Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Nicht sicher in welches Forum Deine Frage gehört? Hier passt alles rein! Nicht nur Kompostwurmiges...
Hier könnt Ihr Euch auch vorstellen.
Sophie0816
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Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 » Mo 4. Nov 2019, 12:17

Ich bin dem Link von Eberhard gefolgt und habe mir alle Kurzvideos mit Herwig Pommeresche auf Youtube angeschaut, zum Thema Bodenlebewesen und Erdisieren.
Danke Eberhard für den Hinweis! Ich hab das förmlich aufgesaugt, was er erzählt und zeigt.

https://www.youtube.com/user/PermakulturKoller
https://www.youtube.com/watch?v=qwi2FGnoepM
https://www.youtube.com/watch?v=4j0BcwRSzDA

Nun habe ich begonnen, das auch auszuprobieren, mit dem was da ist.

4 Monate alte, genutzte Komposterde.
20191102_161913.jpg
Gehäckselte Küchenabfälle.
20191103_163916.jpg
Beides mischen. Etwas mehr Komposterde als Abfälle.
20191103_164159.jpg
In einen Pflanzenübertopf gegeben und mit einem feuchten Tuch abgedeckt.
20191103_164504.jpg
20191103_164647.jpg
Das Ganze täglich bewegen, damit Luft ran kommt und feucht halten, für ein gutes Klima für die Mikroorganismen.

Ob davon in genutzter Komoposterde überhaupt noch welche da sind, keine Ahnung.
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Zuletzt geändert von Sophie0816 am Mo 4. Nov 2019, 19:45, insgesamt 1-mal geändert.
Eberhard
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Eberhard » Mo 4. Nov 2019, 13:09

Täglich bewegen muss gar nicht sein. Nach einer guten Durchmischung kann das für sich ruhen, gerne auch in einem deutlich größeren Topf. Im Kompost sind reichlich nützliche Mikroorganismen drin, wenn ihnen nicht gerade ein extremes Erhitzen oder ein Vergiften per Pestizide oder ein Bestrahlen mit UV-Licht zugemutet wurde. Bei Deinem Mischungsverhältnis sowieso. Daneben bringen die lebenden/exlebenden Stoffe, also z.B. Dein Gemüse, selber auch eigene Zersetzer mit. Der Kompost erhöht dann Menge und Vielfalt.

Luft wird da i.d.R. auch genügend drin sein, insbesondere wenn man etwas Strukturmaterial dabei hat und die Feuchte nicht in Nässe abgleiten lässt. Zuviel Wasser verhindert den Luftzutritt und könnte ein Faulen statt ein Rotten einleiten.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Trulllla » Mo 4. Nov 2019, 17:26

Und was passiert dann?
Sophie0816
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 » Mo 4. Nov 2019, 19:41

Eberhard hat geschrieben:
Mo 4. Nov 2019, 13:09
Im Kompost sind reichlich nützliche Mikroorganismen drin, wenn ihnen nicht gerade ein extremes Erhitzen oder ein Vergiften per Pestizide oder ein Bestrahlen mit UV-Licht zugemutet wurde.
Die Komposterde war vorher ca. 4 Monate in diesem Topf, mit einer Tomatenpflanze. Ostbalkon. Sonne bis ca. 14 Uhr. Also hat da schon ganz schön die Hitze gewirkt.
Bin noch am organisieren, wo ich frische Komposterde herbekomme.

20191104_144703[1].jpg
Eberhard hat geschrieben:
Mo 4. Nov 2019, 13:09
Täglich bewegen muss gar nicht sein. Nach einer guten Durchmischung kann das für sich ruhen, gerne auch in einem deutlich größeren Topf.
Der eine Topf mit Gemüseabfällen roch heute, nach einem Tag, sauer. Ich werde den lieber täglich bewegen.

Größere Töpfe? Weshalb? Es sind immer kleine Mengen (1-Personenhaushalt), die ja, wenn ich es richtig verstanden habe, jeweils einzeln, fortlaufend angesetzt werden. Oder kann ich auch in eine Mischung immer wieder neue Abfälle hinzutun?
Am Anfang, in der Erfahrungssammelphase lasse ich das lieber noch getrennt.
Trulllla hat geschrieben:
Mo 4. Nov 2019, 17:26
Und was passiert dann?
Die Würmer in den Eimern verwerten ja nur Miniportionen. Ich erhoffe mir, so die restlichen Küchenabfälle in Erde zu verwandeln - ganz alleine durch die Mikroorganismen. :)
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 » Mi 6. Nov 2019, 18:10

Ich habe nun 4 Gefäße angesetzt.

1. Alte Komposterde + gehäckselte Tomatenpflanze (01.11.)
2. Alte Komposterde + gehäckselte Tomatenpflanze + Wurmhumus (03.11.)
3. Alte Komposterde + gehäckselte Küchenabfälle (03.11.)
4. Alte Komposterde + gehäckselte Küchenabfälle + Wurmhumus (04.11.)

Interessanterweise riecht der Behälter 1 als einziges nach Erde. Alle anderen mal etwas mehr, mal etwas weniger leicht sauer.
Es wird jedoch weniger von Tag zu Tag und ich werde ab heute nicht mehr jeden Tag lüften.

Die Oberfläche trocknet leicht an, da nur Tücher darüber liegen.

In 2 und 4 habe ich Kellerasseln gesichtet und in 4 auch einen Wurm. Lass ich alles so.
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Stadtfarmerin » Mi 6. Nov 2019, 18:22

Hallo Sophie,

ich finde dein Projekt sehr interessant und freue mich wenn du weiter berichtest! Ich bleib dran.
Viele Grüße
Christina
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Doris » Mi 6. Nov 2019, 20:58

Interessantes Projekt.

Ich bin ja am Überlegen, wie es hier mit der Bio Grünabfall Verwertung weitergehen soll.

Derzeit gibt es hier

2 Wurmfarmen
1 Bokashi-Eimer (mit Kompostsammeleimer) einen weiteren "echten Bokashi Eimer habe ich noch unbenutzt hier

und ich sammle trockenen Grünabfall am Balkon in einem Papiersack.

Bokashi möchte ich einer großen Tonne über Winter unter Komposterde vererden lassen. ev. kommt da auch der trockene Bioabfall rein. Oder ein großes Tongefäss am Balkon, wo schichtweise Abfall und Komposterde reinkommt und dann drauf was pflanzen.

Viel Platz für Experimente habe ich allerdings nicht mehr.
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Trulllla » Mi 6. Nov 2019, 23:34

Sophie0816 hat geschrieben:
Mo 4. Nov 2019, 19:41
Trulllla hat geschrieben:
Mo 4. Nov 2019, 17:26
Und was passiert dann?
Die Würmer in den Eimern verwerten ja nur Miniportionen. Ich erhoffe mir, so die restlichen Küchenabfälle in Erde zu verwandeln - ganz alleine durch die Mikroorganismen. :)
Hm, und das Erdisieren soll den Umsatz schneller schaffen? Verstehe ich nicht ganz, denn in der Wurmkiste sind ja Würmer UND Mikroorganismen am Werk. :?:
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Eberhard » Do 7. Nov 2019, 09:50

Größere Töpfe? Weshalb?
Wenn man eine Handvoll neues Substrat in einen Blumentopf gibt, wird das deutlich erheblichere Milieu-Änderungen bewirken können, als wenn man die gleiche Menge in eine 60-Liter-Tonne mit laufender funktionierender Rotte gibt.
Ein kontinuierlicher Prozess mit "Zufütterung" ist naturnaher als einen Haufen auf einmal anzurichten. Die gewünschten Verwerter-Mikroorganismen müssen ja nicht nur vorhanden sein, sie müssen auch über andere und besonders gegen ihre Gegenspieler wie Fäulniserreger dominieren können.
Bin noch am organisieren, wo ich frische Komposterde herbekomme.
Frische Komposterde würde ich eher zeitnah der Nutzung zuführen, also im Garten auf freie Flächen oberflächlich einarbeiten und mit Mulch abdecken. Das vorzugsweise in die Vegetationszeit hinein, weil da wird das Angebot an Nahrung und Mineralstoffen auch von Pflanzen verwertet und umgesetzt. Bei nicht zeitnaher Nutzung tritt trotzdem eine Mineralisierung ein, wobei dann Verluste durch Ausgasung und Auswaschung höher sind.

Daneben kann der Kompost selber auch einseitig sein, je nach dem, was man da reingegeben hat. Auch im ökologisch geführten Nutzgärten hat man eher Monokulturen statt natürlicher Vielfalt. Daher bin ich selber in der Umgebung immer am Sammeln an Material von urbanen Plätzen (Wald, Wiese, Weide, Kehrricht, Dachmoose, Maulwurfshaufen, ...).
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Erdisieren von Abfällen ohne Würmer

Beitrag von Sophie0816 » Fr 8. Nov 2019, 16:38

Stadtfarmerin hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 18:22
ich finde dein Projekt sehr interessant und freue mich wenn du weiter berichtest!
Danke für die Rückmeldung :)
Doris hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 20:58
Ich bin ja am Überlegen, wie es hier mit der Bio Grünabfall Verwertung weitergehen soll.
Hey Doris. Du machst ja schon einiges und trotzdem bleibt noch was übrig... :)
Trulllla hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 23:34
Hm, und das Erdisieren soll den Umsatz schneller schaffen?
Hallo Trulllla, um schneller geht es mir nicht.
Ich sah das Video zum Thema Erdisieren von Herrn Pommeresche und war baff, dass es so einfach sein soll, Abfälle in Erde zu verwandeln, indem man sie einfach 1:1 mit Kompost mischt.
Und da mich die Bokashi-Sache nie angesprochen hat, war das ne gute Lösung, anstatt eine zweite größere Wurmfarm zu bauen, um mehr von meinen Abfällen zu verwerten.

Das Ergebnis ist erstmal zweitrangig. Angesprochen hat mich die Einfachheit (Würmer machen schon etwas mehr Aufwand und Pflege) und das beobachten, erfahren und herausfinden dieses ganzen Zersetzungsprozesses.
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