Mein Wurmturm

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Cali
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Mein Wurmturm

Beitrag von Cali » So 4. Mai 2014, 23:24

Halli Hallo,

heute möchte ich euch gerne meinen Wurmturm vorstellen.

Inspiriert durch viele Infos aus dem Netz, dem besonders hilfreichem Forum hier und durch "Wilma in der Wurmkiste" machte ich meine eigenen Pläne für einen Ausbruchssicheren Wurmturm, was mir bis heute gut gelang.
DSCN7691.JPG
hier kurz mal einen Überblick was ich am Anfang alles zusammen stellte:

- 3 Kisten mit gut schließendem Deckel, der ein vertuschen der Kisten unmöglich macht und durch einen fast planen Boden, den Würmern keine Möglichkeit zur flucht bietet.
- etwas Unkrautschutzfließ aus dem Baumarkt
- Regenrinnenschutzgitter, das ich zurecht geschnitten und im Backofen geglättet habe
- Papstreifen von Kartons
- Wunderbaren Mutterboden mit 35% Kompostanteil
- etwas vorbereitete Küchenabfälle die ich klein gehächselte und mit Mutterboden vermischt, schon 2 Tage zu stehen hatte
- und zu guter Letzt, meine Würmer im Weißen Beutel, die ich im Internet bestellt habe, es sind zwar nur 500 Würmer, aber ich dachte das reicht für meinen ein Personenhaushalt

An Werkzeug brauchte ich bisher:

- Bohrmaschine
- Lochsäge 60mm
- 5mm Holzbohrer
- Holz zum Drunterlegen beim Bohren
- ein Blatt Papier für das anzeichnen der Bohrlöcher
- ein scharfes Cuttermesser

Nun zum Aufbau:
DSCN7695.JPG
Die Unterste Ebene besteht aus einer leeren Kiste mit einem Deckel der nur eine einzige Bohrung hat,
denn hier habe ich später noch mehr vor, was ich aber noch nicht verwirklicht habe...
DSCN7696.JPG
Dann kam zugeschnittenes Unkrautschutzflies auf den Deckel der ersten Kiste gelegt und dann die zweite Kiste einfach darauf gestellt.
Es ist noch eine Identische Kiste vorbereitet, damit ich dann 2 Ebenen habe und die Kisten rotieren lassen kann wenn die untere voll ist und die Würmer dann in die obere Kiste umgezogen sind.
Sollte eine 3. Ebene dafür nötig sein, habe ich auch noch eine dritte Kiste gekauft, die ich aber noch nicht gebohrt habe.
DSCN7697.JPG
Damit ich die Kiste Hochheben kann und mir die Wurmerde später nicht durch die großen Löcher fallen kann, kam unten ein Stück im Backofen geglättetes Regenrinnenschutzgitter, das hat 4mm x 4mm Löcher und ich denke das reicht das nicht so viel raus fällt und später dann doch die Würmer problemlos in die nächste Ebene übersiedeln können.
DSCN7698.JPG
Dann Normale Papstreifen drauf...
DSCN7702.JPG
Mit Mutterboden und danach dann mit dem Vorbereiteten Küchenabfällen aufgefüllt...
DSCN7704.JPG
Dann der Große Augenblick, der Umzug meiner Kompostwürmer :-)
DSCN7705.JPG
Und für alle die es Interessiert, gibt es ein kleines Video wie verfressen meine Würmer sind. :-)

https://bastlerstube.de/images/wurmturm/wurmturm.mp4

Das ist eine Zeitraffer Aufnahme mit Hilfe von einer umgebauten Webcam, ein Paar Infarot LED´s und einem kleinen Server, der über ein paar Tage jetzt in 60 Sekunden Abständen Fotos machte, das ganze zu einem kleinen Film zusammengestellt, viel vergnügen beim anschauen. :-D

Der Artikel wird sicher noch etwas überarbeitet, bitte habt etwas Nachsicht mit mir, falls ich im Moment etwas vergessen haben sollte, wird es sicher noch ergänzt...

Cali
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Wurmmama » Mo 5. Mai 2014, 06:30

Gefaellt mir gut! Ich sag doch: Hier kommen echt kreative Loesungen zustande.
wurmige Grüße
Wurmmama
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von yasin » Di 6. Mai 2014, 06:43

gefällt mir auch richtig gut.

das video ist auch cool, die würmer haben ja eine zeit wo sie besonders aktiv sind. ist es weils dann dunkel wird bzw. ist? oder kommt mir das nur so vor weil die aufm substrat waren? :D
Cali
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Cali » Di 6. Mai 2014, 16:59

Danke schön, das freut mich das es euch auch gefällt, meinen Würmern scheint es auch zu gefallen, bisher hatte ich nur einen der es raus geschafft hat, aber selbst da weiß ich nicht ob ich nicht unachtsam gewesen bin mit dem Deckel öffnen. :-)

Meine Beobachtung ist auch, das sie sich erst im Dunkeln im freien bewegen, am meisten war ich überrascht, das sie doch auch Tagsüber fressen, auch wenn nur von unten her, aber sie sind sehr Aktiv wie man im Zeitraffer sehen kann.

Was ich beim Futter beobachtet habe, meine Würmer wollten eher raus, wenn es kaum noch feinen Futterbrei für sie zu finden gab, das ist mir ja auch irgendwo klar, das andere muss ja erst zersetzt werden, das sie sich daran laben können.

Da ich mir mal auf dem Flohmarkt eine alte Küchenmaschine gekauft habe, kann ich die schön dafür nutzen, meine Küchenreste zu zerkleinern, das zumindest ein Teil davon zu Brei wird.

Meine Experimente Schimmel vorzubeugen durch das trocknen und dann lagern der Küchenreste, werde ich wohl aufgeben.

Als nächstes probiere ich es mit einfrieren und auftauen wenn genug zusammen ist, auch wenn Schimmel darauf den Würmern nichts macht, sondern im gegen teil sicher die Nahrung vorbereitet, ich finde es nicht so toll schimmeliges Zeug durch die Küchenmaschine zu jagen... :-D

Futter habe ich bisher so in 1 bis 2 Wochenabstand gegeben, so lange habe ich meinen Turm ja noch nicht und ich will sie nicht überfüttern.

Die nächsten Projekte sind auch in Planung, es kommt eine richtige Webcam in den Turm eingebaut, wenn alles klappt steuerbar, aber das dauert noch bis ich das gebastelt habe.

Außerdem werde ich den Wurmtee durch einen Luftheber mit Sauerstoff anreichern und nach oben befördern lassen, um so automatisch den Turm mit dem Sauerstoffreichen Wurmtee durchsickern lassen, meine Hoffnung ist es auf diesem Weg eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, die Bakterien im Wurmtee leben zu lassen und neue Nahrung auf diese weise zu impfen, das sie schneller zersetzt wird.

Natürlich wird nicht der ganze Turm überschwemmt, es soll immer alle 1-2 Tage abwechselnd eine Seite bewässert werden, die Experimente stehen in ein paar Wochen dann an, wenn sich meine Würmchen eingelebt haben und ich genügend Wurmtee gewonnen habe.
Pfiffikus
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Pfiffikus » Di 6. Mai 2014, 21:35

Hallo Cali,
Cali hat geschrieben:Außerdem werde ich den Wurmtee durch einen Luftheber mit Sauerstoff anreichern und nach oben befördern lassen, um so automatisch den Turm mit dem Sauerstoffreichen Wurmtee durchsickern lassen, meine Hoffnung ist es auf diesem Weg eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, die Bakterien im Wurmtee leben zu lassen und neue Nahrung auf diese weise zu impfen, das sie schneller zersetzt wird.
schießt Du da nicht mit Kanonen auf Spatzen? Meinst Du, dass Dein Luftheber eine angemessene Förderhöhe erreichen kann?


Pfiffikus,
der etwas Wurmtee, der unten raus läuft, einfach mit frischem Wasser verdünnt oben wieder auf seinen Turm gießt
Cali
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Cali » Mi 7. Mai 2014, 00:27

Hallo Pfiffikus,

och... ich hab eigentlich nicht vor auf arme Spatzen zu schießen. :)

Für mich wird Wurmtee einfach ein sehr sehr Wichtiger Dünger werden, weil ich mit Tomaten in einem vertikalen Garten experimentieren will.

Ich habe schon einige Videos gesehen, das der Wurmtee durch Sauerstoffzufuhr noch besser wird, und warum sollte ich das nicht alles vor Ort kombinieren, schön Ordentlich und sauber in einem geschlossenen System?

Außerdem brauche ich sowieso eine Möglichkeit, den Wurmtee aus der untersten Kiste raus zu bekommen, mit einem Ablasshahn habe ich keine Lust zu hantieren, da mein Küchengang sehr schmal ist und irgendwie missfällt mir der Gedanke, meinen Läufer mit dem wertvollen Wurmtee zu düngen... :D

Es gibt Geysierpumpen, mit der werde ich demnächst Experimentieren, die denke ich schaffen ganz sicher den Wurmtee mit Sauerstoff anzureichern und dann nach oben in den Turm zu befördern, oder in eine Gießkanne wenn ich etwas entnehmen will.

Außerdem würde das ständige Deckel anheben zum Gießen, auch meine geplante Fliegenfalle irgendwie ad absurdum führen. :-)

Versuch macht Klug, ich habe mir nicht umsonst einen Ausbruchssicheren Wurmturm gebaut... *schmunzelt*

Cali
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Wurmmama » Mi 7. Mai 2014, 06:55

Cali hat geschrieben: Was ich beim Futter beobachtet habe, meine Würmer wollten eher raus, wenn es kaum noch feinen Futterbrei für sie zu finden gab, das ist mir ja auch irgendwo klar, das andere muss ja erst zersetzt werden, das sie sich daran laben können.
Interessant! Das wuerde meine Vermutung bestaetigen, dass es hauptsaechlich dann Fluechtlinge gibt, wenn das Futterangebot knapp ist. Die haben einfach Hunger!

Eine Moeglichkeit der Lagerung waere: Futter zerkleinern und mit trockener Erde und etwas Wurmhumus vermischen. Das Zeug ist dann nicht mehr so matschig, die Konsistenz kann man ja auf "kruemelig" einrichten, und wird gleich geimpft.
wurmige Grüße
Wurmmama
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Pfiffikus » Mi 7. Mai 2014, 09:49

Hallo Cali,
Cali hat geschrieben:Für mich wird Wurmtee einfach ein sehr sehr Wichtiger Dünger werden, weil ich mit Tomaten in einem vertikalen Garten experimentieren will.
das ist unbestritten.
Cali hat geschrieben:Ich habe schon einige Videos gesehen, das der Wurmtee durch Sauerstoffzufuhr noch besser wird,
Wahrscheinlich fand eine Nitrifikation statt. Bei der Zersetzung von Proteinen entsteht Ammonium, welches von diversen Bakterien, sofern diese im Wurmtee vorhanden sind, zu Nitrit oxidiert wird. Dann gibt es wieder andere Bakterien, die aus dem Nitrit Nitrat machen, das dann gut pflanzenverfügbar ist.
Nitrosomonas, Nitrospira und Nitrobakter, die diese Umwandlungen durchführen, sind aerob. Ohne Sauerstoff sterben sie ab. In Aquarienfiltern geht das Sterben schon nach 20 Minuten Filterstillstand los. Du wirst die Belüftung also dauerhaft einschalten müssen und solltest nach einigen Wochen eine ordentliche Bakterienkultur haben, die diese Nitrifikation durchführt.

Aber Achtung! Steht die Luftpumpe, so wird der Sauerstoff knapp. Und ich befürchte, dass dies in dem nährstoffreichen Wurmtee viel schneller geht, als in dem relativ sauberen Aquarienwasser.


Cali hat geschrieben:Außerdem brauche ich sowieso eine Möglichkeit, den Wurmtee aus der untersten Kiste raus zu bekommen, mit einem Ablasshahn habe ich keine Lust zu hantieren, da mein Küchengang sehr schmal ist
Der Spaß wird möglicherweise nach einigen Tagen Betriebszeit kommen. Dann wirst Du den ganzen Turm auseinander bauen, weil Du neugierig bist, welches Dreckstück, welcher Klumpen oder welcher Wurm sich vor die Ansaugöffnung/Ansaugsieb des Lufthebers gesetzt hat und den Durchfluss blockiert.


Nun willst Du die Tomaten damit düngen? "Fein!" werden die Tomaten dazu sagen. In der Hydrokultur bewährt sich da die Schwallbewässerung: Gefäß füllen, Pflanze nimmt Nahrung auf, Nährwasser wieder ablassen, Wurzeln kriegen wieder Luft. Für diesen Zweck wäre der mehrmalige kurze Betrieb Deines Lufthebers mit einer Zeitschaltuhr sinnvoller, was aber den Nitrifikanten nicht gefallen dürfte.


Willst Du eine Membranpumpe verwenden? Da dürfte die Geräuschentwicklung in Wohnräumen nicht ganz uninteressant sein, besonders nachts.

Cali hat geschrieben:Außerdem würde das ständige Deckel anheben zum Gießen, auch meine geplante Fliegenfalle irgendwie ad absurdum führen. :-)
Fliegenfalle? Erzähl mal!
Cali hat geschrieben:Versuch macht Klug, ich habe mir nicht umsonst einen Ausbruchssicheren Wurmturm gebaut... *schmunzelt*
Ausbrüche kann man auch mit dem von mir entwickelten Elixier verhindern.



Pfiffikus,
der Deine Experimentierfreude äußerst spannend findet
Pfiffikus
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Pfiffikus » Fr 9. Mai 2014, 22:25

Neben bei bemerkt: Vor einigen Wochen habe ich an meinem Teich auch einen Luftheber eingebaut.
DSCF4468.JPG
(OK, zugegeben, der ist nicht ganz so empfindlich gegen Verstopfungen...)


Pfiffikus,
der bei Lufthebern weiß, wovon er spricht
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Cali
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Re: Mein Wurmturm

Beitrag von Cali » Sa 10. Mai 2014, 09:36

hui, also der Teich macht mich jetzt aber neugierig :D

Ich komme leider im Moment nicht zum weiter basteln, anderes ist wichtiger, aber deine einwende kann ich verstehen, das wenn ich einmal Sauerstoff eingebracht habe, das es dann im Wurmtee richtig los geht mit den Bakterien und der dann schneller kippen kann.

Meine Vorstellung war so ähnlich wie in dem Video:

http://www.youtube.com/watch?v=Be2Nk2tNKJ0

Das reicht ganz sicher nur den Wurmtee mit Sauerstoff anzureichern, der aus dem Auffangbehälter "gepumpt" wird, so das der andere verbleibende nicht so sehr viel Sauerstoff abbekommt.

Zur Fliegenfalle, da überlege ich ob ich mit einem kleinen Ventilator arbeite, der einfach alle fliegen absaugt und in einem Behälter sammelt, mal sehen ob es klappt.

Und zu dem vertikalen Garten, der ist ein vom Wurmturm vollkommen unabhängiges Projekt, für de ich nur den Wurmtee aus dem Wurmturm entnehmen will zum Düngen.

Hehe, das ich einen Ausbruchssicheren Wurmturm habe glaubte ich bisher nur. :lol:

Ich hatte nicht mit Jungregenwürmern oder Enchytraeen gerechnet, aber es hält sich alles in grenzen, gestern nach dem ich einen neuen Futterbrei in den Turm gegeben habe, sind die Richtung Deckel geflüchtet, bei den Kompostwürmern waren nur 2-3 die hoch sind.

Ich hab Vergessen natürlich den Gartenkalk unter zu mischen, es ist recht viel Kaffeepulver mit drinne diesmal, denke das ist den vielleicht zu sauer gewesen, auch war der Brei zu flüssig das er den haben Wurmturm gut durchtränkt hat, was den sicher auch nicht gefallen hat...

Mal schauen wie sich das wieder einpegelt, spannend ist es auf jeden fall und ich freue mich wenn meine Experimente Interessant sind. :lol:

Cali
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