einer Zeit stammen, zu der noch nicht wie heute über das CO² in der Atmosphäre diskutiert worden ist. Aus diesem Grunde halte ich sie für einigermaßen unvoreingenommen, was heutige Quellen kaum leisten können.



Pfiffikus,
der weiterhin davon ausgeht, dass die Pflanzenwelt auch ohne die heutige, stark erhöhte CO²-Konzentration auskommen würde
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Wurmfried » Mo 12. Aug 2019, 23:19

Moin Eberhard und Pfiffikus
Habe am Wochenende einen Artikel über Kanada gelesen "Hoch im Norden wird es heißer". Noch nicht Online.
Allein in der Provinz Alberta gab es von März - Ende Juli 2019 644 Feuer, 803.393 Hektar Land verbrannten.
http://firesmoke.ca/ Kanadische Seite: Hier kann man in Echtzeit sehen, wo es brennt.
Je näher man klickt, desto mehr Brände sieht man.
Diese Brände sind riesige CO2- Schleudern. 1000de sollen schon an den Klimaverhältnissen gestorben sein.
Tendenz steigend.
Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, das immer größere Teile der Meere biologisch tot sind (z.B. Ostsee),
was wohl mit der Überdüngung an Land zu tun hat.
Und aus dem Bergwerk Asse läuft permanent radioaktiv verseuchtes Wasser, keiner kann sagen woher und wohin.
Kosten für den Steuerzahler per anno 100.000.000 € .
Keine Gefahr für die Bevölkerung, macht Euch keine Sorgen.

Geplatzte Seifenblase
"Was sich derzeit abspielt, entspricht jener lebensbedrohenden Eskalation, die alle aufgeklärten Kreise seit
Jahrzehnten verhindern wollten: Der Klimawandel, die Flut an Plastik- und Elektroabfällen, das Insekten-,
Singvogel und sonstige Artensterben, die Natur- und Landschaftszerstörung, die chemische Verseuchung und
Entwertung von Böden, die Strahlen- und Lärmbelastung, der Lichtsmog und so weiter.
Es lässt sich kein ökologisch relevantes Handlungsfeld benennen, in dem die Summe der bekannten und
neuen Schäden nicht permanent neue Rekorde erzielt hätte. Das propagierte und bequemste aller
problemlösendenden Regulative, nämlich ein technischer Wandel der Versorgungssysteme, versprach ein
auf ständiges Wachstum angewiesenes Wohlstandsmodell von ökologischer Zerstörung zu entkoppeln.
Diser Irrweg ist nun selbst dort gescheitert, wo akribisch versucht wird, wenigstens kleine
Entlastungserfolge herauszurechnen, etwa bei der Energiewende. Technischer Umweltschutz war nie etwas
anderes und kann nie etwas anderes sein als eine räumliche, stoffliche, zeitliche oder systemische
Problemverlagerung. It`s the thermodynamics, stupid."
https://taz.de/Nachhaltigkeit-und-Klima ... iko+Paech/
Prof. Niko Paech prägte das Konzept der Postwachstumsökonomie

Manche Sätze habe ich 2-3 mal lesen müssen...

Es war ca. 1969, meine erste Physikstunde. Drehstühle mit nicht arretierter Gewindestange, ich hatte
noch nie auf so einem Teil gesessen und ich drehte und drehte.... nachdem das Oberteil laut auf den Boden
gefallen war, bekam ich vom Lehrer eine gescheuert und Mathe, Physik und Chemie waren mir nur noch
schwer zu vermitteln.
Das änderte sich auch nicht, als dieser Lehrer dann immer wieder Fußballspiele unterbrach, um die
anderen auf gelungene Aktionen meinerseits hinzuweisen.

Ich habe die Bücher "Die Humusrevolution"und Erhard Hennigs "Geheimnisse der fruchtbaren
Böden" gelesen und ich bin überzeugt, das diese Bücher gut die Situation und die Möglichkeiten
beschreiben.
Ist natürlich cooler mit einer überdimensionierten abartig lauten Landmaschine über den Acker
zu heizen, als sich um die Regenwürmer usw. zu kümmern.
Hinter meinem Haus war eine Weide, die ganzen Jahre lang, die wurde im Frühjahr zig mal gepflügt,
gelbe Erde (Füllsand) lag dann an der Oberfläche, trocken, in Ostfriesland ist es häufig windig und es hat
in den letzten 2 Jahren viel zu wenig geregnet. Solche Sandstaubwolken sehe ich öfter, zig Meter hoch.
Würde mich interessieren, wieviel Regenwürmer usw. dran glauben mußten. Die Feldmäuse sind jetzt
alle auf meinem Grund.
Jetzt steht da Mais mit Blühstreifen, wenn`s der Bauer als Futter nimmt und dafür kein Soja aus
Südamerika braucht...
Die Wiese war mit Sicherheit ein besserer CO2 Speicher als der Acker.
Die Äcker sind hier fast alle völlig verdichtet und wenn es denn mal regnet kommt ein Starkregen...

In einem der Bücher wird die Nitratsituation in Niedersachsen ganz gut wiedergegeben. Wir haben jetzt schon
Probleme mit dem Trinkwasser und es ist absehbar...Es gibt Berechnungen für Frankreich, was es kosten würde
das Nitrat raus zu filtern....

Dieser Tage konnte man auf Phönix die Doku "Gekaufte Agrarpolitik" sehen. Da sitzt z. B. ein CDU-Mann
im Agrarausschuss und gleichzeitig im Aufsichtsrat von mehreren Konzernen, Lebensmittelkontrolle, Düngemittelhersteller, Landmaschinenhersteller usw.
Bei Abgeordneten-Watch laufen gerade 4 Petitionen gegen Lobbyismus bzw. mehr Transparenz, eine
hat schon fast 300.000 Unterschriften...
https://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag/petitionen

Ich denke, das die Menschheit sehr viele Baustellen hat und das es nicht einfach wird...aber man sollte sich
an den Menschenrechten orientieren und die sollten für alle Menschen gelten.

Gestern habe ich gelesen, das ein Nachbardorf die Ehre hat, in die nähere Auswahl des Atommüllendlagers
zu kommen (Salzstock). Im Gedenken an Franz-Josef Strauß und Helmut Schmidt wäre ich ja für Bayern
und Hamburg.
Späte Strafe für Demos gegen Kalkar, Brokdorf und Gorleben.

Gruß und Sorry

PS
Bei "Gender" geht es übrigens auch um Menschenrechte und Gleichstellung z.B. für Frauen, Kinder,
Menschen mit Handicap,alle Religionen, alle Hautfarben, die sexuelle Orientierung sollte nicht bestaft werden, solange nicht in der Kirche, Knabenchören, Sportvereinen, Schulen, vielen Familien usw....

Ich hasse die Wörter "übrigens" und "alternativlos" bei Politikern; die weltweite Agrarpolitik ist gescheitert,
weil sie "jetzt" nicht in der Lage ist, alle Menschen mit Nahrung zu versorgen, viele sterben oder sind
unterernährt und noch mehr sollen übergewichtig sein, Krankheiten, deren Ursache unvorteilhafte Nahrung ist,
die Verschwendung, ausgelaugte und vergiftete und verdichtete Böden. Es ist Alternativlos. Wenn nicht
vorher alles abgebrannt und weite Teile der Landfläche überschwemmt sind, warum sollte das nicht klappen,
mit einer anderen Landwirtschaft zu arbeiten und alle Menschen zu versorgen.
Pfiffikus
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Pfiffikus » Mo 12. Aug 2019, 23:51

Hallo Wurmfried,
Wurmfried hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 23:19
Habe am Wochenende einen Artikel über Kanada gelesen "Hoch im Norden wird es heißer". Noch nicht Online.
Allein in der Provinz Alberta gab es von März - Ende Juli 2019 644 Feuer, 803.393 Hektar Land verbrannten.
http://firesmoke.ca/ Kanadische Seite: Hier kann man in Echtzeit sehen, wo es brennt.
Je näher man klickt, desto mehr Brände sieht man.
auch wenn es anders rüber gekommen sein mag, ich habe wirklich nichts gegen eine bodenfreundliche Art der Landwirtschaft. Wirklich nicht!
Aber ich möchte an dieser Stelle meine Zweifel anmelden, dass diese Landwirtschaft, womöglich erstmal nur in Deutschland, in der Lage ist, so viel CO² zu binden, wie dort in der russischen und kanadischen Arktis zusätzlich zu den Kraftwerksschloten entweicht. Es braucht eben nach meiner unmaßgeblichen Meinung noch zusätzliche, flankierende Maßnahmen.


Wurmfried hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 23:19
Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, das immer größere Teile der Meere biologisch tot sind (z.B. Ostsee), was wohl mit der Überdüngung an Land zu tun hat.
Nö. Biologisch tot ist die Ostsee ganz sicher nicht. Dagegen spricht, dass dort gefischt werden kann. Und es haben sich sogar Robben wieder angesiedelt.

Eine Überdüngung an Land würde ohnehin nicht dazu führen, die Ostsee biologisch tot zu machen. Allenfalls würden dort andere, bisher noch nicht dort gewesene Lebensformen siedeln und die Robben wieder verschwinden.




Wurmfried hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 23:19
In einem der Bücher wird die Nitratsituation in Niedersachsen ganz gut wiedergegeben. Wir haben jetzt schon
Probleme mit dem Trinkwasser und es ist absehbar...Es gibt Berechnungen für Frankreich, was es kosten würde
das Nitrat raus zu filtern....
Deshalb hatte ich, auch hier in diesem Forum, dafür plädiert, weitestgehend auf Mineraldünger und auf Sojaimporte zu verzichten, damit hier im Lande weniger Stickstoffüberschuss entsteht.
Derjenige, der unvermeidlich ist, könnte mittels Denitrifikation beseitigt werden. In der Abwasserreinigung von Kommunen ist das ein gängiges Verfahren. Den Landwirten erscheint das wohl zu teuer.

Wurmfried hat geschrieben:
Mo 12. Aug 2019, 23:19
Dieser Tage konnte man auf Phönix die Doku "Gekaufte Agrarpolitik" sehen. Da sitzt z. B. ein CDU-Mann
im Agrarausschuss und gleichzeitig im Aufsichtsrat von mehreren Konzernen, Lebensmittelkontrolle, Düngemittelhersteller, Landmaschinenhersteller usw.
Logisch. Was meinst Du, wer hier im Lande etwas zu sagen hat. Jetzt komm mir nicht mit dieser Quasselbude in Berlin!



Pfiffikus,
der sich an dieser Stelle keine Illusionen mehr macht
Eberhard
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Eberhard » Di 13. Aug 2019, 08:30

Den Landwirten erscheint das wohl zu teuer.
Zuerst glaubt man ja an das, was man (guten Gewissens) gelernt hat.

Es gibt da ernsthafte Aussagen, dass man an landwirtschaftlichen Schulen eher beigebracht bekommt, die Produkte des agrochemischen Komplexes anzuwenden statt Landwirtschaft im eigentlichen Sinne auszuüben. Wo da finanzkräftige Interessen liegen, ist bei auch nur oberflächlicher Betrachtung sehr schnell offensichtlich.

Es ist also bei weitem weniger so, dass Landwirte freie Entscheidungen treffen können nach ausgewogener Abwägung der umfassend und objektiv dargestellten Umstände.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Wurmfried » Di 13. Aug 2019, 13:37

Hallo Pfiffikus,
was da in Kanada abgeht war mir nicht bekannt und der Link war nur eine Info, vielleicht kann mir
einer sagen, ob PM2.5 die CO2 oder die Feinstaubbelastung benennt.
Der Weltklimarat fordert alle Nationen auf die Wirtschaftsweise zu ändern, nicht nur Deutschland.
Es wird sich warscheinlich nichts ändern, es wird weiterhin viel von Werten und individueller Freiheit gefaselt werden, aber es geht nur um Geld, viel Geld.

https://taz.de/Klimakrise-in-Kanada/!56 ... im+Norden/
Wen es interessiert, kann man kostenfrei und ohne Registrierung lesen.

"In die Ostsee sollen jährlich 760.000 Tonnen Stickstoff gelangen. Er düngt dort Algen und Einzeller,
die sich explosionsartig vermehren und anderen Lebewesen den Sauerstoff rauben. Das Wasser trübt sich
ein, Licht dringt nicht mehr durch zu Tangwäldern und Seegraswiesen als Teil mariner Nahrungsketten.
Die Folge riesige "Todeszonen"." Die Ostsee ist eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt",
rügte der Europäische Rechnungshof den mangelnden Ehrgeiz der Anrainerstaaten, das Problem anzugehen.
Mehr als ein Fünftel der Ostsee, rund 60.000 Quadratkilometer, ist biologisch tot.
Annähernd die Fläche Bayerns - totgedüngt.
Nach Schätzung der UN-Umweltbehörde existierten 2012 weltweit 169 "Todeszonen", 415 weiteren
Gebieten drohte der Erstickungstod - vielen vor US-Küsten." (Scheub/Schwarzer - Die Humusrevolution)

Es geht mir nicht darum, Recht zu haben und andere flankierende Maßnahmen wären warscheinlich
notwendig...

Hallo Eberhard,
es soll verhindert werden, das die Jungbauern nur noch weinend im Unterricht sitzen.

https://taz.de/Polizei-im-Nationalsozia ... zialismus/

Es kommt ja noch dazu, das z. B. die ökologische Wirtschaftsweise seit Jahrzehnten in dieser Ausbildung lächerlich gemacht wird. Es ist ein übles System, das wenigen großen finanziellen Nutzen bringt und
alle sind mehr oder weniger gezwungen mit zu machen.

Hat jemand den Artikel von Prof. Paech gelesen. Ich finde, er hat das Dilemma ganz gut beschrieben...

Gruß Wurmfried
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Pfiffikus » Do 29. Aug 2019, 22:45

Hallo Wurmfried,
Wurmfried hat geschrieben:
Di 13. Aug 2019, 13:37
Der Weltklimarat fordert alle Nationen auf die Wirtschaftsweise zu ändern, nicht nur Deutschland.
das weiß ich.
Praktisch entscheiden nicht 80 Millionen Deutsche oder 500 Millionen Europäer, sondern diese Frage wird von 1,4 Milliarden Chinesen und 1,4 Milliarden Indern sowie einigen Milliarden weiteren Menschen in den Entwicklungsländern entschieden, die nach mehr Lebensstandard streben.

Ob wir 80 Millionen Deutsche da noch zwanzig Prozent unserer Energie aus Braunkohle gewinnen oder lieber den CO²-freien Atomstrom aus Frankreich und Belgien nutzen, das spielt für das Weltklima nur eine untergeordnete Rolle.


Wurmfried hat geschrieben:
Di 13. Aug 2019, 13:37
Es wird sich warscheinlich nichts ändern, es wird weiterhin viel von Werten und individueller Freiheit gefaselt werden, aber es geht nur um Geld, viel Geld.
Leider ist das sehr wahr. Es geht weder um Freiheit, noch um Klimaschutz, sondern um eine groß angelegte Umverteilung von Geld. Davon ist in Deutschland eben mehr zu verdienen und aus diesem Grunde macht verleitet man vor allem uns zu diversem Aktionismus.

Wurmfried hat geschrieben:
Di 13. Aug 2019, 13:37
"In die Ostsee sollen jährlich 760.000 Tonnen Stickstoff gelangen. Er düngt dort Algen und Einzeller,
die sich explosionsartig vermehren und anderen Lebewesen den Sauerstoff rauben. Das Wasser trübt sich
ein, Licht dringt nicht mehr durch zu Tangwäldern und Seegraswiesen als Teil mariner Nahrungsketten.
Die Folge riesige "Todeszonen"." Die Ostsee ist eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt",
Die Zahlen habe ich jetzt nicht nachrecherchiert oder nachgerechnet. Praktisch klingt das horrend viel. Es ist aber nicht verwunderlich, dass die zahlreichen Flüsse, die in die Ostsee münden, Nitrate im Wasser mitführen, mutmaßlich schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten.
Diese 760.000 Tonnen Stickstoff sind ja nirgends in der Ostsee auf einem Haufen, sondern in gigantischen Wassermassen eingemischt. Die großen Zuflüsse wie die Oder und die Weichsel sind keinesfalls so weit belastet, dass sie "tot" sind. Das weiß ich aus eigener Anschauung. Wie die Newa oder andere Flüsse aussehen, weiß ich nicht aus eigener Anschauung. Es ist schwer vorstellbar, dass sich die eingeschwemmten Stoffe irgendwo in der tosenden Ostsee anreichern, um alles Leben absterben zu lassen.

Praktisch wurde die Ostsee in den letzten Jahren ganz schön entlastet. Die neuen Bundesländer wurden erstmal weitgehend deindustrialisiert. Die Betriebe in Polen und in den baltischen Staaten unterliegen jetzt nicht mehr den alten polnischen oder sowjetischen Umweltauflagen, sondern müssen sich an die strengen EU-Auflagen halten. Sollte man das ignorieren?

Solche Formulierungen wie "Todeszonen" halte ich aus diesem Grunde gelinde gesagt für verbale Zuspitzungen der Situation, dass einige (nutzbare) Spezies an dieser Stelle verschwinden und andere Arten die neu entstandene biologische Nische besiedeln. Wirklich tot ist ganz sicher keine Stelle der Ostsee.


Bitte versteh mich nicht falsch! Auch ich halte es für unverantwortlich, dass die Schadstoffeinträge einschließlich Nitrat immer noch so hoch sind, wie wir sie heute vorfinden. Doch wer mich kennt, weiß auch, dass ich mich von solchen Zuspitzungen und Übertreibungen nicht zu irgendwelchem Aktionismus mit fraglichem Nutzen hinreißen lasse. (So erinnere ich an die Diskussion über die Wattestäbchen, die gar keine Chance haben, in die Meere zu gelangen.)

Wurmfried hat geschrieben:
Di 13. Aug 2019, 13:37
Es geht mir nicht darum, Recht zu haben und andere flankierende Maßnahmen wären warscheinlich
notwendig...
In der Tat wären weitere Maßnahmen, die den Schadstoffeintrag in die Meere, reduzieren, sehr wünschenswert. Insbesondere denke ich hier an den Nitratüberschuss der Landwirtschaft, der sich mit vertretbarem Aufwand reduzieren ließe.



Pfiffikus,
der das schon an anderer Stelle betont hat
Eberhard
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Eberhard » Sa 31. Aug 2019, 11:05

künstliches Kohlenstoffmanagement
Wenn das über Pflanzenkohle laufen soll: Da müsste erst einmal zusätzliches organisches Material entstehen => grüne Pflanzen statt Brandrodung, Flächenversiegelung, Monowirtschaften u.a.
Aber damit kann man ja erst einmal anfangen und Erstes bewegen.
Daneben ist derzeit die flächendeckende Verwendung von Pflanzenkohle für Bodenverbesserung in der Landwirtschaft zu teuer. Wer gibt das Geld, solche extra noch zu vergraben?
Abgesehen davon ist es derzeit noch möglich, Pflanzenkohle aus Resten (Abfällen) und regional zu erzeugen. Darüber wacht sogar eine europäische Zertifizierung. Ich selber benutze Verschnitt aus der Obstbaumpflege. Damit können heutzutage nicht mehr viele etwas anfangen.
Wenn diejenigen ins Spiel kommen, die das große Rad drehen und Geld verdienen wollen, hat es sich mit Abfällen und regionaler Erzeugung. Da wird flächenhaft plattgemacht und das Zeug durch Europa hin- und hergefahren - unter dem Siegel des Umweltschutzes und mit extra Fördergeld ...

Man kann natürlich auch mit eigener Energie das Kohlendioxid aus der Luft entnehmen, aufspalten und die entstandene Kohle in die Erde vergraben. Auch da stehen Investoren bestimmt Schlange - wenn ein Dritter Mäuse rüberreicht.
Diese 760.000 Tonnen Stickstoff sind ja nirgends in der Ostsee auf einem Haufen, sondern in gigantischen Wassermassen eingemischt.
Nun, in einigen Gebieten in Deutschland und anderswo werden zwangsweise Trinkwasserbrunnen geschlossen (um mit Riesenaufwand neue verwendbare Quellen erschließen zu müssen), weil der Nitrateintrag im Grundwasser zu hoch und gesundheitsschädlich ist. Ich glaube nicht, dass man wartet, bis da Nitratklumpen feststellbar sind oder aber flächig Tod eintritt ...
Wirklich tot ist ganz sicher keine Stelle der Ostsee.
Nun, man sagt ja auch, Kakerlaken überstehen auch Atomschläge. Das Vorhandensein von Kakerlaken gleichzusetzen mit einem wünschenswert lebensfähigen Umfeld wird aber wohl nicht der Maßstab sein.

Überspitzungen stellen vielleicht nicht die objektive Realität dar. Sie helfen aber, Problemfälle erst einmal ins Bewusstsein zu rücken. Wenn die Promillezahl der Verkehrstoten um 0,02 Punkte steigt, ist das eine Zahl, die wenig Aktionismus auslösen dürfte bei den meisten. Wenn da aber zwei, drei Fälle in der eigenen Umgebung/Familie dazu beitragen, dürften die Glocken ziemlich laut klingen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Pfiffikus » So 1. Sep 2019, 16:33

Eberhard hat geschrieben:
Sa 31. Aug 2019, 11:05
künstliches Kohlenstoffmanagement
Wenn das über Pflanzenkohle laufen soll: Da müsste erst einmal zusätzliches organisches Material entstehen => grüne Pflanzen statt Brandrodung, Flächenversiegelung, Monowirtschaften u.a.
Im Moment kann es nur darum gehen, die CO²-Produktion der Menschheit ein wenig zu kompensieren. Mehr ist im Moment nicht realistisch.

Eberhard hat geschrieben:
Sa 31. Aug 2019, 11:05
Daneben ist derzeit die flächendeckende Verwendung von Pflanzenkohle für Bodenverbesserung in der Landwirtschaft zu teuer. Wer gibt das Geld, solche extra noch zu vergraben?
Es kommt immer darauf an, zu welchem Zwecke man die Pflanzenkohle herstellt. Wer den Boden verbessern will, wird auch nur diesen Zweck erfüllen, mit einer Kohle, die aus einigermaßen erlesenen Abfällen hergestellt worden ist.

Darüber hinaus könnte es in einiger Zukunft wünschenswert sein, den heutzutage angerichteten Schaden an der Atmosphäre zu reparieren. Wenn das beabsichtigt ist und genau dafür Fördermittel bezahlt werden, dann werden einige Firmen ganz verschiedene, gemischte organische Abfälle einer Pyrolyse zuführen und die entstandene Kohle irgendwo feuersicher deponieren müssen. Wenn da ein wenig Gift oder ein paar Schwermetalle in der Kohle enthalten sind, wäre das kein Problem, sie wird ja ohnehin verbuddelt.


Eberhard hat geschrieben:
Sa 31. Aug 2019, 11:05
Man kann natürlich auch mit eigener Energie das Kohlendioxid aus der Luft entnehmen, aufspalten und die entstandene Kohle in die Erde vergraben.
Rein theoretisch wäre das möglich. Praktisch wäre das der aufwändigste und teuerste Weg, das CO² direkt aus der Atmosphäre zu entnehmen. Wer außer einigen experimentierfreudigen Wissenschaftlern sollte das tun?

Zielführender wäre da die Verwendung von CO², das bei der Verbrennung von Erdgas, Synthesegas oder Biogas entsteht, aus dem Abgas zu filtern. Das wäre billiger, es wird zuweilen heute schon gemacht. Dieses CO² ist aber zu wertvoll, um es teuer in elementaren Kohlenstoff zu verwandeln, der deponiert werden soll. Dieses CO² wird man lieber für das PowerToGas-Verfahren nutzen.

Energetisch und wirtschaftlich am sinnvollsten zur endgültigen CO²-Entsorgung ist die Nutzung der Photosynthese, indem irgendwelche Biomasse pyrolysiert wird. Damit könnten unsere Kinder in der Tat wieder einige Schäden an unserer Atmosphäre reparieren.





Eberhard hat geschrieben:
Sa 31. Aug 2019, 11:05
Nun, in einigen Gebieten in Deutschland und anderswo werden zwangsweise Trinkwasserbrunnen geschlossen (um mit Riesenaufwand neue verwendbare Quellen erschließen zu müssen), weil der Nitrateintrag im Grundwasser zu hoch und gesundheitsschädlich ist. Ich glaube nicht, dass man wartet, bis da Nitratklumpen feststellbar sind oder aber flächig Tod eintritt ...
Es gilt für Nitrat ein Grenzwert von 50 mg/Liter im Trinkwasser. Wenn der Wasserversorger nicht mehr in der Lage ist, den Nitratgehalt durch eine Mischung aus anderen, saubereren Quellen zu senken, dann müssen sie auf dieses Wasser aus dem nitratreichen Brunnen eben verzichten.

Trotzdem sollten wir auch mal andere Zahlen ansehen. Wir Koifreunde überwachen regelmäßig den Nitratgehalt des Teichwassers und versuchen, dass wir ihn unter 100mg/l, besser unter 50mg/l halten. Größere Konzentrationen überleben die Fische auch ohne Weiteres, doch es besteht dann die Gefahr, dass die Farben der Koi zurück bilden. Ums Überleben geht es wahrscheinlich erst bei hohen dreistelligen Werten. So genau hat das von uns noch niemand ausprobiert.


Fazit:
Ja, das Nitrat im Grundwasser ist problematisch, vor allem wenn es um gesundes Trinkwasser geht. Ja, niedrige Nitratwerte sind immer erstrebenswert. Aber nein, solche Nitratkonzentrationen, die den Fischen gefährlich wird, haben wir in den Zuflüssen der Nord- und Ostsee nicht. Wie sollen da "Todeszonen" in der Ostsee entstehen?

Wenn überhaupt, dann werden in der Ostsee stellenweise die Tange und Algen gedüngt, so dass diese massenhaft wachsen. Wenn diese irgendwann mal absterben und verwesen, könnte der Sauerstoff für manche Fischarten knapp werden, so dass eine ökologische Nische für andere Tierarten frei wird. Aber das wird doch nicht zu einer "Todeszone", nur weil andere Spezies als die von uns genutzten Fischbestände dort zu finden sind.

Eberhard hat geschrieben:
Sa 31. Aug 2019, 11:05
Überspitzungen stellen vielleicht nicht die objektive Realität dar. Sie helfen aber, Problemfälle erst einmal ins Bewusstsein zu rücken.
Ja, das mag stimmen.
Praktisch gehen unsere Meinungen wohl darüber auseinander, was man noch als "Überspitzung" gelten lassen kann und wo die Abgrenzung zum Fake oder zur Lüge zu ziehen ist. Wenn im Artikel, den uns Wurmfried zitiert hat, geschrieben wird, "Mehr als ein Fünftel der Ostsee, rund 60.000 Quadratkilometer, ist biologisch tot.", dann halte ich das nicht mehr bloß für eine Überspitzung.



Pfiffikus,
der angesichts der derzeitigen Lage ein Embargo für Brasilianisches Ethanol und Soja fordert
Eberhard
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Re: Neue Analyse des Weltklimarats

Beitrag von Eberhard » Do 24. Okt 2019, 11:08

Wer den Boden verbessern will, wird auch nur diesen Zweck erfüllen ...
Mir ist gerade noch einmal eine "alte" Quelle an den Augen vorbeigeflossen:
Die ERSTE Verkohlungsanlage Europas
Gerald Dunst als Autor der Website und Chef von Sonnenerde ist eine be- und anerkannte Kapazität für Kompostierung. Neben eigenen Erfahrungen und Versuchen führt er eine Reihe von Quellen an.

Über die angeführten Zahlen und die verwendete Anlage kann man streiten, über die Effekte sicher viel weniger. Wenn man Pflanzenkohle und (Boden)Leben ins Spiel bringt und wirken lässt, bilden Physik und Chemie und ein paar mathematische Gleichungen nur einen Bruchteil der Realität ab. Natur und Leben sind um einiges komplexer, jedes Ergebnis eines Prozesses führt zu weiteren Prozessen, und das laufend und langfristig und vielfältigst. Das ist im Vergleich das Licht der Sonne gegenüber dem Strahl der Taschenlampe, den das menschliche Denkmodell nur jeweils liefern kann.

Vieles kann man auch selber lokal und aus lokalen Abfällen nachahmen und bewirken, und das ist nicht wirklich schwierig, sofern das eigene Bewusstsein kein Gegenspieler ist.

Ja, und wenn man die genannten Effekte flächendeckender umsetzen würde, nicht nur im fernen Amazonasgebiet, sondern auch unmittelbar an seiner eigenen Haustür (statt nur auf der Straße zu protestieren und zu fordern), dann käme einiges zusammen an CO2-Bindung.

Wenn denn das CO2 schuldig ist an der Erwärmung. Vor wenigen Minuten habe ich in ZDF-Info "Die Klima-Detektive - Kampf um die Zukunft des Planeten" gesehen. Danach wurde nur festgestellt, dass CO2-Gehalt der Luft und Temperatur gleich einhergehen im Wachsen und Fallen. Die für mich wesentliche Aussage war aber, dass eingebrachte Energie in der Atmosphäre ihre Wirkungen bei Wetter und Klima tut. CO2 ist Ergebnis u.a. von menschenerzeugter Energie, aber Energiezubringer gibt es noch weitere.

Denkfrage: Kann jeder auf Anhieb ohne nachzuschlagen sagen, wie hoch real der CO2-Gehalt der Luft ist, wo doch von dramatischen Höhen gesprochen wird? 0,04 Prozent. Daraus beziehen die Pflanzen ihren Hauptnährstoff für die Photosynthese - ohne Kohlenstoff geht nichts Organisches.

Weitere Denkfrage: Selten angesprochen, aber allgemein bekannt ist, dass Wasser um Potenzen klimawirksamer ist. Bewölkter oder unbewölkter Himmel, den Unterschied hinsichtlich Temperaturen kann jeder beschreiben. Was machen wir jetzt mit dem Wasser (außer gleich mal eine Steuer drauf zu legen)?
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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