Die Qualität der Gartenerde hat einen großen Einfluss darauf, wie gut hier die Pflanzen wachsen. Wer darüber nachdenkt, seinem Garten zu einer Oase für Bienen zu machen oder hier zahlreich Ernten zu wollen, der dürfte sich schon das eine oder andere Mal darüber geärgert haben, dass die Erde nicht locker genug gewesen ist. Das lässt sich ganz leicht ändern und zwar mit Kartons.
Kartons im Garten einsetzen
Im Keller befinden sich noch einige alte Kartons? Dann ist es jetzt an der Zeit, sie zu verwenden. Damit ist nicht gemeint, dass sie weggeworfen werden. Der Gedanke an die Natur und die Umwelt bringt natürlich die Idee mit, die Kartons möglichst noch zu verwenden. Der Trick ist dabei sehr einfach. Die Kartons werden so geöffnet, dass sich eine glatte und flache Fläche bildet. Dann werden sie auf den Beeten ausgelegt. Was jetzt erst einmal seltsam klingt, hat aber einen sehr guten Effekt auf die Erde. Wenn es unter dem Karton nun zum Wachstum von Unkraut kommt, dann kann dieses nicht weiter wachsen. Die kleinen Pflanzen sterben ab. Das hat den Effekt, dass sie nicht zwischen den Beeten erscheinen und gleichzeitig selbst zu Erde werden.
Im Laufe der Zeit wird die Pappe verrotten. Sie geht in die Erde über. Das heißt, sie liefert der Erde Nährstoffe und diese Nährstoffe machen die Erde deutlich lockerer und gesünder. Für die Umwelt ist dies keine Belastung, wenn darauf geachtet wird, dass Kartons ohne Aufdrucke zum Einsatz kommen. Kompostwürmer und andere Regenwurmarten lieben die Kartonage übrigens.
So klappt es mit den Kartons im Garten
Bevor die Kartons auf die Beete gelegt werden, sollte die Erde erst einmal aufgelockert werden. Anschließend werden die Kartons verteilt. Nun ist es notwendig, noch eine letzte Schicht einzusetzen. Auf die Kartons kommt frische Erde. Sehr gut ist es, hier etwas Kompost einzusetzen. Anschließend kann ein Abschluss mit Mulch geschaffen werden. Nun sind ideale Voraussetzungen geschaffen, um zu pflanzen. Dafür werden die Kartons an den gewünschten Stellen einfach eingeschnitten, damit ausgepflanzt werden kann.
Wer Samen aussäen möchte, der hat den Vorteil, dass dies einfach über den Kartons durchgeführt werden kann. Es ist nicht notwendig, hier noch Einschnitte in die Kartons vorzunehmen.
Pferdemist zu entsorgen gehört mit zu den größten Herausforderungen in der Pferdehaltung. Jeden Tag sammeln sich Schubkarren voll Mist, die verwertet werden wollen.
Für die Lagerung von Pferdemist gelten in fast jedem Bundesland andere Vorschriften und oft sind diese mit hohen Kosten verbunden. (Um es genau zu erfahren muss man bei der unteren Wasserbehörde des Landkreises anfragen).
Das MiKoWa Kompostiersystem
Mit dem MiKoWa Pferdemist Komposter, der Mist-Kompostier-Wanne, haben Sie eine preiswertere Alternative zu einer Betonmistplatte mit Gülletank. Die MiKoWa kann ganz einfach Ihren Pferdemist lagern und sogar kompostieren.
Die Vorteile der MiKoWa gegenüber einer Misteplatte
Kürzere Wege da bereits auf dem Feld gelagert / Kompostiert werden kann
Preiswertere Startinvestition als Betonplatte mit Gülletank
Mobil: Die MiKoWa ist nicht an einem Ort gebunden
Beim Kompostieren wird Dünger produziert anstatt Mist gelagert
Modular erweiterbar bei hoher Mistmenge; Leicht zu verstauen bei weniger
Für wenig Geld reparierbar
Farblich / Mit Schriftzug gestaltbar
Die Nachteile:
Geringere Haltbarkeit (7 Jahre Herstellergarantie) als Betonplatte (ca. 10 Jahre Herstellergarantie)
Empfindlicheres Material gegen mechanische Schäden
Geringeres Lagervolumen
Behördlich anerkannte Pferdemist Lagerstätte
Das System ist aus wasserdichter Plane gefertigt und verhindert somit die Verunreinigung des Bodens. Damit das entstehende Sickerwasser aufgefangen werden kann, ist es optional möglich einen Ausfluss anzubringen und diesen in einen Behälter zu leiten.
Mit freundlicher Genehmigung S. Elsner
Damit kann die MiKoWa außerhalb von Wasserschutzgebieten sowohl als Aufbewahrungsmethode als auch zum Kompostieren von Pferdemist behördlich genehmigt werden. Bitte klären Sie dies mit Ihrer örtlichen Wasserschutzbehörde ab. Das Kompostieren innerhalb von Schutzgebieten ist ggfs. mit Auflagen – wie dem Abdecken der MiKoWa oder der regelmäßigen Bodenprobenentnahmen genehmigungsfähig.
Mobiler Aufbau und flexibles System zum Kompostieren
Je nachdem, wie viele Pferde Sie haben, ist das System nach Bedarf erweiterbar. Und dabei noch wesentlich günstiger als das Anlegen eines festen Misthaufens, dessen Bau gerne mal in die tausende Euro geht.
Die MiKoWa besitzt ein Ablaufsystem für Sickerwasser
Die MiKoWa ist einfach in der Handhabung. Schnell aufgebaut ist sie durch zehn bereits vorgefertigte Schlaufen an den Längsseiten und den Ecken für das Einfügen von Rohren oder Holzstangen zur Befestigung. Damit ist die MiKoWa im Handumdrehen einsatzbereit.
Am sichersten steht die MiKoWa auf Paletten, damit auch das sich ansammelnde Sickerwasser besser ablaufen kann und die Plane einfach auf Dichtigkeit überprüft werden kann.
Ein optionales Ablaufsystem erlaubt das gezielte Abführen oder Auffangen von Sickerwasser (welches übrigens sehr starker Dünger ist).
Die MiKoWa wird vorne durch einen Reißverschluss geschlossen
Durch den eingenähten Reißverschluss aus Plastik lässt sich die eine Stirnseite aufklappen und mit einer Schubkarre befahren. So kann die MiKoWa von hinten nach vorne ganz gleichmäßig befüllt bzw. entleert werden.
Die Größe macht es einfach, das System bei Bedarf abzudecken. Es kann also nicht nur Pferdemist gelagert, sondern auch direkt in der MiKoWa kompostiert werden. Mit den Maßen 130 x 400 x 65cm kann MiKoWa 3,1m³ Pferdemist aufnehmen. Wird die richtige Menge an Kompostwürmern eingesetzt (mindestens 6000, besser 8000 pro gestartete Wanne) kann so der gesamte Mist eines Ponys kompostiert werden. Realistischer ist allerdings ein Aufbau mit 3 MiKoWa’s, welche den Mist von 2 Großpferden verarbeiten. Im ersten Jahr ist es besonders wichtig den frischen Mist regelmäßig und dünn auf die Oberfläche des alten Mistes zu verteilen. So vermehren sich die speziellen Regenwürmer besonders schnell.
Als Aufstellungsort wird ein schattiges Plätzchen mit leichtem Gefälle (ca. 3%) empfohlen, da bei Besatz mit Kompostwürmern das System nicht zu heiß werden darf. Das Gefälle hilft das Sickerwasser an einer Stelle zu sammeln.
Pferdemist in der MiKoWa kompostieren
Pferdemist lässt sich am besten mit Kompostwürmern zu wunderbarem Wurmhumus verarbeiten, der dann wiederum als Dünger ausgebracht werden kann. Dabei nutzen diese fleißigen und vermehrungsfreudigen Verwandten der „klassischen“ Regenwürmer eine Heerschar an Helfern in Form von Bakterien, Enzymen und Pilzen. Diese zerlegen dann den Pferdemist nicht nur in seine Einzelteile, sondern bauen ihn auch in reifen Humuskomplexen wieder zusammen. Wurmhumus ist ein begehrter Bio-organischer Dünger!
Mit freundlicher Genehmigung S. Elsner
Nachdem sich die Startpopulation an Kompostwürmern bei Ihnen eingelebt und vermehrt haben, erreicht die MiKoWa die volle Arbeitskapazität – Je nach Jahreszeit – nach 6 bis 9 Monaten. Dann spüren Sie den vollen Effekt der Wurmarbeit.
Mit Kompostwürmern kompostierter Mist wird um bis zu 80% im Volumen reduziert. Das heißt viel weniger Mist bleibt über. Dieser dunkle Wurmhumus ist dann so konzentriert, dass er ein vielfaches an Düngewirkung und Bioaktivität gegenüber „normalen“ Gartenkompost hat.
Den Pferdemist Komposter leeren
Ist die MiKoWa dann doch irgendwann einmal voll, füttert man 6 Wochen lang nur noch in der Nähe des Reißverschlusses. Wird dann die MiKoWa geleert, schieben Sie diesen Haufen zur Seite. Er ist voller Kompostwürmer und wird als Startbett für den nächsten Durchlauf genutzt.
Im Winter hält die bakterielle Aktivität der MiKoWa die Würmer warm genug um weiter zu kompostieren. Während sehr kalter Tage (-5°C) sollte sie dennoch abgedeckt werden. Wir haben auch eine gesonderte Anleitung für das Kompostieren von Pferdemist im Winter geschrieben, die dort weiter helfen kann.
Möchten Sie Pferdemist Entsorgen und/oder verwerten? Es gibt mehr als eine Möglichkeit, Pferdemist zu entsorgen. Hier finden Sie das eBook „Pferdemist-Entsorgen“ als gratis Download.
Motten im Haushalt sind eine wahre Plage. Viele Menschen ekeln sich vor ihnen und das auch zu recht. Motten können Textilien unterschiedlicher Art beschädigen und ganze Lebensmittelvorräte unbrauchbar machen. Zwar kann man im Handel einiges gegen diese Tiere erhalten, aber oft sind es nur Mittel zur Vorbeugung und nicht für die richtige Bekämpfung. Trotzdem wird sehr oft versucht, mit zum Beispiel Motten-Pheromonfallen, Lavendel, Mottenpapier, Zedernholz oder bestimmten Ölen der Plage Herr zu werden. Leider bleibt dann aber doch der gewünschte Erfolg aus und die lästigen Tierchen vermehren sich sogar munter weiter.
Es gibt aber tatsächlich eine wesentlich wirksamere Methode, um doch erfolgreich Motten zu bekämpfen. Dafür ist es nicht immer notwendig gleich zu der sogenannten chemischen Keule zu greifen. Es gibt nämlich sogenannte Nützlinge in Form von Schlupfwespen, die sehr effektiv Motten bekämpfen können. Dazu muss man wissen, dass Schlupfwespen die natürlichen Feinde der Motten sind. Diese sehr kleine Wespe (der lateinische Name ist Trichogramma) legt als Parasit ihre eigenen Eier in die Eier der Motten ab. Dabei ist es egal, ob es sich um Kleidermotten oder Lebensmittelmotten handelt. Aus den betroffenen Motteneiern können dann keine Motten mehr herausschlüpfen und der Lebenszyklus der Motte ist somit unterbrochen.
Wissenswertes über die Schlupfwespen
Nützlinge wie Schlupfwespen gegen Motten einzusetzen ist sicherlich die Variante, die man bevorzugen sollte, bevor man zu chemischen Mitteln greift. Unter dem Begriff Schlupfwespen werden Ichneumonoidea (Schlupfwespenartige) und Chalcidoide (Erzwespen) gemeint, die dann wiederum noch in mehrere Familien und noch in weitere Arten unterteilt werden. Von diesen sehr vielen Arten werden aber nur einige wenige für die Bekämpfung von verschiedenen Schädlingen eingesetzt. Wenn es um die Bekämpfung von Motten geht, ist es zum Beispiel die Art Trichogramma evanescens. Der Vorteil beim Einsatz dieser biologischen Schädlingsbekämpfung ist ganz klar, da eben nicht Chemie (Nervengifte) eingesetzt werden.
Weltweit kommen Schlupfwespen zum Einsatz
In der ganzen Welt werden diese Wespen in den unterschiedlichsten Anbaugebieten und dabei noch für ganz verschiedene Lebensmittel (kann sich zum Beispiel um Obst, Wein oder Mais handeln) zur Bekämpfung von Motten eingesetzt. Auch als Hobbygärtner kann man sich über Schlupfwespen freuen, denn es gibt eine Art, die auch zum Beispiel Schildläuse parasitiert. Eine andere Art bevorzugt dagegen die Fruchtfliegeneier für die eigene Eiablage und soll deswegen in den Olivenhainen Kaliforniens eingesetzt werden.
Schlupfwespen für die Bekämpfung gegen Kleidermotten und Lebensmittelmotten
Wenn es um die Bekämpfung der Kleidermotten und Lebensmittelmotten geht, wird insbesondere die Art „Trichogramma evanescens“ verwendet. Für die Schädlingsbekämpfung werden diese Trichogramma sogar extra gezüchtet. Diese Wespen-Gattung ist besonders klein. Nur um die 0,2 mm bis 0,4 mm soll die Schlupfwespe groß werden. Für uns Menschen ist das Tier so gut wie nicht sichtbar und wenn überhaupt, wird man sie vielleicht nur als sehr kleinen Punkte wahrnehmen. Die Schlupfwespe besitzt einen Legestachel und der ist genauso lang, wie der gesamte Körper. Diese Tiere können aber nicht fliegen sondern nur krabbeln. Man muss also nicht befürchten, dass die Schlupfwespen durch die gesamte Wohnung fliegen. Im Gegenteil, sie verweilen in der Nähe der Orte, wo man sie auch haben möchte.
Der Trend geht in diesen Tagen immer mehr zum ökologischen und nachhaltigen Bauen. Doch viele Bauherren sind sich zunächst nicht darüber im Klaren, was genau darunter zu verstehen ist. Wir zeigen in diesem Artikel, wie das ökologische Bauen über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes als oberste Prämisse eingehalten werden kann. Dies schmälert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern schont zugleich den Geldbeutel.
Flächen- und materialsparend Bauen
Eine erste Rücksichtnahme auf die Umwelt ist bereits in den ersten Planungsschritten möglich. Ziel sollte es sein, nur so viel Fläche wie unbedingt notwendig für den Grundriss einzubeziehen. Denn je ausladender das Gebäude wird, desto mehr geht der natürliche Lebensraum der heimischen Tier- und Pflanzenarten verloren. In dieser Hinsicht hat ein einstöckiger Bungalow eine deutlich schlechtere Bilanz, als ein Einfamilienhaus mit zwei oder gar drei Stockwerken.
Ein sehr zentraler Faktor für die Umweltbilanz ist auf der anderen Seite das verwendete Material. Hier ist es wichtig, auf regional verfügbare Ressourcen zu setzen, die im Vorfeld nicht über weite Strecken transportiert werden müssen. Herstellung, Transport und Entsorgung sollte möglichst energie- und schadstoffarm vonstattengehen. Je leichter das Material später außerdem repariert werden kann, desto sparsamer lässt sich mit dem wertvollen und begrenzt verfügbaren Baustoff umgehen.
Rücksicht auf Energie und Ressourcen
Doch nicht nur der Bau selbst ist aus ökologischer Sicht von Bedeutung. Darüber hinaus kann die laufend durch das Haus entstehende Belastung reduziert werden. Möglich ist dies zum einen, indem der Fokus verstärkt auf erneuerbare Energien gelenkt wird. Weiterentwicklungen des Passivhauses, wie zum Beispiel das Bio-Solar-Haus, machen in diesen Tagen auf sich aufmerksam. Dabei kann sogar ganz auf fossile Energieträger verzichtet werden, was die langfristige Bilanz enorm verbessert.
Jeder noch so kleine Schritt in diese Richtung ist aber per se zu begrüßen. Wer also zumindest Solarenergie für die eigene Versorgung nutzen möchte, der leistet damit schon einen wichtigen Beitrag. Der Trend der Baubranche ist dabei inzwischen klar – denn immer mehr Menschen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und gehen damit entscheidende Schritte in die Richtung des nachhaltigen Bauens. Entsprechend wächst auch das Angebot, das aktuell in dieser Sparte verfügbar ist.
Die Außenanlage einbeziehen
Doch allein mit dem Haus selbst sind die Planungen zum nachhaltigen Bauen noch nicht abgeschlossen. Darüber hinaus ist es wichtig, auch die Außenanlagen einzubeziehen. Hier lohnt es sich, so wenig Fläche wie möglich mit Beton oder Pflastersteinen zu versiegeln. Auf den ersten Blick mag dies angenehm erscheinen, da in der Folge lästige Arbeiten wie das Rasenmähen schneller erledigt werden können.
Zugleich bringt die Versiegelung großer Teile des Grundstücks nicht nur Nachteile für die Umwelt mit sich, da zum Beispiel Würmer und andere Erdbewohner ihren Lebensraum verlieren. Darüber hinaus steigen die fälligen Abgaben, je größer die Anzahl der versiegelten Quadratmeter ist. Außerdem zeigen die Erkenntnisse der vergangenen Jahre, dass damit die klimatische Regulierung beeinträchtigt werden kann, was nicht zuletzt an heißen Sommertagen ein Problem darstellt. Wer sich vor der abstrahlenden Wärme versiegelter Flächen schützen möchte, der ist mit einer möglichst natürlichen Grünfläche gut beraten. Auch sie ist damit ein elementarer Bestandteil des ökologischen Bauens, der nicht vernachlässigt werden sollte.
Umgangssprachlich sind „Würmer“ längliche wirbellose Tiere ohne Gliedmaßen, die sich mit Hilfe ihrer Körpermuskulatur kriechend fortbewegen. Arten mit wurmförmigem Körper sind in vielen Tierklassen vertreten: Fadenwürmer, Plattwürmer oder etwa „Glühwürmchen“ gehören zu vollkommen verschiedenen Tiergruppen. Würmer sind somit keine „systematische Einheit“, sondern stellen einen sogenannten „Lebensformtyp“ dar.
Regenwürmer gehören zum Stamm der Ringelwürmer (Annelida). Wie viele andere landlebende Organismen stammen auch die Regenwürmer von meeresbewohnenden Vorfahren ab. Auch heute noch leben die meisten Arten der Ringelwürmer im Meer. Auf Wattwanderungen an der Nordsee zum Beispiel findet man häufig die Sandhäufchen des Wattwurmes (Arenicola marina).
Wattwurmhaufen im Sand
Diesen meeresbewohnenden Vielborstern (Polychaeta) stehen die überwiegend im Süßwasser und an Land vorkommenden Gürtelwürmer (Clitellata) gegenüber, letztere unterteilen sich in die Wenigborster (Oligochaeta) und die Egel (Hirudinea). Regenwürmer sind die bekannteste an Land lebende Gruppe unter den Wenigborstern.
Alle in Europa heimischen Regenwürmer gehören zur Familie der Lumbricidae. Etwa vierzig Arten sind aus Deutschland bekannt, weltweit sind etwa 220 Arten wissenschaftlich beschrieben [1]. Der größte in Deutschland vorkommende Regenwurm, ist der bis zu sechzig Zentimeter lang werdende Badische Regenwurm (Lumbricus badensis), der die Ausmaße einer ausgewachsenen Blindschleiche erreicht. Er ist nur sehr lokal im Südschwarzwald verbreitet und gilt als Eiszeitrelikt [2].
Schwerpunktmäßig in Südost-Asien, Australien und Neuseeland verbreitet sind Regenwürmer der artenreichen Familie Megascolecidae. Hierzu gehört der Australische Riesenregenwurm (Megascolides australis), der einen Durchmesser von zwei Zentimetern und eine Länge von bis zu drei Metern erreicht. Die einzige in Mitteleuropa nachgewiesene bodenbewohnende Regenwurmart, die nicht zur Familie Lumbricidae gehört, ist der aus Ostasien stammende, weit verschleppte Megascolecide Amynthas corticis. Er kann sich in unseren Breiten nur in Gewächshäusern fortpflanzen. Ursprünglich waren die Lumbriciden nur auf der Nordhalbkugel verbreitet. Etwa fünfzehn Arten wurden vom Menschen in die gemäßigten Zonen auf der Südhalbkugel verschleppt. In landwirtschaftlich genutzten Böden Neuseelands dominieren heute aus Europa eingeschleppte Regenwurmarten und haben die einheimische, hauptsächlich aus Megascoleciden bestehende Regenwurmfauna verdrängt.
Zu den Wenigborstern gehören übrigens auch die Enchyträen, meist weiß gefärbte, bis drei Zentimeter lange und nur etwa einen Millimeter dicke Würmer, die sich in feuchter Erde von zersetzendem organischem Material ernähren. Bekannt sind die Arten Enchytraeus albidus sowie der etwas kleinere Grindalwurm (Enchytraeus buchholzi), die in feuchtem, organischem Substrat gezüchtet und an Zierfische verfüttert werden.
Körperbau des Regenwurms
Der Regenwurmkörper ist segmentiert und ähnlich wie bei Krebsen und Insekten ist diese Segmentierung durch eine Querringelung auf der Körperoberfläche äußerlich erkennbar. Im Körperinneren liegt in jedem Segment eine flüssigkeitsgefüllte Leibeshöhle – das sog. Coelom – sowie jeweils ein Nervenknoten. Der segmentierte Körperbau war in der Evolution der Gliedertiere extrem erfolgreich – wenn man die Artenzahl zu Grunde legt. Auch wenn die Segmente bei Regenwürmern äußerlich alle gleich aussehen, kommt vor allem manchen der vorderen Segmente eine besondere Funktion zu (siehe unten).
Der Regenwurmkörper besteht zu 75 bis 85% aus Wasser und ist quasi ein elastischer, flüssigkeitsgefüllter Schlauch, der von Längs- und Ringmuskeln umgeben ist. Ziehen sich die Ringmuskeln zusammen, wird der Wurm dünn und lang. Beim Zusammenziehen der Längsmuskeln verkürzt sich der Wurm und sein Umfang nimmt zu. Durch das Wechselspiel von Längs- und Ringmuskulatur kann der Regenwurm vorwärts wie auch rückwärts kriechen. Mit verschmälertem Vorderende dringt der Regenwurm in enge Hohlräume im Boden vor und erweitert diese durch den Flüssigkeitsdruck in der Leibeshöhle. Die vier kurzen Borstenpaare, die an jedem Segment ansetzen, wirken im Boden wie Widerhaken und verhindern, dass der Wurm zurückrutscht.
Der Muskelaufbau des Regenwurms
Die äußere, für die Körperbewegung zuständige Hautmuskulatur wird durch die dazwischen liegende, flüssigkeitsgefüllte Leibeshöhle funktional von der innen liegenden Darmmuskulatur getrennt. Die Darmperistaltik ist damit unabhängig von der Bewegung. Der Darm durchzieht den gesamten Wurm. Wie am Fließband nehmen Regenwürmer Erde und organische Biomasse über die an der Körperspitze liegende Mundöffnung auf. Da Regenwürmer über keine Beißwerkzeuge verfügen, können sie nur flüssiges oder stark zerkleinertes Material aufnehmen. In der Haut um die Mundöffnung befinden sich viele Nervenenden, die es dem Wurm ermöglichen, Nahrung im Substrat zu erkennen und selektiv aufzunehmen. Pflanzenmaterial muss sich durch Bakterien oder Pilze in einem fortgeschrittenen Zersetzungsstadium befinden, bevor es Regenwürmern als Nahrung dienen kann.
Durch ebenfalls aufgenommene Sandkörner werden die Bodenpartikel im Muskelmagen noch kleiner zermahlen. Über die Oberfläche des Mitteldarmes werden schließlich die verwertbaren Bestandteile aufgenommen und der Rest über den am Körperende liegenden After wieder ausgeschieden. Bei Regenwürmern, die in nährstoffarmen Böden leben, ist die Darmwand stark gefaltet, um über eine größere Oberfläche die wenigen Nährstoffe so effizient wie möglich aufzunehmen [3]. Durch Abscheidung von Kalk aus der stark mit Drüsen besetzten Wand des Mitteldarms neutralisieren die Würmer die mit dem Boden aufgenommenen Huminsäuren und sorgen so auf natürliche Weise für eine Bodenverbesserung durch die Bildung sogenannter Ton-Humus-Komplexe. Eine Darmpassage dauert etwa sechs bis zwanzig Stunden [4]. Der für den Menschen geruchlose Regenwurmkot besteht aus Bodenpartikeln überzogen mit Schleim und hat eine im Vergleich zum umgebenden Boden kompaktere Konsistenz.
Spezielle Atmungsorgane haben Regenwürmer nicht. Die Aufnahme von Sauerstoff erfolgt über die feuchte, gut durchblutete Haut – der rote Blutfarbstoff ist übrigens wie bei den Wirbeltieren Hämoglobin [5]. Der Wassergehalt des den Wurm umgebenden Substrates sollte mindestens 25% betragen [6]. Entscheidend ist dabei jedoch, welcher Wasseranteil im Boden frei verfügbar und nicht an Bodenpartikel gebunden ist. Der Prozentwert hängt daher vom Typ des Bodens ab. Bei Trockenheit verringern Regenwürmer ihre Oberfläche, indem sie ein Knäuel bilden. Zusätzlich können sie Schleim absondern, der oberflächlich austrocknet. Für Regenwürmer optimale Feuchtigkeitsbedingungen herrschen dann, wenn die feinen Bodenporen mit Wasser und die größeren Bodenlücken mit Luft gefüllt sind. Überflutungen können Regenwürmer über mehrere Tage hinweg überleben, vorausgesetzt, im Wasser ist genügend Sauerstoff gelöst und die Temperaturen sind niedrig.
Die meisten Vielborster geben ihre Ei- und Spermazellen einfach ins freie Meerwasser ab. Aus der befruchteten Eizelle schlüpft eine bewimperte, mikroskopisch kleine Larve, die ihren ersten Lebensabschnitt als Plankton im freien Wasser schwebend durchläuft und sich mit Hilfe von Wimpern fortbewegt [7]. Im Süßwasser und besonders an Land ist diese Fortpflanzungsweise schwer realisierbar.
Dendros, adult und juvenil
Mit Erreichen der Geschlechtsreife – meist im Alter zwischen ein bis zwei Jahren. bilden Egel und Regenwürmer daher im vorderen Körperabschnitt eine gelbliche oder weißliche Verdickung mit zahlreichen Schleimdrüsen aus: das sogenannte Clitellum. Die genaue Lage irgendwo zwischen dem 23. und 35. Segment ist ein Merkmal, das zur Artbestimmung von Regenwürmern herangezogen wird. Das Clitellum spielt eine wichtige Rolle bei der Paarung und der Eiablage und ermöglicht die Fortpflanzung an Land oder im Süßwasser. Werden Kompostwürmer bei 25°C gehalten, bildet sich das Clitellum bereits im Alter von sechs Wochen aus [8, 11].
Fortpflanzung der Regenwürmer
Regenwürmer sind Zwitter, besitzen also sowohl männliche wie auch weibliche Geschlechtsorgane. Dennoch paaren sie sich, um sich gegenseitig zu befruchten und die Durchmischung des Erbgutes in der Population zu gewährleisten. Die Eierstöcke münden im 14., die Samenleiter im 15. Segment nach außen.
Regenwürmer pflanzen sich überwiegend bei feucht-warmer Witterung im Frühling und im Herbst fort. Dazu kommen bei manchen Arten die paarungsbereiten Würmer im Schutze der Dunkelheit an die Erdoberfläche. Bei der Paarung legen sich zwei Würmer mit ihren Vorderkörpern so aneinander, dass jeder mit dem Kopf in Richtung Hinterende des Partners zeigt. Die Ausgänge der Samenleiter liegen dabei im Bereich der Eingänge von Samentaschen im Bereich des 9. bis 12. Segmentes des Partners. Vom Clitellum beider Würmer wird ein klebriger Schleim abgesondert, der die Vorderkörper beider Würmer umhüllt. Im Schutz dieser Schleimschicht erfolgt die Samenübertragung. Bei der mehrere Stunden andauernden Paarung presst jeder Wurm seinen Samen in die Samentasche des anderen.
Die Befruchtung und Embryonalentwicklung von Egeln und Wenigborstern vollzieht sich im Schutze eines Kokons. Dazu produziert das Clitellum einen Schleimring, durch den sich der Wurm selbst rückwärts herauszieht. Befindet sich das 14. Segment im Schleimring, werden im Durchschnitt drei Eier abgegeben. Passiert der Schleimring die Ausgänge der Samentaschen im 9. bis 12. Segment, werden die Eier mit dem Samen des Paarungspartners befruchtet. Nachdem der Wurm den Schleimring mit den befruchteten Eiern abgestreift hat, schließen sich die Enden und der Schleim härtet zu einem Kokon aus. Im Vergleich zu juvenilen Regenwürmern sind die ausgehärteten Kokons resistenter gegen vorübergehende Temperaturschwankungen und Trockenheit. Aus dem Kokon schlüpfen je nach Art 2-8 kleine Würmer, die in ihrem Körperbau praktisch Miniaturformen der adulten Tiere darstellen.
Wurm Kokons
Die Entwicklungsdauer im Kokon ist art- und temperaturabhängig und kann bei 20°C etwa einen Monat betragen, bei 5°C dagegen über ein Jahr dauern. Die im warmen Kompost lebenden Rotwürmer setzen die meisten Kokons in den oberen zehn Zentimetern des Substrates ab, wo sie sich bei 25°C innerhalb von drei Wochen entwickeln. Im Frühjahr stimulieren die steigenden Bodentemperaturen den Schlupf aus vorjährig abgesetzten Kokons.
Unter Laborbedingungen sind Regenwürmer bereits bis zu 15 Jahren alt geworden [9]. Die Lebenserwartung eines Regenwurmes in der Natur beträgt durchschnittlich zwei Jahre, bei manchen Arten nur wenige Monate. In dieser Zeit kann jeder einzelne Wurm je nach Art zwanzig bis hundert Kokons, ein einziger Kompostwurm kann pro Woche bis zu drei Kokons erzeugen [10; 11]. Mit zunehmendem Alter bildet sich das Clitellum wieder zurück und die Reproduktionsleistung lässt nach.
Boden als Lebensraum der Regenwürmer
Die Besonderheit des Lebensraumes „Boden“ besteht in der engen räumlichen Vernetzung von Feststoffen in Form von Bodenpartikeln, Flüssigkeit in Form von Porenwasser und den darin gelösten Substanzen sowie Gasen in Form von luftgefüllten Bodenlücken. Bodenorganismen vereinen Eigenschaften von wasserlebenden und landlebenden Organismen. Mit aquatischen Organismen gemeinsam haben sie die hohe Durchlässigkeit der Haut für Flüssigkeiten und Gase. Viele oberirdisch lebende Landtiere stammen von Bodenorganismen ab, viele Insekten verbringen ihr Larvenstadium grabend im Boden.
Biologie und Lebensraum der Regenwürmer
Die Nahrungskette an Land beginnt mit der Produktion von Landpflanzen, die ihre Nährstoffe aus dem Boden über ihre Wurzeln beziehen. Am Ende schließt sich der Kreislauf mit der Verrottung von Biomasse im Boden. Die freigesetzten Nährstoffe stehen nun wieder den Pflanzen zur Verfügung. Der Schlüssel für den Ablauf von biologischen Prozessen im Boden sind Mikroorganismen, die lange Zeiträume bei schlechter Nährstoffversorgung überdauern können und andererseits auf Zufuhr von Nährstoffen durch Düngung oder verrottender Biomasse mit schnellem Wachstum reagieren können. Zwischen Mikroorganismen und Regenwürmern bestehen Wechselwirkungen, die im Folgenden genauer erläutert werden sollen.
Ökologie der Regenwürmer
Auf sich zersetzendem Pflanzenmaterial entwickeln sich Pilze, Einzeller, Algen und Bakterien, wodurch die Nährstoffe aus dem Pflanzengewebe für die Regenwürmer aufgeschlossen werden. Regenwürmer spielen in der Bodenökologie eine wichtige Rolle: durch ihre Grab- und Fressaktivität leisten Regenwürmer einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Bodenqualität durch Auflockerung des Bodens oder Umschichtung von Nährstoffen. So verbessern die Gänge der Regenwürmer die Durchlüftung des Bodens. In den luftgefüllten Gängen können sich aerobe Bakterien vermehren, die abgestorbene Pflanzenreste rascher und vollständiger zersetzen als dies unter Sauerstoffabschluss möglich wäre [12]. Vor allem in lehmigen Böden sind Bodenporen fast ausschließlich auf die Aktivität von Regenwürmern zurückzuführen [13].
Während junge Regenwürmer enge Röhren mit einem Millimeter Durchmesser anlegen, können große Würmer acht bis zehn Millimeter dicke Gänge anlegen. In lockerem Boden werden die Wände der Gänge mit Schleim und Kot ausgekleidet und damit stabilisiert. Bei Regenfällen gelangt Oberflächenwasser vor allem über breite Regenwurmgänge schnell in tiefer gelegene Bodenschichten. Durch die Aktivität von Regenwürmern kann sich die gesamte biologisch aktive Bodenschicht nach unten hin erweitern [14].
Auf Weiden wandern Regenwürmer aus dem Erdreich in Huftierexkremente. Dies allerdings erst in einem späten Stadium, nachdem Fliegenmaden und manche Dungkäfer ihre Entwicklung bereits abgeschlossen haben. Manche Regenwurmarten verzehren auch Aas. Ökologisch spielen Regenwürmer eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Substanzen. Gleichzeitig entsteht der sogenanntem Wurmhumus bestehend aus wertvollen Ton-Humus-Komplexen mit vielen pflanzenverfügbaren Nährstoffen [15].
Erdpartikel, die den Wurmdarm passiert haben, haben eine krümelige Struktur. Im Laufe der Darmpassage werden auch die chemischen Eigenschaften des Bodens verändert. Durch die Verdauung organischen Materials, die Abscheidung von Schleim und schließlich auch durch die Verwesung toter Würmer wird dem Boden Stickstoff in einer Menge von zwanzig bis fünfzig Kilogramm pro Hektar zugeführt [16]. Ausgeschiedenes Ammonium sowie über Drüsen im Darm abgegebenes Kalzium erhöhen zudem den pH-Wert des Bodens. Diese Effekte sind aber häufig nur kleinräumig in unmittelbarer Umgebung der Regenwurmgänge messbar.
Erste Erkenntnisse über die Bedeutung von Regenwürmern gehen bereits auf Aristoteles sowie die alten Ägypter zurück. Praktisch jedes Buch über Regenwürmer weist an dieser Stelle darauf hin, dass bereits Darwin diese Bedeutung der Regenwürmer erkannt hat. Neben der Begründung seiner Evolutionstheorie beschäftigte sich Darwin über vier Jahrzehnte auch mit der Funktion der Regenwürmer im Boden und fasste schließlich ein halbes Jahr vor seinem Tod seine Erkenntnisse in seinem Buch „Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer“ zusammen.
Entsprechend ihrem Verhalten teilt man Regenwürmer in drei ökologischen Gruppen ein:
Die endogäischen Arten leben unterirdisch bis zu einer Bodentiefe von zwanzig Zentimetern. An die Oberfläche kommen sie dabei nur selten. Daher sind sie überwiegend blass gefärbt. Aus der mit Wurzeln und organischem Material durchsetzten Bodenschicht entziehen sie das organische Material und bilden in ihrem Darmtrakt Ton-Humus-Komplexe, mit denen die Wände der Gänge ausgekleidet werden. Die Gänge werden immer wieder neu angelegt. Feinwurzeln folgen im Wachstum bevorzugt diesen Gängen, um auf diese Weise ohne großen Widerstand in tiefere Bodenschichten zu gelangen. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen können endogäische Regenwürmer daher besonders ertragssteigernd wirken [17].
Die epigäischen Arten ernähren sich von zersetzenden Pflanzenresten an der Bodenoberfläche. Diese relativ kleinen Regenwürmer durchwühlen ihr Nahrungssubstrat ohne Gänge anzulegen. Ihre rote oder dunkle Pigmentierung schützt sie vor der Sonneneinstrahlung, mit der sie in den obersten Bodenschichten gelegentlich in Kontakt kommen können. Manche Arten können eine vorübergehende Dehydrierung bis auf 25% ihrer Körperflüssigkeit überleben. In ihrem Lebensraum sind epigäische Regenwürmer zahlreichen Fressfeinden ausgeliefert. Dies kompensieren sie mit einer schnellen Generationenfolge und einer hohen Nachkommenzahl. Zu dieser Gruppe gehören die Kompostwürmer der Gattungen Eisenia und Dendrobaena, von denen im Folgenden die Rede sein wird.
Die anektischen Arten sind große Regenwürmer, wie der Große Tauwurm (Lumbricus terrestris). Diese im Vergleich zu den anderen Arten sehr muskulösen Würmer sind in der Lage, bis zu zwei Meter tiefe, fast senkrechte Wohnröhren anlegen, die sie über einen längeren Zeitraum nutzen. Ausgewachsene Exemplare des oben bereits erwähnten Badischen Regenwurms (Lumbricus badensis) legen verzweigte Gangsysteme bis in zweieinhalb Meter Tiefe an. Anektische Regenwürmer tragen zur vertikalen Durchmischung von Bodenmaterial bei, in dem sie überwiegend im Schutze der Dunkelheit Blätter, Keimlinge und Pflanzenreste von der Bodenoberfläche aufnehmen und frisches Pflanzenmaterial in die Wohnröhre ziehen und andererseits Kot mit unverdauten Erdpartikeln aus tieferen Schichten an der Oberfläche absetzen. Blätter können von den Regenwürmern festgehalten werden, indem sie einen über der Mundöffnung gelegenen Hautlappen aufblähen, so dass ihr Mund wie von einer Saugscheibe umgeben ist. Die jungen Würmer mancher anektischer Arten führen anfangs eine epigäische Lebensweise und beginnen mit den Tiefgrabungen erst mit zunehmendem Alter [18]. Man nimmt daher an, dass auch in der Evolution die anektischen Arten von den epigäischen Arten abstammen. Innerhalb der Gattung Lumbricus gibt es sowohl anektische Arten , z.B. Lumbricus terrestris als auchepigäische Arten, wie z.B. den kleinen Lumbricus castaneus.
Bei Niederschlag kann Wasser direkt durch diese Röhren in tiefere Bodenschichten gelangen, ohne langsam zu versickern. Die anektischen Arten sind meist grünlich oder graubraun pigmentiert. Manche überdauern den trockenen Sommer zusammen geknäuelt in Höhlenkammern in tieferen Bodenschichten. In der Regel sind anektische Regenwürmer weniger empfindlich gegen Sauerstoffmangel. Die fast senkrecht abfallenden Röhren erleichtern nach Regenfällen den Abfluss von Oberflächenwasser in tiefere Bodenschichten. Kalkungen der Bodenoberfläche erhöhen den pH-Wert des Unterbodens stärker bei Anwesenheit tiefgrabender Regenwürmer [19]. In einem Laborversuch mit Böden mit anektischen Regenwürmern hatten Getreidepflanzen mehr Tiefenwurzeln angelegt als in wurmfreien Böden [20].
Nach starken Regenfällen wird deutlich, warum Regenwürmer „Regenwürmer“ heißen. Sie verlassen ihre Wohnröhren und sind auf der Erdoberfläche aktiv. Dies ist oft die einzige Gelegenheit, endogäische Arten an der Oberfläche wahrzunehmen. Umstritten ist jedoch, ob die Regenwürmer hierdurch dem drohenden Ertrinkungstod entgehen. Das trommelnde Geräusch der Regentropfen ist kaum für die Flucht der Würmer aus dem Boden verantwortlich, denn dieses Tropfgeräusch ist auf trockener Bodenoberfläche stärker als auf durchnässtem Untergrund. Ferner können Regenwürmer eine vorübergehende Staunässe im Boden überleben. Möglicherweise nutzen Regenwürmer einfach nur die feuchte Witterung, um sich auszubreiten und neue Lebensräume zu besiedeln. Kriechen auf der Bodenoberfläche ist für Regenwürmer einfacher als unterirdisches Graben. Aus mittelalterlichen Schriften ist die Bezeichnung „reger Wurm“ überliefert, was auf die ständige Aktivität dieses Bodenbewohners anspielt. Danach leitet sich der Begriff „Regenwurm“ wahrscheinlich gar nicht von „Regen“ ab. (Siehe auch „Warum kommen die Würmer bei regen aus dem Boden„)
Natürliche Feinde der Regenwürmer
Ein Regenwurm ist für viele Tiere ein begehrtes Beutetier. Er ist nicht wehrhaft, hat keine harten, unverdaulichen Körperteile und produziert Schleim nur in begrenzter Menge. Lediglich Kompostwürmer der Art Eisenia foetida[P1] produzieren eine gelblichen, stinkenden Schleim der auf viele Tiere abstoßend wirkt (foetida = stinkend). Auf Grund der unten erwähnten enormen Biomassen, wie sie in manchen Böden gemessen wurden, ist der Regenwurm ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Regenwürmer bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel. Manche Vogelarten wie Amseln, Stare, Drosseln oder Krähen orten zielsicher Regenwürmer in der Erde.
Unter den Säugern sind es vor allem die Insektenfresser, wie Maulwürfe, Spitzmäuse und Igel, die den Regenwürmern nachstellen. Dabei gilt der Maulwurf als der wichtigste Fressfeind des Regenwurms. Er kann pro Tag eine Regenwurmmenge, die dem eigenen Körpergewicht entspricht verzehren. Ferner sind Maulwürfe in der Lage, sich einen Vorrat lebender Regenwürmer anzulegen. Dazu beißen sie ins Vorderende der Regenwürmer und machen sie damit bewegungsunfähig. In der kühlen Jahrszeit hält der Maulwurf ganze Knäuel von derart verstümmelten Würmern über Monate hinweg in Vorratskammern am Leben. Auch Füchse und Dachse ernähren sich gern von Regenwürmern.[
Es ist bekannt, dass Regenwürmer auf Geräusche mit Fluchtverhalten reagieren, um so bodengrabenden Fressfeinden, wie dem Maulwurf oder der Blindschleiche, zu entgehen. Auf der Bodenoberfläche sind sie jedoch den Nachstellungen anderer Tiere, zum Beispiel Vögeln, ausgesetzt. Manche oberirdisch lebenden Tiere erzeugen gezielt Vibrationen, um Regenwürmer aus der Erde zu treiben. Diesen Effekt machen sich in Nordamerika die sogenannten „Wurmgrunzer“ zu Nutze, indem sie einen in die Erde gerammten Holzpflock in Schwingungen versetzen, wobei sie mit einem Metallstab über die Oberkante des Holzpflocks reiben. Die Frequenzen der dabei erzeugten Vibrationen entsprechen den Grabgeräuschen des Hauptfeindes der Regenwürmer – dem Maulwurf. Auf diese Weise werden Regenwürmer als Angelköder kommerziell gesammelt. In einigen Gegenden Kanadas und den USA finden dazu regelrechte Wettbewerbe statt.
Die ebenfalls weitgehend unterirdisch lebende Blindschleiche ernährt sich ebenfalls größtenteils von Regenwürmern [21]. Nachts und bei feuchtem Wetter an der Oberfläche aktiven Regenwürmer fallen den unter gleichen Bedingungen aktiven Amphibien zum Opfer. Auch vor wirbellosen Tieren ist der Regenwurm nicht sicher. Größere Laufkäfer und Hundertfüßer verbeißen sich mit ihren Mandibeln im Körper von Regenwürmern und saugen vorverdautes, verflüssigtes Gewebe ein. Gerät ein Regenwurm in die Nähe eines Ameisennestes, wird er von einer ganzen Ameisenarmee angegriffen und in das Nestinnere verschleppt.
Regenwürmer in Zahlen
Quantitative Untersuchungen über die Aktivität von Regenwürmern sind in vielen geographischen Regionen und Lebensräumen vorgenommen worden. Einige der hier dargelegten Zahlen gehen auf Darwin zurück.
Über 90% der Biomasse der Makrofauna im Boden kann aus Regenwürmern bestehen. Unter Makrofauna versteht man Organismen, die auf Grund ihrer Größe in der Lage sind, strukturelle Änderungen im Boden zu bewirken, z.B. durch die Anlage von Gängen. Die Zahl der Würmer pro Quadratmeter kann je nach Bodentyp, Standort und Bewirtschaftung stark variieren. Maximalzahlen von über zweihundert Würmern pro Quadratmeter mit einer Biomasse von über einhundertfünfzig Gramm pro Quadratmeter wurden vereinzelt gemessen. Derart hohe Individuendichten und Artenzahlen findet man nur im Grünland. Hier bietet ein dichtes Wurzelwerk die Nahrungsgrundlage für die Regenwürmer. Handelt es sich um Weideland, dienen die Exkremente von Huftieren als zusätzliche Nahrungsquelle.
Auf Ackerböden liegen die durchschnittlichen Individuendichten bei 50 Würmern pro Quadratmeter, entsprechend zwanzig bis dreißig Gramm Biomasse pro Quadratmeter. In der Regel findet man dort nur drei bis fünf Arten, meist tiefgrabende anektische Arten, häufig aber auch einzelne endogäische Arten wie Allolobophora caliginosa [22].
In Waldboden dominieren epigäische Arten in der Laubstreu. Der saure Boden unter Nadelwäldern ist für Regenwürmer lebensfeindlich. Hier liegt die Regenwurmdichte oft bei unter einem Individuum pro Quadratmeter. Auf niedrigen Boden-pH reagieren Regenwürmer mit erhöhter Schleimproduktion und Hyperaktivität.
Täglich können Regenwürmer eine Substratmenge aufnehmen, die der Hälfte des eigenen Körpergewichtes entspricht. Pro Hektar und Jahr durchlaufen fünf bis zweihundertfünfzig Tonnen Erde den Darm von Regenwürmern. Die extrem hohen Umsatzraten werden allerdings nur in den Tropen und Subtropen erreicht. In den gemäßigten Breiten durchläuft rein statistisch alle fünfzig bis hundert Jahre jeder Partikel aus den oberen Bodenschichten einmal einen Regenwurmdarm. Die Gesamtlänge aller Regenwurmgänge pro Hektar und Jahr kann über hundert Kilometer betragen.
Das Temperaturoptimum bei europäischen Arten liegt zwischen 10 und 18 °C. Im Frühling und Herbst sind Regenwürmer deshalb am aktivsten. Unterhalb 5°C geht die Aktivität deutlich zurück. Epigäische Arten vertragen auch kurzzeitigen Frost. Den Winter verbringen Regenwürmer in frostfreien Bodenschichten. Manche Arten verlieren über den Winter drei Viertel ihres Gewichtes. In frostfreien Winternächten können Regenwürmer aktiv in Oberflächennähe Nahrung aufnehmen. Kompostwürmer – deren Temperaturoptimum zwischen 15 und 25 °C liegt – nutzen die Eigenwärme ihres Substrates und können ganzjährig aktiv sein. Im Winter finden sich hier auch Regenwurmarten ein, die eigentlich keine typischen Kompostwürmer sind. Problematisch ist bei Frost nicht nur die Kälte selbst, sondern auch die geringe Bodenfeuchtigkeit auf Grund des gefrorenen Bodenwassers.
Regenwürmer lieben feuchte und lockere Böden. Endogäische und anektische Regenwürmer bevorzugen lehmige Böden mit einem Lehmgehalt von maximal 25% gegenüber Sandböden. Dies hängt mit der rauen Struktur der Sandkörnchen zusammen, aber auch mit der geringen Wasserhaltekapazität sandiger Böden. Für die epigäischen Arten ist die Beschaffenheit der Laubschicht wichtiger als der darunter liegende Mutterboden.
Das im Boden verteilte Wasser ist kein reines H2O, sondern eine Lösung als anorganischen und organischen Bestandteilen. Die feuchte Haut der Regenwürmer steht in direktem Kontakt zum Bodenwasser. Ähnlich wie bei wasserlebenden Organismen bestimmt die Chemie des umgebenden Wassers die Lebensgrundlage von Regenwürmern. So kann sich eine hohe Stickstoffkonzentration in der Bodenlösung in Form von Ammonium oder Nitrat auf Regenwürmer tödlich auswirken. Der pH-Wert des Bodens darf nicht unter 3.5 liegen. Saure Bodenlösungen können die Schleimschicht auf der Hautoberfläche zerstören. Die pH-Toleranz ist jedoch artspezifisch. Während Kompostwürmer als säuretolerant gelten, bevorzugen tief im Mineralboden grabende Arten basische pH-Werte oberhalb von 7.
Einfluss von Regenwürmern auf den Boden und dessen Bewohner
Im Freiland sind die positiven Einflüsse von Regenwürmern nicht so ohne Weiteres messbar, da man sie von den anderen Umwelteinflüssen nicht trennen kann. Unter standardisierten Laborbedingungen dagegen sind die Einflüsse der Aktivitäten von Regenwürmern auf den Boden klar belegbar [23]. Regenwürmer können das Abschwemmen von Boden vermindern, indem Niederschlagswasser in den aufgelockerten Oberboden oder direkt in die Regenwurmgänge eindringt, anstatt oberflächlich abzufließen.
Die Kalkung von Waldböden hat meist die Wuchsrate der Nadelbäume nicht wie erwartet erhöht. Dies liegt daran, dass der an Detritus gebundene Stickstoff nur durch Bodenorganismen freigesetzt werden kann. Zwar ist bekannt, dass Regenwürmer gekalkte Böden gegenüber ungekalkten, sauren Böden bevorzugen. Inwieweit ihre Aktivität den Baumwuchs signifikant steigert, ist dagegen noch Gegenstand der Forschung. In den Niederlanden hat man in den 1960er Jahren auf neu gewonnenem Land die Böden in den Poldern gezielt mit Regenwürmern „beimpft“ und die Bodenbildung dadurch beschleunigt.
Die Kompostierung von pflanzlichem Abfall vollzieht sich mit Würmern vier mal schneller als ohne Würmer [24]. Vergleicht man die Bakterienfauna in vom Regenwurm ausgeschiedener Erde mit der Erde vor der Aufnahme, ist die bakterielle Aktivität gemessen im Stickstoff- und Kohlenstoffumsatz im Regenwurmkot deutlich erhöht. Die Denitrifikation im Regenwurmkot ist dreimal so hoch wie im entsprechenden Boden [25].
Parasitische Fadenwürmer (Nematoden), die wirtschaftlichen Schäden an Kulturpflanzen anrichten können, sind in Böden mit hoher Regenwurmdichte weniger stark vertreten. Durch die Fraßaktivität an der Oberfläche werden Sporen von Schadpilzen reduziert. Umgekehrt können Regenwürmer aber mit dem Kot infektiöse Dauerstadien von vergrabenen Kadavern, zum Beispiel Viren der Maul-und-Klauen-Seuche, an der Erdoberfläche abscheiden. Ferner können Regenwürmer Eier und Dauerstadien von Band- und Fadenwürmern auf Vögel und Säugetiere übertragen [26].
Generell halten sich jedoch die Beispiele für negative Einflüsse von Regenwürmern in Grenzen. So gibt es Fälle, wo Regenwürmer die Wurzeln von Tabak- und Reispflanzen abfraßen [27]. Besonders Golfspieler und Fussballspieler sind schlecht auf Regenwürmer zu sprechen, wenn die Kothäufchen den schönen Golfrasen verunstalten.
Einfluss des Menschen auf Regenwürmer
Ein direkter Einfluss von Umweltfaktoren auf Artenzahl, Diversität und Individuendichte von Regenwürmern im Boden ist nicht immer einfach nachzuweisen. Da Regenwürmer im Vergleich zu anderen Wirbellosen sehr langlebig sind, ist davon auszugehen, dass sich Umwelteinflüsse nur zeitverzögert auf die Populationen von Regenwürmern auswirken.
Durch ihre große Biomasse im Boden können Regenwürmer in größeren Mengen für chemische Analysen gesammelt werden. Im Fettgewebe akkumulieren schwer wasserlösliche, lipophile Substanzen und Schwermetalle, so kann der Bleigehalt im Gewebe von Regenwürmern gegenüber dem Boden siebenfach erhöht sein [28]. Dadurch sind Regenwürmer gut als Bioindikatoren geeignet, um Umweltbelastungen im Boden festzustellen.
Pflügen führt neben der mechanischen Störung zu stärkerer Austrocknung des Oberbodens und damit verbunden zu stärkeren Temperaturschwankungen. Vor allem eine im Herbst durchgeführte mechanische Bodenbearbeitung kann Regenwurmpopulationen um 90% dezimieren. Dazu tragen auch Vögel bei, die in Scharen dem Pflug folgen und leichte Beute machen. Vor allem die epigäisch lebenden Arten werden durch Bodenbearbeitung stark dezimiert und können auf offenen, vegetationslosen Böden komplett fehlen.
Auch intensive Mineraldüngung sowie der Einsatz bestimmter Pestizide können sich negativ auswirken. Andererseits können Regenwürmer vom Einsatz von Herbiziden profitieren, wenn die chemische Unkrautbekämpfung als Alternative zur Bodenbearbeitung erfolgt. Auch der im ökologischen Weinbau weit verbreitete Einsatz von Kupferlösungen dezimiert die Regenwurmfauna [29].
Durch den unter den Rädern schwerer Landmaschinen verdichteten Ackerboden müssen sich Regenwürmer praktisch „durchfressen“, während in lockerem Substrat einzelne Partikel durch Muskelkraft beiseite geschoben werden können. Durch ihre Grabaktivität sind Regenwürmer in der Lage, mechanisch verdichteten Boden wieder aufzulockern und zu regenerieren.
Förderlich für Regenwürmer sind reduzierte Bodenbearbeitung einschließlich einer Bodenruhe durch Zwischenfruchtanbau, der Verbleib von Ernterückständen sowie die Zuführung von organischem Material. Der Einfluss der Zugabe von Rinderdung auf den Pflanzenwuchs wird durch die Anwesenheit von Regenwürmern gesteigert, weil die Nährstoffe aus dem Dung schneller für die Pflanzen verfügbar werden. Einer Untersuchung auf Wintergetreidefeldern in Bayern in den 1980er Jahren zu Folge ist die Anzahl der Regenwürmer auf alternativ bewirtschafteten Flächen höher als auf konventionellen Vergleichsflächen [30].
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Anhang
[1] Edwards, C.A. & Lofty, J.R. (1977): Biology of Earthworms; Chapman and Hall Ltd; 333 Seiten; ISBN 0 412 14940 0
[2] Kutschera, U. & Elliott, J.M. (2010): Charles Darwin’s Observations on the Behaviour of Earthworms and the Evolutionary History of a Giant Endemic Species fromGermany, Lumbricus badensis (Oligochaeta: Lumbricidae). – Applied and Environmental Soil Science doi:10.1155/2010/823047: 11 pages
[3] Piearce, T.G. (1978): Gut contents of some lumbricid earthworms. – Pedobiologia 18: 153-157
[4] McLean, M.A., Migge-Kleian, S. & Parkinson, D. (2006): Earthworm invasions of ecosystems devoid of earthworms: effects on soil microboes. – Biological Invasions 8:1257-1273
[5] Storch, V. & Welsch, U. (2009): Kükenthal – Zoologisches Praktikum; Verlag Berlin Heidelberg 532 Seiten; ISBN 978-3-8274-1998-9
[6] Edwards, C.A. & Bohlen, P.J. (1972): Biology and Ecology of Earthworms, Band 3; Chapman & Hall ISBN: 0 412 56160 3; 440 Seiten
[8] Earthworm Ecology, Second Edition von Clive A. Edwards, 2004
[9] Vermiculture Technology: Earthworms, Organic Wastes, and Environmental Management von Clive A. Edwards, 2010
[10] Graff, O. (1974): Gewinnung von Biomasse aus Abfallstoffen durch Kultur des Kompostregenwurms Eisenia foetida (Savigny 1826). Landbauforsch., Volk. 2, 137-142.
[11] Hartenstein, R., Neuhauser, E.F. & Kaplan, D.L. (1979): Reproductive Potential of the Earthworm Eisenia foetida. – Oecologia 43: 329-340
[12] Ottow, J.C.G. (2011): Mikrobiologie von Böden: Biodiversität, Ökophysiologie und Metagenomik ISBN 978 3 642 00823 8; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 485 Seiten
[13] Lamande, M., Hallaire, V., Curmi, P., Pérès, G. & Cluzeau, D. (2003) : Changes of pore morphology, infiltration and earthworm community in a loamy soil under different agricultural managements. – Catena 54:637-649
[15] Willimann, I. & Egli-Broz, H. (2010): Ökologie: Einführung in die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur; Lerntext, Aufgaben mit Lösungen und Kurztheorie; compendio Bildungsmedien; 2. Auflage; ISBN 978 3 7155 9446 0; 174 Seiten
[16] Lee, K.E. (1983): The influence of earthworms and termites on soil nitrogen cycling. In: Lebrun, P. et al. (eds): New trends in soil biology. Dieu-Brichart, Louvain-la-Neuve.
[17] MacKay, A.D. & Kladivko, E.J. (1985): Earthworms and rate of breakdown of soybean and maize residues in soil. – Soil Biology & Biochemistry 17: 851-857
[18] Lamparski, F. (1985): Der Einfluß der Regenwurmart Lumbricus badensis auf Waldböden im Südschwarzwald. – Freiburger Bodenkundliche Abhandlungen Heft 15
[19] Springett, J.A. (1985): Effect of introducing Allolobophora longa Ude on root distribution and some soil properties in New Zealand pastures. In: Fitter, A.H. et al. Ecological interactions in soil: plants, microbes, and animals. Blackwell Scientific Publications, Oxford
[20] Edwards, C.A. & Lofty, J.R. (1980): Effects of earthworm inoculation upon the root growth of direct drilled cereals. – Journal of Applied Ecology 17: 533-543
[21] Wolsbeck, H. & Fritz, K. (2007): Blindschleiche Anguis fragilis Linnaeus, 1758 in: Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (Hrsg): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs; Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart; ISBN 978-3-8001-4385-6
[22] Römke, J. et al. (2002): Entwicklung von bodenbiologischen Bodengüteklassen für Acker- und Grünlandstandorte; Umwelt Bundesamt Bericht UBA-FB 000268; 275 Seiten
[24] Daniel, O. & Anderson, J.M. (1992): Microbial biomass and activity in contrasting soil materials after passage through the gut of the earthworm Lumbricus rubellus Hoffmeister. – Soil Biology and Biochemistry 24 (5): 465-470
[25] Elliott, P.W., Knight, D. & Anderson, J.M. (1991): Variables controlling denitrification from earthworm casts and soil in permanent pastures. – Biology and Fertility of Soils 11: 24-29
[26] Makeschin, F. (1997): Earthworms (Lumbricidae: Oligochaeta): Important promoters of soil development and soil fertility in: Benckiser, G. (ed): Fauna in soil ecosystems – recycling processes, nutrient fluxes, and agricultural production; Dekker Verlag Noew York; ISBN: 0-8247-9786-8
[27] Barrion, A.T. & Litsinger, J.A. (1997): Dichogaster nr. Curgensis Michaelsen (Annelida: Octochaetidae): an earthworm pest of terraced rice in the Philippine Cordilleras. – Crop Protection 16: 89-93
[28] Back, H., Dao-Trong, T.-T. & Kreimes, K. (1995): Regenwürmer als Akkumulationsindikatoren. – UWSF – Zeitschrift für Umweltchemie und Ökotoxikologie 7 (6): 374-376
[29] Klok, C. & de Roos, A.M. (1998): Impact of toxicants on earthworm populations: a modeling approach in: Sheppard, S. et al. (eds): Advances in earthworm ecotoxicology; SETAC Press; ISBN 1-880611-25-2
[30] Bauchhenß, J. & Herr, S. (1986): Vergleichende Untersuchungen der Individuendichte, Biomasse, artendichte und Diversität von Regenwurmpopulationen auf konventionell und alternativ bewirtschafteten Flächen. – Bayer. Landw. Jahrbuch 63: 1002-1012
Steht auch in Ihrem Garten ein halbvoller Thermokomposter rum, welcher seit Jahren nichts zu tun scheint? Da sind Sie nicht alleine! Hier können Sie lesen wie es anders geht:
Thermokomposter versprechen (Frisch-) Kompost innerhalb weniger Monate mit wenig Aufwand. Tatsächlich aber stehen viele dieser Modelle halbvoll mit trockenem Laub rum, ohne irgendetwas ausser Staub zu produzieren.
Woran liegt das? Die kurze Antwort ist: Meistens liegt es am fehlenden Wasser zum richtigen Zeitpunkt. Leider ist es ausserordetnlich schwierig dies zu korrigieren, wenn dieser Zeitpunkt einmal überschritten wurde. Ist der Kompost richtig trocken, wird er hydrophob, also wasserabweisend. Was man dann tut und wie man das in Zukunft verhindert ohne viel zu tun, erfahren Sie hier.
Thermokomposter Anleitung
Möchten Sie wunderschöne Komposterde produzieren? Dann zeigen wir Ihnen hier gleich 2 Möglichkeiten, wie Sie Ihren Thermokomposter wieder für Sich arbeiten lassen können.
Aber zuerst etwas Hintergrundsinformationen damit klar wird, warum der Thermokomposter nicht so funktioniert wie erwünscht.
Die Grundlage aller Thermokomposter ist, dass sie die Wärme im Inneren zu fördern versuchen, um möglichst die Thermophilen (hitzeliebenden) Bakterien zu fördern. (Was es mit diesen Bakterien auf sich hat ) Das kann durch verschiedene „Tricks“ erreicht werden:
schwarzer Thermokomposter ohne Bodenanschluss
Dunkles Material nimmt mehr Wärme von Sonnenstrahlen auf als Helles
Wandstärke, Riffelung und Material der Thermokomposter sollen isolierend wirken
Ein Deckel verhindern das Ausdampfen nach oben
Besonders viele Lüftungsschlitze lassen viel Sauerstoff rein
Der Einsatz von Kompostbeschleunigern wird empfohlen
Wie befüllt man einen Thermokomposter?
Laubkompost ist noch einfacher
Im Idealfall hat man genügend zu kompostierendes Material, um den Komposter zumindest zu ¾ zu füllen. So dämmt sich das Material von selbst gegen Wärmeverlust.
Es lohnt sich also bereits im Herbst einen Haufen trockenes Laub neben dem Komposter zu lagen (Nur Laub kompostieren?), welches dann im Sommer unter Zugabe von Mutterboden, zusammen mit Grasschnitt und anderen Gartenabfällen in Schichten im Komposter gehäuft werden. (Mehr zum Schichten Komposthaufen Aufbauanleitung).
Kompost Bakterien: Die wahren Helden
Diese abwechselnden Schichten aus „braunen / kohlenstoffhaltigen“ und „grünen / stickstoffhaltigen“ Material sorgen für eine optimale Ernährung der Rotte-, oder Kompostbakterien, welche mit der Erde verteilt werden.
Um diese Bakterien geht es im Thermokomposter; je besser es Ihnen in den ersten 6 Wochen geht, desto schneller wird der Abbauprozess stattfinden. Ist die Mischung aus Stickstoff und Kohlenstoff ideal (20:1 – 25:1 C:N Verhältnis) und ist es feucht genug (80%), vermehren sich diese, überall vorkommenden, Rottebakterien in großer Geschwindigkeit (Phase 1).
Das sorgt für Wärmentwicklung im Komposter. Verstärkt durch die Dämmung und eventuelle Sonnenstrahlen werden schnell Temperaturen von über 45°Celsius erreicht. Ab dieser Temperatur kommen jetzt die thermophilen Bakterien hinzu. Diese lieben die hohen Temperaturen und können das Kompostgut besonders schnell verarbeiten. (Phase 2).
Dabei entwickeln sich jetzt noch höhere Temperaturen. Im besten Fall werden 60 °C über ein paar Stunden erreicht. Und das hat einige Vorteile: Die Rotte geht nun sehr schnell von statten. Dabei sackt der Kompost in sich zusammen und verliert stark an Volumen. Jetzt könnte sogar etwas nachgelegt werden.
Und auch für das Ergebnis (die Komposterde) hat die Erhitzung Vorteile: Unkrautsamen und Sporen werden bei diesen hohen Temperaturen unschädlich gemacht, so dass es beim Ausbringen des Kompostes weniger Verschleppung von Unkräutern gibt. Weiterhin lockern die hohen Temperaturen die hölzernen Ligninen, so das auch härte Pflanzenteile besser Kompostieren.
Es dampft: Thermokomposter mögen es heiss
Jetzt (Phase 2) wird sehr viel Sauerstoff und Feuchtigkeit verbraucht. Kommt man nah an das Mischungsideal, sieht man den Komposter dampfen.
Möchte man jetzt diese thermophile Kompostierung aufrechterhalten, müssen Feuchtigkeit und Sauerstoff nachgeliefert werden. Dies macht man am besten 2-3 Tage nach der ersten Hitzentwicklung, indem man die Kompostmasse innerhalb des Thermomposters einmal wendet (Compost Mate Link) und dabei mit einer Gießkanne mit brausekopf begiesst.
Phase (mesophile Anlaufphase)
Phase (thermophile Rottephase, 45-70 °C)
Phase (mesophile Abklingphase)
Phase (Reifephase)
Wahrscheinlich erhitzt sich der Kompost jetzt noch einmal. Danach lassen Sie ihn 4-12 Wochen ruhen und Sie haben Frischekompost. In der gesamten Zeit müssen Sie drauf achten, dass der Komposter nicht austrocknet und ggfs noch einmal wässern.
Nachdem sich der Kompost abgekühlt hat, muss man anderen Bakterien und den Regenwürmern Zeit geben, die Nährstoffe in dem Kompost zu festigen und gegen ein Auswaschen zu schützen. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, spricht man von Reifekompost. Dieser Zeitpunkt ist zuverlässig errreicht, sobald der Kompost einen Kressetest besteht.
Rechts war der Kompost noch unreif
Vorteile des Thermokomposters
Wenn man ihn richtig anwendet, leistet der Themokomposter einiges:
Frische Kompost bereits noch weingen Monaten
Reduziert schnell das Voluemen von Gartenabfällen
Sterilisiert Unkrautsamen
Schützt vor Ungezwiefer
Die Nachteile
Die Nachteile liegen in der nötign Aufmerksamkeit während der heissen Phase, sowie der nötigen Vorratsplanung von den verschiedenen Materialien.
Zudem hat die Geschwindigkeit, mit der die thermophilen Bakterien den Abbau des Kompostgutes vorrantreiben auch einen Preis in Form von Nährwert. Je mehr Hitze entstand und je schneller der Abbau stattfand, desto mehr Nährstoffe verflüchtigen sich während des Abbaus (Quelle). Diese stehen dann später den Pflanzen nicht zur Verfügung.
Eine weiterer wichtiger Hinweis: Der nach wenigen Monaten entstandene Kompost ist dann allenfalls Frischkompost und noch nicht völlig ausgereift. da heist er würde junge Pflanzen verbrennen und den Kressetest nicht bestehen.
Kompost Temperatur und Reifekurve
Was tun, wenn er austrocknet? Ist der Thermokomposter einmal komplett durchgetrocknet, ist meist ein Zusand der Hydrophilie des Kompostgutes entstanden. Das heisst, das Wasser perlt förmlich an der halb verottenden Erde ab.
Abhilfe schafft hier weiches Wasser (Regenwasser), welches besser einzieht, oder eine große Menge Leitungswasser. Beides wird am besten mit einem Brausekopf ausgebracht, während das Kompostgut gewendet wird.
Muss es besonders schnell gehen, nimmt man den Nährstoff Verlust in Kauf und verwendet Kompostbeschleuniger. Darf es etwas langdsamer ablaufen, setzt man Kompostwürmer ein, welche von selbst dafür Sorgen, dass das Klima stimmt.
Kompostbeschleuniger UND Kompostwürmer einzusetzten macht nur in den allerseltensten Fällen Sinn und darf auch dann nur in dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt eingesetzt werden, da sonst die Wärme des Rottebeschleunigers die Regenwürmer vertreiben würde.
Die faule Methode: Kompostwürmer
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie die Feuchtigkeit im Thermokomposter dauerhaft kontrollieren können, gibt es eine alternative Kompostierungsmethode, welche etwas länger dauert, aber dafür auch ein besseres Ergebnis erzielt: Funktionieren Sie Ihren „Thermo-„Komposter zu einem herkömmlichen um, indem Sie den Deckel entfernen und den Standort so wählen, dass weniger Sonnenlicht auf ihn fällt.
Aus Neu mach Tradition
Danach widmen Sie sich dem Inhalt. Nehmen Sie den alten Inhalt und mischen Sie ihn mit frischem Grassschnitt, etwas Schnellkomposter, 2-3 Tassen Kaffeesatz (also frischem Stickstoff) und 3 Händen voller Gartenerde. Füllen Sie diese (feuchte) Mischung in den Komposter und mischen Sie sie unter.
Je nach Menge kann sich diese Mischungin den nächsten 3 Tagen etwas erwärmen, aber das ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie nach 3 Tagen einen aktiven Kompost haben, welcher jetzt von Kleinstlebewesen und Kompostwürmer von alleine zersetzt werden kann.
Auch hier kann es passieren, dass der Komposthaufen austrocknet. Nicht nur daher sollte regelmäßig etwas „gefüttert“ werden. Aber da hier auf eine „Thermo“phase verzichtet wird, wird der Komposter viel langsamer trocken. Eine atmunsaktive Plane, hilft ein wenig Regenwasser und Luft hereinzulassen, verhindert aber ein auswaschen durch zu viel Wasser.
Das hat viele Vorteile und einen großen Nachteil. Der größte Vorteil ist das Ergebnis. Dieser „kalt“ kompostierte Kompost ist viel nährstoffreicher als heissgerotteter. Die Geschwindigkeit hat Ihren Preis in Form von Nährstoffen, welche von den Mikroorganismen verbraucht werden.
Neben der etwas langsameren Geschwindigkeit (so werden Sie 9-24 Monate benötigen, bis der Humus fertig ist) gibt es allerdings noch einen großen Nachteil: Da sich das Kompostgut kaum erhitzen wird, werden auch keine Samen sterilisiert. So kann es passieren, dass Tomatensamen, usw. später aufgehen. Das ist bei einer Kompostierung mit über 60°C, nicht der Fall.
Wichtig ist hier, dass der Deckel ganz fehlt oder mit einer atmungsaktiven Kompostplane abgedeckt ist. So kann eine kleine Menge Regenwasser dafür sorgen, dass der Komposter nicht austrocknet. Helfen Sie dennoch mit einer guten Brause aus der Geisskanne nach, sollte es an mehreren Tagen hintereinander sehr heiss sein.
Ist die heisse Phase vorbei (und auch nur dann) kommen die anderen Lebewesen, welche den Kompost für Sie umwandeln und zerkleinern. Asseln, Springschwänze und Regenwürmer sind die wichtigsten Indikatoren dafür, dass sich noch viele unverwertete Nährstoffe im Kompost befinden. Erst wenn alles verottet und wieder gefestigt wurden verlassen die Krabbeltiere den Kompost. Dann spricht man von reifem Kompost.
Kompostwürmer im Thermokomposter?
Dendros
Regen,- bzw Kompostwürmer (z.B. „Eisenia“ oder „Dendros„) werden auf Dauer von alleine kommen, benötigen aber direkten Bodenkontakt, wenn sie sich im Winter in den Boden flüchten sollen können. Im Frühjahr tauchen Sie dann wieder auf und setzen den Kompost weiter für Sie um.
Möchten Sie nicht so lange warten, werden 1000 Würmer völlig ausreichen, um Ihren Komposter zu impfen und auf die Beine zu bringen. Machen Sie sich ruhig die Mühe Kompostwürmer beim Nachbarn zu erfragen. Die emsigen Würmer belüften den Kompost für Sie, verteilen die optimalen Rottebakterien und festigen zudem die Nährstoffe auf nachhaltigste Art im Boden.
Reife Komposterde ist krümelig
Das Ergebnis wird Ihnen Freude bereiten. Frischer Kompost ist so voller Nährstoffe und Leben, dass jede Handvoll hilft Ihre Pflanzen zu schüzen und zu nähren, sowie den Boden zu beleben.
Das Gießen der Pflanzen gehört zum eigenen Garten wie das Jäten des Unkrauts. Wer sich jedoch nicht an gewisse Regeln hält, läuft Gefahr, seinen Blumen? Pflanzen* zu schaden. Immer wieder kursieren Fragen zur „richtigen“ Gießmenge und anderen Faktoren, die das Gießen ausmachen. Brauchen beispielsweise alle Pflanzen gleich viel Wasser? Wann sollte ich gießen? Und was passiert, wenn ich das Gießen vergesse? Fragen über Fragen. Wir haben die wichtigsten Gießtipps zusammengefasst.
Tipp 1: Gießen Sie Ihre Pflanzen morgens
Gießen zur richtigen Zeit Bild: Rainer-Sturm/pixelio.de
Ja, Oma hatte Recht: Pflanzen sollten dann gegossen werden, wenn der Boden noch möglichst kühl ist. Die niedrigen Temperaturen verhindern, dass das Wasser zu rasch verdunstet. Stattdessen kann es direkt im Boden wirken. Dementsprechend ist das richtige Gießen auch eine Geldfrage. Wer mittags gießt, verschwendet Wasser, da dieses ohnehin zum Großteil verdunstet.
Tipp 2: Gießen Sie die Wurzeln, nicht die Blätter!
Wasser, das auf die Blätter gegossen wird, verdunstet nicht nur leicht, sondern kann auch das Entstehen von Krankheiten (vor allem Pilzen) begünstigen. Setzen Sie die Gießkanne daher direkt kurz vor der Wurzel an und gießen sie hier vorsichtig. Das Procedere mag ein wenig länger dauern, ist aber auf Dauer sinnvoller, gesünder und kostengünstiger.
Tipp 3: Lernen Sie Ihre Pflanzen kennen!
Nicht jede Pflanze braucht gleich viel Wasser. Als Faustregel gilt, dass die Pflanzen, die in der Sonne stehen auch meist mehr Wasser als die im Schatten brauchen. Zudem existieren deutliche Unterschiede bei den Wasserbedürfnissen zwischen Keimlingen und bereits in voller Blüte stehenden Blumen.
Tipp 4: Gießen Sie nicht zu früh!
Hochbeet Rahmen bei der Bewässerung
Ist der Boden noch halbnass ist es noch zu früh zum Gießen. Warten Sie, bis der Boden trocken ist. Dann kann er auch die Feuchtigkeit besser aufnehmen. Viele Hobbygärtner begehen den Fehler, dass sie zu früh gießen. Wer sich jedoch angewöhnt, eher „auf den letzten Drücker“ als zu früh zu gießen, härtet seine Pflanzen auch in gewisser Weise ab. Das Resultat: sie überstehen auch den ein oder anderen „Hungertag“ besser.
Tipp 5: Informieren Sie sich über die passende Technik
Sie planen einen Urlaub? Oder haben keine Lust, jeden Morgen früh zum Gießen aufzustehen? Wie wäre es dann mit einer automatischen Bewässerung? Viele Systeme sind schon zu vergleichsweise günstigen Preisen erhältlich und erleichtern den Alltag ungemein. Größere Sprenkleranlagen sollten jedoch nicht in der Nähe von Hecken abgestellt werden, da das Wasser -wie in Tipp 2 erwähnt- sonst von oben auf den Blättern zum Liegen (und Verdunsten) kommt.
Fazit
Das richtige Gießen ist kein Hexenwerk und nimmt auch in einem vergleichsweise großen Garten nicht viel Zeit in Anspruch. Wer auf die passende Technik und einen angepassten Rhythmus achtet, spart nicht nur Wasser, sondern auch Geld.
Für mehr Tipps empfehlen wir Ihnen unseren Newsletter.
Für alle, die ihre Wurmkiste ergänzen wollen oder wer keine Wurmkiste im Haus haben möchte, gibt es unsere Bokashi Eimer. Darin werden die Küchenabfälle fermentiert und können dann zum Vererden im Garten ausgebracht werden.
Bokashi Eimer
Bokashi
Der Bokashi Eimer bietet die Möglichkeit, neben den normalen Küchenabfällen auch Fisch, Fleisch und Milchprodukte mit zu verarbeiten. Durch die effektiven Mikroorganismen werden die Abfälle im Eimer fermentiert. Eine genaue Anleitung finden Sie hier.
Bokashi Fermenter
Wenn Sie die EMs für Ihren Bokashi selber herstellen möchten, hilft ein Bokashi Fermenter. Wir genau dieser genutzt wird, können Sie hier nachlesen.
Um Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, braucht es keine Chemie. Die Natur bringt viele Stoffe hervor, die stärkend, nährend und wachstumsfördernd wirken und darüber hinaus die Bodenstruktur verbessern. Das kommt nicht nur den Pflanzen zugute, sondern auch uns Menschen, da wir pflanzliche Lebensmittel verspeisen. Von daher ist es beim Gemüse- und Obstbau besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass dem Boden bzw. der Pflanze möglichst viele der für uns essenziellen Stoffe zugeführt werden. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Naturprodukte vor und erläutern in unseren Düngeranleitungen, wie Sie diese einsetzen können.
Diabas Urgesteinsmehl
Diabas Urgesteinsmehl
Diabas ist ein basaltisches Urgestein (Paläozoikum) vulkanischen Ursprungs (submarines Ergussgestein). Da es sehr reich an wichtigen Mineralien und Spurenelementen ist und basisch wirkt, kommt es vermahlen beim ökologischen Landbau zum Einsatz. Diabas Urgesteinsmehl regeneriert stark beanspruchte und ausgelaugte Böden. Der hohe Kieselsäureanteil (SiO2) bewirkt nicht nur die Festigung der Ton-Humus-Komplexe und damit die Verbesserung des Wasserhaushaltes im Boden, sondern stärkt auch Pflanzenwände und macht diese robust gegen Schädlinge. Magnesium, das für die Bildung von Chlorophyll (Blattgrün) benötigt wird, ist auch in ausreichenden Mengen enthalten.
Anwendung
Komposthaufen: Komposterde kann durch die Anwendung von Diabas Urgesteinsmehl als Dünger aufgewertet werden. Dazu wird 1 kg Diabas auf 20 kg Kompost verteilt. Urgesteinsmehl ist auch ideal, um eventuell auftretende Gerüche beim Kompostieren zu neutralisieren.
Zugabe zu Jauchen und Brühen: Diabas erhöht den Düngewert von Jauchen und Brühen und bindet die bei der Vergärung auftretenden unangenehmen Gerüche.
Garten: Je nach Bodenart und Bodenzustand können auf 10 m² 2 bis 5 kg Diabas Urgesteinsmehl ausgebracht werden. Das Urgesteinsmehl wird flächig ausgestreut. In einem Beet kann es zusätzlich mit einem Sauzahn eingearbeitet werden. Überblick über auszubringende Mengen: Gartenbeete 200 – 500 g/m²; Rasen 300 – 500 g/m²; Obstbau bis zu 20 kg pro Baum/Strauch.
Eigenschaften
Schüttdichte: 1500 – 1600 g/l
Beschaffenheit: sehr trocken
Einsatzgebiete: Bodenverbesserer, Naturdünger
Chemische Analyse
Siliziumoxid (SiO2): ca. 40 – 50 % Aluminiumoxid (Al2O3): ca. 10 – 12 % Eisen(III)-Oxid (Fe2O3): ca. 9 – 12 % Calciumoxid (CaO): ca. 9 – 12 % Magnesiumoxid (MgO): ca. 4 – 6 % Natriumoxid (Na2O): ca. 2 – 5 % Kaliumoxid (K2O): bis 1 %
Bentonit
Bentonit
Bentonit ist ebenso vulkanischen Ursprungs, es handelt sich jedoch nicht um ein Ergussgestein, sondern um Aschelagen, die nachträglich durch hydrothermale Aktivitäten und Säuren verändert wurden. Es besteht aus verschiedenen Tonmineralien mit einer sehr großen spezifischen Oberfläche und besitzt dadurch eine sehr hohe Bindekapazität, die zu einem gesunden Bodenaufbau beiträgt. Bentonit eignet sich zur Einmischung in Erden, Kompost und Saatgut. Durch sein gutes Absorptionsvermögen ist es förderlich für Bodenlebewesen, es trägt zur Bildung stabiler Ton-Humus-Komplexe bei und verbessert somit Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens. Seine hohe Quellfähigkeit und Wasserspeicherkapazität halten den Boden länger feucht und schützen vor schneller Austrocknung. Als natürlicher Ionenaustauscher kann es reichlich Nährstoffe binden und bei Bedarf wieder abgeben. Vor allem bei sehr sandigen Böden ist Bentonit eine große Hilfe.
Anwendung
Bentonit kann zu jeder Jahreszeit angewendet werden.
Bodenaufbau: In gelockerte Erde leicht einarbeiten, anschließend mit einer dünnen Schicht Gartenerde/Laub abdecken. Auszubringende Mengen: leichte Böden 150 g/m²; mittlere Böden: 100 g/m²; schwere Böden: 50 g/m².
Nach dem Mulchen: Jeweils 200 g pro m² Mulchschicht flächig aufstreuen.
Kompostverbesserung: 15 – 20 kg/m3 gleichmäßig verteilt einmischen. Anschließend mit etwas Gartenerde oder Laub abdecken.
Eigenschaften
Schüttdichte: 950 – 1000 g/l
Spezifische Oberfläche: 500 – 600 m²/g
Wasseraufnahmekapazität: 220 – 250 %
Potenzielle Acidität / pH-Wert (KCl): 7,9
Mangan aktiv: 25 mg/kg
Ionenaustauschfähigkeit: 70 – 85 mval / 100 g
Basisch wirksamer Anteil: 4 – 6 %
Wassergehalt: 6 – 8 %
Hauptinhaltsstoff Bentonit
Montmorillonit: 60 – 70 %
Chemische Analyse
Siliziumoxid (SiO2): ca. 56,0 % Magnesiumoxid (MgO): ca. 4,0 % Eisen(III)-oxid (Fe2O3): ca. 4,0 % Kaliumoxid (K2O): ca. 2,0 % Aluminiumoxid (Al2O3): ca. 16,0 % Natriumoxid (Na2O): ca. 0,4 % Calciumoxid (CaO): ca. 4,0 % Glühverlust: ca. 10,0 %
Wurmhumus
Wurmhumus
Das von Kompostwürmern umgesetzte organische Material ist das beste Wiesen-, Weiden-, Blumen- und Bodenverbesserungsmittel, das die Natur kennt. Wird Wurmkompostierung gezielt in einer Wurmkiste betrieben, erhält man einen sehr hochwertigen, reinen und stark konzentrierten Naturdünger. Die in diesem sogenannten Wurmhumus vorhandenen Nährstoffe sind so darin gebunden, dass sie nur langsam an das Umfeld abgegeben werden und dadurch weniger stark ausgewaschen werden können. Wurmhumus als Dünger verbessert den Geschmack von Obst und Gemüse und erhöht deren Lagerfähigkeit. Pflanzen wachsen üppiger, blühen länger und zeigen weniger Krankheitserscheinungen.
Anwendung
Wurmhumus kann ganzjährig angewendet werden. Die angegebenen Mengen sind eine Empfehlung, Sie können aber guten Gewissens auch mehr davon ausbringen, denn eine Überdosierung ist nicht möglich.
Topfpflanzen:Je nach Größe monatlich 1 bis 3 Esslöffel Wurmhumus in die Oberfläche der Erde einarbeiten und angießen.
Herstellung von Anzuchterde: Pflanzenerde mit 10 – 20 % Wurmhumus gut vermischen.
Gemüse und Blumen: 200 g/m² flächig ausstreuen und einarbeiten. Beim Umpflanzen kann man zusätzlich etwas Wurmhumus in das Pflanzloch geben.
Rasen: 100 – 200 g/m² flächig ausstreuen. Wurmhumus ist gut gegen Moosbildung!
Algenkalk (kohlensaurer Kalk)
Algenkalk
Algenkalk besteht aus den Ablagerungen von Krusten-Rotalgen – diese stellen eine Art Kitt für Korallenriffe dar oder sind in Maerl zu finden. Der kohlensaure Kalk in Algenkalk verbessert den pH-Wert in zu sauren Böden, optimiert Bodenstruktur und Fruchtbarkeit und füllt den durch Wachstum oder Auswaschung geleerten Kalkspeicher wieder auf. Das Bodenleben und die Nährstoffaufnahme werden wieder aktiviert. Kalk verbessert zudem die Bodendurchlüftung und Wasserführung.
Anwendung
Einmal jährlich zwischen Oktober und April ausbringen.
Vermiculit ist ein Schichtsilikat und gehört zu den Tonmineralien. Da es leicht ist, Licht reflektiert und Feuchtigkeit speichern kann, findet Vermiculit oft als Deckmaterial von Setzlingen Verwendung. Es wird zur Bodenauflockerung eingesetzt, fördert das Wurzelwachstum und wird gerne bei empfindlichen Pflanzen verwendet. Vermiculit gehört wie Bentonit zu den wenigen natürlichen Bodenhilfen, die Nährstoffe aufnehmen, speichern und wieder an die Wurzeln abgeben können (Ionenaustauschvermögen).
Komposttee ist ein Gebräu, das Ihre Pflanzen lieben werden und einfach herzustellen ist. Die aus Wurmhumus oder reifem Kompost zubereitete Lösung können Sie verwenden, um Gartenbeete oder Kübelpflanzen zu düngen. Eine genaue Anleitung für unser Komposttee-Brausystem finden Sie hier.
Huminsäure
Huminsäure
Huminsäuren entstehen im Boden bei der Zersetzung von pflanzlichen Resten unter Mitwirkung von Bodenorganismen. Sie beeinflussen Bodenfruchtbarkeit, Durchlüftung und Wasserhaushalt und sind reich an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Wer keinen Kompost oder Wurmhumus zur Verfügung hat, kann mit gekaufter Huminsäure düngen. Man kann sie aber auch zum Kompost hinzufügen, um diesen aufzuwerten. Huminsäuren fungieren als Biokatalysator und -stimulator.
Anwendung
Blumen und Zierpflanzen: 10 – 15 g je Liter Blumenerde Gewächshaus: 100 – 150 g je m² Gemüsebeete: 100 – 200 g je m² Rasen: 100 g je m² Kräuterbeete: 30 – 70 g je m² Kompost: 10 kg je m³ Obstbäume: 500 – 1500 g je Pflanzloch Beerensträucher: 100 – 200 g je m²
In Verbindung mit Pflanzenkohle und Gesteinsmehlen können die empfohlenen Mengen um 90 % reduziert werden; ohne relative Verluste bei der Wirkung. Bei der Kompostverbesserung werden beispielsweise 10 kg Huminsäure je m³ Kompost zugegeben. Bei gleichzeitiger Gabe von 90 Liter Pflanzenkohle und 10 Liter Urgesteinsmehl kann diese Menge auf 1 kg reduziert werden. Die drei Bestandteile sollten gut gemischt werden, bevor sie eingearbeitet werden.
Unsere selbst entwickelte Mischung aus Huminsäure, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und Mikroorganismen ist eine Nachahmung der Zusammensetzung der sogenannten Terra Preta (aus dem Portugiesischen = schwarze Erde); ein anthropogen entwickelter Bodentyp aus Kompost, Fermenten, Pflanzenresten, Dung, menschlichen Ausscheidungen und Kohle aus Herdstellen. Der von den Indios im Amazonasgebiet kultivierte Boden gilt als sehr fruchtbar.
In unserem Shop erhalten Sie Pflanzenkohle, mit Pflanzenkohle angereicherten Wurmhumus (Wurmhumus Plus), Urgesteinsmehl und effektive Mikroorganismen in Form von Bokashi-Flocken, um sich Ihren eigenen „Terra Preta“ herzustellen.
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