Farn - wie kompostieren

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Farn - wie kompostieren

Beitrag von freestyle » So 26. Apr 2020, 22:42

Mein Nachbar hat eine Wiese abzumähen.

Diese Wiese wurde seit längeren nicht beweidet. Jede Menge Farn - frisch gewachsen, aber auch das verwelkte der letzten Jahren.

Wir haben uns gefragt, ob man Farn kompostieren kann. Was passiert mit den Sporen?

Bin auf ihrer Schwarmwissen gespannt.

Danke
Freestyle
Eberhard
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Re: Farn - wie kompostieren

Beitrag von Eberhard » Mo 27. Apr 2020, 07:51

Farn steht auf der Wunsch-Zutatenliste für meinen Kompost, ist aber mangels Errreichbarkeit ein Wunsch geblieben. Also ich wäre positiv entspannt bei der Verwendung. Es ist halt Biomasse (aus einem anderen Lebensraum => Vielfalt), und man kann doch davon ausgehen, dass die Wiese naturnah ist.

Bezüglich der Sporen: Dort kann man gegensteuern mit üblichen Maßnahmen wie
- Heißrotte im Kompost
- milchsaure Fermentierung (Bokashi & Co.)
- Verjauchung
Man muss es vermutlich aber nicht.

Du solltest vielleicht die genaue Art/Sorte bestimmen. Ich denke, im Allgemeinen sind Farne nicht sehr expansiv. Da wird schon alleine der Konkurrenzdruck anderer Pflanzen sowie der Nichteinsatz in feuchten und schattigen Plätzen ausreichen, um eine ungewünschte Massenausbreitung zu unterbinden.
Ich setze ja bekanntlich auch Moos ein. Eine Vermoosung im Garten bei lockerem, also nichtverdichtetem Boden kann ich nicht feststellen, o.k., die letzten beiden Dürrejahre hätten das auch von sich aus nicht zugelassen.

Wie schon mehrfach gesagt, stehe ich auf Mischen und Vielfalt. Solcherart würde ich zerkleinertes Farn sogar unmittelbar zum Mulchen einsetzen. Ich selber brauche viel Mulchmaterial, das dritte Dürrejahr hat bereits begonnen, und da gilt es einiges abzufedern.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Farn - wie kompostieren

Beitrag von Pfiffikus » Mo 27. Apr 2020, 08:51

Hallo Freestyle,

Eberhard hat an dieser Stelle völlig Recht. Einerseits ist es eine Bereicherung des Substrates. Und andererseits braucht sich Dein Garten kaum vor jungen Farnpflanzen zu fürchten. Wenn die Farnwedel noch frisch sind, dann sind die Sporen noch nicht fertig ausgereift und unter Umständen gar nicht vermehrungsfähig. Wenn doch - mit kleinen Mini-Pflanzen der Farne solltest Du beim Jäten kaum Probleme haben. Aber Farne sind so anspruchsvoll an ihre Lebensbedingungen, dass Eberhard Probleme bei der Beschaffung hat. Es ist nicht damit zu rechnen, dass Farn zu lästigem "Unkraut" wird.

Oder hast Du Bedenken, wenn Du Sporen von Farnen einatmen könntest? Die sind sehr wahrscheinlich nicht so gefährlich, wie Schimmelsporen. Von allergenen Wirkungen von Farnsporen habe ich noch nie etwas gehört, obwohl oft genug Leute in Wäldern mit Farnbewuchs spazieren gehen. Ausreichend Feuchtigkeit sollte die Sporen am Wegfliegen hindern.


Pfiffikus,
der sich schon aus Deinen Erfahrungsbericht freut
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Re: Farn - wie kompostieren

Beitrag von freestyle » Mo 27. Apr 2020, 13:14

Hallo ihr Zwei,

mir ging es rein ums kompostieren. Ich hatte Sorge, dass die Sporen sich überm Kompost im Garten verbreiten.

Im Augenblick tuen sich immer mal interessante Sachen auf. Neulich 60 Liter Weizenspreu, die ich einfach großzügig auf meiner Wiese verteilt habe. Teils war es nur Pulver, aber das schadet ja nicht.

Dann wieder Holzhäcksel einer Trauerweide, somit habe ich auch hier etwas mehr Vielfalt.

Danke euch - ich werde berichten

Gruß
freestyle
Eberhard
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Re: Farn - wie kompostieren

Beitrag von Eberhard » Mo 27. Apr 2020, 14:44

Sorge, dass die Sporen sich überm Kompost im Garten verbreiten
Das Thema "Unkraut" ist ein eigenes und besonderes.

Die Bezeichnung UN-Kraut behalten wir mal bei. Sie tut zwar den Pflanzen unrecht, aber jeder weiß, was gemeint ist.

Schlagsätze:
- In unseren Breiten gibt es nackten Boden nur nach Katastrophen.
- Auf jedem Boden wachsen die Pflanzen, die der Boden verdient.

Die sogenannten Unkräuter, die halt gerne wachsen, sind mit dem aktuellen Boden am besten vereinbar. Sie wirken verbessernd auf Boden und -leben und bereiten die Bedingungen vor für andere Pflanzen, auch für jene, die wir als Nutzpflanzen betrachten würden. Im Ergebnis: Nach Jahren ohne Beeinflussung wird sich das Bild des Bewuchses ändern, von ganz alleine. Kämpft man aber gegen das Unkraut, wird es "bösartig" und es wehrt sich gegen Gegenmaßnahmen, und es hat seine Berechtigung wegen der Bodenverhältnisse nicht verloren.
Wer die Sage von den Heinzelmännchen kennt: Manche beziehen die inhaltliche Aussage auf eben Unkräuter.

Ich selber bin da inzwischen viel entspannter geworden und entferne Unkraut erst, wenn ich wirklich den Platz brauche und die Bodenbedeckung durch anderes übernommen wird. Was alleine wächst, ist stabiler als solches, was man versucht hinzubringen.
Zum Beispiel hatte ich über den Winter ins Frühjahr sehr viel Vogelmiere. Da man froh sein konnte, dass nach dem Dürresommer überhaupt etwas wächst, blieb diese längstmöglich unangetastet. Und es gibt ja schlechteres: Vogelmiere ist Anzeiger für humusreichen Boden mit Stickstoff. Pluspunkt. In lebenden Pflanzen werden Nährstoffe viel besser fixiert als im nackten Boden und stehen dann besser bei der Frühjahrsbestellung zur Verfügung. Pluspunkt. Der Boden ist bedeckt und hat Schutz vor Sonne, Regen, Wind, UV-Strahlung, starken Temperaturschwankungen. Pluspunkt. Vogelmiere bildet reichlich Wurzelmasse, die das Bodenleben füttert. Dass der Boden lebt, spürt man (Boden locker, runde feine Krümel). Pluspunkt. Nicht zuletzt hat man dann Masse für Kompost oder Mulch.

Man muss nur aufpassen bei Sachen, die man schlecht entfernen kann und die sich expansiv und schlecht beherrschbar ausbreiten. Aber da gibt es gar nicht so viel. Bei Löwenzahn, Schafgarbe, Brennnessel, Gundermann & Co. freue ich mich inzwischen, wenn die mir begegnen. Und dabei bin ich noch nicht so weit, diese auch zu essen (was man wohl auch kann).
Im Augenblick tuen sich immer mal interessante Sachen auf.
Ja, wenn man die Augen öffnen kann, entpuppt sich mancher zu entsorgende Unrat als Heinzelmännchen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Farn - wie kompostieren

Beitrag von freestyle » Fr 1. Mai 2020, 17:17

Löwenzahn, Brennessel, Gundermann wächst bei uns in der Wiese reichlich. Dürfen sie auch. Englischer Rasen ist nichts für mich, gefällt mir auch nicht. Ich bin als Kind auch immer durch Löwenzahn / Kleewiesen gestampft.

Bedingt durch den Regen der letzten Tage (Juhu) konnte ich erst heute das Farn holen. Etwas mühselig, weil die Wiese nicht per Auto erreichbar ist und dazu noch an einer Klippe. Naja - ich wollte ja es trotzdem.

Zwei Säcke voll verwelkes Farn sind es geworden. Trotz Regen richtig trocken und mürbe, bereis beim Einpacken rieselten es mächtig. Einen Sack habe ich auf den neuen Kompost verteilt. Die Stengel ist etwas stabiler aber der Rest ist schön klein. Den zweiten Sack stelle ich ersteinmal beiseite. Ich werde demnächst zwei kleine Hochbeete anlegen, kommt dann mit in den Unterbau.

Gruß
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Re: Farn - wie kompostieren

Beitrag von freestyle » Fr 1. Mai 2020, 17:31

Vergessen..... nachfolgendes habe ich noch gefunden:


Using bracken for composting or as a soil improver

The young green fronds of bracken can be collected for the compost heap where they will rot down slowly, enriching the nutrient content of the compost. Bracken stems are too woody to be added to the compost or leafmould heap, unless they are first shredded or chopped into small sections.

Bracken produces numerous spores, but these seldom seem to germinate and grow in the compost heap. Small sections of the roots can regenerate, and therefore should not be used in the compost.

Dead bracken collected in autumn can be rotted down to make mulch, in the same way as tree leaves are collected and rotted down to make leafmould.
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