Wurmfarm im Winter

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
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Wurmfarm im Winter

Beitrag von space » Mo 30. Jul 2018, 09:25

Hallo allerseits,

ich möchte für unsere Familie eine Wurmkiste kaufen und dachte an das Modell "Wurm-Cafe", mache mir jetzt jedoch kurz vor dem Bestellvorgang Sorgen für die Winterzeit, da das ganze auf dem Balkon stehen soll (überdacht, 2. Etage). Wir wohnen im Ruhrgebiet, also recht milde Winter, dazu ist das Modell "Wurm-Cafe" ja recht groß, aber reichen da wirklich Decken?

Wir hätten ansonsten einen Keller, nun lese ich aber auf mehreren Seiten von Wurmflucht. Ich dachte die Würmer können wirklich auf keinen Fall entkommen? Oder doch? Dann wäre der Standort Keller sicherlich nicht so sehr geeignet.
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von Worma » Mo 30. Jul 2018, 18:49

Hallo Space,
(willkommen) hier im Forum! Super, dass du dir schon im Vorfeld Gedanken machst, was mit einer Wurmfarm so los sein könnte.

Die Judels, also die Mistwürmer in der Kiste, können zwischen 0° und 35° überleben. Ihre optimale Betriebstemperatur liegt eher so zwischen 15° und 25°. Wenn du deine Kiste im Freien aufstellen willst, musst du aufs Thermometer schauen, im Wunter, ob es Frost gibt, im Sommer, ob es zu heiß wird. Einige hier berichten, dass sie im Winter ihre Kisten mit Kokos- oder Hanfmatten umhüllen, das isoliert. In der Kiste selbst ist es auch immer ein paar Grad wärmer als außerhalb, so dass Temperaturen um den Gefrierpunkt möglich sein müssten. Allerdings fahren die Würmer dann ihren Umsatz runter und fressen weniger.

Meine Kiste hab ich im Keller stehen. Probleme mit Wurmflucht hatte ich bislang keine, in den ersten drei Tagen sind nur 5 Abenteuerlustige ausgebüxt. Weit kommen sie dann alle nicht, denn die Lebensbedingungen außerhalb der Kiste sind in der Regel nicht optimal. Manche Wurmfarmer stelle ihre Wurmkiste auch in eine Wanne, um die Würmer aufzufangen. Oder auf feuchte Wellpappe, dann können die Ausgebüxten darin ein feuchtes, dunkles Versteck finden.
Wenn du Würmer außerhalb der Kiste findest, können da Neugierige, Wnderlustige sein, die ein Abenteuer suchen, Soll v.a. bei Dendros vorkommen.
Wenn Tiere massenhaft aus der Box fliehen, ist das immer ein Zeichen, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich denke aber, dsa ist die Ausnahme, und in den allermeisten Fällen geht es gut.
Wenn du beim Lesen hier im Forum den Eindruck bekommen hast, dass Wurmfluchten ein häufiges Problem sind, liegt es möglicherweise daran, dass sich hier v.a. Leute zu Wort melden, die ein Problem haben. wenn alles gut läuft, dann ist alles gut :D

Ich möcht dir Mut machen: eine Wurmkiste ist eine tolle Sachen, v.a. wenn du Familie hast, werdet ihr euren Spaß daran haben und viel über biologische Ökosysteme erfahren können. Du musst es einfach ausprobieren!

Sonnige Grüße
Worma
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von space » Mo 30. Jul 2018, 19:04

Hi,

Danke dir für deine Antwort. Ich habe nur Angst quasi eine Wurmflucht durch den Temperaturwechsel (kalter Balkon und warmer Keller) zu provozieren. Am liebsten wäre es mir echt das Cafe auf dem Balkon mit Decken usw. stehen lassen zu können, aber es kann nun auch mal eines Nachts -5Grad werden. Ob da Decken reichen?

Wie hab ich mir das eigentlich genau mit der Wurmflucht vorzustellen? Immerhin steht ja in der Beschreibung das alles 100pro passgenau ist und nirgendwo was rein oder rauskommen kann?
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von Wurmcolonia » Di 31. Jul 2018, 10:38

Hallo space,
ein herzliches (willkommen) auch aus dem Rheinland. Wir sind ja sozusagen Nachbarn.
Worma hat ja schon einige gute Hinweise gegeben. Nur mit einem bin ich nicht einverstanden, der betrifft die Angaben zur Temperatur. Ich würde meine Dendros nicht eine Temperatur von 35°C zumuten wollen. Nach allem was man in den unterschiedlichsten Quellen liest, vertragen unsere kleinen Freunde eine (hot) Temperatur von maximal 30°C. :evil: .

Wie bereits erwähnt habe ich Dendros (= Eisenia hortensis = Dendrobena veneta = Riesen-Rotwürmer = European nightcrawler). Die kleinen Racker leben in 2 selbst zurechtgemachten Wurmkisten. Dendros sind ja als "wanderlustig" bekannt. Meine Erfahrung ist bisher, dass wenn man sie mit lecker Futter versorgt und sie im Substrat die für sie passenden Bedingungen vorfinden, sie keinen Grund für einen Ausflug finden :)X (3 mal auf Holz klopfen, gut, dass sie nicht lesen können). In den letzten zwei Jahren hatte ich nur vor ein paar Wochen 2 kleine Würmer, die ausgebüxt sind, warum, konnte ich sie leider nicht mehr fragen (R.I.P.). In den ersten Wochen hatte ich allerdings einige wenige Ausreißer. Am Anfang habe ich sie daher mit mit einer kleinen LED-Lichterkette an ihr neues Zuhause gewöhnt. Meine Wurmkisten sind übrigens absolut nicht dicht. Die Deckel liegen nur lose auf und sie könnten jederzeit auf Wanderschaft gehen.

Was die Dichtigkeit von Wurmfarmen angeht, ist die im Grunde gar nicht erwünscht. Zum einen benötigen die Judels Sauerstoff, so dass auf jeden fall eine ausreichende Zahl Luftlöcher erforderlich ist. Zum anderen kann es durchaus erforferlich sein, dass die Würmer ihr Substrat verlassen müssen, nämlich dann, wenn das Substrat, trotz aller Fürsorge, einmal biologisch "umkippen" sollte oder z.B. bei Überhitzung. Dann müssen die Judels raus kommen oder wenigstens schnell in eine andere Ebene der Farm flüchten können. Wie man vorsorgen kann, falls mal ein Judel ausbüxt hat ja Worma bereits beschrieben. Den Standort im Keller würde ich grundsätzlich dem Balkon vorziehen, wobei du aber bei gemäßigten Temperaturen (bis +5°C) die Farm auf den Balkon stellen kannst und falls es unter 0°C angesagt ist, sie immer noch in den Keller bringen kannst. So richtig kalt wird es in unseren Breiten ja relativ selten.

Falls es doch einmal etwas länger deutlich kühler als 15°C wird und auch das Substrat entsprechend abkühlt, musst du damit rechnen, dass die Würmer ihre Winterruhe einlegen. Der Stoffwechsel wird dann runtergefahren, d.h. die Judels fressen weniger bis nichts und sie bilden Knäule. In der Zeit wirst du dann auch dein Futter nicht los. Wenn sie in einem wärmeren Raum stehen, fressen sie auch im Winter ganz normal. Am aktivsten sind sie bei Temperaturen zwischen 20 und 25°C. Deshalb ist die Wohnung eigentlich der optimale Platz für die Judels :) .

Wenn du sie auf dem Balkon unterbringst, ist es empfehlenswert, die Farm gegen "ungebetene Gäste" (bat) abzusichern, falls du die nicht in deiner Farm haben möchtest. Fliegen und Mücken können schon ganz schön lästig werden. Es gibt hier allerdings auch Foristen, die haben nichts gegen jedwede Art von Insekten u.ä.

Wurmige Grüße aus dem heißen Rheinland (z.Zt. ist absolut kein Balkonwetter für Kompostwürmer)
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Otto, der Kompostwurm, erzählt von seinem Leben in der Wurmkiste auf https://wurmcolonia.blogspot.de
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von space » Di 31. Jul 2018, 12:17

Danke dir auch für deine Hinweise. :)
Ich dachte an dieses Set:
https://wurmwelten.de/shop/product_info ... rmern.html


Das scheint mir doch zumindest laut Beschreibung gegen Mücken usw. sehr gut abgesichert? Und da verstehe ich dann auch nicht, wie ein Wurm fliehen kann, wenn doch auch keine Fliege angeblich raus oder reinkommen kann? Oder wo ist mein Denkfehler? Hab das Produkt auch eben live nicht gesehen.

Falls es doch nicht ausbruchssicher ist, dachte ich schon an einen Heizstab für extreme Temperaturen. Denke der Sommer lässt sich trotz allem gut überstehen im Schatten und nachts kann ja das Substrat runterkühlen.
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von Wurmcolonia » Di 31. Jul 2018, 15:21

Ich gebe zu, mit den Wurmfarm-Modellen kenne ich mich nicht aus. Wenn in der Beschreibung steht, dass sie mückensicher ist, wird das sicher richtig sein. Im Grunde müsste sie dann auch ausbruchsicher sein.

Umso wichtiger ist es dann aber auch, unseren kleinen Freunden die möglichst optimalen Bedingungen zu bieten, da sie ihr Zuhause ja nicht verlassen können. Derzeit würde ich eine Farm hierzulande nicht auf den Balkon stellen, selbst wenn er absolut keine Sonne abbekommt. Hier im Rheinland kühlt es nachts kaum mehr auf unter 20°C ab, z.T. bleibt es sogar deutlich über 20°C. Letzte Nacht war es sogar um 2 Uhr noch 24°C an meinem Außenthermometer. Die kurze Periode der Abkühlung nachts dürfte derzeit nicht ausreichen, das Substrat deutlich herunterzukühlen, zumal es sich tagsüber möglichst auch auf nicht mehr als 30°C aufheizen dürfte. Wir hatten hier Temperaturen bis 37°C (im Schatten!).

Von Wurmbesitzern, die im Winter einen Heizstab verwenden, um das Substrat warm zu halten, habe ich hier im Forum auch schon gelesen. Wurmwelten gibt dazu auch Tipps https://www.wurmwelten.de/wurmfarm-im-winter/

Wurmige Grüße
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von space » Di 31. Jul 2018, 20:44

Ja genau, da hab ich den Tipp her. :) Und denke der andere Tipp für zu warme Sommer (nasse Hanfmatte) lässt sich dann auch durchführen.

Und sollte sich das alles bewahrheiten in puncto Ausbruchssicher spricht ja auch nichts gegen den Keller. Ansonsten muss halt die nasse Hanfmatte im Sommer und im Winter der Heizstab helfen.
Dann bin ich ja zumindest etwas beruhigter jetzt, Danke nochmal.:)
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Re: Wurmfarm im Winter

Beitrag von *Ces* » Mi 8. Aug 2018, 05:25

Hi Space und willkommen,

Ich hatte meine Box auch auf dem Balkon im Schatten. Aber eines Tages waren megaviele im Auffangbecken. Am nächsten Tag kaum einer und dann wieder ganz viele,

Da ich keine Judels quälen wollte, sind sie in den Keller umgezogen. In den wenigen Tagen vor dem Urlaub war dann keiner unten zu sehen. Zumindest Temperaturtechnisch habe ich da weniger Bedenken als auf dem Balkon oder in der Wohnung. Den Umzug haben die ohne Probleme überstanden.
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