amerikanische Variante - Wurmfarming

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amerikanische Variante - Wurmfarming

Beitrag von freestyle » Mo 25. Nov 2019, 16:42

Ein amerikanischer Bekannter hat mir etwas über eine sehr individuelle Methode des Wurmfarming erzählt.

Hier wird alles an Essenresten etc geschreddert, der entstehende Brei gesiebt und in Zeitungspapier gepackt. Diese Päckchen kommen dann in einen Eimer, der gut belüftet ist. Oben drauf kommt Erde/Kompost und darauf die Würmer. Der Eimer wird dann geschlossen. Die Würmer fressen sich von oben nach unten.

Aber seht selber.....


https://www.youtube.com/watch?v=2qfeZ5nM0o4

https://www.youtube.com/watch?v=Ejr-uXh-w4Y
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming

Beitrag von Wurmcolonia » Fr 29. Nov 2019, 11:15

Hallo freestyle,

das ist wirklich eine interessante Methode. Praktisch ist, dass man die Eimer stapeln kann. Dann braucht man wirklich wenig Platz für viele Würmer. Die Methode soll ja eine Mischung von Wurmkompostierung und Fermentierung sein. Mich wunderts dabei allerdings, dass die Würmer tatsächlich ausreichend Sauerstoff bekommen. Die Eimer werden ja immer sehr voll gepackt. Viel Luft ist da ja nicht mehr drin.

Was ich auch noch nicht verstanden habe ist, wie überschüssige Feuchtigkeit abgeführt wird. Außerdem kann ich kaum glauben, dass man in so kurzer Zeit von Kompostwürmern Tierkadaver verwerten lassen kann und dabei kaum Knochen übrig bleiben sollen.

Wenn man eine Wurmkompostierungsmethode sucht, die wenig Platz benötigt, lohnt es sich aber sicher, sich mit der vorgestellten Methode näher zu beschäftigen.

LG
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Habe über Suchmaschine einen interessanten Kommentar zu der Methode gefunden: https://www.redwormcomposting.com/fun-s ... rnmenting/
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming

Beitrag von freestyle » Sa 30. Nov 2019, 07:51

Hi Wurmcolanie,

habe mir in der Zwischenzeit alle seine Videos angeschaut. Hier https://www.youtube.com/watch?time_cont ... e=emb_logo findet man eine Bauanleitung für die Eimer. Ist auch in den von dir genannten Kommentar verlinkt. Ab Minute 6:45 Uhr wird es interessant. Und seine Belüftungsmethode finde ich genial. Nutze was du hast, statt neu zu kaufen.

Leider sind seine Videos ein bißchen durcheinander. Im o.g. Video entwässert er an die Seite. In einem anderen Video scheint es mir, er hätte ein Entwässerungsloch nach unten eingebaut.

Auch sein "Sieb" was er im Vorfeld benutzt, scheint mir selbstgebaut..... Ich bin angefixt, aber sicherlich erst ein Experiment für die wärmere Jahreszeit.

Ich würde jedoch nicht auf die Idee kommen Roadkill zu verwerten. ;)

LG
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming (Vernmenting)

Beitrag von Trulllla » Sa 30. Nov 2019, 15:46

Wurmcolonia hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 11:15
Habe über Suchmaschine einen interessanten Kommentar zu der Methode gefunden: https://www.redwormcomposting.com/fun-s ... rnmenting/
Die Seite mag ich auch sehr gerne!

Im Grund müsste man das ja auch gut direkt im Garten machen können, oder? Wenn man tief genug gräbt, dass keine Mäuse und Ratten dran gehen. Oder fehlt dann der Sauerstoff? Hmm...
Und eine Anleitung, wie er die Belüftungsdinger da baut, habe ich leider noch nicht gesehen. Ihr?
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming

Beitrag von freestyle » So 1. Dez 2019, 10:34

In o.g. Link ab Minute 6.45 sieht man wie er die Belüftung baut. Er nimmt die Öffnung von Plastikflaschen.


Ohne Sauerstoff im Boden wird es wahrscheinlich funktionieren, aber länger dauern. In großer Tiefe werden es sicherlich auch weniger Mirkoorganismen sein.

LG
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming

Beitrag von Wurmcolonia » So 1. Dez 2019, 13:06

Das Video, in dem er den Bau von Drainage und Lüftung erklärt, habe ich inzwischen auch gesehen (es ist das Video, in dem ein Mann einen Regenwurm vor sein Gesicht hält). In der von mir oben zitierten Website (bzw. auf einer Seite, die über einen Link in dem Artikel auf der Website gefunden werden kann) werden auch viele Hinweise gegeben, was als "DUFF" also "Living Material" (Lebendes Material) verwendet werden kann. In dem Video ist mir das nicht so klar geworden. Aber dieser "DUFF" scheint beim Vernmenting sehr wichtig zu sein, da damit die wichtigen Mikroben u.a. in das System eingeführt werden.
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming (Vernmenting)

Beitrag von Wurmcolonia » So 1. Dez 2019, 13:15

Trulllla hat geschrieben:
Sa 30. Nov 2019, 15:46
Im Grund müsste man das ja auch gut direkt im Garten machen können, oder? Wenn man tief genug gräbt, dass keine Mäuse und Ratten dran gehen. Oder fehlt dann der Sauerstoff? Hmm...
Die Methode, einen Komposthaufen in der hintersten Ecke de Gartens in einem tiefen Loch anzulegen, erinnert mich an uralte Zeiten, die ich nur noch vom Hörensagen kenne. Damals legte man Komposthaufen tätsächlich in einem Loch an, weil er so gestunken hat. Erst später ist man dahinter gekommen, dass er so stinkt, weil kein Sauerstoff dran kommt und deshalb die stinkenden anaeroben Bakterien die Oberhand haben (bat) .
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Re: amerikanische Variante - Wurmfarming

Beitrag von Eberhard » So 1. Dez 2019, 14:03

Zum letzten Beitrag einige Gedanken:

- stinkender Komposthaufen:
Es kommt ja vor allem darauf an, was man da zufügt und wie man den Haufen führt. Abfall kann sich auch wie Abfall verhalten.

- hinterste Ecke des Gartens:
Das steht im Zusammenhang mit dem Abfallhaufen. Der besser geführte Komposthaufen steht besser gleich ganz vorne/zentral, weil man ihn besser und öfter erreichen und pflegen kann, und er ist zumindest für einen Gärtner ein Vorzeigeobjekt und wert, sichtbar zu sein.

- Rotte ist ein Prozess mit pflanzlichen Rückständen. Tierische Überreste gehen ins Faulen, schon mal daher, dass sie selber ihre eigenen Zersetzer mitbringen, in dem Fall Fäulnisbakterien, die u.a. in den Därmen liegen und zu Lebenszeiten deaktiviert sind. Man weiß doch, dass ein totes Tier, das man liegen lässt und das weder von anderen gefressen wird oder austrocknet, aufdunst durch die Fäulnis von innen. Da werden dann die geparkten Zersetzer aktiv. Von außen werden sich noch welche hinzugesellen, und durch die vereinte Dominanz der Fäulnis werden andere Mikroben unterdrückt.
In der Natur ist so etwas aber nur eine lokale Störung, und wenn alles gefressen und zersetzt ist, haben die gerade noch aktiven Zersetzer ihre Lebensgrundlage verloren und das Umfeld zieht wieder ein und verstoffwechselt deren Reste.

Stichwort "lokale Störung": Die Menge der tierischen Überreste sollte ein gesundes Verhältnis zum sonstigen Material nicht überschreiten, sonst ist die Gefahr des Eintretens ungewünschter Prozesse groß.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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