Wurmversammlung im Auffangnetz

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wurmneuling1991
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Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von wurmneuling1991 » Mi 21. Aug 2019, 15:38

Hallo liebe Wurmfreunde :)

Ich habe vergeblich nach einer ähnlichen Situation gesucht. Daher hoffe ich so etwas weiterzukommen.

Meine Wurmkiste läuft eigentlich ganz gut. Ich sehe stets ein paar wegzischende Würmer beim öffnen der Box (wo man ja sagt, bei der Schnelligkeit wären sie ja recht fit), die Würmer sehen schön rot raus, sind auch aktiv, ich sehe überall - wo ich auch hinschaue - sich paarende Würmer, Kokons und kleine bis mittelgroße Würmchen. Die sind auch recht homogen über die ganze Box verteilt und ich glaub, was pH, Feuchtigkeit usw angeht, hab ich den Dreh so laaaangsam raus. Zumindest ist die euphorische Neugier langsam vorüber, so dass ich sie einfach in Ruhe lasse und nur oberflächlich ab und zu schaue, ob pH/Feuchte stimmt.

Da ich beim letzten Kippunfall viele Würmer im Auffangbehälter hatte (ich hab eine selbstgebaute Stapel-Wurmfarm), habe ich zwischen 1. Etage und Auffangbox ein Fliegengitter angebracht mit etwas Erde. So kamen in den letzten Wochen stets die paar Würmer, die ich beim Anheben der 1. Etage dort sah, stets wieder hoch (sie waren dann kurze Zeit später nicht mehr da). Nun - seit ca. 2-3 Tagen sind es immer mehr und mehr Würmer in diesem Auffangnetz und ich habe das Gefühl die Anzahl steigt. Ich habe die Kiste in letzter Zeit eigentlich sogar etwas feuchter gehalten als sonst und hatte eher positives beobachten können (es waren mehr Würmer im oberen Substrat, das Substrat war schneller eingesenkt usw).

Aktuell hab ich also so um die 100-150 (oher mehr) Würmer im Auffangnetz. Da hängen auch viele aus den Löchern der 1. Etage - entweder auf dem Weg zurück oder auf dem Weg nach unten. Keinen blassen Schimmer was das Problem ist. Die quetschen sich auch nicht zwischen Auffangnetz und 1. Etage zum Fliehen, sondern bleiben brav da und sehen an sich auch gut aus.

Und obwohl diese Veränderung auftritt, hab ich in der 1. Etage alles soweit beim alten. Viele Würmer oben, schön aktiv... keine Anhantspunkte für ein Problem, sonst würden sicher mehr runter"fliehen". Hatte iwann mit 1000-1200 Würmern (ca. Juni) angefangen, hab aber bestimmt schon um die 2000 oder mehr. Also was kann das sein? (wall) Ich hab schon mega Angst, dass was nicht stimmt, aber hab mir geschworen, solange an sich alles ok ist und keine Flucht aus dem Gesamtsystem erfolgt, alles zu lassen wie es ist.

Hoffe sehr auf ein paar Tipps. Vielleicht hat der ein oder andere ein Ähnliches "Phänomen" beobachtet :lol:
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von SuMiXaN » Mi 21. Aug 2019, 18:13

Hallo wurmneuling1991,

Wenn du deine Wurmkiste feuchter hälst als früher und die Würmer anfangen sich seltsam zu verhalten würde ich mal genauer nachschaun ob es matschige und riechende / stinkende Stellen gibt. Diese müssen nicht direkt unter der Oberfläche sein (ka wie dick deine Substratschicht in der 1. Ebene ist). Wenn du dieses mögliche Problem ausschließen kannst und die Würmer wie beschrieben gut aussehen und ein schönes Citellum haben dann würde ich das einfach weiter beobachten. Es ist nicht ungewöhnlich das die Würmer in Gruppen zusammengekuschelt eine Auszeit nehmen. Skeptisch würde ich werden wenn die Würmer nicht gut aussehen oder sich zu richtigen Wurmballen zusammendrängen.
Solange sich der Zustand der Würmer nicht verschlechtert würde ich sie erkunden und chillen lassen. Falls dein Substrat strukturarm sein sollte, kannst du versuchen mit Wellpappe, Mulch, Laub oder anderen Dingen ein schöneres Umfeld zu schaffen in dem sie sich lieber aufhalten.

Du hast beschrieben das sich deine Würmer ganz gut paaren und vermehren. Machen sie das im Substrat oder beim Auffangnetz?

Gruß
SuMiXaN
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von wurmneuling1991 » Mi 21. Aug 2019, 18:24

Hallo Sumixan,

beruhigend zu hören, dass du dir auch soweit keine Sorgen machen würdest. Paaren tun sich die Würmer überall. Die Schichtdicke ist aktuell ca. 18 cm. Wenn ich mal so bis 10 cm reingrabe - sind dort schätzungsweise auf dem cm2 1-2 Kokons. Auch im Auffangnetz hab ich seitlich 1 kokon gesehen. Ich krieg die Etage nicht hochgehoben - deswegen heb ich sie quasi nur an einer Seite hoch und Blick rein. Und auch kleine Würmer gibts da (in der Etage) viele in der tieferen Schicht.
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von Wurmcolonia » Mi 21. Aug 2019, 19:21

Hallo wumneuling1991,

wenn du absolut keine Probleme in deiner Wurmfarm erkennen kannst, die Würmer gesund aussehen und fleißig Futter verdrücken und auch miteinander kräftig für Nachwuchs sorgen, dann mach dir keine Sorgen, wenn die Würmer in der Farm herumwandern, was auch die unterschiedlichen Etagen einschließt. Dendros sind z.B. als wanderlustig und Klettermaxe bekannt und sie sind unglaublich neugierig. "Dendobena veneta" bedeutet übersetzt "Baumläufer", warum wohl haben sie diesen Namen? Meinen Dendros habe ich mal einen vom meinem Supermarkt aussortierten Staudensellerie in ihre Wurmkiste gelegt. Was haben sie gemacht? Sie sind drauf geklettert. Später haben sie ihn verdrückt :lol: .

Ob Eisenia fetida und Eisenia andrei auch so wanderfreudig und neugierig sind, weiß ich nicht, da ich nur Dendros habe. Sei froh, wenn sie nur innerhalb der Farm auf Wanderschaft gehen und nicht auch noch die Umgebung erkunden wollen. Das ist doch ein gutes Zeichen.

Freu dich an deinen agilen Würmern. So wie du es schilderst ist alles gut :D .

Ich wünsche einen schönen Abend mit wurmigen Grüßen
Wurmcolonia
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von wurmneuling1991 » Mi 21. Aug 2019, 20:58

Nachdem Sumixan mich danach fragte ob es zu matschig ist, bin ich (mal wieder nach so vielen Woche ) auf die Suche gegangen. Oben war nämlich alles ok und auch beim leichten eingraben roch auch alles gut. Also hab ich an einer Stelle mal noch tiefer reingeschaut und siehe da - das ganze Papier, was ursprünglich unten für Lufträume sorgen sollte war mega eingedrückt und stank wie aus dem Gulli. Gehe mal davon aus, dass die Würmer in den oberen Schichten nicht viel davon mitbekommen haben, die in den unteren Schichten jedoch den weg nach unten gesucht haben. Da ja im Auffangnetz etwas Erde liegt, haben Sie sich entsprechend nicht allzu sehr nach oben gesehnt - bei dem Gulligeruch. Das interessante daran - in den unteren Schichten war nichts außer schönem Wurmhumus und diesem Papier (Zeitungspapier und dieses braune Papier aus Schuhkartons). Wieso hat es so angefangen zu müffeln? Das ist echt komisch. Jedenfalls hab ich jetzt die ganze Box durchmischt (oh Gott die armen Würmer), iWie geschafft die Box anzuheben und die Würmer in die Box rüberzubringen und neue eierkartonschnipsel eingebracht. Deckel kam nicht mehr drauf - sondern wieder die gute alte Hanfmatte (die ich vor ein paar Wochen wegen ständigen nachfeuchten gegen den Deckel ersetzte.
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von Wurmtraum » Do 22. Aug 2019, 05:52

Hallo Zusammen,
habe eben dieses Thema mitgelesen.
Es ist schon bemerkenswert wie die Würmlein auf eine Ungereintheit in der Kiste reagieren.
Kann es sein das durch die erhöhte Feuchte die untersten Schichten, wo eben auch das Papier enthalten war,
sich so verdichtet haben und keine Luft mehr zum zersetzen heran gekommen ist und somit zum faulen begonnen hat?

@Wurmneuling1991: wie groß ist deine Kiste das du diese nicht abnehmen kannst und wie hast du das Auffangnetz montiert ohne das es in die darunter befindliche Kiste fällt?


Schöne Grüße
Wurmtraum
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von SuMiXaN » Do 22. Aug 2019, 10:44

Hi,

Wieso das Papier angefangen hat zu stinken kann ich mit einer Ferndiagnose nicht beantworten. Ich könnte mir vorstellen das organisches Material durch befeuchten der Kiste nach unten geschwemmt und von dem Papier aufgefangen wurde. Wieso deine Würmer es dann nicht zusammen mit dem Papier gefressen haben ist mir ein Rätsel. Vllt. war es zu diesem Zeitpunkt schon zu stark verdichtet und die Würmer hätten nur von den Rändern arbeiten können. Irgendwie muss die Situation an der Stelle "gekippt" sein. Ich weiß nicht wie groß die Papierstücke waren, aber in Zukunft würde ich eher Wellpappe nach unten legen oder Papier zu Kugeln zusammenknüllen. Wenn zwischen dem Papier keine Würmer waren, dann bin ich sicher das du ein Problem gefunden hast.

Die Würmer mögen es zwar nicht wenn man im Substrat buddelt, nehmen aber keinen dauerhaften Schaden davon. Wenn sich kritische Stellen (die Würmer können es nicht selbst regeln) in der Kiste befinden ist das schlimmer als eine kleine Buddelaktion.

Wieso benutzt du nich den Deckel und die Hanfmatte gleichzeitig? Der Deckel soll die Würmer und Feuchtigkeit in der Kiste halten. Die Abdeckung spendet mehr Dunkelheit und hält die Feuchtigkeit direkt am Futter. Läuft die Kiste nicht gut wenn du beides aufsetzt?
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von Pfiffikus » Do 22. Aug 2019, 14:23

SuMiXaN hat geschrieben:
Do 22. Aug 2019, 10:44
Wieso das Papier angefangen hat zu stinken kann ich mit einer Ferndiagnose nicht beantworten.
Ist das so schwer zu erraten?

@Wurmtraum hat es erkannt!
Das Papier war da unten eingebuddelt. Es war feucht, es enthielt noch unzersetzte Nährstoffe. Aber schätzt doch selbst mal ein, wie viel Sauerstoff da unten vorhanden war? Wenn man Glück hat, wird das anaerobe Material nur sauer eingelegt. Üblicherweise fault es aber.

Du solltest nicht so viel in die Kiste rein packen, nicht so dicke Schichten entstehen lassen. Dann lassen sich die Kisten auch besser händeln.


Pfiffikus,
der aus demselben Grunde nur mit dünneren Substratschichten arbeitet
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von wurmneuling1991 » Do 22. Aug 2019, 20:20

Hallo zusammen,

das Papier war auch ursprünglich in Kugeln geformt und legte den gesamten Boden aus. Allerdings wird das dann wohl doch auf Dauer matschig und verdichtet sich.

Die Kiste ist 40x60x22 cm groß und umfasst ca. 50 L. Selbst die recht trockenen 20l Säcke mit Erde aus dem Laden sind mir schon schwer genug (als Frau), da ist es bei 50l feuchten Substrats kaum möglich.

Vielleicht hätt ich einfach ab und zu mal alles komplett durchmischen sollen (das tat ich nämlich nie sondern durchmischte immer nur das untersetzte Zeug oben. Im Grunde genommen geht man ja davon aus, dass die Würmer schichtenweise alles auffuttern und somit tiefer nur noch Humus ist. Der stank ja auch nicht. Tiefere Schichten an sich wären ja tatsächlich von Vorteil wegen besseren Überblicks, geringerem Risiko für Faulen usw aber gleichzeitig sollen die Würmer ja auch irgendwann in die obere Etage rüber (die noch nicht in Betrieb ist) und bei zB 10 von möglichen 20-22cm müsste man sich schon iwas einfallen lassen, wie die da hochkommen.
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Re: Wurmversammlung im Auffangnetz

Beitrag von Wurmtraum » Fr 23. Aug 2019, 05:56

Ich verwende ja als Wurmturm aufeinander gestapelte Eurokisten.
Da ich bei uns im Baumarkt nur die 40 x30x 22 c, bekommen habe, nahm ich hier 2 St. und startete meine Wurmzucht. Später erst kaufte ich gebrauchte Kisten mit 40x30x12 cm.
Ich hatte mir einige Viedeos zum Bau von Wurmbehausungen angeschaut und da war eines dabei wo angeraten wurde nur 12 cm hohe Kisten, wegen dem späteren enstehenden Gewicht wenn die Kiste voll ist, zu verwenden.

Meine Wohnzimmerkiste 22 cm hoch ist schon recht voll geworden und auch schwer.Als ich dann vor ca. 4 Wochen eine 12 cm Kiste daraufstellte und darin dann zu füttern begangen habe ist der Inhalt der Wohnzimmerkiste zusammen gesackt. Als Aufstiegshilfe habe ich über die ganze Breite der Kiste eine Art Wall in der Mitte, welcher bis zum Boden der Futterkiste reicht, gemacht.

Allerdings habe ich immer irgendwelche Kanditaten die sich in der Auffangkiste aufhalten. Ertrinken können sie ja nicht weil kein Wurmntee drin ist. Austrocknen tun sie auch nicht da ich etwas feuchtes Kokoserde darin habe.

Was ich bisher noch nicht gemacht: den Inhalt in den Kisten umgraben. Sollte man das hin und wieder mal machen ?

@ Wurmneuling 1991: verwendest du auch Eurokisten?
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