Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
meeee
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Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von meeee » So 22. Sep 2019, 10:11

Hallo!

ich scheiche schon länger um das Thema wurmkompost herum - und habe nun recht spontan ein WurmCafe gekauft.

Zum einen die Frage, was ich noch alles brauche, um los zu legen.
  • Würmer, ~1k wie ich lese?
  • Hanfmatte (brauche ich die für jede schicht der nur für die Oberste?
  • Ein Sammeleimer (der Komposter wird im Keller stehen)
Habe ich etwas vergessen?

Zum Anderen die Frage, ob es Sinn macht, wenn ich eh bestellen muss, direkt noch mehr Schichten mit zu bestellen. Zwar steht dort etwas von bis zu 4 Personen, jedoch ernähren wir uns vegetarisch und kochen viel, die Biomasseproduktion ist daher recht hoch. Zudem möchte ich möglichst viel Wurmhumus für meine Beete produzieren.

Ich danke Euch!
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Wurmpiercer
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Wurmpiercer » So 22. Sep 2019, 12:49

Hallo meeee,
willkommen in der Gemeinschaft der wurmsinnigen.
Für den Start brauchst du vor allem ein Substrat in dem sich die Würmer verkriechen können. Kompostwürmer bewohnen eine Tiefe von 20-30 cm. Ich habe gute Erfahrung gemacht mit einer Substratdicke von mind. 10cm zu Beginn. Wenn du einen Kompost im Garten hast dann kannst du Material von dort nehmen und es eine Nacht einfrieren, das eleminiert unerwünschte Untermieter. Kokosblöcke gehen auch, sind aber steril und müssen erst von Mikroorganismen besiedelt werden. Blumenerde aus dem Handel ist mit Vorsicht zu genießen weil diese mit Dünger versetzt sein kann der den Würmern schadet.
Die Hanfmatte hilft gerade am Anfang bei der Feuchtigkeitsregulierung und bei längerer Abwesenheit als Futterpuffer, unbedingt nowendig ist sie aber nicht. Es wird nur eine auf die aktuelle Futterebene gelegt.
Eine 4. Ebene kann helfen den zu erntenden Humus wurmfrei zu bekommen. Die Würmer folgen dem Futterangebot nach oben und sind somit weiter von der untersten Ebene entfernt.
1000 Würmer sind eine gute Startpopulation.
Wenn du Fragen hast stell sie hier, jemand wird sie schon beantworten.

Gruß, Wurmpiercer
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Gao » So 22. Sep 2019, 15:47

Einer von uns... einer von uns... :)=

Wilkommen hier im Forum!
(willkommen)

Auf jeden Fall brauchste eine gute Mineralienquelle für die Judels.
Hier im Shop findest eine Fertigmischung.
Diese ist besonders für Anfänger geeignet da man damit kaum was falsch machen kann.
Kann man auch selber mixen sollte man aber schon etwas Erfahrung haben.

Zusatzlich empfehle ich aktive Tonmineralien.
Von einem Feld oder hier ausm Shop.
(die meisten Felder bestehen eh fast nurnoch aus Lehm/Ton/Sand.. Humus findest kaum 5%)

Ein wenig flüssige Melasse zb ausm Tierbedarf wirkt Wunder als Zusatz beim befeuchten.
3% mit Wasser verdünt reichen völlig. (Powerfood für die Mikroorganismen)
Feiner Sand (0-1mm) wirkt sich positiv auf die Verdaung der Judels und auf die Humusqualität aus.

Die Hanfmatten mögen sie sehr.
Bei mir benutze ich dafür aber Hanfeinstreu.
Wesentlich günstiger/flexibler und man kann damit auch das Papier/Karton ersetzen.
Bin da grundsätzlich skeptisch wo das hergestellt wurde und was wirklich drin ist.
Farben/Bleichstoffe usw..
Für die Wiederverwertung von Papiermüll gibts ja bereits genug sinnvolle Alternativen.

Fürs erste Ansetzen benutze ich gerne Erde ausm Laubwald.
Da ist auch gleich ein ganzes Spektrum an nützlichen Mikroorganismen/Pilzen dabei.
Gerne auch kleine Mengen Laub dazu :)

Edit:

Hast ja schon geschrieben das bei euch wohl einiges an Biomaterial anfällt.
Da sehe ich schon den Anfängerfehler Nr.1 kommen. :?
Am Anfang wirklich nur sehr zaghaft füttern.
Man kriegt schnell ein Gefühl dafür.
Es dauert ne Weile 1-2 Wochen bis sich die Judels überhaubt erstmal eingewöhnt haben.
Das sie verhungern must dir wirklich keine Sorgen machen.
Wenn wirklich planst die Bioabfälle von 4 Personen zu verwerten würde ich eher gleich mit 4k oder sogar mehr starten.
Du kanst natürlich auch ein halbes Jahr warten bis sie sich auf natürlichem Wege ausreichen vermehrt haben.


Gruss Gao (wave)
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Wurmtraum » Mo 23. Sep 2019, 05:31

Hallo Meeee,

auch von mir ein herzliches Willkommen.
Hier im Forum erhälst du immer gute Tipps und Ratschläge wenn es rund um Wurm, Futter, Behausung und Futter geht.
Ich selbt habe auch erst im Juni, nach dem ich so viele tolle inspiriende Beitäge hier in diesem Forum gelesen habe, mit meiner Wurmzucht begonnen und einen Marke Eigenbau-Wurmturm gebastelt.
Viele hilfreiche Beiträge für den Start findest du in den Tagebüchern. Es lohnt sich wirklich diese zu lesen!
Und eines was ich dir ans Herz legen möchte ist, habe Geduld mit deinen Würmlein!

Schöne Grüße
Wurmtraum
meeee
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von meeee » Mo 23. Sep 2019, 11:05

Danke Euch für das herzliche Willkommen - und die zahlreichen Ratschläge!

Ich halte die Eckpunkte mal fest:
  • Hanfmatte/Einstreu, optional, ggf. auch aus dem Zoohandel
  • Substrat: Kokos habe ich noch rum liegen, Laubwaldboden ließe sich besorgen, etwas Kompost ggf. auch. Wenn ich das wie geraten einfriere, töte ich damit nicht auch gewollte Mikroorganismen ab und könnte dann auch wieder sterilen Kokos nehmen?
  • Zusätzliche Ebene: Macht das Ernten einfacher, erhöht aber nicht den "Umsatz" - korrekt?
  • Startpopulation: Um und bei 1k Würmer - hat eine Mischung der drei Eisenias, fetida, Andrei und hortensis tatsächlich einen merklichen Vorteil?
  • Mineralien - lohnt sich der Selbstmix, hat da jemand Zahlen im Vergleich?
  • Ton - gibt es da lokale Quellen - außer dem Feld?
  • Sand - eignet sich Quarzsand/Spielsand?
  • Melasse - lässt sich das nicht durch Obstzugabe ersetzen? Oder ist dann wieder die Säure ien Problem?
  • Vorsammeleimer - hat da jemand einen Tipp für einen, der sich besonders gut macht? Thema Geruch und Verschließbarkeit in der Wohnung?
Grüße
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Wurmpiercer » Mo 23. Sep 2019, 11:36

Hallo meeee,

die meisten Mikroorganismen in unseren Breiten sind Frost gewohnt. Ich habe meinen ersten Wurmeimer so gestartet. Wenn du an Wurmtee aus einer anderen Farm heran kommst kannst du damit die Kokoserde impfen, hat bei meiner 2. Farm super funktioniert, hatte keine Wurmflucht.

Umsatz erreicht man eher durch Fläche als durch Tiefe, so meine Erfahrung.

Zu dem Wurmmix kann ich nichts sagen. Ich habe Foetidas und Dendrobens getrennt.

Mineralien mixe ich selber. Gemahlene Eierschalen, Sand aus dem Sandkasten, Urgesteinmehl und gemahlenen Haferlocken zu gleichen Teilen. Urgesteinmehl habe ich zur Rasendüngung sowiso da.

Melasse soll das Wachstum der Mikroorganismen ankurbeln und somit den Umsatz.

Gib mal in einer Suchmaschine "Komposteimer" ein. Da findest du eine Menge, auch mit Aktivkohlefilter und aus Edelstahl (Korrosion!!). Ich benutze eine kleinen Plastikeimer auf dem lose der Deckel liegt.

Grüße, Wurmpiercer
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Wurmcolonia » Mo 23. Sep 2019, 14:14

Hallo meeee (wave) ,

auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

Leider kenne ich mich nicht mit allen von dir angesprochenen Fragen aus, aber zu dem Rest gebe ich gerne meinen Senf dazu:

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Würmer du als Startpopulation nehmen möchtest und wenn für dich die Unterschiede nicht relevant sind, nimmst du tatsächlich am besten einen Mix aus Eisenia fetidas, E. andreis und E. hortensis. Du musst dann allerdings damit rechnen, dass sich mit der Zeit eine Sorte Würmer bei dir durchsetzen wird.

Ein paar Unterschiede wären z.B., die E. fetidas sondern bei Stress einen stinkenden Schleim ab, so dass man sie deshalb nicht (so gut) zum Angeln verwenden kann. Dafür vermehren sich die Fetidas schneller als die Hortensis. Die Hortensis werden dafür größer (wehalb sie gern zum Angeln und als Futtertiere Verwendung finden) als die Fetidas und schaffen deshalb mehr Futter weg. Zu den Andreis kann ich dir leider nichts sagen. Ich habe Eisenia hortensis (= Dendrobena veneta, auch Dendros genannt). Dendros sind als sehr wanderlustig und erkundungsfreudig bekannt. Sie sind überaus neugierig. Meine Erfahrung ist, wenn sie sich einmal in der Farm gut eingelebt haben, büxt kaum noch einer aus :)X .

Was die Versorgung mit Mineralien und anderen lebenswichtigen Nahrungsbestandteilen, die nicht oder nicht ausreichend in normalen Küchenabfällen vorkommen, angeht, habe ich mit den Mineralmix-Pellets von Wurmwelten.de sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin nur deshalb zu einer eigenen Mischung übergegangen, weil in dem Mineralmix auch ein Getreidebestandteil enthalten ist und deshalb sich Mitbewohner meiner Dendros, die Enchyträen, regelmäßig auf den Mineralmix gestürzt haben, so dass meine Dendros nicht mehr genug davon abbekommen haben. Das hatte sehr negative Auswirkungen auf meine Dendros, so dass ich zu einem eigenen Mix aus Urgesteinsmehl, feinem Quarzsand (gewaschener Spielsand), ab und zu etwas Gartenkalk über dem Grünfutter und als Ergänzung gelegentlich Haferflocken übergegangen bin. Von diesen Bestandteilen mögen die Enchys nur die Haferflocken (bat) , den Rest lassen sie den Dendros :D . Für den Anfang bist du gut beraten, wenn du die MineralMix-Pellets fütterst. Ich glaube nicht, dass die teurer sind als der ganze selbst zusammengestellte Mix.
Eine mögliche Alternative wäre noch mineralienreiche Erde in die Farm zu geben. In der Natur holen die Würmer sich ihre Mineralien auch aus dem Boden.
Aber im Grunde kann das jeder Wurmhalter machen wie er möchte, solange es seinen Schützlingen gut dabei geht ;) .

Futter sammel ich in ehemaligen Eisdosen im Kühlschrank. Dort hält es sich ein paar Tage.

LG
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Otto, der Kompostwurm, erzählt von seinem Leben in der Wurmkiste auf https://wurmcolonia.blogspot.de
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Wurm-Bine » Mo 23. Sep 2019, 14:42

Witzig, das mit den Eisdosen im Kühlschrank mache ich auch so. Das hat sich bewährt, was die Haltbarkeit, das Volumen und die Nicht-Erreichbarkeit für Fruchtfliegen angeht.
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Gao » Mo 23. Sep 2019, 16:26

Die meisten Mikrorganismen kommen mit der Kälte recht gut klar.
Beim Einfrieren ghets ja mehr um die Schädlinge.
Die Würmer werden ja in nem Substrat geliefert das reich an Leben ist.
Einfach gut untermischen.

Sehr viel günstiger kommste mit dem Selbstmix nicht.
Da müstest die Materialien schon in Grossmengen kaufen.

Andere Quellen für den Ton wüste ich jetzt nicht.
Theoretisch kanst einfach so ziemlich überall nach unten graben.
Ich selbst benutze Edasil seit ne Weile.
Schön pulverig und gut zum dosieren/verteilen.
Gibts auch hier im Wurmshop.
Auch weil bei ner heimlichen Bodenanalyse des nahen "Bio" Ackers stark erhöte Pestizidwerte festgestellt wurden :)X
Die benötigte Menge hält sich ja in Grenzen 8-10kg reichen locker für 1m3 Biomaterial.

Sand kanst so ziemlich alles verwenden.
Ok Lawnsand eher ned ;)
Vorher sicher gut waschen.
Ich benutze bei mir den hier:
https://www.hornbach.ch/shop/Fugensand- ... tikel.html
Die kleine Körnung 0-1 mm hat sich für mich bewährt.

Die Melasse ist ja eine stark konzentrierte Masse die bei der Zucherherstellung anfällt.
So ziemlich alles gute aus der Zuckerübe was nicht im Zucker gebraucht wird.
Für solche Werte müstest schon kiloweise Obst reinwerfen :lol:
Zusätzlich ist die ganze Energie und die Nährstoffe direkt verfügbar.
Ist auch sehr günstig hier zb: https://www.equusvitalis.de/koenigshofer/melasse
Wird auch in der Medizin und bei der Herstellung von EM als Nährlösung verwendet.


Gruss Gao (wave)
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Re: Wurm Cafe - Was dazu? Mehr Schichten für mehr Durchsatz?

Beitrag von Gao » Mo 23. Sep 2019, 22:10

Zum Ton/Lehm ist mir noch was eingefallen :)
Baustellen bieten sich durchaus auch an.
Wenn sie die tieferen Erdschichten aufreissen.

Das ne grobe Vorstellung hast was brauchst hier ein Bild:
Bild

Von links nach rechts 4/5/6 würde ich als optimal ansehen.
Ist natürlich nur eine vage visuelle Bestimmung.
Die Farbe von stark tonhaltigen Erden ist aber gut zu erkennen.
Was wirklich drin ist kann man nur durch teure Labortests rausfinden.
Hoffe es hilft trotzdem :D
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