2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

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Sophie0816
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Sophie0816 » Mi 4. Dez 2019, 16:21

Teil 2

Nach der 10. Woche , also gestern, empfand ich die 1. Arbeitsebene als soweit, dass die 2. Arbeitsebene oben drauf konnte.

10. Woche.jpg
10. Woche5.jpg
10. Woche2.jpg
10. Woche3.jpg
10. Woche4.jpg

Die Abstandshalter hab ich so angepasst, dass zwischen 1. und 2. Ebene ca. ein halber Zentimeter liegt. Das konnte mit einem Wattestäbchen geprüft werden.

Nun bin ich gespannt:
1. ob genügend Luft an die 1. Ebene kommt, so dass es reicht, nur alle 2 Wochen zu prüfen, wie bei der Auffangebene
2. die Würmer wandern
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Wurmtraum
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Wurmtraum » So 8. Dez 2019, 06:37

Toller Beitrag.
Ich verfolge auch gespannt deine Ergebnise.
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Sophie0816 » Sa 14. Dez 2019, 16:45

Nach 11 Wochen.

Das Wandern der Würmer zwischen 1. und 2. Arbeitsebene hat problemlos funktioniert.

Doch leider fing es in der 1. Arbeitsebene schon nach 4 Tagen an zu stinken.

Ich trennte beide Ebenen wieder. Lockerte die Oberfläche in 1 auf und streute etwas Urgesteinsmehl darüber. Gefüttert wurde trotzdem in der 2. Ebene und diesmal gab es in beide Ebenen Mineralmix.

20191210_131228[1].jpg
20191210_125940[1].jpg

Nach 3 Tagen war der faulige Geruch verschwunden. Ich ließ es noch einen Tag so stehen und heute nach 4 Tagen stellte ich beide Ebenen wieder ineinander, mit vergrößertem Abstand auf 1,5 cm dazwischen.

Wenn das nicht ausreicht, werde ich Effektive Mikroorganismen aisprobieren.
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Gao
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Gao » Sa 14. Dez 2019, 16:57

Guter Bericht! :)

Also was EM anghet.. wilst das wirklich riskieren?
EM ist naturgemäss sehr sauer.
Das sind ph-Werte um 3,4 rum.
Da könnten schon kleine Mengen alles kippen. :?
Besonders auf so kleinem Raum wo sich die Judels nur bedingt zurückziehen können.

Gruss Gao (wave)
Eberhard
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Eberhard » Sa 14. Dez 2019, 18:01

EM ist naturgemäss sehr sauer.
Eine Reduzierung auf Säure ist aber sehr einseitig, und Milchsäure wirkt etwas anders wie Essigsäure oder Schwefelsäure. Man darf in seine Überlegungen auch einbeziehen, dass da Leben im Spiel ist (was über bloße Chemie hinausgeht), u.a. gibt es auch Photosynthesebakterien, die "unter Tage" Sauerstoff freisetzen.
Daneben wird man eine verdünnte Lösung verwenden. In praktischer Verwendung in der Landwirtschaft werden EM sogar in Mischung mit Pestiziden ausgebracht. Es ist also auch möglich, in die Lösung einen alkalischen Gegenspieler einzubringen.
stinken
... heißt Freisetzung von Giften = anaerobe Vorgänge. Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Phosphin & Co. sind nicht so toll. Die Nase lügt nicht.
Primär fehlt also Sauerstoff im Substrat: Verdichtung, mangelhafte Luftzufuhr wegen fehlendem Strukturmaterial oder zu große Nässe.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Sophie0816 » So 15. Dez 2019, 10:25

Hallo Gao, hallo Eberhard,
danke für eure Gedanken. Ist doch immer hilfreich, unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen zu lesen.
Bin noch dabei darüber nachzudenken und Informationen zu sammeln. Da fließen eure Einwände mit ein.

Grüße Anja
Eberhard
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Eberhard » So 15. Dez 2019, 13:56

Vielleicht kann man noch einen weiteren Gedanken berücksichtigen:
Es gibt ja ...zig Varianten und Rezepte, seine Würmer zu füttern. Ist das Fütterungsverhalten im konkreten Fall ausgewogen?

Man weiß ja, dass Humus der Gesundbrunnen für Boden und auch schon für sich alleine sicher keine Umweltbelastung ist. Er stellt sich dar als Ton-Humus-Komplexe. Jetzt unterstellt man, der Wurmkot wäre automatisch Ton-Humus-Komplexe - berechtigt oder unberechtigt? Gibt es denn im Futter die mineralische Komponente, die den benötigten Ton liefert?

Alwin Seifert beschreibt in seinem Buch "Gärtnern, Ackern ohne Gift", das vor 50 Jahren erschienen ist und in dem er eigene 40-jährige Erfahrungen niederlegt, dass er einen Kompost vergleichbar zum Darm eines Regenwurms anlegt. Dazu gehört dann auch, dass zu Pflanzenteilen oder Mist ein Anteil an lehmiger Erde (Anteil ein Dreißigstel bis ein Zehntel) gehört.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Sophie0816 » So 15. Dez 2019, 20:02

Lieber Eberhard,
beziehen sich deine Überlegungen auf die Situation, dass es anfing zu stinken oder ganz allgemein auf die Quälität des Endproduktes?

Grüße Anja
Eberhard
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Re: 2. Versuch eine Wurmfarm mit 10l Eimern

Beitrag von Eberhard » So 15. Dez 2019, 21:36

Primär auf die allgemeine Situation. Guter gesunder Boden wird nicht einfach beginnen zu stinken, besondere zusätzliche Einflüsse mal ausgenommen. Einfach den Boden in eine luftdichte Plastetüte zu stecken wird so etwas nicht so unmittelbar auslösen können.

Gesunder belebter Boden wie auch ein gut geführter Kompost unterdrücken Fäulnis wie auch das Auftreten von pathogenen Erregern (Krankheitskeimen). Es gab Versuche, wo Kompost absichtlich mit Cholera & Co. geimpft wurde. Schon nach wenigen Tagen war nichts mehr davon nachweisbar.
Krankheitserreger gedeihen in anaeroben faulendem Umfeld. Augenscheinlich wird das z.B. bei der üblichen Lagerung und Verwendung von Gülle. Botulismus ist da im Umfeld ein Riesenproblem, und eher bürokratische Hindernisse und finanzielle Interessen verhindern eine Anerkennung als Tierseuche und damit auch den Eintritt in die allgemeine Wahrnehmung.
Zum Querlesen: Petition zur Mikrobiellen Gülleveredelung
Das wäre auch mal ein konkretes Thema für Klima-, Umwelt-, Tier-, Menschenschützer, wo man mehr als nur abstrakt protestieren kann.

Aber man muss keine Angst haben, seine Hände in normale Erde zu stecken!

Wenn es also plötzlich anfängt zu faulen, wird es noch unverrottetes Material mit erheblichen Fäulnisinseln geben, in Kombination mit Bedingungen, die der Fäulnis das Entwickeln einer Dominanz gestatten. Da sollte man also schauen.
Starke Fäulnislast behebt sich dann auch nicht von alleine, sondern wird über die Sporen der Bakterien mit dem "Endprodukt" weitergegeben.

Wie geht man dagegen an? Die Anzahl der Gegenspieler erhöhen, und die Vielfalt erhöhen, und die Bedingungen runterfahren, die Fäulnis begünstigen.

Noch ein kleines Nachwort zu EM: Mein erster Kontaktgeber dazu wies sehr schnell darauf hin, dass es nicht darum geht, Wundermittel anzuwenden oder stur Rezepte abzuarbeiten, sondern vor allem, Wirkprinzipien zu erkennen und flexibel in seiner eigenen Umgebung anwenden zu können. Ob das Zeug dann A oder B genannt wird und ob man 3 Stück oder 5 Löffel davon nimmt, ist doch erst einmal egal.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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