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Kompostwürmer für den Garten oder als Futtertier? Fragen zu den Spezies: Eisenia foetida, Dendrobaena veneta oder doch ein Regenwurm (Lumbricus terrestris) ? Dann bist Du hier richtig!
Nin0602
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Beitrag von Nin0602 » Di 12. Mär 2019, 13:26

Hallo,
Heute soll mein Wurmeimer mit 1000 konkons geliefert werden. Bin noch blutiger Anfänger sozusagen. Was muss ich gerade jetzt am Anfang beachten und wie lange dauert es bis sie schlüpfen? Kann ich schon essensreste hinzugeben oder erst wenn sie geschlüpft sind? So wurmkraftfutter und 3 Liter wurmerde sind bei dem 6 Liter Eimer dabei. Reicht das platzmäßig aus oder wird das auf Dauer zu klein und ich sollte lieber noch nen zweiten Eimer besorgen?
Vielen Dank. LG nin
SuMiXaN
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Re: Anfänger

Beitrag von SuMiXaN » Di 12. Mär 2019, 14:40

Vorab: Hab erst seit Ende letzten Jahres meine Wurmzucht und bin deshalb bei weitem nicht so erfahren wie so manch Anderer hier. Hab hier im Forum bereits einiges gelesen aber dies wird mein erster Beitrag.

Zum Thema:
Erstmal ist die entscheidende Frage was du mit den Würmern möchtest. Willst du Küchenabfälle zu Wurmhumus verarbeiten um damit deine Pflanzen zu düngen, sie als Köder zum Angeln nutzen oder vllt. an deine Tiere verfüttern?
Der kleine 6L Eimer ist eigentlich nur zum hältern der Würmer gedacht und nicht zum züchten. Er eignet sich auch gut um aus der eigentlichen Wurmzucht ein paar Würmer zu nehmen, um sie z.B für das Angeln zu mästen.
Der Eimer sollte ausreichen um die ersten Kokons zum schlüpfen zu bringen. Generell habe ich aber die Erfahrung in meinem Hältereimer gemacht, dass die darin aufgezogenen Würmer eher klein bleiben. Für die Zucht oder die Gewinnung von Wurmhumus würde ich auf Dauer ein größeren Gefäß benutzen. Zur Zeit benutze ich für meine Angelwurmzucht 2 Styroporboxen aus dem Wurmwelten-Shop. (Kühlbox internationaler Versand)
Ebenfalls geeignet sind z.B Mörtelwannen die mit ein bisschen Aufwand auch ausbruchssicher gemacht werden können (einfach mal googeln).
Wann die Kokons genau schlüpfen kann ich dir leider nicht sage. Das hängt von mehreren Faktoren ab.

z.B:
Wie alt die Kokons die du geliefert bekommst schon sind: hellgrün = neue Kokons; brauntöne = schon ältere die bald bereit sind zu schlüpfen
Von der Temperatur, dem Substrat in dem sie liegen etc.
Sie werden nach und nach schlüpfen und nach Futter suchen. Du kannst schon vom ersten Tag an in ganz kleinen Mengen füttern und abwarten bis es weniger wird bevor du weiteres Futter zugibst. Ich würde am Anfang empfehlen Futter zu verwenden, welches nicht so schnell schimmelt (Mineralmix, Kaffeefilter, Gurkenschale oder Paprikareste sollten auch gehen)
Ist mit dem Wurmkraftfutter das Wurmwachstumspulver gemeint? Falls ja: Das ist sehr proteinreich und sollte nicht in großen Mengen gefüttert werden, es sei denn es ist über einen kurzen Zeitraum, gezielt eingesetzt um ein paar sehr große/dicke Würmer zu bekommen.

Du solltest am Anfang beachten das du neben dem mitgeliefertem Substrat keine gedüngt Erde (Blumenerde) verwendest. Graberde soll ganz gut sein, optimal wäre wohl die Erde aus einem eigenen Komposthaufen.
Es kann hilfreich sein den pH-Wert seiner Wurmzucht zu kennen. Er sollte so zwischen 6-7 liegen. Auf Dauer neigen Wurmzuchten zur Versauerung und es ist hilfreich von Anfang an mit gemahlenen Eierschalen oder Gartenkalk gegenzusteuern. Neben den Küchenabfällen sollte man immer wieder Zellstoff (Wellpappe, Klorollen, Zeitung etc.) verfüttern. Wichtig dabei ist das die Zeitung nicht beschichtet ist, klebstoffreste und Aufkleber von Pappe entfernt werden usw.

Hoffe meine Antwort hilft dir ein bisschen. Generell gilt: Geduld haben, abwarten und die Würmer machen lassen. Eher die Würmer in ruhe arbeiten lassen als krampfhaft alles richtig machen wollen. Bei Problemen wird dir hier im Forum sicher gerne geholfen. Es lohnt sich die Beiträge hier durchzustöbern um sich selbst zu beruhigen oder Ideen zu bekommen was man seinen Schützlingen gutes tun kann.

Gruß SuMiXaN
Nin0602
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Re: Anfänger

Beitrag von Nin0602 » Di 12. Mär 2019, 17:46

Hallo
Vielen Dank schon mal für die ausführliche Hilfe. Das hat mir schon ziemlich weiter geholfen.
Wir wollen die Würmer züchten, da mein Mann gerne angelt. Außerdem haben wir auch einen großen Garten und können immer wieder gute Erde und Dünger gebrauchen. Haben somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen :-)
Dann muss ich mal schauen wie ich zb ne Mörtelwanne ausbruchsicher bekomme. Davon hab ich auch noch zwei hier. Dann könnte ich theoretisch die Würmer aufteilen oder? Lg
SuMiXaN
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Re: Anfänger

Beitrag von SuMiXaN » Di 12. Mär 2019, 18:51

Hi,

Um den Wurmhumus zu nutzen würde sich ein System mit mehreren Ebenen anbieten. Entweder über oder nebeneinander. Beides kann man auch selbst bauen oder eben hier bei Wurmwelten kaufen. Natürlich kann man Wurmhumus auch aus einer Mörtelwanne ernten, es ist aber bequemer einfach eine gefüllte Ebene zu ernten, die relativ frei von Würmern ist. Die sollen ja schließlich in der Zucht bleiben und sich vermehren.

Natürlich kannst du die Kokons oder geschlüpften Würmer aufteilen. Es hat aber auch Vorteile am Anfang nur ein Behältnis zu verwenden. Jede Wurmzucht muss ersteinmal einlaufen. Das heißt es müssen sich die nötigen Mikroorganismen, eine gewisse Anzahl von Würmern und sonstige Helferlein wie Milben und Springschwänze bilden damit die Verwertung von Küchenabfällen gut anläuft. 1000 Kokons sind eine gute Startpopulation für eine Wurmzucht aber nicht genug damit die Zucht "voll" ist.

Ansonsten stellen sich die Würmer in ihren Kokons schon auf die Erde ein, in welcher sie später rumwuseln werden. Wenn du sie direkt aufteilst sollte es keine Probleme geben, ich rate allerdings davon ab, die geschlüpften Würmer in ein ganz neues Substrat zu geben. Natürlich werden die Würmer auch das neue Substrat für sich erobern, aber aus meinen Erfahrungen gibt es dabei immer mehr oder weniger Verluste zu beklagen.

Ich weiß ja nicht ob dein Mann besonderen Wert auf fette Würmer beim angeln legt, aber ich würde vorschlagen die Mörtelwanne, oder welches Gefäß es auch immer wird, als Wurmzucht zu nehmen und den kleineren Eimer dann als Hälter und Masteimer zu nehmen. Dann kann man immer ein bissche Erde aus der Zucht samt Würmern entnehmen und in den Eimer geben. Die Würmer in dem Eimer werden dann mit mehr Protein gefüttert (Wurmwachspulver, Mehl, Brötchenreste...) Das sollte man nämlich nie länger als 6 Wochen machen, weil es den Würmern auf Dauer nicht gut tut und zum Tod führen kann. Falls Würmer nicht verangelt werden, kann man sie danach wieder in die Zucht geben.

Gruß
SuMiXaN
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Re: Anfänger

Beitrag von Nin0602 » Di 12. Mär 2019, 19:00

Ja hab gerade mit ihm gesprochen. Werden die Tage eine aus leeren Eimern und Deckeln aus dem baumarkt bauen (solche wo zb Farbe drin ist.) ist da 10 Liter ausreichend wenn man davon 2-3 Ebenen macht plus einen Eimer mit ablaufventil für die Flüssigkeit?
Zum Angeln braucht er wenige dicke und ein paar kleinere für zb Aal. Also werd ich alle Würmer in einem "Behältnis" lassen.
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Re: Anfänger

Beitrag von SuMiXaN » Di 12. Mär 2019, 19:27

Hi,

Leider kann ich dir nicht sagen ob die 10L Eimer ausreichend sind. Die meisten Würmer leben in den oberen 1-2 Schichten. Wenn man viele Würmer haben möchte, kommt es mehr auf die Größe der Oberfläche an, als auf die Anzahl der Kammern. Wenn ihr alle Küchenabfälle, die für Würmer geeignet sind, in die Wurmzucht schmeissen wollt und möglichst viel Wurmhumus zu bekommen, dann würde sich ein Vergleich mit den fertigen Systemen im Shop anbieten. Dort gibt es unterschiedliche Modelle (glaube auch mit Maßen, ansonsten bei den Hanfmatten nachschaun) die für einen 2 oder 4 Personenhaushalt empfohlen werden.

Die Kammern sind besonders nützlich um den Humus zu ernten. Ich habe hier gelesen das man 3-4 Arbeitsebenen + eine Ablaufeben mit Ventil haben sollte. Bei 3 Ebenen scheint es noch vereinzelte Würmer im Humus zu geben, dafür kann man eher ernten. Bei 4 Ebenen sollte dann wirklich endlich alle nach oben umgezogen sein.

Wenn man neue Plastikgefäße kauft muss man vorsichtig sein das die keine Weichmacher und so einen Sch**ss abgeben. Das bekommt den Würmern nicht. Ältere Gefäße sollten gut gereinigt werden, besonders Farbreste oder ähnliches sollten alle weg sein. Du brauchst natürlich auch nicht alle Ebenen von Anfang an. Wenn du z.B eine alte Mörtelwanne hast und mit denen arbeiten möchtest, dann verwende am Anfang die alte Wanne. Dann besorgst du schon neue Wannen und lässt diese auslüften damit später möglichst wenige Schadstoffe austreten und die Würmer stören. Manche haben wohl gute Erfahrungen mit alten Ketchupeimern usw. gemacht. Die sind hoffentlich Schadstoffrei und es besteht nicht das Risiko das doch noch Farbreste enthalten sind.
Im Prinziep kann man alles mögliche verwenden...man muss nur wissen was man sich von der Zucht verspricht und dementsprechend sein Gefäß wählen. Ich habe keine zusätzlichen Kammern, weil ich die rein zum Angeln züchte und nur gelegentlich Substrat entnehme damit es nicht zu voll wird.
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Re: Anfänger

Beitrag von Nin0602 » Di 12. Mär 2019, 19:34

Ok danke schön für die hilfe. Hab noch ne zweite hilfreiche Internetseite gefunden. Da werden für 10 Liter circa 150g Würmer angegeben, die sich dann über verschiedene Ebenen verteilen.
Vlt finden wir morgen im baumarkt noch was besseres als jetzt auf die schnelle im Internet. Mörtelwanne hab ich noch keine wirkliche Idee, wie ich diese ausbruchsicher bekomme. Hab auch noch 20 Liter Eimer da mit auslaufrille, das wird wahrscheinlich auch bisschen schwieriger dicht zu kriegen. Deswegen die Idee mit den Eimern und Deckeln. Auf der weiteren Webseite wurde eine Fläche von 10 qcm angegeben, wenn 0,5kg essensreste in der woche umgewandelt werden sollen.
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Re: Anfänger

Beitrag von SuMiXaN » Di 12. Mär 2019, 19:44

Ich geh mal einfach davon aus, das die Werte stimmen. Ich hab das selber nie so genau verfolgt :D
Es gibt auf Youtube ganz gute Anleitungen, auf manchen Gartenseiten und von anderen Quellen. Du weißt ja jetzt worum es geht und worauf es ankommt. Mach dir keine Sorgen, das wird schon werden und falls nicht kann man auch noch nachbessern. Irgendwann haben sich die Würmer auch an ihr Zuhause gewöhnt. Mein erster Versuch als Wurmbehausung hatte am Anfang große Luftlöcher im Deckel die ich mit einem festgeklebtem alten Trockentuch ausbruchssicher gemacht habe. Mittlerweile hat sich das gelöst aber die Würmer haben gar kein Interesse mehr ihre Behausung zu verlassen. Am Anfang krochen ein paar gerne unter dem Deckel rum, seit Wochen bleiben sie brav in ihrer Erde und futtern vor sich hin. Falls es am Anfang zu einer Wurmflucht kommen sollte, einfach das Licht in dem Raum mit der Wurmzucht anlassen, dann bleiben sie in der Zucht. Falls es später zu Massenfluchten kommen sollte, dann stimmt mit der Zucht etwas nicht.
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Re: Anfänger

Beitrag von Nin0602 » Di 12. Mär 2019, 20:24

Ok danke schön für den Tipp
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Re: Anfänger

Beitrag von Pfiffikus » Mi 13. Mär 2019, 08:25

Herzlich willkommen hier bei uns im Forum!
Nin0602 hat geschrieben:
Di 12. Mär 2019, 19:34
Mörtelwanne hab ich noch keine wirkliche Idee, wie ich diese ausbruchsicher bekomme.
Das ist ganz einfach. Und zu diesem Zwecke musst Du die Mörtelwanne nicht beschädigen. Schau hier! Das Elixier habe ich eigens für diesen Zweck entwickelt.
viewtopic.php?f=10&t=1805

Die Aufteilung der Population in zwei Gruppen ist auch keine schlechte Idee. Sollte in einer Kiste mal eine Krankheit ausbrechen, so kann man versuchen, das von der anderen Kiste fern zu halten und schließlich die Wurmzucht am Laufen zu halten.


Pfiffikus,
der auch mehrere Kisten besiedelt
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