Maden oder Milben?

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Maden oder Milben?

Beitrag von Tjubes » So 8. Mär 2020, 15:30

Hallo liebe Wurmexperten.
Ich hoffe ich komme mit eurem Schwarmwissen ein wenig weiter.
Ich habe meine Wurmfarm seit ca 1 Jahr und es läuft etwas durchwachsen. Anfangs lief alles recht entspannt, allerdings hatte ich irgendwann kleine weiße Würmchen, wie auf den Fotos in der Wurmfarm. In der Sorge, es könne sich um Maden von Obstfliegen o.ä. handeln, da ich zuvor etwas mehr Obst gefüttert hatte, habe ich die befallenen Stellen sowie restliches Futter entfernt und stattdessen nasses Zeitungspapier gefüttert, in der Hoffnung die ungebetenen Gäste auszuhungern. Im Endeffekt bin ich sie aber nicht wirklich losgeworden und meine Würmer wurden immer träger und vermeintlich auch weniger, der Futterumsatz ist ziemlich eingeschlafen.
Nach einiger Recherche hier im Forum bin ich dann auf meinen Fehler gestoßen: es fehlte ihnen wohl an Mineralien. Diese also flux bestellt und seither wöchentlich gefüttert, es ergab sich eine deutliche Verbesserung der Aktivität und man findet jetzt auch wieder Nachwuchs. Trotzdem habe ich aber wieder massenhaft von diesen weißen Viechern drin und der Futterumsatz scheint hauptsächlich durch diese stattzufinden, Futter liegt insgesamt sehr lange drin. Könnt ihr mir sagen, ob es sich tatsächlich um Maden, oder doch eher um nützliche Milben handelt? Gegen Maden spricht meines Erachtens, dass ich praktisch keine Fliegen o.ä. finde (Wurmfarm steht im Wohnzimmer, würde also auffallen). Die Tierchen sind ca 1-2mm (höchstens) lang.
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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Worma » So 8. Mär 2020, 15:56

Was du da hast, sieht aus wie Springschwänze, zumindest die länglichen Tierchen. Recherchiere mal unter "Boden-Springschwanz". Die treten meist auf, wenn die Kiste etwas zu feucht ist und sind Teil der Kisten-Bevölkerung, die wir dort haben wollen!
Die runden Tierchen sind vermutlich Kugelmilben. Für sie i.w. das gleiche wie für die Springschwänze.
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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Wurmcolonia » So 8. Mär 2020, 16:33

Hallo Tjubes,
erst einmal ein herzliches (willkommen) im Forum.

So wie Worma denke auch ich, dass du Springschwänze in deiner Wurmfarm hast. Springschwänze haben, im Gegensatz zu Kompostwürmern, Kauwerkzeuge und können den Würmern wunderbar als Futtervorbereiter (Vorkauer) dienen. Sie loswerden zu wollen macht von daher keinen Sinn.

Da genau wie deine Kompostwürmer natürlich auch die Sprinschwänze Futter brauchen, würde ich an deiner Stelle die Futtermenge wieder erhöhen, damit beide Mitbewohner satt werden können ;) . Was die bevorzugte Nahrung für Springschwänze ist weiß ich allerdings nicht.

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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Wurmofant » Mo 9. Mär 2020, 20:43

Worma hat geschrieben:
So 8. Mär 2020, 15:56
Die treten meist auf, wenn die Kiste etwas zu feucht ist und sind Teil der Kisten-Bevölkerung, die wir dort haben wollen!
Ich habe bis heute keinen einzigen :( Woher bekommt man die Springschwänze? Einen Garten oder Kompost habe ich nicht. Ich möchte aber auch nicht irgendwelchen "Dreck" aus dem Wald in die Kiste packen, wo vielleicht wurmgefährliche Tiere dabei sind. Kann man sich die über ungewaschenes, nicht eingefrorenes Obst oder Gemüse einschleusen? Bisher friere ich fast alles ein, auch weil ich sehr viel Pflanzliches esse und (noch) nicht täglich füttern kann - meine Farm ist mit etwa drei Monaten noch relativ jung.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich meine Farm im Winter (Dezember) gekauft habe und die Springschwänze nur in der wärmeren Jahreszeit übers offene Fesnter in die Wohnung gelangen :?:
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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Wurmcolonia » Di 10. Mär 2020, 17:31

Meine Springschwänze habe ich wohl mit den Würmern im Substrat von Wurmwelten geliefert bekommen. Anfänglich habe ich sie kaum bemerkt, später haben sie sich kräftig vermehrt - warum, weiß ich bis heute nicht - und irgendwann waren sie verschwunden, wobei ich ebenfalls nicht weiß, warum.

Sie kommen sicher nicht angeflogen. Über ihren Lebensraum kann man bei Wikipedia nachlesen, Zitat:
"Springschwänze leben am und im Boden, meist bis in zehn Zentimeter Tiefe, aber auch auf Baumrinde, auf der Wasseroberfläche, an Meeresküsten, auf Gletschern und in Nestern von Ameisen und Termiten. Sie bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit, manche Arten werden durch Kohlenstoffdioxid angelockt. ..."

Evtl. kann man sie im Waldboden finden und mit diesem in die Wurmfarm einbringen? Ob das funktionieren kann, weiß ich leider nicht.
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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Wurmtraum » So 15. Mär 2020, 07:09

Ich habe meine Springschwänze auch im Substrat mitgeliefet bekommen.
Seit ich meine Türme anfangs November in Keller gestellt habe, hatten sich die Springschwänze explosionsartig vermehrt. Keine Ahnung warum.
Im Web findet man Seiten von Froschzüchtern, welche die Springschwänze als Futtertiere züchten.
Es gibt auch gewerbliche Züchter bei denen man die Tierchen bestellen kann.
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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Worma » Mo 16. Mär 2020, 21:30

Wurmofant hat geschrieben:
Mo 9. Mär 2020, 20:43
Ich habe bis heute keinen einzigen :( Woher bekommt man die Springschwänze? Einen Garten oder Kompost habe ich nicht. Ich möchte aber auch nicht irgendwelchen "Dreck" aus dem Wald in die Kiste packen, wo vielleicht wurmgefährliche Tiere dabei sind.
Ich hab da weniger Berührungsängste mit Waldboden. Der riecht so toll! Ich hab eben geguckt, ob ich was sehe, was mich stört und den Rest reingepackt. Wird schon passen, dachte ich - und passte auch.
Ich gebe fast jede Woche einen Esslöffel Waldboden vermischt mit Löss in die Kiste. Da wo ich das verstreue, tummeln sich deultich mehr Judels als an anderen Stellen. Sie scheinen es zu mögen!
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Re: Maden oder Milben?

Beitrag von Eberhard » Di 17. Mär 2020, 09:16

Ich hab da weniger Berührungsängste mit Waldboden.
Vielfalt, sowohl in stofflicher Hinsicht als auch in mikrobiologischer Betrachtung, ist allermeist besser, gesünder, lebenskräftiger.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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