Indoorkompostierung, ohne Würmer

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
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Gao
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Gao »

(wave) Da würde eine Bio Masteranalyse Sinn machen.

ph, Ton/Schluff
AAE10 P, K, Mg, Ca
CO2/CC P, K, Mg
H2O10 P, K, Mg, Ca
Corg (Humus analytisch)

Probebeutel und Formular kriegst eigentlich in jedem Bau/Gartenmarkt.
In der Regel brauchen die nen Liter Material für die Analyse.
Kanst natürlich mehr testen ob das sinnvoll wäre ist aber fraglich..
Das Komplettpacket inkl aller wichtigen Spurenelemente kosted so um die 500 Euro aufwärts. (irre)


Gruss Gao (wave)
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Stadtfarmerin
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Stadtfarmerin »

Hallo Anja,

zur Bodenuntersuchung kann ich dir leider keine Empfehlung geben, da kenne ich mich nicht aus. Aber das Ergebnis der Untersuchung, falls du mal eine machen lässt, würde mich sehr interessieren!

Angeregt durch deinen Bericht und den vielen interessanten Beiträgen hier, habe ich nun auch ein kleines Experiment gestartet zur Edisierung von Bioabfällen. Wäre doch klasse, wenn man dadurch seine eigene Blumenerde machen kann!

Als Behälter habe ich einen 5 Liter Eimer genommen, lebensmittelecht, ehemals Joghurteimer. Oben drauf liegt ein doppelter Gartenflies. In den Deckel habe ich ein großes Loch geschnitten. So kommt immer Luft in den Eimer.

Nun zum Inhalt: das ist ein Sammelsurium aus allem möglichen (Danke für die Ideen!):

Gartenerde, halb verrottete, klein gerupfte Blätter, Moos, Blumenerde, etwas Substrat mit Enchyträen und Springschwänzen aus dem Wurmkomposter, ein halber TL Algenkalk, 1 TL Urgesteinsmehl.

Das macht ca. 3/4 der Mischung aus. Dazu dann noch ca. 1/4 bestehend aus: Tee- und Kaffeesatz, gemahlene Eierschalen sowie kleingehäkselt: Karotten- und Zitronenschalen, Ananas, Wasserpflanzen aus dem Aquarium.
20191228_151916.jpg
Der Eimer ist nun zu ca. 1/4 gefüllt und steht im kühlen Hausflur. Ich bin gespannt was passiert.

Was meint ihr dazu?
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Viele Grüße
Christina
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Sophie0816
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 »

Stadtfarmerin hat geschrieben: Sa 28. Dez 2019, 17:22 ...habe ich nun auch ein kleines Experiment gestartet zur Erdisierung von Bioabfällen. Wäre doch klasse, wenn man dadurch seine eigene Blumenerde machen kann!
Das find ich ja Klasse, Christina. :)

Stadtfarmerin hat geschrieben: Sa 28. Dez 2019, 17:22 Was meint ihr dazu?
Ne bunte Mischung. :)
Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Ich könnte mir vorstellen, dass du den 1/4 Anteil noch vergrößern könntest. Vielleicht ist es aber auch genau richtig so, dass du von Anfang an auch mehr Pflanzenteile dazu nimmst.
Das weiß man ja tatsächlich erst, wenn man das Endergebnis irgendwie prüft.

Gao hat geschrieben: Sa 28. Dez 2019, 17:14 (wave) Da würde eine Bio Masteranalyse Sinn machen.
Uih, danke für die schnelle Antwort. :)

Gao hat geschrieben: Sa 28. Dez 2019, 17:14 Das Komplettpacket inkl aller wichtigen Spurenelemente kosted so um die 500 Euro aufwärts. (irre)
:shock: Ähm, dann spielt der Preis doch eine Rolle. :lol:
Der Bezirk vergibt hier Fördermittel für eine nachhaltige Entwicklung. Ich werde einen Antrag stellen. Pro Projekt gibt es maximal 1500,- €. Ich denke, mit über 500,- € für ne Bodenprobe komme ich nicht durch. Das wäre dann der größte Posten. Das man die Qualität prüfen muss, wird denen klar sein. Den Preis werden sie nicht verstehen.
Gao, auf was könnte man am ehesten verzichten und welche Auswirkungen hätte das evtl. fürs Pflanzen?
Danke das du dein Wissen Teilst!
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Gao
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Gao »

Also die Masteranalyse die ich beschrieben hab kostet iwas zwischen 40-80 Euro.
Da ist das wichtigste dabei.
Spurenelemente usw tested man nur wenn man an den Pflanzen Mangelerscheinungen feststellt.
Ob das Material brauchbar ist kanst ja auch sehr gut testen indem was drin anpflanzst.
Wenn das nicht klapt kanst dir immer noch überlegen weiteres testen zu lassen.
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Sophie0816
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 »

Achso, ich dachte das Masterprogramm ist das Komplettprogramm wo alles drin ist. 40-80 € das geht ja dann. :)
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Pfiffikus
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Pfiffikus »

Hallo Anja,
Sophie0816 hat geschrieben: Sa 28. Dez 2019, 16:34 Mal angenommen, ich würde den überwiegend anfallenden organischen Abfall der Hausgemeinschaft hier (8 Parteien) kompostieren,...
da musst Du besonders vorsichtig sein und ein gewisses Vertrauen zu den Leuten haben.

Sortiert und kompostiert man seine eigenen Abfälle, dann ist es in der Regel kein Problem. Doch je flüchtiger die Bekanntschaft ist, desto weniger Sorgfalt werden Deine Bekannten an den Tag legen. Dann wirst Du unter Umständen mal diverse Brot- oder Bananen-Etiketten in den Abfällen haben. Die kleben an den organischen Abfällen dran, bestehen aber aus Plastik und werden nicht kompostiert. Es gibt Menschen, die stören sich daran, wenn sich in der fertigen Erde ein paar kleine Plastikteile befinden.

Später fliegt mal der eine oder andere Knochen oder eine Zigarettenkippe in die Abfälle - das ist nichts für Deinen Mixer und Deinen Kompost. Also solltest Du sehr präzise Absprachen treffen!


Pfiffikus,
der beobachtet, dass in der kommunalen Kompostierung allerhand Fehlwürfe landen
Eberhard
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Eberhard »

würde am Ende wissen wollen, welche Qualität der entstandene Boden hat
Wenn man sich bewusst macht, dass Pflanzen die benötigten Nährstoffe und Spurenelemente in ihren Teilen einlagern, sind diese im verrotteten Kompost immer noch enthalten, sofern sie nicht als Wasserlösung oder als entweichende Gase andere Wege gehen.

In Summe wird also Dein Kompost deutlich mehr Nährstoffe und Spurenelemente enthalten wie normaler Boden und ebenso deutlich mehr, als Labore für einen gut gebrauchsfähigen Boden empfehlen. Etwas anderes werden Dir dann die Zahlen aus einer Bodenanalyse auch nicht sagen.

Die etwas "höhere Mathematik":
- Es kommt nicht nur darauf an, was vorhanden ist. Es sollte pflanzenverfügbar sein. (Es sollen schon Menschen auf dem offenen Meer verdurstet sein.)
- Nach Albrecht kommt es auch darauf an, in welchem Verhältnis solche Nährstoffe zueinander auftreten.
- Nach Ingham spielt dann auch die Zusammensetztung des Bodenlebens ein Rolle (Verhältnis Bakterien zu Pilze).

Im Feldbau könnte man noch etwas lenken, da ja unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Ansprüche haben. Dort werden sich die Kosten für Analysen auch eher lohnen.
Ich persönlich habe aber dieses Thema abgehakt. Wenn man dann mit häufigen Fruchtfolgen, Mischkulturen, Untersaaten und sonstigen Methoden in Richtung Vielfalt arbeiten möchte - worauf sollte man gezielt hinarbeiten, außer auf humusreichen Boden voller vielfältigen Bodenlebens?

Der Bezirk vergibt hier Fördermittel für eine nachhaltige Entwicklung. Ich werde einen Antrag stellen. Pro Projekt ...
Oder drehst Du hier an einem ganz anderen Rad, das etwas größer ist als eine Kompostierung in Eimergröße?
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Stadtfarmerin »

Heute gab's für den Komposteimer noch zwei Handvoll Walderde, hellbraun und lehmig, durchsetzt mit Tannannadeln. Weiterhin eine Handvoll neuer gehäkselter Küchenabfälle, diesmal Kaffeesatz, Bananen,- Zwiebel- und Lauchschalen.

Ich hab alles nochmal gut durchmischt, die Konsistenz ist leicht feucht. Es riecht nach Walderde mit leichter Lauchnote :D. Nun lasse ich das ganze erstmal ruhen.

20191229_145922.jpg
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Viele Grüße
Christina
Eberhard
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Eberhard »

durchsetzt mit Tannannadeln
Beim nächsten Mal bei Möglichkeit Laubmischwald bevorzugen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Indoorkompostierung, ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 »

Erstmal noch danke Pfiffikus und Eberhard, für eure Erfahrungen zum Thema Abfälle der Nachbarn und Bodenanalyse.

Nach einer Woche abwarten, hat sich die Idee die ich da hatte wieder beruhigt und an die Realität angepasst. Ich werde das mit der Kompostierung weiter organisch wachsen lassen, so wie es bisher auch lief und keinen Antrag auf Gelder stellen. Es ist noch zu früh und zu klein und zu unklar, wohin es sich entwickelt.
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