Ein zu schwerer Boden entsteht durch verschiedene Faktoren. Ein hoher Lehm- oder Tonanteil, ein Verdichten der Bodenkrume (die oberen 20cm) durch Bearbeitung, Bauarbeiten oder das Urbarmachen einer neuen Fläche können alles Gründe sein, um den Boden verbessern zu wollen.
Bei schwer bearbeitbaren Lehm- oder Tonböden kann auch der Naturgärtner nicht auf den zupackenden Spaten verzichten. Meist jedoch reicht ein vorsichtiges Vorgehen, um den Boden nachhaltig zu verbessern.
Zuerst muss man wissen, dass wenn man den Boden langfristig auflockern will, dies etwas dauert. Ein bis zwei Jahre Geduld sind meist nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Die gute Nachricht ist, dass man diesen Prozess vollkommen biologisch durchführen kann. Am besten ist eine Kombination aus verschiedenen Methoden: Mulchen, das Einbringen von Sand und Wurmhumus sowie manuelles Auflockern. Ziel ist es, den Boden so zu gestalten, dass die heimischen Lebewesen wie Kompostwürmer und Regenwürmer von alleine kommen und die Arbeit übernehmen.
Am einfachsten ist es, eine Mulchschicht zu schaffen, die es den Kompostwürmern bequemer macht und dafür sorgt, dass Wasser langsamer verdunstet. Geeignete Mulchmaterialen sind Rindenmulch, Laub, Pferdemist und Grasschnitt. Das Mulchmaterial wird so auf dem Boden verteilt, dass eine dünne Schicht von ein paar Zentimetern Dicke entsteht. Das Mulchmaterial verrottet langsam und zieht zahlreiche Bodenlebewesen an, die durch ausgeklügelte Zusammenarbeit helfen, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und den Boden zu belüften.
Alternativ lassen Sie den Grasschnitt jedes zweite Mal liegen, wenn Sie öfter den Rasen mähen. Da der Grasschnitt bei regelmäßigem Rasenmähen nur kurz ist, wird es nicht unansehnlich sein oder den Rasen verfilzen. Regenwürmer aber freuen sich sehr über die liegengelassenen Leckerbissen.
Um den Boden etwas bequemer für Kompostwürmer, hilfreiche Mikroorganismen und andere Lebewesen zu machen, kann man vorsichtig den Anteil des Humus erhöhen. Dies verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und belüftet den Boden. Sand alleine einzuarbeiten ist lange nicht so erfolgreich wie Humus direkt einzuarbeiten.
Natürlich hat die Natur da eine Lösung: Wurmhumus (auch Wurmkompost genannt), das Endprodukt eines gesunden Bodens voll mit Regenwürmern. Dieser Humus, gemischt mit Wurmkot, ist voll mit den richtigen Mikroorganismen und Humus-Komplexen, um die Bodenqualität zu verbessern. Einfach 2x jährlich ca. 200g/m2 auf den Boden auftragen und mit einer Grabgabel etwas einarbeiten. Dabei sollte die Grabgabel nur dazu benutzt werden, um senkrecht in den Boden zu stechen und durch seitliches Rütteln den Wurmhumus sowie Luft in den Boden zu bringen.
Sie sollten die Bodenkrume auf keinen Fall umgraben. Dies stört das sensible Gleichgewicht und die Mikroorganismen. Durch das Durcheinanderwerfen der einzelnen Bodenschichten werden die luftliebenden Lebewesen nach unten und die luftfliehenden nach oben befördert. Bis sich dann wieder die alte, natürliche Bodenordnung einstellt, dauert es einige Zeit. Dadurch wird auch die optimale Entwicklung der Pflanzen auf diesem Boden beeinträchtigt.
Aktualisiert (Donnerstag, den 26. Juli 2012 um 12:29 Uhr)
Kompostwürmer im (Klein-) GartenDie Wurmkiste als Turbokomposter
In einer Wurmkiste sorgt die ständige Bewegung der Kompostwürmer und deren Bakterien für einen aeroben (mit Sauerstoff) Kompostvorgang. So entstehen keine unangenehmen Gerüche, die den Nachbarn stören könnten und es werden mehr Nährstoffe im Humus erhalten sein. Kompostwürmer im KomposthaufenNatürlich kann der Komposthaufen auch mit Kompostwürmern geimpft werden. Das darf aber erst geschehen, wenn sich der Komposthaufen abgekühlt hat! Dabei setzt man zwischen 500 und 1000 Würmer pro m² Komposthaufen während des Tages ein. Das Sonnenlicht treibt die Kompostwürmer erst einmal in die Tiefe wo sie es sich bequem machen. Von dort beginnen sie dann den Kompost zu fressen und umzusetzen. Achtung: Um reinen Wurmhumus zu bekommen, wird die Wurmdichte in einem Komposthaufen nicht ausreichen. Auch sind die Kompostwürmer dort natürlichen Feinden wie dem Maulwurf ausgesetzt. Den Kompost umheben lassen
Sie können aber auch Ihre Komposterde nach und nach in die Wurmfarm füllen. Die Kompostwürmer fressen dann die letzten organischen Überbleibsel auf und reduzieren das Volumen der Komposterde nochmal drastisch. Die Nährstoffe werden konzentriert, so dass - je nach Ausgangsmaterial - ein bio-organischer Dünger überbleibt mit dem Sie ihre Pflanzen düngen können. Warum Kompostwürmer und nicht "normale" Regenwürmer?Kompostwürmer sind sehr nah mit Regenwürmern verwandt und oft wird angenommen, dass sich bereits Kompostwürmer im Komposthaufen befinden. Tatsächlich ist das fast nie der Fall und es handelt sich dabei um Regenwürmer. Regen- und Tauwürmer (Lumbricus terrestris) fressen allerdings hauptsächlich mineralische Erde und ziehen nur selten einmal ein Blatt oder Grashalm in Ihre Gänge. Kompostwürmer (Eisenia fetida, Eisenia hortensis oder Dendrobaena veneta) hingegen fressen täglich bis zur Hälfte Ihres Körpergewichts an organischem Material. Rasen auflockern mit Hilfe von Regenwürmern
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