Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
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Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Anchovis » Di 8. Jan 2019, 18:56

Hallo erst einmal ich bin neu hier und seid ca. 2 Monaten glücklicher Besitzer eines Wurmcafes ;) (Indoor)

Bisher machen sich meine Würmchen ganz gut, bis es genug werden meinen gesamten Biomüll zu verarbeiten wird es wohl noch dauern (Ich bin Kaffee und Mate-Tee Trinker, da fällt täglich an :=) ) aber ich bin guter Dinge, ich habe zwar noch keine Kokons entdeckt jedoch jede Menge junger Würmer.

Nun zu meinem eigentlichen Thema. Ich bin seit langer zeit Halter von diversen Terrarien- und Aquarientieren gewesen, als solcher kommt man auch in Kontakt mit allerlei Krabbeltieren ;)

Eines davon ist der tropische Springschwanz. Nun hatte ich noch eine kleine Zucht von den Tierchen über (Tupperbox voll), da ich sie nicht mehr benötigte, dachte ich mir wage ich doch das Experiment und gebe sie zur Wurmfarm hinzu.

Und WoW scheinen sie sich dort Wohl zu fühlen ... Knapp einen Monat später entdecke ich sie quasi überall in der Box (Wie gesagt habe ich sie schon lange gezüchtet als Futtertiere aber so eine schnelle Vermehrung habe ich noch nie beobachtet). Die Würmer scheinen sie nicht zu stören (oder anders herum). Sie halten sich vornehmlich auf dem "frischen" Grünzeug auf oder unter alten Kaffeefiltern auf. Insgesamt scheinen die Springschwänze den direkten Kontakt mit den Würmern zu meiden (sie flüchten, "Springen weg"). Dazu muss man sagen leben unsere Würmer in der Natur auch mit Springschwänzen im selben Biotop (nur halt nicht mit der tropischen Variante)

Kurz zu den Tropischen Springschwänzen: Sie sind quasi die Tropische Version unserer heimischen Springschwänze. Wie der Name vermuten lässt mögen sie es eher Warm, einen Winter würden sie nicht überleben. In der Terraristik und Aquaristik werden sie gerne als Futter verwendet (Für kleinere Froscharten / Fische etc.), sie werden auch gerne als "Gesundheitspolizei" in der Terrarisitk genutzt, da sie Futter und Kotreste vertilgen.
Unter den richtigen Bedingungen vermehren sie sich deutlich schneller als heimische Arten.

Nun fallen mir spontan noch trop. Weiße Asseln ein. Sie sind kleiner als unsere einheimischen Asseln und fressen mit vorliebe Schimmel. Ich überlege mir demnächst auch diese meiner Kiste hinzu zu fügen. Der Vorteil gegenüber heimischen Asseln ist, dass sie ausserhalb der Box nicht überlebensfähig sind und sie geben wiederum gutes Futter für Amphibien etc. ab (Sie sind kleiner und haben nich so einen dicken Panzer).

Weiterhin fallen mir Mehlwürmer ein. Auch diese lassen sich allg. relativ problemlos Züchten. Normalerweise mögen die es jedoch nicht so feucht. (Obwohl ich berichten kann das ich schon Tropenterrarien hatte, in denen sich die Mehlwürmer vergraben, verpuppt, und weitervermehrt hatten (Von der Larve zur Puppe zum Käfer).
Diese Tierchen sind jedenfalls wahre Fressmaschinen. Einziges bedenken (sofern sie in einer Wurmkiste überhaupt überleben), ich könnte mir vorstellen das sie sich an den Würmern vergreifen.

Zu guter Letzt fällt mir noch ein: Das animpfen der Box mit Sporen von Speisepilzen (Kein Witz :D !). Auf die Idee komme ich aus 2 Gründen. 1. Auch (die meisten) Pilze sind Destruenten, helfen also beim Abbau organischer Stoffe.
2. Bekannte von mir hatten mal einen Kompost im Garten (Geschlossen als "Tonne" also vergleichbar mit einer Wurmkiste). Dort wurden mal Champignon-Reste hereingeworfen. Und ja was soll man sagen :D ... der Kompost wurde zugleich zur Champignon Zucht. Da ich Pilzfan bin :) reizt mich die Idee.

Was haltet ihr von meinen Ideen? Seht ihr Risiken? Vorteile? oder habt ihr Ideen was man sonst so machen könnte?

EDIT: Dazu fällt mir noch ein, trop. Springschwänze und Asseln vertilgen auch Aas (Nicht das ich mein Kotelett in die Kiste werfen will :D aber ich denke da u.a an verstorbene Würmer)
Zuletzt geändert von Anchovis am Di 8. Jan 2019, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Trulllla » Di 8. Jan 2019, 19:23

Herzlich Willkommen, Anchovis!
Eigentlich finde ich es gut zu experimentieren (auch wenn ich persönlich mit dem Experimentieren warten würde, bis die Farm sich stabilisiert hat). Aber ehrlich gesagt: Ich halte gar nichts davon, tropische Tiere in die Kiste zu geben. Irgendwann hast du sie im Garten und sie breiten sich aus, wie sich schon viele exotische Arten hier ausgebreitet haben und teils den einheimischen Arten (zu) starke Konkurrenz machen. Wenn du jetzt sagst, sie sind doch tropisch und werden sich hier nicht ausbreiten dann würde ich auf die Asiatische Tigermücke verweisen.
Ein Fachmann mag das Risiko beurteilen können, aber mir wäre es viel zu heikel. Also im Ernst. Echt nicht.

Was die Mehlwürmer angeht: Keine Ahnung.

Und dein Gedanke mit den Speisepilzen: ich glaube, da gibt es schon ein paar Beiträge im Forum dazu. Stöber doch mal. Mich würde das auf jeden Fall interessieren.... wenn es klappt, mache ich mit :)
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Anchovis » Di 8. Jan 2019, 19:29

Hallo,

ich verstehe deine Bedenken zu den Experimenten. Ich muss jedoch sagen bezüglich der trop. Springschwänze + Asseln, diese werden seit Jahren (oder gar Jahrzehnten) schon in Deutschland gehalten, gezüchtet und vermehrt.
Sicherlich gibt es einige Arten die sich hier auch im freien vermehren können. Trop. Springschwänze / Asseln gehören meines Wissens jedoch nicht dazu (alles unter Zimmertemperatur tötet sie ab)

EDIT: Und zumindest die trop. Springschwänze, sind so agil und "quick" wenn du mit einer Dose voll hantierst entkommen immer welche. Die gibt es wie gesagt schon seid Jahren in Deutschland und sie sind ein fester Bestandteil in der Terraistik. Könnten sie, dann wären sie schon jetzt weit verbreitet in Europa.
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Silvaner » Di 8. Jan 2019, 22:15

Hi,

Springschwänze und Asseln sind kein Problem. Die verdauen die Nahrung für die Würmer vor. Bei den Pilzen (Myzel) wird es nicht funken. Die Würmer fressen eben dieses auf bevor sich Fruchtkörper bilden. Mit den Mehlwürmern wirst Du kein Glück haben. Dafür ist die RLF mit bis zu 90% zu hoch.

Gutes Gelingen, Silva (Terrarianer)
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Anchovis » Sa 12. Jan 2019, 14:36

@Silva
Ich wusste gar nicht das Würmer an lebendes Myzel ran gehen, wieder was gelernt :=). Ok bei der Grab und Fressaktivität könnte es vlt. sowieso nicht richtig Wachsen.

Ja das Problem sehe ich auch mit den Mehlwürmern. Obendrein hätte ich bedenken, dass die ihren Speiseplan wirklich um den ein oder anderen Wurm erweitern würden.

Da du selbst auch Terrarianer bist, nutzt du die Wurmfarm sozusagen "nebenbei" als Futtertierzucht?

Da sich die Springschwänze hervorragend in der Wurmkiste vermehren suche ich noch nach einen Weg sie effektiv ab zu sammeln um sie zu verfüttern.
So was wie eine Wurm-sichere Springschwanzfalle wäre praktisch :)
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Wurmcolonia » Sa 12. Jan 2019, 15:51

Silvaner hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 22:15
... Bei den Pilzen (Myzel) wird es nicht funken. Die Würmer fressen eben dieses auf bevor sich Fruchtkörper bilden.
Hallo Silvaner und Anchovis,
auf einigen englischsprachigen Seiten wird berichtet, dass Pilze manchmal in Wurmfarmen wachsen und dass es sogar Zuchten mit essbaren Pilzen (sogar Austernpilzen) geben soll (sucht mal nach: mushrooms in worm bin). Fotos könnt ihr dort auch davon finden.
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Anchovis » Sa 12. Jan 2019, 17:00

Hey Wurmcolonia,

also ich habe das jetzt auch mal schnell im Netz nachgeschlagen. Es soll wohl manchmal klappen allerdings sollen die Würmchen tatsächlich das Myzel fressen, so dass man kaum mit Speisepilzen also mit dem Fruchtkörper rechnen kann.
Ein Experiment wäre es sicher mal wert. Es soll ja sowieso keine effektive Pilzzucht werden, sondern nur eine Nette Zugabe (für ab und an mal Rühreier mit Pilze *G*) . Aber Pilzbrut ist nicht grade Billig ;) werde da mal recherchieren ob ja und wenn welche Art Pilz sich eignen könnte.

Bisher habe ich also zusätzlich zu den Bonsaiboas nur trop. Springschwänze eingebracht. Ich werde das noch etwas beobachten und dann vermutlich im Frühjahr einige weisse Asseln in der Kiste aussetzen.
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Wurmcolonia » So 13. Jan 2019, 18:22

Hi Anchovis,
das könnte ja sehr interessant werden, eine Pilzzucht in der Wurmfarm. Auf Berichte über solche Experimente, egal obs funktioniert oder nicht, sind wir hier immer sehr neugierig. Es wäre daher super, darüber wieder von dir zu hören :D .
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Silvaner » Mo 14. Jan 2019, 14:14

Anchovis hat geschrieben:
Sa 12. Jan 2019, 14:36
Da du selbst auch Terrarianer bist, nutzt du die Wurmfarm sozusagen "nebenbei" als Futtertierzucht?
Für Erdbeerfröschchen gibt es hin und wieder mal frisch geschlüpfte Würmer. Auch für Kornnattern gibts gelegentlich welche. Aber hauptsächlich sollen die Humus produzieren.

Zum Frühjahr hin dürfen Dendros in Bächen baden um Bachforellen zu ködern ;)

Gruß
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Re: Andere nützliche Helfer / Bewohner für die Wurmkiste

Beitrag von Wurmcolonia » Mo 14. Jan 2019, 17:36

Silvaner hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 14:14
Anchovis hat geschrieben:
Sa 12. Jan 2019, 14:36
Da du selbst auch Terrarianer bist, nutzt du die Wurmfarm sozusagen "nebenbei" als Futtertierzucht?
...
Zum Frühjahr hin dürfen Dendros in Bächen baden um Bachforellen zu ködern ;)
Gruß
Dendros nehmen sehr gern mal ein Bad :D . Aber "für ihr Leben gern" ... ??? (cry)
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