Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

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SuMiXaN
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von SuMiXaN » So 15. Mär 2020, 18:43

2. kleines Update:

Mittlerweile sind fast zwei Wochen vergangen und die Würmer haben eine beachtliche Menge Kokons abgelegt.
Heute habe ich die größten Exemplare entnommen (möchte morgen sehr früh zum Angeln aufbrechen). Wie oben im Eingangspost erwähnt, bestand der Besatz aus einigen wenigen wirklich großen Exemplaren, etwas mehreren Würmern mit gutem Potential und zufällig reingerutschten kleinen Würmern und Kokons.
Leider kann ich den Stand unmöglich genau feststellen, aber mein bisheriger Eindruck ist, dass ich mehr kapitale Exemplare als vorher habe und alle anderen Würmer innerhalb von zwei Wochen einen guten Fortschritt gemacht haben.
Ich hoffe ich habe wirklich alle großen Würmer erwischt, falls beim Angeln welche übrig bleiben kommen die natürlich zurück in ihr Zuhause (will sie dann zählen um beim nächsten Mal die Entwicklung besser einschätzen zu können)
Ein paar stattliche Exemplare habe ich versucht zu wiegen (hab leider keine gute Feinwage), konnte aber ein Gewicht von 2-3 Gramm ermitteln. Falls ich diese Größe regelmäßig nachzüchten könnte, wäre ich sehr zufrieden.

Die eingebrachten Küchenabfälle werden gut angenommen (sitzen viele Würmer drin) obwohl mit ziemlicher Sicherheit noch genug im Kompost vorhanden wäre. Ich werde also weiter vorgehen wie bisher (Küchenabfälle usw. wie in meinen anderen Wurmkisten, 1x die Woche Mineralien und 1x eine Ladung Kompost)
Tja dann heißt es weiter beobachten und falls die Zucht mit den kapitalen Würmern gelingt, muss ich auch noch herausfinden ob es an kleiner Wurmdichte oder an dem Futterzusatz "Kompost" lag...so viel Wartezeit...

@Wurmtraum u. Wurmcolonia

Wurmtraum scheint mehr Mineralien zu füttern als ich, pro Woche und Wurmkiste gibt es bei mir entweder eine Hand voll Mineralmix oder eine kleine Menge Urgesteinsmehl. Kalk gibt es bei mir nur wenn es auch Kaffee gibt (pro Kaffeefilter ca. eine Prise, mein PH-Wert liegt bei 7 bis 8). Wir sind hier übrigens alle Kaffeejunkies....Familie und Würmer...da schmeiss ich teilweise auch Kaffee auf den Kompost weil die Wurmkiste nicht bis oben hin mit Kaffee gefüllt sein sollen :D
Die Wurmbehausung von Wurmtrau könnte nach einem Dreivierteljahr noch nicht voll sein. Es liegt im Bereich des möglichen, dass aus diesem Grund die Würmer noch sehr groß werden (Spekulation). Wäre interesant zu wissen, wie der Stand in drei oder 6 Monaten ist (bei nahezu gleichbleibenden Bedingungen).
Ich zerkleinere das Futter mal mehr und mal weniger, schreddern tu ich es aber nie. Angeblich wird es ja schneller verarbeitet wenn es zu einem Brei zerkleinert wird, kann dann aber auch schneller faulen. Ich bin dazu übergegangen die Futterschicht in meinen anderen Kisten höher zu machen und mische dabei genug trockenes Material unter um eine Fäulnis zu verhindern. Damit das gut funktioniert scheint eine feuchte Abdeckung nötig zu sein (man kann natürlich auch täglich das Futter von oben einsprühen oder so...)
Wurmcolonia hat geschrieben:
So 15. Mär 2020, 10:59
Außerdem decke ich das Futter nicht ab, da in den Kisten auch so reichlich Feuchtigkeit ist.
Interessant ist ja nur das es dunkel genug für die Würmer und feucht genug für die Bakterien ist. In meinem Urbalive hatte ich die Feuchtigkeit ständig am Deckel, dafür war das Futter von oben trocken, seit dem ich ein altes Handtuch drin habe hät die Feuchtigkeit besser direkt am Futter.

Enchyträen lassen sich bei mir selten blicken, es sei denn ich füttere Mineralmix oder Mehl (letzteres kommt im Moment in einem "Mast-Eimer" zum einsatz...der wird langsam eher zur Enchyträenzucht *grml*.)
Vor 2 Tagen gab es in einer Kiste mal Klöße die vom Sauerbraten-Essen übrig geblieben sind...die wurden zum Kugelmilbenparadies...die Würmer interessiert es scheinbar kaum :D
Da die Würmer in meinen anderen Kisten so dürr sind, hab ich angefangen 1x die Woche eine dünne Schicht Mehl auf das Futter zu geben. Das Mehl wird gut angenommen, bei den kleinen Mengen pro Woche bekommen die Enchys als Diebe kaum eine Chance. Meint ihr 1x die Woche eine Portion Mehl zusätzlich zum Mineralmix wird den Würmern auf Dauer schaden? Ich füttere sie bisher nicht mit Brot oder Brötchenresten.
Von deiner Enchyträenentwicklung hab ich hier im Forum schon mehrmals gelesen...echt komisch das die bei dir seit sooo langer Zeit mehr Plage als Nützling sind. In den meisten Fällen sollte sich sowas ja einspielen? Gibt es ein Thema in dem du beschrieben hast ob/was du dagegen alles unternommen hast. Ich weiß nur das du kaum/gar kein Mineralmix mehr nutzt und dich quasi damit abgefunden hast.

Gruß
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von Wurmcolonia » So 15. Mär 2020, 20:18

Bei mir stehen die beiden Wurmkisten im Bad, einem ja eher feuchteren Raum. Außerdem ist es dort allermeistens dunkel, da der Raum keine Fenster hat. Insgesamt ist das Substrat eher zu feucht oder sogar nass als zu trocken. Zusätzliche Befeuchtung bekommt sie jedenfalls nicht.

Mineralmix habe ich kürzlich nach ziemlich langer Zeit erstmalig wieder gegeben. Da tauchten die Enchys auch in Massen wieder auf. Heute habe ich versucht, sie mit einer dünnen Kalkschicht, die ich über sie gestreut habe, zu vertreiben. Das hat aber nur extrem kurzfristig was gebracht.
Seit der letzten Gabe von Mineralmix waren sie aber in kleinen Zahlen auch schon Mal zu sehen, aber nicht, dass es besonders aufgefällen wäre. Ich muss zukünftig mal genauer darauf achten, an welches Futter sie außer Getreide/Mehl noch gehen.

In verschiedenen Threads habe ich schonmal berichtet, dass ich versucht habe, die Enchys händisch mit ihrem Lieblingsfutter zu entnehmen. Da waren aber immer einige Dendros dabei, die ich nicht so gerne aussortieren wollte. Außerdem werden die Enchys recht schnell flüchtig, wenn man z.B. versucht, sie mit einem Löffel zu entnehmen. Die verschiedenen Entnahmeaktionen waren nicht sonderlich erfogreich.

LG Wurmcolonia
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von SuMiXaN » Di 24. Mär 2020, 17:01

3. kleines Update

Die Würmer entwickeln sich gut. Auch diese Woche gab es eine neue Ladung Kompost (sehr beliebt um Zärtlichkeiten auszutauschen :oops: ). Dazu das übliche Futter, Mineralmix etc.
Dieses Mal möchte ich euch zwei Bilder zeigen um zu verdeutlichen worum es mir geht.
IMG_0325.JPG
IMG_0327.JPG
Die drei "Mastwürmer" wurden bisher 4 Wochen mit Mehl und Haferflocken zusätzlich zum normalen Futter versorgt. Sie haben eher an Länge gewonnen als das sie fett geworden sind. Die Mastwürmer sind allerdings ein bisschen agiler als die ungemästeten in meinen normalen Wurmzuchten ohne Kompost. Der gehälterte Wurm wurde letztes Jahr als großes Exemplar aus meinem Komposthaufen entnommen und hat den Winter in einer normalen Zucht gut überstanden. Wie im ersten Beitrag von mir beschrieben hat er sein Zuhause renoviert bekommen. Von diesen großen Exemplaren sind beim letzten Mal angeln noch 5 über geblieben, einen habe ich nachträglich noch in der Zucht gefunden. Das macht dann 6 verbliebene große Würmer. Die werde ich in Zukunft verangeln damit auch wirklich kein großer in der Zucht verblieben ist und ich meine erhofften Erfolge besser beurteilen kann.
Die gehälterterten Würmer sind größer, fetter und nochmal agiler. Dabei laufen sie nicht Gefahr an den Folgen der Mast zu sterben. Alle vier Würmer auf den Bildern sind geschlechtsreif (erkennt man leider nicht so gut weil sie sich so lange gestreckt haben).

Mit der Entwicklung der anderen Würmer im Experiment bin ich bisher sehr zufrieden. Es scheint mir das die alle gut zugelegt haben. Ich denke das nächste Update (nach der 4. Woche) wird sich ihnen widmen. Bis dahin müssen die aber noch ein bisschen wegfuttern weil ich Trottel ihnen heute erst etwas zu essen gegeben habe um danach ein Update zu schreiben. Ich will das jetzt nicht alles durcheinandermischen.

@Wurmcolonia
Ich find das mit deinen Enchys echt interessant und die Bilder welche im Forum verteilt sind, sehen schon nach einer beeindruckenden Armee aus :)= Scheint so als ließe sich die Zahl bei dir wirklich nicht reduzieren...die fühlen sich bei dir anscheinend wohler als die Würmer :D
Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das Substrat aus meinem Masteimer wieder in die ursprüngliche Wurmzucht geben soll. In dem Eimer sind mittlerweile viele Enchyträen und ich möchte nicht das meine Wurmbox das Schicksal deiner Box teilt (nix für ungut).
Ich habe den Eindruck das meine Würmer den Mineralmix wesentlich lieber haben als Urgesteinsmehl. Das kann natürlich auch täuschen durch die Proteine im Mineralmix. Vllt. brauchen sie vom Urgesteinsmehl dann auch wesentlich weniger. Naja solange die Enchyträen nicht die Macht übernehmen gibt es weiterhin hauptsächlich Mineralmix und manchmal Urgesteinsmehl.

Gruß
SuMiXaN

P.S: Sorry keine neuen Fischbilder, die Wasserbewohner waren schlauer als der Fallensteller an Land.
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von Wurmcolonia » Mi 25. Mär 2020, 15:56

Hallo SuMiXaN,

in meinem Post vom 15. März hatte ich angekündigt, mal darauf zu achten, welches Futter Enchyträen (außer Haferflocken, Mehl und Mineralmix) noch gerne mögen. Inzwischen konnte ich feststellen, dass sie auf Kohlrabiblätter und noch mehr auf Kohlrabischale stehen. An den Blättern findet man sie nur vereinzelt, aber die Schale mit einem Rest Fruchtfleisch wurde genauso belagert wie Haferflocken und Mineralmix. Die lieben also auch noch Gemüse :o .

Dass die Enchys die Macht übernommen haben, kann ich nicht bestätigen. Zumindest die Wurmmasse dürfte bei den Dendros erheblich größer sein. Da ich allerdings beide Sorten Würmer nicht zählen kann, kann ich über die Anzahl nichts sagen.

Die Enchys mögen jedenfalls kein Urgesteinsmehl. Das überlassen sie den Dendros. Außerdem habe ich sie auch noch nicht am Kaffee erwischt. Den scheinen sie ebenfalls nicht zu mögen. Wenigstens etwas, das sie komplett ihren entfernten Verwandten überlassen.

LG Wurmcolonia
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von SuMiXaN » So 29. Mär 2020, 17:32

Hallo Wurmmütter und Väter,

Wie versprochen möchte ich heute von dem genauen Stand des Experimentes berichten. Also kommen wir erstmal zu den erhofften großen und fetten Dendrobena: Bei meiner letzten Zählung habe ich 6 Würmer gefunden die eine stolze Masse von 2-3 Gramm hatten. Einer von den Sechs musste die letzten Tage als Angelköder herhalten, macht 5 verbliebene von der Startpopulation. Die Zählung heute ergab 9 Würmer die nach meiner Einschätzung eine wirklich brauchbare Größe auffwiesen. Ich habe sie heute nicht gewogen aber viele dieser 9 dürften ca. 2 Gramm wiegen und sind wesentlich größer und fetter als die Würmer in meinen restlichen Zuchten. Von 5 auf 9 Würmern ist noch keine brauchbare Anzahl, vllt. habe ich bei der letzten Zählung ein paar übersehen, aber die Tendenz gefällt mir natürlich ;). Leider habe ich bei der Suche nach den schönsten Exemplaren heute einen von ihnen leicht verletzt. Es kann gut sein, dass sich dieser Wurm erholen wird, aber ich werde das im Hinterkopf behalten um die Entwicklung besser einschätzen zu können und um mich zu ermahnen vorsichtiger zu sein.

Die Würmer legen nach wie vor jede Menge Kokons ab, es sind bereits zahlreiche Jungwürmer enthalten und die kleineren Exemplare vom Start müssen einen guten Schub hingelegt haben. Die Wurmmasse in der Zucht hat, in nur 4 Wochen, deutlich zugenommen. Natürlich habe ich nicht alle gezählt und gewogen, an dieser Stelle muss ich einfach meiner Einschätzung vertrauen. Ich habe den Eimer mit zwei anderen Wurmkisten verglichen die wesentlich länger laufen und noch immer eine geringe Wurmdichte auffweisen. Die Würmer im Eimer legen mehr Kokons, schlüpfen und wachsen anscheinend schneller, werden länger, dicker und sind fitter.

Folgender Abschnitt enthält Gewalt gegenüber Kompostwürmern und sollte von zart beseiteten oder minderjährigen Wurmerltern nicht gelesen werden (text markieren zum lesen):

Der große Wurm welcher als Angelköder herhalten musste, hat über 4 Stunden agil am Haken gezappelt trotz den kalten Wassertemperaturen zur Zeit. Das ist die Eigenschaft welche den Dendrobena zu einem guten Angelwurm macht. So etwas habe ich seit monaten nicht mehr bei einem Wurm aus eigener Zucht erlebt.

Das Substrat im Eimer ist krümeliger mit verbliebenen festen Bestandteilen (hauptsächlich Holzreste) und fühlt sich allgemein besser an als in meinen Wurmzuchten. Trotz großer Mengen Hanfeinstreu und Wellpappe entsteht darin immer matschige Wurmsch**eisse. Ich vermute das ich zur Zeit mit mehr Kompost zufüttere als wirklich notwendig ist. Jedenfall würde ich auch in tieferen Schichten im Eimer noch nicht von reifem Wurmhumus sprechen.

Der Kompost scheint einen positiven Einfluss auf die Zucht zu haben. Die Würmer legen deutlich mehr Kokons ab als in zwei anderen Wurmkisten die mit dem üblichen Futter beschickt werden. Ob die Zugabe von Kompost ausreicht um in einer kleinen Zucht dauerhaft viele große Würmer hervorzubringen kann ich noch nicht sagen. In meinem Komposthaufen wandern die Würmer immer fleißig nach oben und verlassen somit die Komposterde. Die größeren Exemplare sitzen gewöhnlich weiter unten als die Mittleren. In der Komposterde verbleiben ein paar Kokons und die frisch geschlüpften Jungwürmer. Von unten ziehen vereinzelte Tauwürmer in den Komposthaufen.
Ich arbeite seit dem ich Kompostwürmer in den Haufen besetzt habe nicht mehr mit Kompostbeschleunigern. Es bleibet bei einer Kaltrotte. Auf den Kompost kommen im Gegensatz zur Wurmzucht nur sehr wenige Küchenabfälle die zur Fäulnis neigen. Das Dauerhafte Futterangebot ist wesentlich größer (höher aufgeschichet) und könnte den entscheidenden Unterschied machen. Das ist in meinen Wurmzuchten nicht möglich, es bleibt also vorerst bei der Komposterde als "Futter".

Der Eimer wird durch die Zugabe von Kompost deutlich schneller voll werden. Im Gegensatz zu meinen anderen 1-Kammer-Systemen, welche eine größere Oberfläche haben, kann ich in dem Eimer die Würmer nicht auf eine Seite locken um die Hälfte des Substrats zu entnehmen. Ich müsste irgendwann die Würmer mit der Hand raussammeln um den Eimer zu leeren. Unter diesen Umständen wird es schwierig das Experiment mit "voller Wurmdichte" weiterlaufen zu lassen.
Das Experiment wird allerdings ersteinmal weiterlaufen. Ich denke darüber nach, in meinem Urbalive mit "maximaler Wurmdichte", ebenfalls Kompost zu füttern. Mit 3 Etagen könnte ich das Problem vom Eimer evtl. umgehen. Ich kann leider nicht einschätzen ob ich dauerhaft genug Komposterde zur Verfügung haben werde. Ob gekaufte Komposterde den selben Zweck erfüllt? Sind darin noch feste Bestandteile oder wird alles ausgesiebt? Hat da jemand Erfahrung mit unterschiedlichen Herstellern?

Wurmcolonia hat geschrieben:
Mi 25. Mär 2020, 15:56
Dass die Enchys die Macht übernommen haben, kann ich nicht bestätigen. Zumindest die Wurmmasse dürfte bei den Dendros erheblich größer sein. Da ich allerdings beide Sorten Würmer nicht zählen kann, kann ich über die Anzahl nichts sagen.
Das war nur als Spaß gedacht ;)
Die leben bestimmt in einer wunderbaren Symbiose.

Es ist interessant das die Enchyträen ebenfalls recht wählerisch sein können. Ich kann nicht sagen das sie bei mir an alle Gemüsesorten gerne rangehen. Bei uns gibt es zwar nicht sooo oft Kohlrabi aber ich werde es mal beobachten. Ich kann mich nicht daran entsinnen sie jemals an Paprikastrünken mit Fruchtfleisch gesehen zu haben. Dafür fallen meine Kompostwürmer vermutlich zu schnell über sie her. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat Urgesteinsmehl einen hohen und Kaffee einen niedrigen PH-Wert. Das sagt dann wohl auch nichts über Vorlieben und Ablehnung der Enchyträen aus.

Langer Text, hoffe es war trotzdem interessant
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von Sophie0816 » So 29. Mär 2020, 18:40

Spannend zu lesen. Hab vor zwei Wochen auch zum ersten Mal Komposterde mit gehäckselten Küchenabfällen eingebracht. War nach einer Woche, an der Oberfläche sehr gut besucht.
SuMiXaN hat geschrieben:
So 29. Mär 2020, 17:32
Im Gegensatz zu meinen anderen 1-Kammer-Systemen, welche eine größere Oberfläche haben, kann ich in dem Eimer die Würmer nicht auf eine Seite locken um die Hälfte des Substrats zu entnehmen.
Das probiere ich gerade aus, in einem Eimer. Altes auf eine Seite geschoben. Komposterde + Abfälle auf die andere Seite. Nach zwei Wochen sind beide Seiten noch an der Oberfläche gut besucht.
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von Wurmcolonia » So 29. Mär 2020, 20:17

Danke für dein Update @SuMiXan. Es ist alles andere als langweilig. Wohl dem, der einen Garten hat und von dort auf Komposterde zugreifen kann. In einer Stadtwohnung ist das leider nicht möglich. In Ermangelung von Lagermöglichkeiten könnte ich mir auch keine gekaufte Komposterde zulegen. Sie im Wohnzimmer zu lagern, ginge dann doch ein ganzes Stück zu weit.

Kompostwürmer kann man auch mit der sogen. "Lichtmethode" ernten. Eine Anleitung gibt es bei wurmwelten.de https://www.wurmwelten.de/wie-ernte-ich ... -wurmfarm/ oder mit einer Kombination aus der "Wandermethode" (Würmer wandern zum Futter) und der "Lichtmethode", womit man die im zu erntenden Wurmhumus verbliebenen Würmer zwingt, sich immer weiter nach unten zu verziehen, damit man von oben den Wurmhumus schichtweise abernten kann. Nur die Kokons können nicht nach unten wandern. Sie muss man dann noch händisch (mit behandschuhten Händen natürlich ;) ) entnehmen. Ganz unten bleiben dann hauptsächlich Würmer übrig. Bei der Lichtmethode sollte man allerdigns aufpassen, dass es den Würmern nicht zu warm wird. Je nach Lampe, bzw. wenn man die Sonne nutzt, ist die Hitzeentwicklung enorm. Das mögen unsere kleine Freunde garnicht und würde für sie großen Stress bedeuten (wall) .

@Sophie0816: Was bezweckst du damit, Futter auf die eine Seite und Komposterde + Abfälle auf die andere Seite zu legen? Wenn du alle (oder möglichst viele) Würmer auf eine Seite locken möchtest, musst du alles Fressbare auf eine Seite legen, damit sie dorthin wandern.

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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von Sophie0816 » Mo 30. Mär 2020, 10:49

Wurmcolonia hat geschrieben:
So 29. Mär 2020, 20:17

Was bezweckst du damit, Futter auf die eine Seite und Komposterde + Abfälle auf die andere Seite zu legen?
Da hast du mich glaube falsch verstanden.
Ich habe den ca. 4 Monate alten Wurmhumus auf eine Seite aufgetürmt. Da kommt kein Futter mehr drauf. Und die andere Seite mit Indoorkompost aufgefüllt, wo noch ne Menge Futter für die Würmer drin sein sollte und dort wird auch weiter gefüttert.

Grüße Anja
SuMiXaN
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Re: Wie züchtet man große und gesunde Dendrobena ohne Mast? Ein Experiment

Beitrag von SuMiXaN » Mo 30. Mär 2020, 13:49

@Sophie0816

Im Grunde funktioniert diese Vorgehensweise, man darf sich allerdings keine falschen Hoffnungen machen. Wie bei einem Mehrkammer-System verbleiben auch bei dieser Methode einige Würmer auf der Seite ohne Futter. Die Anzahl der Würmer ist natürlich stark davon abhängig wie lange man warten kann/will. Ich werde das in meinem Eimer nicht machen weil ich befürchte, dass durch den geringen Abstand von alter/gewohnter Umgebung und neuem Futter der Plan nicht aufgeht. Ich vermute das zu viele Würmer im Humus verbleiben und ich genausogut direkt per Hand sammeln könnte. Falls es bei dir besser funktionieren sollte als ich erwarte, dann lass es mich bitte wissen.

@Wurmcolonia

Vielen Dank für deine netten Worte und die Informationen zu den unterschiedlichen Möglichkeiten an die Würmer zu kommen. Ich habe schonmal Kokons per Hand gesammelt und weiß das es ziemlich viel Arbeit ist. Ich denke ich werde den Inhalt vom Eimer (möglichst ohne Würmer) oben in meinen Kompost einarbeiten um die Kaltrotte zu unterstützen. Dann verliere ich zwar die Kokons, aber die Würmer sind ohnehin fleißig und es wandern bestimmt regelmäßig Neue mit der Komposterde in den Eimer. Im Moment schätze ich das ich noch mindestens 4 Wochen Zeit habe bevor es notwendig wird.
Durch einen Garten und den Komposthaufen habe ich natürlich mehr Möglichkeiten als so manch Anderer. In meinem Fall liegt der Fokus auf den Angelwürmern und für schöne dicke Exemplare würde man vllt. einen Sack mit Komposterde lagern wenn man dafür auf die Mast in vielen kleinen Eimern verzichten kann. Das Hauptproblem in einer Wurmkiste in meiner Vermutung nach die begrenzte Futtermenge wegen der Fäulnisgefahr. Wenn man neben den Küchenabfällen noch Überreste von geeigneten Zimmerpflanzen füttert, könnte es den selben Zweck erfüllen. Das ist natürlich reine Spekulation und viele Wurmkisten haben in der Höhe evtl. gar nicht genug Platz um einen Komposthaufen zu imitieren.

Gruß
SuMiXaN
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