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Regenwürmer wandeln mit Hilfe von Mikroorganismen pflanzliche Rückstände im Boden in neu verfügbare Nährstoffe um. Wurmkot enthält dabei fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphat und elfmal mehr Kalium als die normale umgebende Acker- oder Gartenerde. Weitere Parameter im Vergleich sind aus der nachfolgenden Tabelle zu ersehen.
| Eigenschaften |
Regenwurmkot
|
Boden
(0-15 cm) |
Boden
(20-40 cm) |
| Gesamt N (%) |
0,350
|
0,25
|
0,081
|
| organischer Kohlenstoff (%) |
5,200
|
3,32
|
1,100
|
| C/N-Verhältnis |
14,70
|
13,80
|
13,80
|
| NO3-N (mg/l) |
22,00
|
4,70
|
1,70
|
| P2O5 (mg/l) |
150,00
|
20,80
|
8,30
|
| austauschbares Ca (mg/l) |
2793,00
|
1993,00
|
481,00
|
| austauschbares Mg (mg/l) |
492,00
|
162,00
|
69,00
|
| Gesamt-Ca (%) |
1,20
|
0,880
|
0,91
|
| Gesamt-Mg (%) |
0,54
|
0,510
|
0,55
|
| Kalium (mg/l) |
358,00
|
32,00
|
27,00
|
| pH-Wert |
7,00
|
6,40
|
6,00
|
| Feuchtigkeit (%) |
31,40
|
27,40
|
21,10
|
Bereits Darwin berechnete das Leistungsvermögen der Regenwürmer auf 45 Tonnen Wurmkot pro Hektar und Jahr. Bei einem intakten Boden mit einer Population von 100 bis 400 Regenwürmer pro Quadratmeter gehen heutige Schätzungen sogar von bis zu 100 Tonnen pro Hektar aus. Darwins Erkenntnisse setzten sich aber u.a. deshalb nicht durch, weil Justus von Liebig 1840 seine Theorie der Pflanzenernährung durch Salze veröffentlichte, was dann schließlich im großen Stil zur Herstellung und Anwendung der Kunstdünger führte.
Würmer sind wesentlich am Aufbau der Bodengare beteiligt. Grundsätzlich unterscheidet man Frost- und Schattengare. Erstere ist am bekanntesten und beschreibt den Vorgang, dass grobe Erdschollen unter dem Einfluss von Frost zu kleineren Stücken zerfallen. Bevor sie ein gutes Keimbett abgeben, müssen sie aber mechanisch noch weiter zerkleinert werden. Die "Krümel" zerfallen jedoch beim ersten Regen, die Bodenoberfläche verschlämmt und verhärtet. Sauerstoffmangel tritt ein und zehrt an der Humusreserve. Die Frostgare ist nicht echt und wird als Scheingare bezeichnet.
Die Schattengare entwickelt sich unter einer dichten Pflanzendecke, geht aber sehr schnell verloren, wenn durch Ernte oder sonstige Veränderungen diese entfernt wird. Als weitere Formen einer echten Gare unterscheidet man Zell- und Plasmagare. Zellgare entsteht durch ein Millionenheer von Kleinstlebewesen und Mikroben, die intensiv in der obersten Schicht der Muttererde die aufgebrachten organischen Materialien verarbeiten. Abgestorbene Mikrobenkolonien, Ausscheidungen der Bodentiere und feinste Verwitterungsreste ergeben eine stabile Krümelstruktur, zwischen die sich ein feines Porensystem bildet. Die Zellgare bleibt solange erhalten, wie die Nahrung für die Mikroben nicht ausgeht.
Die Plasmagare ist zellfrei und entwickelt sich unterhalb der Größe der Zellen im Bereich kolloider Strukturen. D.h. die organischen Materialien zerfallen nicht bis zu den Mineralien, sondern werden in den Ton-Humus-Komplexen, an deren Bildung die Regenwürmer maßgeblichen Anteil haben, gebunden.