Wurmdichte am Maximum?

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Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Trulllla » Sa 30. Jun 2018, 18:04

Kann ich erkennen, wenn die Anzahl der Würmer pro Kiste am Maximum ist?
Ich habe hier gelesen, dass sich die Population irgendwann einregelt und nicht mehr wächst.
Mir kommt es vor, als ob ich super viele Würmer habe, aber ich könnte noch viel mehr Bioabfall verfüttern, daher denke ich darüber nach, eine neue Kiste anzusetzen.
Aber da wäre ja nur sinnvoll, wenn die alte Kiste keine Kapazitäten mehr hat, oder?
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Trulllla » Sa 30. Jun 2018, 18:57

Hm, also Teenies habe ich noch jede Menge, also dürften sie noch Platz haben. Wie 20.000 Judels aussehen: Keine Ahnung. 8-)
Danke!
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Wurm-Bine » So 1. Jul 2018, 12:37

Liebe Trulllla,

weißt du denn, mit wie vielen Judels du angefangen hast? Dann kannst du überschlagsweise ja mal rechnen. Alle drei Monate verdoppelt sich so etwa die Population. Ich habe Anfang Juni mit 1000 Judels angefangen. Also werde ich theoretisch Ende Mai 2019 bei 16.000 Judels angekommen sein, wenn ich mich nicht verrechnet habe. In der Theorie.
Gut, das mal ausgerechnet zu haben. :-)

Schöne Grüße
Bine
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Trulllla » So 1. Jul 2018, 14:14

Ich habe keine Ahnung, mit wie vielen ich angefangen habe, weil ich sie von einem Kollegen geschenkt bekommen habe. Zu dem Zeitpukt hatte ich null Ahnung von Wurmkompost, sonst hätte ich sie vielleicht gezählt. Es war so ein großer Joghurtbecher, ziemlich voll mit Würmern. Mit dem Rechnen ist es auch schwierig, weil das Anlaufen der Kiste ewig gedauert hat. Ich bin das Ganze nicht sehr planvoll angegangen.
:oops:

Aber alle 3 Monate verdoppeln, das ist schon viel. Ich habe sie jetzt seit etwas über einen Jahr.
Zuletzt geändert von Trulllla am So 1. Jul 2018, 21:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Wurmcolonia » So 1. Jul 2018, 21:45

Die Rechnung mit der Verdopplung der Wurmpopulation alle 3 Monate funktioniert nur in der Theorie. Wer am 1. Jan im Jahr 01 mit 1000 Judels anfängt, hat am 1.4. 2000, am 1.7. 4000, am 1.10. 8000 und am 1.1.02 16.000 Judels ;) .
Dafür müssten für die Judels aber permanent optimale Bedingungen, also praktisch Laborbedingungen bestehen. Außerdem ist das auch nur ein Durchschnittswert, da sich Foetidas wesentlich schneller vermehren als Dendros (Eisenia Hortensis). In den Kokons von Foetidas sind regelmäßig mehrere Babys, bei Dendros im Durchschnitt nur 1,2 (eins komma zwei), keine Ahnung wie das bei den Anrdreis läuft.
Es gibt viele Faktoren, die einer Vermehrung entgegen stehen: z.B. auch solche, wie Mineralmangel und nicht rechtzeitig erneuertes Substrat :evil: . Die Judels leben nicht gerne länger in ihrem durgefutterten Wurmhumus, auch wenn man ihnen regelmäßig lecker Futter und ein passendes Mineralmix kredenzt. Sie werden dann dünner und verlieren auch ihre Geschlechtsreife (cry) . Daher sollte man reifen Humus gegen frisches Substrat austauschen :D .
Das passiert am ehesten in einer Farm mit nur einer Ebene, die keine zwei Kammern hat.

Wurmige Grüße und noch einen schönen restlichen Sonntagabend
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Trulllla » So 1. Jul 2018, 22:01

Wurmcolonia hat geschrieben:
So 1. Jul 2018, 21:45
Es gibt viele Faktoren, die einer Vermehrung entgegen stehen: z.B. auch solche, wie Mineralmangel und nicht rechtzeitig erneuertes Substrat :evil: . Die Judels leben nicht gerne länger in ihrem durgefutterten Wurmhumus, auch wenn man ihnen regelmäßig lecker Futter und ein passendes Mineralmix kredenzt. Sie werden dann dünner und verlieren auch ihre Geschlechtsreife (cry) . Daher sollte man reifen Humus gegen frisches Substrat austauschen :D .
Das passiert am ehesten in einer Farm mit nur einer Ebene, die keine zwei Kammern hat.
Du meinst, dass mit dem durchgefutterten Substrat passiert am ehesten mit einer Ebene? So eine Farm habe ich. Noch.
Aber so ganz habe ich das nicht verstanden. Wenn frisches Futter da ist - was passt ihnen da nicht? :?
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Rüdiger » Mo 2. Jul 2018, 07:49

Wir müssen zwischen Wurmkompostierung und Wurmzucht entscheiden.

Die Würmer werden sich ab einer gewissen Populationsdichte langsamer weiter vermehren. Ein immer ausreichendes Platz und Futterangebot wird hingegen die maximale Reproduktion gewährleisten.

Wobei die genaue Reproduktionsleistung bei derartiger Massenvermehrung keine große Rolle spielt. Selbst der "schlechte" Züchter wird, dann halt ein halbes Jahr später "Millionär".

Genauso einfach wie die Wurmkompostierung gelingt auch die Zucht. Also wenn du die oben skizzierten Vermehrungsraten anstrebst, um deine Kompostanlage stetig zu erweitern solltest du dir einen "Aufzuchtbehälter" anlegen.

Da kommt eine "Zuchterde" rein. Das kann guter Kompost sein, mit mineralischen Anteil an unbelasteter Gartenerde. Zur Auflockerung kann Kokosfaser oder Torf zugegeben werden. Bei Torf an den zusätzlichen Kalkbedarf denken. Der pH- Wert sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen.

Der Zuchtbehälter sollte eine ausreichende Größe haben, so um 40 Liter für 1.000 Würmer ist günstig. Da füllst du dann die "Zuchterde" ein und gibst ein Drittel gut abgelagerten Rinder- oder Pferdemist dazu.

Der Aufzuchtbehälter wird dann regelmäßig noch mit etwas Futter versorgt. Kaffeesatz, Weizenkleie und feiner "Gemüsematsch" ist gutes Zuchtfutter.

Nach vier Monaten müssten sich die Würmer maximal vermehrt haben. Jetzt sortiert man die geschlechtsreifen "Zuchttiere" aus oder teilt den Ansatz und beginnt von vorn, mit nunmehr zwei Behältern.

Das kannst du machen bis die ganze Garage voller Würmer ist, alles kein Geheimnis

Man kann sich auch mal die Sendung vom unvergessenen Peter Lustig angucken. Dort wo er den "Wurmvater Hans" (Hans-Gerhard Starck, Berlin) besucht. Da werden alle Zusammenhänge erklärt und auch das Ansetzen der Zuchtkisten gezeigt.
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Wurm-Bine » Mo 2. Jul 2018, 13:58

War ja nur ein Rechenansatz :D
Ich wollte nur mal grob abschätzen, wann ich frühestens über einen maximalen Wurmbesatz nachdenken kann und war erleichtert, dass das noch eine ganze Weile dauern dürfte. Aber so in einem Jahr tut es den Judels dann wahrscheinlich ganz gut, wenn ich hin und wieder eine Handvoll Mitbewohner ins Hochbeet packe. Und jetzt wundert mich gar nicht mehr, dass die Kleinen bei Dirk so unglaublich viel mehr fressen als meine.
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Wurmcolonia » Mo 2. Jul 2018, 15:37

Trulllla hat geschrieben:
So 1. Jul 2018, 22:01
Wurmcolonia hat geschrieben:
So 1. Jul 2018, 21:45
Es gibt viele Faktoren, die einer Vermehrung entgegen stehen: z.B. auch solche, wie Mineralmangel und nicht rechtzeitig erneuertes Substrat :evil: . Die Judels leben nicht gerne länger in ihrem durgefutterten Wurmhumus, auch wenn man ihnen regelmäßig lecker Futter und ein passendes Mineralmix kredenzt. Sie werden dann dünner und verlieren auch ihre Geschlechtsreife (cry) . Daher sollte man reifen Humus gegen frisches Substrat austauschen :D .
Das passiert am ehesten in einer Farm mit nur einer Ebene, die keine zwei Kammern hat.
Du meinst, dass mit dem durchgefutterten Substrat passiert am ehesten mit einer Ebene? So eine Farm habe ich. Noch.
Aber so ganz habe ich das nicht verstanden. Wenn frisches Futter da ist - was passt ihnen da nicht? :?
Hallo Trulla,
wenn ich das richtig verstanden habe, dann lässt in durchgefuttertem Substrat mit der Zeit die Qualität der Mikroorganismen nach (wenn ich das mal laienhaft so ausdrücken darf). Ich habe das bei Wurmprofis gelesen - frage mich bitte nicht mehr "wo?", vor allem auf englischsprachigen Seiten gibt es viele Infos von Wurmprofis, die man auf deutschsprachigen Seiten kaum findet - und auch selber bei meinen Judels erlebt, da ich eine zu lange Zeit nicht dazu gekommen bin, sie von ihrem alten Wurmhumus befreien (wall) .

Am letzten Samstagmorgen konnte ich das endlich erledigen. Ich hatte praktisch keinen adulten Wurm, so gut wie keine Kokonks und die Judels waren für meine Begriffe überwiegend immer noch etwas zu dünn. Ich habe zwar seit gut zwei Monaten zusätzlich Urgesteinsmehl gefüttert (weil Enchyträen meinen Dendros immer die MineralMix-Pellets weggefuttert haben), aber sie haben seitdem zu wenig zugenommen.

Jetzt hoffe ich, dass ich bald beobachten kann, dass die Judels weiter zunehmen und ich dann bald auch wieder mehr adulte Würmer und Kokons entdecken kann :) .
Wurmige Grüße
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Re: Wurmdichte am Maximum?

Beitrag von Trulllla » Mo 2. Jul 2018, 18:22

Danke, ich habe nicht zur Kontrolle gefragt, gell?
Die letzte Info war nur so, dass ich dachte, das reimt man sich nicht so leicht selbst zusammen, das muss irgendwo her sein, aus nem Buch oder so. Dann werde ich mal auf den englischen Seiten stöbern gehen.
Ich habe das Gefühl, das könnte bei meinen Judels auch gerade der Fall sein.
Zuletzt geändert von Trulllla am Mo 2. Jul 2018, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.
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