Massensterben im Wurmeimer

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adalbert
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Massensterben im Wurmeimer

Beitrag von adalbert » Mo 27. Jan 2020, 23:18

Hallo zusammen,

Ich habe vor ein paar Wochen auch mit dem Wurmkompostieren angefangen. Vor kurzem habe ich leider jedoch meine gesamte Wurmpopulation verloren (cry)

Ich hatte die Würmer in einer selbst gebastelten Wurmfarm, mehrere Eimer mit Löchern im Boden ineinander gestellt. Da ich nachts immer ein paar erkundungsfreudige Würmer hatte die aus dem Eimer gekrabbelt sind und dann auf dem Zimmerboden vertrocknet sind habe ich irgendwann angefangen nachts den obersten Eimer mit einem Deckel zu verschließen. Der Deckel schließt komplett luftdicht, aber das hat scheinbar ganz gut funktioniert.
Als ich dann mal ein Wochenende (ca. 30h) unterwegs war habe ich ebenfalls den Deckel auf den Eimer gemacht.

Als ich dann zurückkehre sah ich zu meinem Entsetzen dass im Eimer nur noch tote Würmer waren. Sehr viele Würmer lagen auf der Hanfmatte an der Oberfläche. Die meisten waren auch sehr merkwürdig/unregelmäßig aufgebläht an manchen Stellen. Es hat nach Kohl und toten Würmern gerochen.

Sind die Würmer am Ende einfach erstickt, da ich den Luftaustausch zu lange unterbunden habe? Atmen die den Sauerstoff so schnell weg? Oder hat sich durch die Gärung/Verwesung des Futters zu viel CO2 gebildet? Oder ein Überdruck so dass sie am Druck zugrunde gegangen sind?
Das letzte was ich ihnen gefüttert hatte war irgendein Kohl (ich glaube Wirsing).

Da ich vollkommen ratlos bin was ich falsch gemacht habe, hoffe ich mit eurer Hilfe der Ursache auf die Sprünge zu kommen, damit das nicht nochmal passiert.
Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall Luftlöcher in den Deckel machen, ich hoffe die Würmer krabbeln dann nicht durch diese raus. Kann mir jemand sagen wie viele Löcher man haben sollte und wie groß die sein sollten? Die fertigen Wurmfarmen haben ja auch nicht besonders viele was ich so gesehen habe, es verwundert mich jetzt fast, dass das für die Sauerstoffzufuhr reicht, CO2 ist ja auch noch schwerer als Sauerstoff.
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Re: Massensterben im Wurmeimer

Beitrag von Wuseline » Di 28. Jan 2020, 03:00

Wenn die Wurmkiste nicht irgendwie noch belüftet war, durch Lüftungslöcher, sind sie wohl erstickt. Der Kompostierungsprozess verbraucht ja auch Sauerstoff, je wärmer die Temp, desto mehr.
Es kommt nicht nur darauf an, wieviel Luftlöcher vorhanden sind, sondern auch wieviel Luftvolumen die Box fassen kann, zwecks Belüftung, je nach Durchmesser auch kann das schon sehr viel ausmachen.
Ich hab die Lombrico Box , der Durchmesser ist sehr groß, schätze 40 cm , rund um den Deckelrand sind in mehreren Reihen Luftlöcher, Deckel aber auch nicht Luftdicht, unterhalb im Auffangbecken ebenfalls viel Luft" raum", dann befüllt man die obere Ebene nicht bis oben, bis max zu einer Markierung, da sind dann ca 12. Cm und mehr die frei bleiben vom maximalen Substrat bis zum Deckel also richtig viel Luft was oberhalb des Substrats ist, die Box ist dadurch gut belüftet.

Lies dich nochmal besser ein, wenn du deine gebaute Wurmfarm weiter nutzen möchtest und verbessere sie, bevor du neue Lebewesen hinein setzt.

Ich hab mich da lang mit beschäftigt selbst zu bauen, man muss kreativ sein Probleme zu lösen, wie Würmer aus der Tee Ebene wieder besser nach oben klettern können ,oder dass Substrat sich durch mehrere Etagen auch nicht zu stark verdichtet durch das Gewicht der Ebenen.
Ich hab mich letzendlich dann doch für ein Fertigsystem entschieden, da sie gut auf die Bedürfnisse der Würmer abgestimmt sind. Man kann aber auch mit Selbstbausystemen gut hin kommen, wenn die Gegebenheiten für die Würmer passen.
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Re: Massensterben im Wurmeimer

Beitrag von Pfiffikus » Di 28. Jan 2020, 23:37

Hallo Adalbert,

sei uns willkommen im Forum!

adalbert hat geschrieben:
Mo 27. Jan 2020, 23:18
Sind die Würmer am Ende einfach erstickt, da ich den Luftaustausch zu lange unterbunden habe?
in diesem Falle müsstest Du noch einige verzweifelte Tiere oben an der Ritze zwischen Eimer und Deckel gefunden haben, wo ein wenig Sauerstoff in den Eimer diffundiert und wo sich die Würmer in solchen Situationen am liebsten aufhalten würden.

adalbert hat geschrieben:
Mo 27. Jan 2020, 23:18
Atmen die den Sauerstoff so schnell weg? Oder hat sich durch die Gärung/Verwesung des Futters zu viel CO2 gebildet?
Ganz sicher sind sowohl das Substrat, das Wurmfutter und die Würmer Sauerstoffzehrer. Auch CO² und die damit entstehende Kohlensäure, Ammoniak oder Schwefelwasserstoff kommen als Todesursache in Frage, sofern Du nichts Giftiges gefüttert hast.


adalbert hat geschrieben:
Mo 27. Jan 2020, 23:18
Oder ein Überdruck so dass sie am Druck zugrunde gegangen sind?
Kaum.
So viel Überdruck kann in einem Plastikeimer gar nicht entstehen.

adalbert hat geschrieben:
Mo 27. Jan 2020, 23:18
Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall Luftlöcher in den Deckel machen, ich hoffe die Würmer krabbeln dann nicht durch diese raus. Kann mir jemand sagen wie viele Löcher man haben sollte und wie groß die sein sollten?
Warum nicht den Deckel ganz weglassen? Mit Ausnahme von giftigem Futter kannst Du dann alle anderen oben genannten Todesursachen damit zuverlässig ausschließen.



Pfiffikus,
der seine Dendrobenas ständig frische Luft atmen lässt
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