CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

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Eberhard
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CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Eberhard » Fr 27. Dez 2019, 14:03

Nachfolgend verlinke ich zwei Blogbeiträge, die sehr viele Gedanken, Fakten, Quellen, Schlussfolgerungen und Vernetzungen zu den im Titel genannten Themenböcken enthalten - zur Ableitung und Bildung von eigenen Meinungen und Handlungsanweisungen.

Klimaschutz durch Landwirtschaft

Zum Thema CO2 und Klima

Die folgenden Zeilen sind winzige Ausleitungen daraus:

Innerhalb der letzten 150 Jahre haben die besten Mutterböden der Welt zwischen 30 und 75 % ihres Kohlenstoffs verloren und dabei Milliarden Tonnen CO2 an die Atmosphäre abgegeben.

Mir scheint unsere verschiedenen, sich abzeichnenden Katastrophen haben eine gemeinsame Ursache: Der allgemeine Bildungsstand ist unter den Stand gesunken, der für die längerfristige Erhaltung der unserer Lebensgrundlagen nötig ist.

Wieviel ertragreicher wäre es doch, wenn die kreischenden Greta-Mädchen statt zu streiken, ein paar Freitage dafür aufwenden würden, sich mit Mikroskop, Schaufel und Schulgarten die hier sehr verständlich dargelegten Zusammenhänge zu erarbeiten!


//Edit:
Ich habe zeitgleich eine Anfrage an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) versandt:
Ich würde mich sehr über eine Stellungnahme dazu freuen, ob solche auch für einen Laien leicht recherchierbaren Informationen und Fakten bei den zuständigen fachlichen und poltischen Entscheidungsträgern
- Eingang in die eigene Wahrnehmung gefunden haben und
- Berücksichtigung bei Überlegungs- und Entscheidungsprozessen finden und
- im Ergebnis ihren Niederschlag in in öffentlich verbreiteten Publikationen finden.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Pfiffikus » Sa 28. Dez 2019, 20:33

Glück Auf Eberhard!

herzlichen Dank für die Links. Sie enthalten gut recherchiertes Material und Informationen, die für mich neu waren.


Pfiffikus,
der dieser Tage mal mehr Zeit hatte, viel zu lesen
freestyle
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von freestyle » So 29. Dez 2019, 10:49

Hallo Eberhard,

auch von mir ein Dankeschön.

Ich habe immer mehr das Gefühl, Lösungen sind zwar bekannt, werden aber nicht umgesetzt. Ob da die Lobbyarbeit einzelner Interessengemeinschaften eine Rolle spielen? Bayer und Co. wollen ja schließlich weiter verkaufen.

Gruß
freestyle
Eberhard
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Eberhard » So 29. Dez 2019, 13:11

Lobbyarbeit von Interessengemeinschaften, besser gesagt von Großkonzernen, ist immer ein Thema und vielfach ausgeübte Praxis. Dort, wo das Geld verdient wird, ist auch Geld da, um Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit massiv zu steuern.

Ich würde aber auch behaupten, dass auch bei sehr vielen Klima-, Umwelt-, Tier- und Menschenschützern die Ignoranz, Unwissenheit und Dummheit sehr groß ist. Ein kleines Beispiel dafür kann man einem Vortrag von Prof. Dr. Bruno Glaser entnehmen, der als einer der anerkannten wissenschaftlichen Pioniere im Bereich der Forschung zu Terra Preta und Pflanzenkohle gilt: Pflanzenkohle – Stand der Forschung

Unwissenheit und Ignoranz setzt sich dann auch fort bei vielen normalen Menschen, die sich für gebildet halten. Wenn man über Kohlenstoffbindung im Boden spricht, gilt man meist als Exot, Außenseiter, Spinner. Ich kenne das aus eigenem Erleben.
Mir ist aus der persönlichen Wahrnehmung heraus auch keine politische Partei oder wahrzunehmende politische Organisation bekannt, die das Thema Kohlenstoffbindung im Boden aufgreift oder allgemein Bodenverbesserung. Durch etwas bessere Bodenbehandlung könnte man Stickstoffüberdüngung (Nitrate, Ammoniak durch Gülle) drastisch senken, Lachgasemmissionen in die Atmosphäre damit auch. Lachgas hat gegenüber Kohlendioxid in der Wirkung als Treibhausgas den Faktor 300. Da kann man ja mal darüber nachdenken, über die die Menschen bewegende Diskussion über ein Tempolimit auf Autobahnen hinaus.

Ja, Wissen, auch wissenschaftlich und praktisch unterlegt, ist vorhanden und verfügbar.
Ich selber als Laie kam im Januar 2015 mit der Thematik Terra Preta in Berührung. Diese hat mich elektrisiert und dazu gebracht, mich ein wenig mehr mit Mikroben, Boden und damit zusammenhängenden Vorgängen zu beschäftigen und einige Dinge für mich auch ganz praktisch abzuleiten. Für die anderen Normalen und sogar Klugen sollte das also auch möglich sein.
Nebenbei ist man als Mensch immer noch selber ein Stück Natur und kann sich den Gesetzen und Wirkungen der Natur nicht wirklich entziehen. Apfel oder Vitaminpille aus der Apotheke, Steak oder Fleischklops, der gleich vor Übergabe in Tüte oder Pappschachtel versteckt wird - jeder entscheidet tagtäglich etwas für sich und über sich.

Informationswege und -möglichkeiten gibt es heutzutage auch einige mehr. Man muss vielleicht nicht unbedingt solche Nachrichten favorisieren wie wenn eine Spielerfrau eines Fußballers in ein Fettnäpfchen tritt oder ein drittklassiges Popmusiksternchen den Ausschnitt mal etwas tiefer und das Höschen vergessen hatte.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Sophie0816 » Mo 30. Dez 2019, 12:15

Eberhard hat geschrieben:
So 29. Dez 2019, 13:11
Mir ist aus der persönlichen Wahrnehmung heraus auch keine politische Partei oder wahrzunehmende politische Organisation bekannt, die das Thema Kohlenstoffbindung im Boden aufgreift oder allgemein Bodenverbesserung.

Diese Erfahrung mache ich gerade auch, beim durchstöbern der lokalen Nachhaltigkeitsagenda hier im Bezirk, der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie Agenda 2030 und der 17 SDG (Sustainable Development Goals/ Ziele für eine nachhaltige Entwicklung).
Einerseits wird sich wirklich viel Gedanken gemacht und ein Bewusstsein zu vielem ist da. Das wusste ich noch nicht und hat mich positiv überrascht. Anderseits habe ich null zum Thema Bodenverbesserung gefunden.
Hier in der Stadt hat es vielleicht auch weniger Stellenwert, als in der Landwirtschaft?
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Trulllla » Mo 30. Dez 2019, 12:31

Eberhard hat geschrieben:
So 29. Dez 2019, 13:11
Mir ist aus der persönlichen Wahrnehmung heraus auch keine politische Partei oder wahrzunehmende politische Organisation bekannt, die das Thema Kohlenstoffbindung im Boden aufgreift oder allgemein Bodenverbesserung.
Doch, das ist allgemein schon ein Thema, wenn auch oft eher im größeren Stil (Moore) und auf höherer Ebene (EU). Weniger mW was konkrete Vorgaben und bestimmte Techniken angeht.
Hab gerade wenig Zeit, aber wenn du im Englischen sicher bist, kannst du mal nach sowas wie " EU below ground carbon pools" suchen.
Eberhard
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Eberhard » Mo 30. Dez 2019, 13:15

Moore sind sehr mächtige Kohlenstoffspeicher. Diese kann man in der Praxis aber nur bewahren (=> Trockenlegung und Torfabbau verhindern), nicht einfach neu anlegen und da mittelfristig Ergebnisse haben wollen. Einen Eichenwald hinstellen und erntereif wachsen lassen wäre einfacher und deutlich schneller.
auf höherer Ebene
Da habe ich keine Vorstellung, und von den politischen Allgemeinplätzen kann ich mir nicht so viel ableiten.

Was man sich konkret vorstellen kann: Praktiker erzielen und messen real Humuszuwachs im Boden, und idealerweise werden sie von den "Schädlingen" dafür belohnt.
Humuszertifikate - vom Landwirt zum Klima-Landwirt

Gesellschaftlich relevant wird das dann, wenn man das von ein paar Flurstücken auf das weite Land ausbreiten kann. Für den Kleingärtner wird der bürokratische Aufwand rundherum zu groß sein. Aber Bewusstsein und Freude sind ja auch schon sehr starke Antriebskräfte - das muss man ja bei Wurmfarmern nicht besonders hervorheben.
Selbst unsere Städte bestehen nicht nur aus Stein und Beton. Da gibt es Grün- und Dachflächen, und Chancen, sich vor Ort für etwas verantwortlich zu fühlen. Wenn da gleiches Engagement aufgebracht würde wie manchmal der Widerstand gegen das Fällen einzelner Bäume ...

Unser Boden liegt uns zu Füßen. Er ist unmittelbar greifbar. Was mag mir da ein Europa-Bürokrat Schlaues raten?
Er darf mich aber gerne unterstützen, und statt mir die Taschen zu leeren darf er sie gerne unbürokratisch füllen.
Pro Prozent mehr Humus pro ha. werden ca. 400 m³ mehr Wasser gespeichert.
Natur ist nicht eindimensional. Die genannte Zahl verdeutlicht, dass hier gleichlautend etwas für Hochwasserschutz getan wird, ebenso für örtliches Klima: Das Wasser, was am Ort verbleibt und örtlich verdunstet, wird sehr wohl das Mikroklima beeinflussen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von freestyle » Mi 1. Jan 2020, 11:03

Hier noch zwei sehr informative Videos zum Thema Boden


https://www.youtube.com/watch?v=X60K8ShN9E4 Dieses Video gibt es in sehr vielen Sprachen, die geringen Klickzahlen auf Deutsch fand ich enttäuschend. Die Englische und Spanische Variante wurde deutlich häufiger besucht.

https://www.youtube.com/watch?v=-GnjMGd1Nbs Boden erLeben gibt wunderbare Einblicke in die Welt der Bodenbewohner.

Viel Spaß damit

Gruß
freestyle
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Gao » Fr 10. Jan 2020, 03:11

Haste die Doku schon gesehen Eberhard?
Da muss man sich ned wundern das nichts vorwärts ghet :lol: (wall)

https://www.dw.com/de/gekaufte-agrarpolitik/av-50436389
Eberhard
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Re: CO2, Klimaschutz, Boden, Gesundheit

Beitrag von Eberhard » Fr 10. Jan 2020, 10:30

Ja, wer braucht Horrorfilme, wenn er sich dann und wann vergegenwärtigt, wie unsere Politik in großen Teilen funktioniert.

Ich würde aber eine Thematik zusätzlich in die Betrachtung einstellen wollen: Wenn ich gegen etwas Schlechtes ankämpfe, tue ich nicht automatisch was Gutes. Anleihe aus der Politik: Als im arabischen Frühling front gemacht wurde gegen den syrischen Diktator Assad, fand das eine ungeteilt super Zustimmung, man kann das in Mediatheken nachrecherchieren. Später erkannte man, dass da nicht nur ein paar Demokraten an Werke waren, sondern Gruppen unterschiedlichster politischer und religiöser Ausrichtung, bis hin zu dem, was wir heute als Islamischer Staat bezeichnen.

In der Dokumentation wird einiges gut recherchiert (Personen und Beziehungen), anderes aber halbgar, fehlerhaft. Damit ist man dann schon mal viel schneller wieder aushebelbar.

Beispiel: Berechnung, wieviel Gülle und Stickstoffkunstdünger der Acker braucht. Statt nur zu diskutieren über Zahlen und somit den Zustand an sich zu zementieren, könnte man doch in seine Überlegungen einbeziehen, dass unsere Luft zu etwa vier Fünfteln aus Stickstoff besteht und somit auf jedem Quadratmeter Boden Tonnen an Stickstoff aufliegen. Wie sind denn Pflanzen gewachsen, als der Mensch noch nicht gedüngt hat? Seit Jahrhunderten wird Kohle gebaggert - das waren mal Wälder (Pflanzen). In der nordamerikanischen Prärie, in der ukrainischen Steppe und anderswo liegen Schwarzerdeböden, teilweise darf man schon sagen, sie lagen da. Aber wie sind diese meterdicken Humusmassen entstanden wenn nicht durch Grasland (Pflanzen), welches dazu erst wachsen musste und u.a. auch Stickstoff benötigte?

Beispiel Nitratbelastung: Man sollte solches nicht ignorieren: Das deutsche Nitratmessnetz
Falsch messen und mit falschen Zahlen argumentieren?

Wenn da Politiker von "fortschrittlicher Düngegesetzgebung" sprechen - was ist das? Ein paar Einschränkungen und Verbote, die dann an der Basis die Kleinen weiter gegen die Armut treiben?

Interessant: Carbon Farming wird zum Wahlkampfthema in den USA
Demokratische Präsidentschaftskandidaten in den USA wollen laut Programm mit richtig viel Geld regenerative Landwirtschaft fördern, also jene belohnen, die nachweislich Gutes tun. Man spricht davon, Agrokonzerne zu entmachten, aufzuteilen. Man ist also gedanklich viele Schritte weiter als sich nur in wenigen meist ungehörten Veröffentlichungen zu beklagen.
Gleiches ist hierzulande nicht hörbar, egal ob von links oder rechts, rot, grün, schwarz, alternativ. Auch übliche Verdächtige wie Umweltschützer, Klimaschützer, Verbraucherschützer, Sozialorganisationen sind über solches medial sprachlos, zumindest in meiner Wahrnehmung.

Vielleicht denkbar: Die Angst vor dem Klimawandel sinnvoll nutzen

Vielleicht hat jemand Abitur und noch nicht alles vergessen ...
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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