Giftabbau und Krankheitsschutz durch Kompost

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Eberhard
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Giftabbau und Krankheitsschutz durch Kompost

Beitrag von Eberhard » Do 9. Jan 2020, 12:47

Ein gut geführter Kompost kann weit mehr als Pflanzenteile und Abfälle zu entsorgen oder auch Dünger bereitstellen.
Der nachfolgend genannte Artikel liefert einige Argumente, die man als neu, überraschend, wegweisend bezeichnen könnte:
Der Bioreaktor im Komposthaufen

Was man auch im Blick haben könnte bzw. besser sollte: Einige und ähnliche Wirkungen, die durch die Sonderzone Kompost(haufen) erfolgen, kann man auch im gut geführten Boden mit aktivem Bodenleben erzielen, dann sehr viel mehr in der Fläche.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Giftabbau und Krankheitsschutz durch Kompost

Beitrag von Pfiffikus » Do 9. Jan 2020, 19:17

Glück Auf Eberhard,

dankesehr für die Informationen. Bis vor einigen Wochen wäre ich noch skeptischer gewesen. Aber inzwischen habe ich in eigenen Versuchen feststellen können, dass die Mikroben im Verdauungstrakt von Mehlwürmern in der Lage sind, Styropor zu verstoffwechseln. Ursprünglich wollte ich zeigen, dass dieses Youtube-Video nur ein Fake sein kann. Ist es aber offenbar nicht. Ebenso nützlich können auch Mikroben im Boden sein.

Es ist sehr plausibel, dass die Mikroben in der Lage sind, die aufgezählten organischen Chemikalien zu fressen und abzubauen, solange diese Gifte nicht literweise auf den Kompost gekippt werden. Das ist nicht anders, als bei Gülle.
Die Mikroben sind in der Lage, geringe Mengen zu entsorgen, die mal mehr oder weniger versehentlich ins Erdreich gelangt sind. Zur Entsorgung von technisch relevanten Mengen wären diese Mikroben gewiss erst, wenn man sie in größeren Tanks großtechnisch kultivieren könnte.


Nicht ganz so gut sind die Nachrichten in Sachen Schwermetalle. Blei wird in diesem Humus offenbar fest gebunden und verbleibt damit ewig im betroffenen Boden.


Etwas besser sieht es mit radioaktiven Verunreinigungen aus. Diese werden auch nur zu anderen chemischen Verbindungen umgebaut. Uran, Uranoxid oder Uransalze sind genauso radioaktiv. Die Bodenlebewesen werden unverändert weiter bestrahlt, auch wenn die Mikroben die Atome zu anderen Kristallen oder Molekülen umbauen. An die Atomkerne kommen die Mikroben nicht heran. Aber hier kommt erleichternd hinzu, dass sich diese Stoffe je nach Halbwertszeit mehr oder weniger schnell entsprechend ihrer Halbwertszeit zersetzen. Dann hat man diese radioaktiven irgendwann mal Stoffe los.


Pfiffikus,
der diese Stoffe nicht mit Mehlwürmern ausprobieren wird
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