Laubkompost

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
freestyle
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Re: Laubkompost

Beitrag von freestyle » Sa 8. Feb 2020, 18:07

kleines Update. Meine Laubkomposthaufen fallen erwartungsgemäß weiter kräftig zusammen. Theoretisch könnte man die zwei größeren zusammenlegen. Frage mich, ob ich damit bis zum Frühjahr warten soll?

Desweitern habe ich in einen der beiden Plastikkompostierer Mitbewohner. Vermutlich Mäuse. Hier sind aber auch Wühlmäuse und Maulwürfe unterwegs.
Der Kompost ist soweit fertig, im Frühjahr soll er verteilt werden. Welche Vorgehensweise empfehlt ihr mir?

Jetzt leerräumen, von unten Draht oder ähnliches auslegen und dann neu aufschütten, oder mit den Mäusen leben und nach der Kompostverwendung den neuen Ansatz entsprechend von unten schützen.
Eberhard
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Re: Laubkompost

Beitrag von Eberhard » Sa 8. Feb 2020, 19:18

Frage mich, ob ich damit bis zum Frühjahr warten soll?
Gegenfrage: Hast Du Winter? Ich hatte im Kühlschrank mehr Eis als vor der Haustür (Erzgebirgsvorland, 330 ü.N.)
Im Januar habe ich meinen Kompost (8 Kubikmeter) komplett umgesetzt sowie meinen Holzkompost (4 Kubikmeter) durchgesiebt und die verbliebenen gröberen Holzstücke (etwa die Hälfte) mit Laub und etwas Erde neu gesetzt.
Meine Laubkomposthaufen fallen erwartungsgemäß weiter kräftig zusammen.
Vielleicht kannst Du auch noch einmal Laub nachlegen. Ich tue so etwas, um recht viel Mulchmaterial für den kommenden und vmtl. wieder trockenen Sommer bereit zu halten.
Der Kompost ist soweit fertig, im Frühjahr soll er verteilt werden.
Ich selber tendiere immer mehr zum Mulchen im Gemüsegarten, wo der Boden nicht von Haus aus mit lebenden Pflanzen voll bedeckt ist. Und da brauche ich viel. Daher dient Kompost in verschiedenen Stufen dazu, "Frischmaterial" wie altes Gras, Laub usw. zu impfen und anrotten zu lassen. Wenn dann mal wieder frisches Grün gewachsen ist bzw. winterharte Gründüngung vor der Frühjahrsbestellung geerntet wird, wird dieser Mulch dann noch einmal damit aufgepeppt.
Jedenfalls bemerke ich, dass auf Grund der milden Temperaturen die Rotte auch in einem freien Außenkompost weiter läuft.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Laubkompost

Beitrag von freestyle » Mi 19. Feb 2020, 19:59

Sobald der windig/stürmisch Wetter vorbei ist, werde ich die zwei Laubkomposte zusammenführen.
Sabine hat eine Menge laub in unseren Garten getrieben. Prima - habe ich gleich aufgelesen und in den Sammelbehälter gepackt. Direkt eine Ladung Kaffeesatz drauf.

Heute wurde direkt beim Nachbarn eine Stromleitung freigeschnitten. Der Bauhof hat freundlicherweise den Ausläufer des Häckslers in Richtung meines Garten gedreht - statt in den Unimog. Was so eine Runde frischer Kaffe alles bewirken kann.

Das Angebot man könne den gesamten Inhalt des Unimog auch bei mir abkippen habe ich jedoch abgelehnt. Das Ausmaß schien mir jetzt doch zu groß.

@ Eberhard - das Angebot hättest du sicherlich nicht ausgeschlagen, oder ?
Eberhard
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Re: Laubkompost

Beitrag von Eberhard » Do 20. Feb 2020, 10:03

das Angebot hättest du sicherlich nicht ausgeschlagen, oder ?
Derzeit vielleicht doch. Das liegt aber mehr daran, dass ich in den vergangenen sechs Jahren sehr viel Holzabfälle angezogen habe, u.a. 5 Kubikmeter Holzhäcksel vom gemeindeeigenen Bauhof und größer 15 Kubikmeter gehäckseltes Fichtenreisig, und damit eine enorme Vorlast an Holz in Komposten verschiedener Verarbeitungsstufen wie auch schon ausgebracht im Boden habe. Dem gegenüber ist der Bezug an Grünmasse (Stickstoff für C/N-Verhältnis) deutlich zusammengebrochen (wiederaufgenommene Kleintierhaltung, zwei Dürre-Sommer), so dass ich in jedem Fall zurückhaltender sein muss.

Ich nehme aber gerne Laubholzreisig. Mein Nachbar hat einige Bäume umgelegt. Das massive Holz möchten sehr viele für ihre Feuerung, mit den feineren Stücken kann heute niemand mehr etwas anfangen als nur Häckseln und liegen lassen (macht Arbeit). Ich arbeite per Hackstock und Beil das Reisig für meinen Kon-Tiki auf. Holzhäcksel wären dort technologisch nicht so gut geeignet. Die aktuell bezogene Menge wird mir in der zweiten Jahreshälfte etwa 600 bis 800 Liter Pflanzenkohle liefern, und die kann dann liegen, Alterung unter Witterung macht sie sogar besser.

Dieses kleine Beispiel ist eines dafür, dass man für Pflanzenkohle nicht zwingend Wälder bei uns, in Rumänien, Skandinavien oder im Amazonasgebiet abholzen muss, sondern aus örtlichen Abfällen herstellen kann.

Generell ist es eine gute Idee, sich einen solchen Holzhäckselhaufen hinzulegen, wenn man Gelegenheit und Platz hat. Abseits der Verwendung als Mulch unter Sträuchern, auf Wegen usw. kann man hier eine Langfristkompostierung vornehmen: Etwas angemischt mit etwas Erde (Mineralik) und etwas fertigem bzw. auch halbfertigem Kompost zur mikrobiellen Impfung hat man eine gute Basis. Laub und Grünschnitt passen hier immer.
Man kann alles aus der Küche unterbringen, was an anderen Stellen als problematisch gilt. Das sind bei mir beispielhaft auch die Lake von Salzheringen, das Pflanzenöl vom Matjes, Aufgüsse jeder Art, Ausspülungen von Joghurt, Quark, Essensreste, das Kochwasser von Pasta, Kartoffeln, Klößen (sofern nicht wiederverwendet für das Kochen), Pflanzenreste. Sogar Fäkalien sind denkbar (siehe Trockentoiletten). Das pure Holz ist hungrig und kann vieles aufnehmen und problemarm verarbeiten. Durch Vielfalt und Langfristigkeit werden sich praktisch immer gesunde Rottebedingungen einstellen. Mit dem Ergebnis kann man dann auch etwas anfangen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Laubkompost

Beitrag von Sophie0816 » Do 20. Feb 2020, 12:47

Hallo freestyle,
ich hab die letzte Woche mehrmals an dich und deinen Laubkompost gedacht. :)
Hier wurde in den Grünanlagen fleißig 'aufgeräumt' und hübsche große Laubhaufen am Wegesrand aufgehäuft. Schön vorbereitet, ums, wenn gebraucht, einzuladen. :D

Und auch der Nachbar, der einzige hier mit eigenem Haus, hat jetzt die schönen Laubberge, die er den ganzen Winter liegen gelassen hat, angefangen in Plastiksäcke zu stecken.

Grüße Anja
freestyle
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Re: Laubkompost

Beitrag von freestyle » Fr 21. Feb 2020, 16:14

@ Anja, ich werde jetzt wohl öfters an deinen Nachbarn denken. Die Arme weiß gar nicht was er da entsorgt. Ich wusste es in der Vergangenheit jedoch auch nicht. Stelle jedoch fest. Laubkompost kann süchtig machen.

@ Eberhard - hast du einen selbstgebauten oder gekauften Kon-Tiki? Ich habe ja einiges an Pflanzenkohle im Spargeltopf / Holzofen produziert. Aber wirklich weit kommt man damit nicht. Leider ist unsere To-Do Liste hier zu lang, sonst würde ich meinen Partner bearbeiten mir ein Teil zu bauen. So schwierig wäre es ja nicht.
Hier fällt auch immer wieder genug Kleinholz an, um diesbezüglich Selbstversorger zu werden.

Ich sammle seit einiger Zeit auch alle Kochwasserreste für den Kompost. Allerdings findet der Hund die Mischung auch immer sehr lecker.

Gruß
freestyle
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Re: Laubkompost

Beitrag von Eberhard » Fr 21. Feb 2020, 17:06

Mein Kon-Tiki ist selbst gebaut, von einer örtlichen Metallbaufirma nach meinen Vorlagen und eigener fachlicher Umsetzung. Fassungsvermögen etwa 270 Liter, macht dann in der Praxis etwa 200 Liter pro Brennvorgang (2,5 Stunden). Mit Wasseranschluss von unten. Wasser/Wasserdampf sprengen die glühende Kohle richtig schön auf, danach ist sie so bröselig, dass man sie schon zwischen den Fingern zerreiben kann. Sie ist also meilenweit entfernt von Grillkohle aus dem Handel.
Daneben verhindert das Wasser dann ein Nach- und Verglühen der Kohle. Und fertig heißt dann fertig, eine nachträgliche Feuerwache erübrigt sich.

Ich habe aber auch schon Videos gesehen, wo z.B. eine alte Badewanne als Ersatz-Kon-Tiki genutzt wurde. Damit kann man auch einige Masse produzieren.
Selbstversorger
Man muss auch aufpassen, was die örtliche Polizeiordnung besagt. Das ist regional recht unterschiedlich. Bei uns sind Kochstellen mit Maximalbreite von einem Meter erlaubt, sonst nur angemeldete Brauchtumsfeuer. Man darf sich sicher sein, dass viele einen Unterschied zwischen Verbrennen von Abfällen oder Herstellung von Pflanzenkohle nicht im Ansatz erkennen können und wollen.
Daneben braucht man einigermaßen tolerante Nachbarn, manche stört ja schon der Geruch vom nachbarschaftlichen Grillen - denn etwas rauchen und riechen wird es immer, auch wenn man sich auf gleichmäßiges getrocknetes Laubholz beschränkt und bei Windstille arbeitet, wo verbleibende Rauchgase senkrecht in den Himmel gehen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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