Pferdemist zu entsorgen gehört mit zu den größten Herausforderungen in der Pferdehaltung. Jeden Tag sammeln sich Schubkarren voll Mist, die verwertet werden wollen.
Für die Lagerung von Pferdemist gelten in fast jedem Bundesland andere Vorschriften und oft sind diese mit hohen Kosten verbunden. (Um es genau zu erfahren muss man bei der unteren Wasserbehörde des Landkreises anfragen).
Das MiKoWa Kompostiersystem
Mit dem MiKoWa Pferdemist Komposter, der Mist-Kompostier-Wanne, haben Sie eine preiswertere Alternative zu einer Betonmistplatte mit Gülletank. Die MiKoWa kann ganz einfach Ihren Pferdemist lagern und sogar kompostieren.
Die Vorteile der MiKoWa gegenüber einer Misteplatte
Kürzere Wege da bereits auf dem Feld gelagert / Kompostiert werden kann
Preiswertere Startinvestition als Betonplatte mit Gülletank
Mobil: Die MiKoWa ist nicht an einem Ort gebunden
Beim Kompostieren wird Dünger produziert anstatt Mist gelagert
Modular erweiterbar bei hoher Mistmenge; Leicht zu verstauen bei weniger
Für wenig Geld reparierbar
Farblich / Mit Schriftzug gestaltbar
Die Nachteile:
Geringere Haltbarkeit (7 Jahre Herstellergarantie) als Betonplatte (ca. 10 Jahre Herstellergarantie)
Empfindlicheres Material gegen mechanische Schäden
Geringeres Lagervolumen
Behördlich anerkannte Pferdemist Lagerstätte
Das System ist aus wasserdichter Plane gefertigt und verhindert somit die Verunreinigung des Bodens. Damit das entstehende Sickerwasser aufgefangen werden kann, ist es optional möglich einen Ausfluss anzubringen und diesen in einen Behälter zu leiten.
Mit freundlicher Genehmigung S. Elsner
Damit kann die MiKoWa außerhalb von Wasserschutzgebieten sowohl als Aufbewahrungsmethode als auch zum Kompostieren von Pferdemist behördlich genehmigt werden. Bitte klären Sie dies mit Ihrer örtlichen Wasserschutzbehörde ab. Das Kompostieren innerhalb von Schutzgebieten ist ggfs. mit Auflagen – wie dem Abdecken der MiKoWa oder der regelmäßigen Bodenprobenentnahmen genehmigungsfähig.
Mobiler Aufbau und flexibles System zum Kompostieren
Je nachdem, wie viele Pferde Sie haben, ist das System nach Bedarf erweiterbar. Und dabei noch wesentlich günstiger als das Anlegen eines festen Misthaufens, dessen Bau gerne mal in die tausende Euro geht.
Die MiKoWa besitzt ein Ablaufsystem für Sickerwasser
Die MiKoWa ist einfach in der Handhabung. Schnell aufgebaut ist sie durch zehn bereits vorgefertigte Schlaufen an den Längsseiten und den Ecken für das Einfügen von Rohren oder Holzstangen zur Befestigung. Damit ist die MiKoWa im Handumdrehen einsatzbereit.
Am sichersten steht die MiKoWa auf Paletten, damit auch das sich ansammelnde Sickerwasser besser ablaufen kann und die Plane einfach auf Dichtigkeit überprüft werden kann.
Ein optionales Ablaufsystem erlaubt das gezielte Abführen oder Auffangen von Sickerwasser (welches übrigens sehr starker Dünger ist).
Die MiKoWa wird vorne durch einen Reißverschluss geschlossen
Durch den eingenähten Reißverschluss aus Plastik lässt sich die eine Stirnseite aufklappen und mit einer Schubkarre befahren. So kann die MiKoWa von hinten nach vorne ganz gleichmäßig befüllt bzw. entleert werden.
Die Größe macht es einfach, das System bei Bedarf abzudecken. Es kann also nicht nur Pferdemist gelagert, sondern auch direkt in der MiKoWa kompostiert werden. Mit den Maßen 130 x 400 x 65cm kann MiKoWa 3,1m³ Pferdemist aufnehmen. Wird die richtige Menge an Kompostwürmern eingesetzt (mindestens 6000, besser 8000 pro gestartete Wanne) kann so der gesamte Mist eines Ponys kompostiert werden. Realistischer ist allerdings ein Aufbau mit 3 MiKoWa’s, welche den Mist von 2 Großpferden verarbeiten. Im ersten Jahr ist es besonders wichtig den frischen Mist regelmäßig und dünn auf die Oberfläche des alten Mistes zu verteilen. So vermehren sich die speziellen Regenwürmer besonders schnell.
Als Aufstellungsort wird ein schattiges Plätzchen mit leichtem Gefälle (ca. 3%) empfohlen, da bei Besatz mit Kompostwürmern das System nicht zu heiß werden darf. Das Gefälle hilft das Sickerwasser an einer Stelle zu sammeln.
Pferdemist in der MiKoWa kompostieren
Pferdemist lässt sich am besten mit Kompostwürmern zu wunderbarem Wurmhumus verarbeiten, der dann wiederum als Dünger ausgebracht werden kann. Dabei nutzen diese fleißigen und vermehrungsfreudigen Verwandten der „klassischen“ Regenwürmer eine Heerschar an Helfern in Form von Bakterien, Enzymen und Pilzen. Diese zerlegen dann den Pferdemist nicht nur in seine Einzelteile, sondern bauen ihn auch in reifen Humuskomplexen wieder zusammen. Wurmhumus ist ein begehrter Bio-organischer Dünger!
Mit freundlicher Genehmigung S. Elsner
Nachdem sich die Startpopulation an Kompostwürmern bei Ihnen eingelebt und vermehrt haben, erreicht die MiKoWa die volle Arbeitskapazität – Je nach Jahreszeit – nach 6 bis 9 Monaten. Dann spüren Sie den vollen Effekt der Wurmarbeit.
Mit Kompostwürmern kompostierter Mist wird um bis zu 80% im Volumen reduziert. Das heißt viel weniger Mist bleibt über. Dieser dunkle Wurmhumus ist dann so konzentriert, dass er ein vielfaches an Düngewirkung und Bioaktivität gegenüber „normalen“ Gartenkompost hat.
Den Pferdemist Komposter leeren
Ist die MiKoWa dann doch irgendwann einmal voll, füttert man 6 Wochen lang nur noch in der Nähe des Reißverschlusses. Wird dann die MiKoWa geleert, schieben Sie diesen Haufen zur Seite. Er ist voller Kompostwürmer und wird als Startbett für den nächsten Durchlauf genutzt.
Im Winter hält die bakterielle Aktivität der MiKoWa die Würmer warm genug um weiter zu kompostieren. Während sehr kalter Tage (-5°C) sollte sie dennoch abgedeckt werden. Wir haben auch eine gesonderte Anleitung für das Kompostieren von Pferdemist im Winter geschrieben, die dort weiter helfen kann.
Möchten Sie Pferdemist Entsorgen und/oder verwerten? Es gibt mehr als eine Möglichkeit, Pferdemist zu entsorgen. Hier finden Sie das eBook „Pferdemist-Entsorgen“ als gratis Download.
Umgangssprachlich sind „Würmer“ längliche wirbellose Tiere ohne Gliedmaßen, die sich mit Hilfe ihrer Körpermuskulatur kriechend fortbewegen. Arten mit wurmförmigem Körper sind in vielen Tierklassen vertreten: Fadenwürmer, Plattwürmer oder etwa „Glühwürmchen“ gehören zu vollkommen verschiedenen Tiergruppen. Würmer sind somit keine „systematische Einheit“, sondern stellen einen sogenannten „Lebensformtyp“ dar.
Regenwürmer gehören zum Stamm der Ringelwürmer (Annelida). Wie viele andere landlebende Organismen stammen auch die Regenwürmer von meeresbewohnenden Vorfahren ab. Auch heute noch leben die meisten Arten der Ringelwürmer im Meer. Auf Wattwanderungen an der Nordsee zum Beispiel findet man häufig die Sandhäufchen des Wattwurmes (Arenicola marina).
Wattwurmhaufen im Sand
Diesen meeresbewohnenden Vielborstern (Polychaeta) stehen die überwiegend im Süßwasser und an Land vorkommenden Gürtelwürmer (Clitellata) gegenüber, letztere unterteilen sich in die Wenigborster (Oligochaeta) und die Egel (Hirudinea). Regenwürmer sind die bekannteste an Land lebende Gruppe unter den Wenigborstern.
Alle in Europa heimischen Regenwürmer gehören zur Familie der Lumbricidae. Etwa vierzig Arten sind aus Deutschland bekannt, weltweit sind etwa 220 Arten wissenschaftlich beschrieben [1]. Der größte in Deutschland vorkommende Regenwurm, ist der bis zu sechzig Zentimeter lang werdende Badische Regenwurm (Lumbricus badensis), der die Ausmaße einer ausgewachsenen Blindschleiche erreicht. Er ist nur sehr lokal im Südschwarzwald verbreitet und gilt als Eiszeitrelikt [2].
Schwerpunktmäßig in Südost-Asien, Australien und Neuseeland verbreitet sind Regenwürmer der artenreichen Familie Megascolecidae. Hierzu gehört der Australische Riesenregenwurm (Megascolides australis), der einen Durchmesser von zwei Zentimetern und eine Länge von bis zu drei Metern erreicht. Die einzige in Mitteleuropa nachgewiesene bodenbewohnende Regenwurmart, die nicht zur Familie Lumbricidae gehört, ist der aus Ostasien stammende, weit verschleppte Megascolecide Amynthas corticis. Er kann sich in unseren Breiten nur in Gewächshäusern fortpflanzen. Ursprünglich waren die Lumbriciden nur auf der Nordhalbkugel verbreitet. Etwa fünfzehn Arten wurden vom Menschen in die gemäßigten Zonen auf der Südhalbkugel verschleppt. In landwirtschaftlich genutzten Böden Neuseelands dominieren heute aus Europa eingeschleppte Regenwurmarten und haben die einheimische, hauptsächlich aus Megascoleciden bestehende Regenwurmfauna verdrängt.
Zu den Wenigborstern gehören übrigens auch die Enchyträen, meist weiß gefärbte, bis drei Zentimeter lange und nur etwa einen Millimeter dicke Würmer, die sich in feuchter Erde von zersetzendem organischem Material ernähren. Bekannt sind die Arten Enchytraeus albidus sowie der etwas kleinere Grindalwurm (Enchytraeus buchholzi), die in feuchtem, organischem Substrat gezüchtet und an Zierfische verfüttert werden.
Körperbau des Regenwurms
Der Regenwurmkörper ist segmentiert und ähnlich wie bei Krebsen und Insekten ist diese Segmentierung durch eine Querringelung auf der Körperoberfläche äußerlich erkennbar. Im Körperinneren liegt in jedem Segment eine flüssigkeitsgefüllte Leibeshöhle – das sog. Coelom – sowie jeweils ein Nervenknoten. Der segmentierte Körperbau war in der Evolution der Gliedertiere extrem erfolgreich – wenn man die Artenzahl zu Grunde legt. Auch wenn die Segmente bei Regenwürmern äußerlich alle gleich aussehen, kommt vor allem manchen der vorderen Segmente eine besondere Funktion zu (siehe unten).
Der Regenwurmkörper besteht zu 75 bis 85% aus Wasser und ist quasi ein elastischer, flüssigkeitsgefüllter Schlauch, der von Längs- und Ringmuskeln umgeben ist. Ziehen sich die Ringmuskeln zusammen, wird der Wurm dünn und lang. Beim Zusammenziehen der Längsmuskeln verkürzt sich der Wurm und sein Umfang nimmt zu. Durch das Wechselspiel von Längs- und Ringmuskulatur kann der Regenwurm vorwärts wie auch rückwärts kriechen. Mit verschmälertem Vorderende dringt der Regenwurm in enge Hohlräume im Boden vor und erweitert diese durch den Flüssigkeitsdruck in der Leibeshöhle. Die vier kurzen Borstenpaare, die an jedem Segment ansetzen, wirken im Boden wie Widerhaken und verhindern, dass der Wurm zurückrutscht.
Der Muskelaufbau des Regenwurms
Die äußere, für die Körperbewegung zuständige Hautmuskulatur wird durch die dazwischen liegende, flüssigkeitsgefüllte Leibeshöhle funktional von der innen liegenden Darmmuskulatur getrennt. Die Darmperistaltik ist damit unabhängig von der Bewegung. Der Darm durchzieht den gesamten Wurm. Wie am Fließband nehmen Regenwürmer Erde und organische Biomasse über die an der Körperspitze liegende Mundöffnung auf. Da Regenwürmer über keine Beißwerkzeuge verfügen, können sie nur flüssiges oder stark zerkleinertes Material aufnehmen. In der Haut um die Mundöffnung befinden sich viele Nervenenden, die es dem Wurm ermöglichen, Nahrung im Substrat zu erkennen und selektiv aufzunehmen. Pflanzenmaterial muss sich durch Bakterien oder Pilze in einem fortgeschrittenen Zersetzungsstadium befinden, bevor es Regenwürmern als Nahrung dienen kann.
Durch ebenfalls aufgenommene Sandkörner werden die Bodenpartikel im Muskelmagen noch kleiner zermahlen. Über die Oberfläche des Mitteldarmes werden schließlich die verwertbaren Bestandteile aufgenommen und der Rest über den am Körperende liegenden After wieder ausgeschieden. Bei Regenwürmern, die in nährstoffarmen Böden leben, ist die Darmwand stark gefaltet, um über eine größere Oberfläche die wenigen Nährstoffe so effizient wie möglich aufzunehmen [3]. Durch Abscheidung von Kalk aus der stark mit Drüsen besetzten Wand des Mitteldarms neutralisieren die Würmer die mit dem Boden aufgenommenen Huminsäuren und sorgen so auf natürliche Weise für eine Bodenverbesserung durch die Bildung sogenannter Ton-Humus-Komplexe. Eine Darmpassage dauert etwa sechs bis zwanzig Stunden [4]. Der für den Menschen geruchlose Regenwurmkot besteht aus Bodenpartikeln überzogen mit Schleim und hat eine im Vergleich zum umgebenden Boden kompaktere Konsistenz.
Spezielle Atmungsorgane haben Regenwürmer nicht. Die Aufnahme von Sauerstoff erfolgt über die feuchte, gut durchblutete Haut – der rote Blutfarbstoff ist übrigens wie bei den Wirbeltieren Hämoglobin [5]. Der Wassergehalt des den Wurm umgebenden Substrates sollte mindestens 25% betragen [6]. Entscheidend ist dabei jedoch, welcher Wasseranteil im Boden frei verfügbar und nicht an Bodenpartikel gebunden ist. Der Prozentwert hängt daher vom Typ des Bodens ab. Bei Trockenheit verringern Regenwürmer ihre Oberfläche, indem sie ein Knäuel bilden. Zusätzlich können sie Schleim absondern, der oberflächlich austrocknet. Für Regenwürmer optimale Feuchtigkeitsbedingungen herrschen dann, wenn die feinen Bodenporen mit Wasser und die größeren Bodenlücken mit Luft gefüllt sind. Überflutungen können Regenwürmer über mehrere Tage hinweg überleben, vorausgesetzt, im Wasser ist genügend Sauerstoff gelöst und die Temperaturen sind niedrig.
Die meisten Vielborster geben ihre Ei- und Spermazellen einfach ins freie Meerwasser ab. Aus der befruchteten Eizelle schlüpft eine bewimperte, mikroskopisch kleine Larve, die ihren ersten Lebensabschnitt als Plankton im freien Wasser schwebend durchläuft und sich mit Hilfe von Wimpern fortbewegt [7]. Im Süßwasser und besonders an Land ist diese Fortpflanzungsweise schwer realisierbar.
Dendros, adult und juvenil
Mit Erreichen der Geschlechtsreife – meist im Alter zwischen ein bis zwei Jahren. bilden Egel und Regenwürmer daher im vorderen Körperabschnitt eine gelbliche oder weißliche Verdickung mit zahlreichen Schleimdrüsen aus: das sogenannte Clitellum. Die genaue Lage irgendwo zwischen dem 23. und 35. Segment ist ein Merkmal, das zur Artbestimmung von Regenwürmern herangezogen wird. Das Clitellum spielt eine wichtige Rolle bei der Paarung und der Eiablage und ermöglicht die Fortpflanzung an Land oder im Süßwasser. Werden Kompostwürmer bei 25°C gehalten, bildet sich das Clitellum bereits im Alter von sechs Wochen aus [8, 11].
Fortpflanzung der Regenwürmer
Regenwürmer sind Zwitter, besitzen also sowohl männliche wie auch weibliche Geschlechtsorgane. Dennoch paaren sie sich, um sich gegenseitig zu befruchten und die Durchmischung des Erbgutes in der Population zu gewährleisten. Die Eierstöcke münden im 14., die Samenleiter im 15. Segment nach außen.
Regenwürmer pflanzen sich überwiegend bei feucht-warmer Witterung im Frühling und im Herbst fort. Dazu kommen bei manchen Arten die paarungsbereiten Würmer im Schutze der Dunkelheit an die Erdoberfläche. Bei der Paarung legen sich zwei Würmer mit ihren Vorderkörpern so aneinander, dass jeder mit dem Kopf in Richtung Hinterende des Partners zeigt. Die Ausgänge der Samenleiter liegen dabei im Bereich der Eingänge von Samentaschen im Bereich des 9. bis 12. Segmentes des Partners. Vom Clitellum beider Würmer wird ein klebriger Schleim abgesondert, der die Vorderkörper beider Würmer umhüllt. Im Schutz dieser Schleimschicht erfolgt die Samenübertragung. Bei der mehrere Stunden andauernden Paarung presst jeder Wurm seinen Samen in die Samentasche des anderen.
Die Befruchtung und Embryonalentwicklung von Egeln und Wenigborstern vollzieht sich im Schutze eines Kokons. Dazu produziert das Clitellum einen Schleimring, durch den sich der Wurm selbst rückwärts herauszieht. Befindet sich das 14. Segment im Schleimring, werden im Durchschnitt drei Eier abgegeben. Passiert der Schleimring die Ausgänge der Samentaschen im 9. bis 12. Segment, werden die Eier mit dem Samen des Paarungspartners befruchtet. Nachdem der Wurm den Schleimring mit den befruchteten Eiern abgestreift hat, schließen sich die Enden und der Schleim härtet zu einem Kokon aus. Im Vergleich zu juvenilen Regenwürmern sind die ausgehärteten Kokons resistenter gegen vorübergehende Temperaturschwankungen und Trockenheit. Aus dem Kokon schlüpfen je nach Art 2-8 kleine Würmer, die in ihrem Körperbau praktisch Miniaturformen der adulten Tiere darstellen.
Wurm Kokons
Die Entwicklungsdauer im Kokon ist art- und temperaturabhängig und kann bei 20°C etwa einen Monat betragen, bei 5°C dagegen über ein Jahr dauern. Die im warmen Kompost lebenden Rotwürmer setzen die meisten Kokons in den oberen zehn Zentimetern des Substrates ab, wo sie sich bei 25°C innerhalb von drei Wochen entwickeln. Im Frühjahr stimulieren die steigenden Bodentemperaturen den Schlupf aus vorjährig abgesetzten Kokons.
Unter Laborbedingungen sind Regenwürmer bereits bis zu 15 Jahren alt geworden [9]. Die Lebenserwartung eines Regenwurmes in der Natur beträgt durchschnittlich zwei Jahre, bei manchen Arten nur wenige Monate. In dieser Zeit kann jeder einzelne Wurm je nach Art zwanzig bis hundert Kokons, ein einziger Kompostwurm kann pro Woche bis zu drei Kokons erzeugen [10; 11]. Mit zunehmendem Alter bildet sich das Clitellum wieder zurück und die Reproduktionsleistung lässt nach.
Boden als Lebensraum der Regenwürmer
Die Besonderheit des Lebensraumes „Boden“ besteht in der engen räumlichen Vernetzung von Feststoffen in Form von Bodenpartikeln, Flüssigkeit in Form von Porenwasser und den darin gelösten Substanzen sowie Gasen in Form von luftgefüllten Bodenlücken. Bodenorganismen vereinen Eigenschaften von wasserlebenden und landlebenden Organismen. Mit aquatischen Organismen gemeinsam haben sie die hohe Durchlässigkeit der Haut für Flüssigkeiten und Gase. Viele oberirdisch lebende Landtiere stammen von Bodenorganismen ab, viele Insekten verbringen ihr Larvenstadium grabend im Boden.
Biologie und Lebensraum der Regenwürmer
Die Nahrungskette an Land beginnt mit der Produktion von Landpflanzen, die ihre Nährstoffe aus dem Boden über ihre Wurzeln beziehen. Am Ende schließt sich der Kreislauf mit der Verrottung von Biomasse im Boden. Die freigesetzten Nährstoffe stehen nun wieder den Pflanzen zur Verfügung. Der Schlüssel für den Ablauf von biologischen Prozessen im Boden sind Mikroorganismen, die lange Zeiträume bei schlechter Nährstoffversorgung überdauern können und andererseits auf Zufuhr von Nährstoffen durch Düngung oder verrottender Biomasse mit schnellem Wachstum reagieren können. Zwischen Mikroorganismen und Regenwürmern bestehen Wechselwirkungen, die im Folgenden genauer erläutert werden sollen.
Ökologie der Regenwürmer
Auf sich zersetzendem Pflanzenmaterial entwickeln sich Pilze, Einzeller, Algen und Bakterien, wodurch die Nährstoffe aus dem Pflanzengewebe für die Regenwürmer aufgeschlossen werden. Regenwürmer spielen in der Bodenökologie eine wichtige Rolle: durch ihre Grab- und Fressaktivität leisten Regenwürmer einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Bodenqualität durch Auflockerung des Bodens oder Umschichtung von Nährstoffen. So verbessern die Gänge der Regenwürmer die Durchlüftung des Bodens. In den luftgefüllten Gängen können sich aerobe Bakterien vermehren, die abgestorbene Pflanzenreste rascher und vollständiger zersetzen als dies unter Sauerstoffabschluss möglich wäre [12]. Vor allem in lehmigen Böden sind Bodenporen fast ausschließlich auf die Aktivität von Regenwürmern zurückzuführen [13].
Während junge Regenwürmer enge Röhren mit einem Millimeter Durchmesser anlegen, können große Würmer acht bis zehn Millimeter dicke Gänge anlegen. In lockerem Boden werden die Wände der Gänge mit Schleim und Kot ausgekleidet und damit stabilisiert. Bei Regenfällen gelangt Oberflächenwasser vor allem über breite Regenwurmgänge schnell in tiefer gelegene Bodenschichten. Durch die Aktivität von Regenwürmern kann sich die gesamte biologisch aktive Bodenschicht nach unten hin erweitern [14].
Auf Weiden wandern Regenwürmer aus dem Erdreich in Huftierexkremente. Dies allerdings erst in einem späten Stadium, nachdem Fliegenmaden und manche Dungkäfer ihre Entwicklung bereits abgeschlossen haben. Manche Regenwurmarten verzehren auch Aas. Ökologisch spielen Regenwürmer eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Substanzen. Gleichzeitig entsteht der sogenanntem Wurmhumus bestehend aus wertvollen Ton-Humus-Komplexen mit vielen pflanzenverfügbaren Nährstoffen [15].
Erdpartikel, die den Wurmdarm passiert haben, haben eine krümelige Struktur. Im Laufe der Darmpassage werden auch die chemischen Eigenschaften des Bodens verändert. Durch die Verdauung organischen Materials, die Abscheidung von Schleim und schließlich auch durch die Verwesung toter Würmer wird dem Boden Stickstoff in einer Menge von zwanzig bis fünfzig Kilogramm pro Hektar zugeführt [16]. Ausgeschiedenes Ammonium sowie über Drüsen im Darm abgegebenes Kalzium erhöhen zudem den pH-Wert des Bodens. Diese Effekte sind aber häufig nur kleinräumig in unmittelbarer Umgebung der Regenwurmgänge messbar.
Erste Erkenntnisse über die Bedeutung von Regenwürmern gehen bereits auf Aristoteles sowie die alten Ägypter zurück. Praktisch jedes Buch über Regenwürmer weist an dieser Stelle darauf hin, dass bereits Darwin diese Bedeutung der Regenwürmer erkannt hat. Neben der Begründung seiner Evolutionstheorie beschäftigte sich Darwin über vier Jahrzehnte auch mit der Funktion der Regenwürmer im Boden und fasste schließlich ein halbes Jahr vor seinem Tod seine Erkenntnisse in seinem Buch „Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer“ zusammen.
Entsprechend ihrem Verhalten teilt man Regenwürmer in drei ökologischen Gruppen ein:
Die endogäischen Arten leben unterirdisch bis zu einer Bodentiefe von zwanzig Zentimetern. An die Oberfläche kommen sie dabei nur selten. Daher sind sie überwiegend blass gefärbt. Aus der mit Wurzeln und organischem Material durchsetzten Bodenschicht entziehen sie das organische Material und bilden in ihrem Darmtrakt Ton-Humus-Komplexe, mit denen die Wände der Gänge ausgekleidet werden. Die Gänge werden immer wieder neu angelegt. Feinwurzeln folgen im Wachstum bevorzugt diesen Gängen, um auf diese Weise ohne großen Widerstand in tiefere Bodenschichten zu gelangen. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen können endogäische Regenwürmer daher besonders ertragssteigernd wirken [17].
Die epigäischen Arten ernähren sich von zersetzenden Pflanzenresten an der Bodenoberfläche. Diese relativ kleinen Regenwürmer durchwühlen ihr Nahrungssubstrat ohne Gänge anzulegen. Ihre rote oder dunkle Pigmentierung schützt sie vor der Sonneneinstrahlung, mit der sie in den obersten Bodenschichten gelegentlich in Kontakt kommen können. Manche Arten können eine vorübergehende Dehydrierung bis auf 25% ihrer Körperflüssigkeit überleben. In ihrem Lebensraum sind epigäische Regenwürmer zahlreichen Fressfeinden ausgeliefert. Dies kompensieren sie mit einer schnellen Generationenfolge und einer hohen Nachkommenzahl. Zu dieser Gruppe gehören die Kompostwürmer der Gattungen Eisenia und Dendrobaena, von denen im Folgenden die Rede sein wird.
Die anektischen Arten sind große Regenwürmer, wie der Große Tauwurm (Lumbricus terrestris). Diese im Vergleich zu den anderen Arten sehr muskulösen Würmer sind in der Lage, bis zu zwei Meter tiefe, fast senkrechte Wohnröhren anlegen, die sie über einen längeren Zeitraum nutzen. Ausgewachsene Exemplare des oben bereits erwähnten Badischen Regenwurms (Lumbricus badensis) legen verzweigte Gangsysteme bis in zweieinhalb Meter Tiefe an. Anektische Regenwürmer tragen zur vertikalen Durchmischung von Bodenmaterial bei, in dem sie überwiegend im Schutze der Dunkelheit Blätter, Keimlinge und Pflanzenreste von der Bodenoberfläche aufnehmen und frisches Pflanzenmaterial in die Wohnröhre ziehen und andererseits Kot mit unverdauten Erdpartikeln aus tieferen Schichten an der Oberfläche absetzen. Blätter können von den Regenwürmern festgehalten werden, indem sie einen über der Mundöffnung gelegenen Hautlappen aufblähen, so dass ihr Mund wie von einer Saugscheibe umgeben ist. Die jungen Würmer mancher anektischer Arten führen anfangs eine epigäische Lebensweise und beginnen mit den Tiefgrabungen erst mit zunehmendem Alter [18]. Man nimmt daher an, dass auch in der Evolution die anektischen Arten von den epigäischen Arten abstammen. Innerhalb der Gattung Lumbricus gibt es sowohl anektische Arten , z.B. Lumbricus terrestris als auchepigäische Arten, wie z.B. den kleinen Lumbricus castaneus.
Bei Niederschlag kann Wasser direkt durch diese Röhren in tiefere Bodenschichten gelangen, ohne langsam zu versickern. Die anektischen Arten sind meist grünlich oder graubraun pigmentiert. Manche überdauern den trockenen Sommer zusammen geknäuelt in Höhlenkammern in tieferen Bodenschichten. In der Regel sind anektische Regenwürmer weniger empfindlich gegen Sauerstoffmangel. Die fast senkrecht abfallenden Röhren erleichtern nach Regenfällen den Abfluss von Oberflächenwasser in tiefere Bodenschichten. Kalkungen der Bodenoberfläche erhöhen den pH-Wert des Unterbodens stärker bei Anwesenheit tiefgrabender Regenwürmer [19]. In einem Laborversuch mit Böden mit anektischen Regenwürmern hatten Getreidepflanzen mehr Tiefenwurzeln angelegt als in wurmfreien Böden [20].
Nach starken Regenfällen wird deutlich, warum Regenwürmer „Regenwürmer“ heißen. Sie verlassen ihre Wohnröhren und sind auf der Erdoberfläche aktiv. Dies ist oft die einzige Gelegenheit, endogäische Arten an der Oberfläche wahrzunehmen. Umstritten ist jedoch, ob die Regenwürmer hierdurch dem drohenden Ertrinkungstod entgehen. Das trommelnde Geräusch der Regentropfen ist kaum für die Flucht der Würmer aus dem Boden verantwortlich, denn dieses Tropfgeräusch ist auf trockener Bodenoberfläche stärker als auf durchnässtem Untergrund. Ferner können Regenwürmer eine vorübergehende Staunässe im Boden überleben. Möglicherweise nutzen Regenwürmer einfach nur die feuchte Witterung, um sich auszubreiten und neue Lebensräume zu besiedeln. Kriechen auf der Bodenoberfläche ist für Regenwürmer einfacher als unterirdisches Graben. Aus mittelalterlichen Schriften ist die Bezeichnung „reger Wurm“ überliefert, was auf die ständige Aktivität dieses Bodenbewohners anspielt. Danach leitet sich der Begriff „Regenwurm“ wahrscheinlich gar nicht von „Regen“ ab. (Siehe auch „Warum kommen die Würmer bei regen aus dem Boden„)
Natürliche Feinde der Regenwürmer
Ein Regenwurm ist für viele Tiere ein begehrtes Beutetier. Er ist nicht wehrhaft, hat keine harten, unverdaulichen Körperteile und produziert Schleim nur in begrenzter Menge. Lediglich Kompostwürmer der Art Eisenia foetida[P1] produzieren eine gelblichen, stinkenden Schleim der auf viele Tiere abstoßend wirkt (foetida = stinkend). Auf Grund der unten erwähnten enormen Biomassen, wie sie in manchen Böden gemessen wurden, ist der Regenwurm ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Regenwürmer bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel. Manche Vogelarten wie Amseln, Stare, Drosseln oder Krähen orten zielsicher Regenwürmer in der Erde.
Unter den Säugern sind es vor allem die Insektenfresser, wie Maulwürfe, Spitzmäuse und Igel, die den Regenwürmern nachstellen. Dabei gilt der Maulwurf als der wichtigste Fressfeind des Regenwurms. Er kann pro Tag eine Regenwurmmenge, die dem eigenen Körpergewicht entspricht verzehren. Ferner sind Maulwürfe in der Lage, sich einen Vorrat lebender Regenwürmer anzulegen. Dazu beißen sie ins Vorderende der Regenwürmer und machen sie damit bewegungsunfähig. In der kühlen Jahrszeit hält der Maulwurf ganze Knäuel von derart verstümmelten Würmern über Monate hinweg in Vorratskammern am Leben. Auch Füchse und Dachse ernähren sich gern von Regenwürmern.[
Es ist bekannt, dass Regenwürmer auf Geräusche mit Fluchtverhalten reagieren, um so bodengrabenden Fressfeinden, wie dem Maulwurf oder der Blindschleiche, zu entgehen. Auf der Bodenoberfläche sind sie jedoch den Nachstellungen anderer Tiere, zum Beispiel Vögeln, ausgesetzt. Manche oberirdisch lebenden Tiere erzeugen gezielt Vibrationen, um Regenwürmer aus der Erde zu treiben. Diesen Effekt machen sich in Nordamerika die sogenannten „Wurmgrunzer“ zu Nutze, indem sie einen in die Erde gerammten Holzpflock in Schwingungen versetzen, wobei sie mit einem Metallstab über die Oberkante des Holzpflocks reiben. Die Frequenzen der dabei erzeugten Vibrationen entsprechen den Grabgeräuschen des Hauptfeindes der Regenwürmer – dem Maulwurf. Auf diese Weise werden Regenwürmer als Angelköder kommerziell gesammelt. In einigen Gegenden Kanadas und den USA finden dazu regelrechte Wettbewerbe statt.
Die ebenfalls weitgehend unterirdisch lebende Blindschleiche ernährt sich ebenfalls größtenteils von Regenwürmern [21]. Nachts und bei feuchtem Wetter an der Oberfläche aktiven Regenwürmer fallen den unter gleichen Bedingungen aktiven Amphibien zum Opfer. Auch vor wirbellosen Tieren ist der Regenwurm nicht sicher. Größere Laufkäfer und Hundertfüßer verbeißen sich mit ihren Mandibeln im Körper von Regenwürmern und saugen vorverdautes, verflüssigtes Gewebe ein. Gerät ein Regenwurm in die Nähe eines Ameisennestes, wird er von einer ganzen Ameisenarmee angegriffen und in das Nestinnere verschleppt.
Regenwürmer in Zahlen
Quantitative Untersuchungen über die Aktivität von Regenwürmern sind in vielen geographischen Regionen und Lebensräumen vorgenommen worden. Einige der hier dargelegten Zahlen gehen auf Darwin zurück.
Über 90% der Biomasse der Makrofauna im Boden kann aus Regenwürmern bestehen. Unter Makrofauna versteht man Organismen, die auf Grund ihrer Größe in der Lage sind, strukturelle Änderungen im Boden zu bewirken, z.B. durch die Anlage von Gängen. Die Zahl der Würmer pro Quadratmeter kann je nach Bodentyp, Standort und Bewirtschaftung stark variieren. Maximalzahlen von über zweihundert Würmern pro Quadratmeter mit einer Biomasse von über einhundertfünfzig Gramm pro Quadratmeter wurden vereinzelt gemessen. Derart hohe Individuendichten und Artenzahlen findet man nur im Grünland. Hier bietet ein dichtes Wurzelwerk die Nahrungsgrundlage für die Regenwürmer. Handelt es sich um Weideland, dienen die Exkremente von Huftieren als zusätzliche Nahrungsquelle.
Auf Ackerböden liegen die durchschnittlichen Individuendichten bei 50 Würmern pro Quadratmeter, entsprechend zwanzig bis dreißig Gramm Biomasse pro Quadratmeter. In der Regel findet man dort nur drei bis fünf Arten, meist tiefgrabende anektische Arten, häufig aber auch einzelne endogäische Arten wie Allolobophora caliginosa [22].
In Waldboden dominieren epigäische Arten in der Laubstreu. Der saure Boden unter Nadelwäldern ist für Regenwürmer lebensfeindlich. Hier liegt die Regenwurmdichte oft bei unter einem Individuum pro Quadratmeter. Auf niedrigen Boden-pH reagieren Regenwürmer mit erhöhter Schleimproduktion und Hyperaktivität.
Täglich können Regenwürmer eine Substratmenge aufnehmen, die der Hälfte des eigenen Körpergewichtes entspricht. Pro Hektar und Jahr durchlaufen fünf bis zweihundertfünfzig Tonnen Erde den Darm von Regenwürmern. Die extrem hohen Umsatzraten werden allerdings nur in den Tropen und Subtropen erreicht. In den gemäßigten Breiten durchläuft rein statistisch alle fünfzig bis hundert Jahre jeder Partikel aus den oberen Bodenschichten einmal einen Regenwurmdarm. Die Gesamtlänge aller Regenwurmgänge pro Hektar und Jahr kann über hundert Kilometer betragen.
Das Temperaturoptimum bei europäischen Arten liegt zwischen 10 und 18 °C. Im Frühling und Herbst sind Regenwürmer deshalb am aktivsten. Unterhalb 5°C geht die Aktivität deutlich zurück. Epigäische Arten vertragen auch kurzzeitigen Frost. Den Winter verbringen Regenwürmer in frostfreien Bodenschichten. Manche Arten verlieren über den Winter drei Viertel ihres Gewichtes. In frostfreien Winternächten können Regenwürmer aktiv in Oberflächennähe Nahrung aufnehmen. Kompostwürmer – deren Temperaturoptimum zwischen 15 und 25 °C liegt – nutzen die Eigenwärme ihres Substrates und können ganzjährig aktiv sein. Im Winter finden sich hier auch Regenwurmarten ein, die eigentlich keine typischen Kompostwürmer sind. Problematisch ist bei Frost nicht nur die Kälte selbst, sondern auch die geringe Bodenfeuchtigkeit auf Grund des gefrorenen Bodenwassers.
Regenwürmer lieben feuchte und lockere Böden. Endogäische und anektische Regenwürmer bevorzugen lehmige Böden mit einem Lehmgehalt von maximal 25% gegenüber Sandböden. Dies hängt mit der rauen Struktur der Sandkörnchen zusammen, aber auch mit der geringen Wasserhaltekapazität sandiger Böden. Für die epigäischen Arten ist die Beschaffenheit der Laubschicht wichtiger als der darunter liegende Mutterboden.
Das im Boden verteilte Wasser ist kein reines H2O, sondern eine Lösung als anorganischen und organischen Bestandteilen. Die feuchte Haut der Regenwürmer steht in direktem Kontakt zum Bodenwasser. Ähnlich wie bei wasserlebenden Organismen bestimmt die Chemie des umgebenden Wassers die Lebensgrundlage von Regenwürmern. So kann sich eine hohe Stickstoffkonzentration in der Bodenlösung in Form von Ammonium oder Nitrat auf Regenwürmer tödlich auswirken. Der pH-Wert des Bodens darf nicht unter 3.5 liegen. Saure Bodenlösungen können die Schleimschicht auf der Hautoberfläche zerstören. Die pH-Toleranz ist jedoch artspezifisch. Während Kompostwürmer als säuretolerant gelten, bevorzugen tief im Mineralboden grabende Arten basische pH-Werte oberhalb von 7.
Einfluss von Regenwürmern auf den Boden und dessen Bewohner
Im Freiland sind die positiven Einflüsse von Regenwürmern nicht so ohne Weiteres messbar, da man sie von den anderen Umwelteinflüssen nicht trennen kann. Unter standardisierten Laborbedingungen dagegen sind die Einflüsse der Aktivitäten von Regenwürmern auf den Boden klar belegbar [23]. Regenwürmer können das Abschwemmen von Boden vermindern, indem Niederschlagswasser in den aufgelockerten Oberboden oder direkt in die Regenwurmgänge eindringt, anstatt oberflächlich abzufließen.
Die Kalkung von Waldböden hat meist die Wuchsrate der Nadelbäume nicht wie erwartet erhöht. Dies liegt daran, dass der an Detritus gebundene Stickstoff nur durch Bodenorganismen freigesetzt werden kann. Zwar ist bekannt, dass Regenwürmer gekalkte Böden gegenüber ungekalkten, sauren Böden bevorzugen. Inwieweit ihre Aktivität den Baumwuchs signifikant steigert, ist dagegen noch Gegenstand der Forschung. In den Niederlanden hat man in den 1960er Jahren auf neu gewonnenem Land die Böden in den Poldern gezielt mit Regenwürmern „beimpft“ und die Bodenbildung dadurch beschleunigt.
Die Kompostierung von pflanzlichem Abfall vollzieht sich mit Würmern vier mal schneller als ohne Würmer [24]. Vergleicht man die Bakterienfauna in vom Regenwurm ausgeschiedener Erde mit der Erde vor der Aufnahme, ist die bakterielle Aktivität gemessen im Stickstoff- und Kohlenstoffumsatz im Regenwurmkot deutlich erhöht. Die Denitrifikation im Regenwurmkot ist dreimal so hoch wie im entsprechenden Boden [25].
Parasitische Fadenwürmer (Nematoden), die wirtschaftlichen Schäden an Kulturpflanzen anrichten können, sind in Böden mit hoher Regenwurmdichte weniger stark vertreten. Durch die Fraßaktivität an der Oberfläche werden Sporen von Schadpilzen reduziert. Umgekehrt können Regenwürmer aber mit dem Kot infektiöse Dauerstadien von vergrabenen Kadavern, zum Beispiel Viren der Maul-und-Klauen-Seuche, an der Erdoberfläche abscheiden. Ferner können Regenwürmer Eier und Dauerstadien von Band- und Fadenwürmern auf Vögel und Säugetiere übertragen [26].
Generell halten sich jedoch die Beispiele für negative Einflüsse von Regenwürmern in Grenzen. So gibt es Fälle, wo Regenwürmer die Wurzeln von Tabak- und Reispflanzen abfraßen [27]. Besonders Golfspieler und Fussballspieler sind schlecht auf Regenwürmer zu sprechen, wenn die Kothäufchen den schönen Golfrasen verunstalten.
Einfluss des Menschen auf Regenwürmer
Ein direkter Einfluss von Umweltfaktoren auf Artenzahl, Diversität und Individuendichte von Regenwürmern im Boden ist nicht immer einfach nachzuweisen. Da Regenwürmer im Vergleich zu anderen Wirbellosen sehr langlebig sind, ist davon auszugehen, dass sich Umwelteinflüsse nur zeitverzögert auf die Populationen von Regenwürmern auswirken.
Durch ihre große Biomasse im Boden können Regenwürmer in größeren Mengen für chemische Analysen gesammelt werden. Im Fettgewebe akkumulieren schwer wasserlösliche, lipophile Substanzen und Schwermetalle, so kann der Bleigehalt im Gewebe von Regenwürmern gegenüber dem Boden siebenfach erhöht sein [28]. Dadurch sind Regenwürmer gut als Bioindikatoren geeignet, um Umweltbelastungen im Boden festzustellen.
Pflügen führt neben der mechanischen Störung zu stärkerer Austrocknung des Oberbodens und damit verbunden zu stärkeren Temperaturschwankungen. Vor allem eine im Herbst durchgeführte mechanische Bodenbearbeitung kann Regenwurmpopulationen um 90% dezimieren. Dazu tragen auch Vögel bei, die in Scharen dem Pflug folgen und leichte Beute machen. Vor allem die epigäisch lebenden Arten werden durch Bodenbearbeitung stark dezimiert und können auf offenen, vegetationslosen Böden komplett fehlen.
Auch intensive Mineraldüngung sowie der Einsatz bestimmter Pestizide können sich negativ auswirken. Andererseits können Regenwürmer vom Einsatz von Herbiziden profitieren, wenn die chemische Unkrautbekämpfung als Alternative zur Bodenbearbeitung erfolgt. Auch der im ökologischen Weinbau weit verbreitete Einsatz von Kupferlösungen dezimiert die Regenwurmfauna [29].
Durch den unter den Rädern schwerer Landmaschinen verdichteten Ackerboden müssen sich Regenwürmer praktisch „durchfressen“, während in lockerem Substrat einzelne Partikel durch Muskelkraft beiseite geschoben werden können. Durch ihre Grabaktivität sind Regenwürmer in der Lage, mechanisch verdichteten Boden wieder aufzulockern und zu regenerieren.
Förderlich für Regenwürmer sind reduzierte Bodenbearbeitung einschließlich einer Bodenruhe durch Zwischenfruchtanbau, der Verbleib von Ernterückständen sowie die Zuführung von organischem Material. Der Einfluss der Zugabe von Rinderdung auf den Pflanzenwuchs wird durch die Anwesenheit von Regenwürmern gesteigert, weil die Nährstoffe aus dem Dung schneller für die Pflanzen verfügbar werden. Einer Untersuchung auf Wintergetreidefeldern in Bayern in den 1980er Jahren zu Folge ist die Anzahl der Regenwürmer auf alternativ bewirtschafteten Flächen höher als auf konventionellen Vergleichsflächen [30].
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Anhang
[1] Edwards, C.A. & Lofty, J.R. (1977): Biology of Earthworms; Chapman and Hall Ltd; 333 Seiten; ISBN 0 412 14940 0
[2] Kutschera, U. & Elliott, J.M. (2010): Charles Darwin’s Observations on the Behaviour of Earthworms and the Evolutionary History of a Giant Endemic Species fromGermany, Lumbricus badensis (Oligochaeta: Lumbricidae). – Applied and Environmental Soil Science doi:10.1155/2010/823047: 11 pages
[3] Piearce, T.G. (1978): Gut contents of some lumbricid earthworms. – Pedobiologia 18: 153-157
[4] McLean, M.A., Migge-Kleian, S. & Parkinson, D. (2006): Earthworm invasions of ecosystems devoid of earthworms: effects on soil microboes. – Biological Invasions 8:1257-1273
[5] Storch, V. & Welsch, U. (2009): Kükenthal – Zoologisches Praktikum; Verlag Berlin Heidelberg 532 Seiten; ISBN 978-3-8274-1998-9
[6] Edwards, C.A. & Bohlen, P.J. (1972): Biology and Ecology of Earthworms, Band 3; Chapman & Hall ISBN: 0 412 56160 3; 440 Seiten
[8] Earthworm Ecology, Second Edition von Clive A. Edwards, 2004
[9] Vermiculture Technology: Earthworms, Organic Wastes, and Environmental Management von Clive A. Edwards, 2010
[10] Graff, O. (1974): Gewinnung von Biomasse aus Abfallstoffen durch Kultur des Kompostregenwurms Eisenia foetida (Savigny 1826). Landbauforsch., Volk. 2, 137-142.
[11] Hartenstein, R., Neuhauser, E.F. & Kaplan, D.L. (1979): Reproductive Potential of the Earthworm Eisenia foetida. – Oecologia 43: 329-340
[12] Ottow, J.C.G. (2011): Mikrobiologie von Böden: Biodiversität, Ökophysiologie und Metagenomik ISBN 978 3 642 00823 8; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 485 Seiten
[13] Lamande, M., Hallaire, V., Curmi, P., Pérès, G. & Cluzeau, D. (2003) : Changes of pore morphology, infiltration and earthworm community in a loamy soil under different agricultural managements. – Catena 54:637-649
[15] Willimann, I. & Egli-Broz, H. (2010): Ökologie: Einführung in die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur; Lerntext, Aufgaben mit Lösungen und Kurztheorie; compendio Bildungsmedien; 2. Auflage; ISBN 978 3 7155 9446 0; 174 Seiten
[16] Lee, K.E. (1983): The influence of earthworms and termites on soil nitrogen cycling. In: Lebrun, P. et al. (eds): New trends in soil biology. Dieu-Brichart, Louvain-la-Neuve.
[17] MacKay, A.D. & Kladivko, E.J. (1985): Earthworms and rate of breakdown of soybean and maize residues in soil. – Soil Biology & Biochemistry 17: 851-857
[18] Lamparski, F. (1985): Der Einfluß der Regenwurmart Lumbricus badensis auf Waldböden im Südschwarzwald. – Freiburger Bodenkundliche Abhandlungen Heft 15
[19] Springett, J.A. (1985): Effect of introducing Allolobophora longa Ude on root distribution and some soil properties in New Zealand pastures. In: Fitter, A.H. et al. Ecological interactions in soil: plants, microbes, and animals. Blackwell Scientific Publications, Oxford
[20] Edwards, C.A. & Lofty, J.R. (1980): Effects of earthworm inoculation upon the root growth of direct drilled cereals. – Journal of Applied Ecology 17: 533-543
[21] Wolsbeck, H. & Fritz, K. (2007): Blindschleiche Anguis fragilis Linnaeus, 1758 in: Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (Hrsg): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs; Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart; ISBN 978-3-8001-4385-6
[22] Römke, J. et al. (2002): Entwicklung von bodenbiologischen Bodengüteklassen für Acker- und Grünlandstandorte; Umwelt Bundesamt Bericht UBA-FB 000268; 275 Seiten
[24] Daniel, O. & Anderson, J.M. (1992): Microbial biomass and activity in contrasting soil materials after passage through the gut of the earthworm Lumbricus rubellus Hoffmeister. – Soil Biology and Biochemistry 24 (5): 465-470
[25] Elliott, P.W., Knight, D. & Anderson, J.M. (1991): Variables controlling denitrification from earthworm casts and soil in permanent pastures. – Biology and Fertility of Soils 11: 24-29
[26] Makeschin, F. (1997): Earthworms (Lumbricidae: Oligochaeta): Important promoters of soil development and soil fertility in: Benckiser, G. (ed): Fauna in soil ecosystems – recycling processes, nutrient fluxes, and agricultural production; Dekker Verlag Noew York; ISBN: 0-8247-9786-8
[27] Barrion, A.T. & Litsinger, J.A. (1997): Dichogaster nr. Curgensis Michaelsen (Annelida: Octochaetidae): an earthworm pest of terraced rice in the Philippine Cordilleras. – Crop Protection 16: 89-93
[28] Back, H., Dao-Trong, T.-T. & Kreimes, K. (1995): Regenwürmer als Akkumulationsindikatoren. – UWSF – Zeitschrift für Umweltchemie und Ökotoxikologie 7 (6): 374-376
[29] Klok, C. & de Roos, A.M. (1998): Impact of toxicants on earthworm populations: a modeling approach in: Sheppard, S. et al. (eds): Advances in earthworm ecotoxicology; SETAC Press; ISBN 1-880611-25-2
[30] Bauchhenß, J. & Herr, S. (1986): Vergleichende Untersuchungen der Individuendichte, Biomasse, artendichte und Diversität von Regenwurmpopulationen auf konventionell und alternativ bewirtschafteten Flächen. – Bayer. Landw. Jahrbuch 63: 1002-1012
Steht auch in Ihrem Garten ein halbvoller Thermokomposter rum, welcher seit Jahren nichts zu tun scheint? Da sind Sie nicht alleine! Hier können Sie lesen wie es anders geht:
Thermokomposter versprechen (Frisch-) Kompost innerhalb weniger Monate mit wenig Aufwand. Tatsächlich aber stehen viele dieser Modelle halbvoll mit trockenem Laub rum, ohne irgendetwas ausser Staub zu produzieren.
Woran liegt das? Die kurze Antwort ist: Meistens liegt es am fehlenden Wasser zum richtigen Zeitpunkt. Leider ist es ausserordetnlich schwierig dies zu korrigieren, wenn dieser Zeitpunkt einmal überschritten wurde. Ist der Kompost richtig trocken, wird er hydrophob, also wasserabweisend. Was man dann tut und wie man das in Zukunft verhindert ohne viel zu tun, erfahren Sie hier.
Thermokomposter Anleitung
Möchten Sie wunderschöne Komposterde produzieren? Dann zeigen wir Ihnen hier gleich 2 Möglichkeiten, wie Sie Ihren Thermokomposter wieder für Sich arbeiten lassen können.
Aber zuerst etwas Hintergrundsinformationen damit klar wird, warum der Thermokomposter nicht so funktioniert wie erwünscht.
Die Grundlage aller Thermokomposter ist, dass sie die Wärme im Inneren zu fördern versuchen, um möglichst die Thermophilen (hitzeliebenden) Bakterien zu fördern. (Was es mit diesen Bakterien auf sich hat ) Das kann durch verschiedene „Tricks“ erreicht werden:
schwarzer Thermokomposter ohne Bodenanschluss
Dunkles Material nimmt mehr Wärme von Sonnenstrahlen auf als Helles
Wandstärke, Riffelung und Material der Thermokomposter sollen isolierend wirken
Ein Deckel verhindern das Ausdampfen nach oben
Besonders viele Lüftungsschlitze lassen viel Sauerstoff rein
Der Einsatz von Kompostbeschleunigern wird empfohlen
Wie befüllt man einen Thermokomposter?
Laubkompost ist noch einfacher
Im Idealfall hat man genügend zu kompostierendes Material, um den Komposter zumindest zu ¾ zu füllen. So dämmt sich das Material von selbst gegen Wärmeverlust.
Es lohnt sich also bereits im Herbst einen Haufen trockenes Laub neben dem Komposter zu lagen (Nur Laub kompostieren?), welches dann im Sommer unter Zugabe von Mutterboden, zusammen mit Grasschnitt und anderen Gartenabfällen in Schichten im Komposter gehäuft werden. (Mehr zum Schichten Komposthaufen Aufbauanleitung).
Kompost Bakterien: Die wahren Helden
Diese abwechselnden Schichten aus „braunen / kohlenstoffhaltigen“ und „grünen / stickstoffhaltigen“ Material sorgen für eine optimale Ernährung der Rotte-, oder Kompostbakterien, welche mit der Erde verteilt werden.
Um diese Bakterien geht es im Thermokomposter; je besser es Ihnen in den ersten 6 Wochen geht, desto schneller wird der Abbauprozess stattfinden. Ist die Mischung aus Stickstoff und Kohlenstoff ideal (20:1 – 25:1 C:N Verhältnis) und ist es feucht genug (80%), vermehren sich diese, überall vorkommenden, Rottebakterien in großer Geschwindigkeit (Phase 1).
Das sorgt für Wärmentwicklung im Komposter. Verstärkt durch die Dämmung und eventuelle Sonnenstrahlen werden schnell Temperaturen von über 45°Celsius erreicht. Ab dieser Temperatur kommen jetzt die thermophilen Bakterien hinzu. Diese lieben die hohen Temperaturen und können das Kompostgut besonders schnell verarbeiten. (Phase 2).
Dabei entwickeln sich jetzt noch höhere Temperaturen. Im besten Fall werden 60 °C über ein paar Stunden erreicht. Und das hat einige Vorteile: Die Rotte geht nun sehr schnell von statten. Dabei sackt der Kompost in sich zusammen und verliert stark an Volumen. Jetzt könnte sogar etwas nachgelegt werden.
Und auch für das Ergebnis (die Komposterde) hat die Erhitzung Vorteile: Unkrautsamen und Sporen werden bei diesen hohen Temperaturen unschädlich gemacht, so dass es beim Ausbringen des Kompostes weniger Verschleppung von Unkräutern gibt. Weiterhin lockern die hohen Temperaturen die hölzernen Ligninen, so das auch härte Pflanzenteile besser Kompostieren.
Es dampft: Thermokomposter mögen es heiss
Jetzt (Phase 2) wird sehr viel Sauerstoff und Feuchtigkeit verbraucht. Kommt man nah an das Mischungsideal, sieht man den Komposter dampfen.
Möchte man jetzt diese thermophile Kompostierung aufrechterhalten, müssen Feuchtigkeit und Sauerstoff nachgeliefert werden. Dies macht man am besten 2-3 Tage nach der ersten Hitzentwicklung, indem man die Kompostmasse innerhalb des Thermomposters einmal wendet (Compost Mate Link) und dabei mit einer Gießkanne mit brausekopf begiesst.
Phase (mesophile Anlaufphase)
Phase (thermophile Rottephase, 45-70 °C)
Phase (mesophile Abklingphase)
Phase (Reifephase)
Wahrscheinlich erhitzt sich der Kompost jetzt noch einmal. Danach lassen Sie ihn 4-12 Wochen ruhen und Sie haben Frischekompost. In der gesamten Zeit müssen Sie drauf achten, dass der Komposter nicht austrocknet und ggfs noch einmal wässern.
Nachdem sich der Kompost abgekühlt hat, muss man anderen Bakterien und den Regenwürmern Zeit geben, die Nährstoffe in dem Kompost zu festigen und gegen ein Auswaschen zu schützen. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, spricht man von Reifekompost. Dieser Zeitpunkt ist zuverlässig errreicht, sobald der Kompost einen Kressetest besteht.
Rechts war der Kompost noch unreif
Vorteile des Thermokomposters
Wenn man ihn richtig anwendet, leistet der Themokomposter einiges:
Frische Kompost bereits noch weingen Monaten
Reduziert schnell das Voluemen von Gartenabfällen
Sterilisiert Unkrautsamen
Schützt vor Ungezwiefer
Die Nachteile
Die Nachteile liegen in der nötign Aufmerksamkeit während der heissen Phase, sowie der nötigen Vorratsplanung von den verschiedenen Materialien.
Zudem hat die Geschwindigkeit, mit der die thermophilen Bakterien den Abbau des Kompostgutes vorrantreiben auch einen Preis in Form von Nährwert. Je mehr Hitze entstand und je schneller der Abbau stattfand, desto mehr Nährstoffe verflüchtigen sich während des Abbaus (Quelle). Diese stehen dann später den Pflanzen nicht zur Verfügung.
Eine weiterer wichtiger Hinweis: Der nach wenigen Monaten entstandene Kompost ist dann allenfalls Frischkompost und noch nicht völlig ausgereift. da heist er würde junge Pflanzen verbrennen und den Kressetest nicht bestehen.
Kompost Temperatur und Reifekurve
Was tun, wenn er austrocknet? Ist der Thermokomposter einmal komplett durchgetrocknet, ist meist ein Zusand der Hydrophilie des Kompostgutes entstanden. Das heisst, das Wasser perlt förmlich an der halb verottenden Erde ab.
Abhilfe schafft hier weiches Wasser (Regenwasser), welches besser einzieht, oder eine große Menge Leitungswasser. Beides wird am besten mit einem Brausekopf ausgebracht, während das Kompostgut gewendet wird.
Muss es besonders schnell gehen, nimmt man den Nährstoff Verlust in Kauf und verwendet Kompostbeschleuniger. Darf es etwas langdsamer ablaufen, setzt man Kompostwürmer ein, welche von selbst dafür Sorgen, dass das Klima stimmt.
Kompostbeschleuniger UND Kompostwürmer einzusetzten macht nur in den allerseltensten Fällen Sinn und darf auch dann nur in dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt eingesetzt werden, da sonst die Wärme des Rottebeschleunigers die Regenwürmer vertreiben würde.
Die faule Methode: Kompostwürmer
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie die Feuchtigkeit im Thermokomposter dauerhaft kontrollieren können, gibt es eine alternative Kompostierungsmethode, welche etwas länger dauert, aber dafür auch ein besseres Ergebnis erzielt: Funktionieren Sie Ihren „Thermo-„Komposter zu einem herkömmlichen um, indem Sie den Deckel entfernen und den Standort so wählen, dass weniger Sonnenlicht auf ihn fällt.
Aus Neu mach Tradition
Danach widmen Sie sich dem Inhalt. Nehmen Sie den alten Inhalt und mischen Sie ihn mit frischem Grassschnitt, etwas Schnellkomposter, 2-3 Tassen Kaffeesatz (also frischem Stickstoff) und 3 Händen voller Gartenerde. Füllen Sie diese (feuchte) Mischung in den Komposter und mischen Sie sie unter.
Je nach Menge kann sich diese Mischungin den nächsten 3 Tagen etwas erwärmen, aber das ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie nach 3 Tagen einen aktiven Kompost haben, welcher jetzt von Kleinstlebewesen und Kompostwürmer von alleine zersetzt werden kann.
Auch hier kann es passieren, dass der Komposthaufen austrocknet. Nicht nur daher sollte regelmäßig etwas „gefüttert“ werden. Aber da hier auf eine „Thermo“phase verzichtet wird, wird der Komposter viel langsamer trocken. Eine atmunsaktive Plane, hilft ein wenig Regenwasser und Luft hereinzulassen, verhindert aber ein auswaschen durch zu viel Wasser.
Das hat viele Vorteile und einen großen Nachteil. Der größte Vorteil ist das Ergebnis. Dieser „kalt“ kompostierte Kompost ist viel nährstoffreicher als heissgerotteter. Die Geschwindigkeit hat Ihren Preis in Form von Nährstoffen, welche von den Mikroorganismen verbraucht werden.
Neben der etwas langsameren Geschwindigkeit (so werden Sie 9-24 Monate benötigen, bis der Humus fertig ist) gibt es allerdings noch einen großen Nachteil: Da sich das Kompostgut kaum erhitzen wird, werden auch keine Samen sterilisiert. So kann es passieren, dass Tomatensamen, usw. später aufgehen. Das ist bei einer Kompostierung mit über 60°C, nicht der Fall.
Wichtig ist hier, dass der Deckel ganz fehlt oder mit einer atmungsaktiven Kompostplane abgedeckt ist. So kann eine kleine Menge Regenwasser dafür sorgen, dass der Komposter nicht austrocknet. Helfen Sie dennoch mit einer guten Brause aus der Geisskanne nach, sollte es an mehreren Tagen hintereinander sehr heiss sein.
Ist die heisse Phase vorbei (und auch nur dann) kommen die anderen Lebewesen, welche den Kompost für Sie umwandeln und zerkleinern. Asseln, Springschwänze und Regenwürmer sind die wichtigsten Indikatoren dafür, dass sich noch viele unverwertete Nährstoffe im Kompost befinden. Erst wenn alles verottet und wieder gefestigt wurden verlassen die Krabbeltiere den Kompost. Dann spricht man von reifem Kompost.
Kompostwürmer im Thermokomposter?
Dendros
Regen,- bzw Kompostwürmer (z.B. „Eisenia“ oder „Dendros„) werden auf Dauer von alleine kommen, benötigen aber direkten Bodenkontakt, wenn sie sich im Winter in den Boden flüchten sollen können. Im Frühjahr tauchen Sie dann wieder auf und setzen den Kompost weiter für Sie um.
Möchten Sie nicht so lange warten, werden 1000 Würmer völlig ausreichen, um Ihren Komposter zu impfen und auf die Beine zu bringen. Machen Sie sich ruhig die Mühe Kompostwürmer beim Nachbarn zu erfragen. Die emsigen Würmer belüften den Kompost für Sie, verteilen die optimalen Rottebakterien und festigen zudem die Nährstoffe auf nachhaltigste Art im Boden.
Reife Komposterde ist krümelig
Das Ergebnis wird Ihnen Freude bereiten. Frischer Kompost ist so voller Nährstoffe und Leben, dass jede Handvoll hilft Ihre Pflanzen zu schüzen und zu nähren, sowie den Boden zu beleben.
Für alle, die ihre Wurmkiste ergänzen wollen oder wer keine Wurmkiste im Haus haben möchte, gibt es unsere Bokashi Eimer. Darin werden die Küchenabfälle fermentiert und können dann zum Vererden im Garten ausgebracht werden.
Bokashi Eimer
Bokashi
Der Bokashi Eimer bietet die Möglichkeit, neben den normalen Küchenabfällen auch Fisch, Fleisch und Milchprodukte mit zu verarbeiten. Durch die effektiven Mikroorganismen werden die Abfälle im Eimer fermentiert. Eine genaue Anleitung finden Sie hier.
Bokashi Fermenter
Wenn Sie die EMs für Ihren Bokashi selber herstellen möchten, hilft ein Bokashi Fermenter. Wir genau dieser genutzt wird, können Sie hier nachlesen.
Um Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, braucht es keine Chemie. Die Natur bringt viele Stoffe hervor, die stärkend, nährend und wachstumsfördernd wirken und darüber hinaus die Bodenstruktur verbessern. Das kommt nicht nur den Pflanzen zugute, sondern auch uns Menschen, da wir pflanzliche Lebensmittel verspeisen. Von daher ist es beim Gemüse- und Obstbau besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass dem Boden bzw. der Pflanze möglichst viele der für uns essenziellen Stoffe zugeführt werden. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Naturprodukte vor und erläutern in unseren Düngeranleitungen, wie Sie diese einsetzen können.
Diabas Urgesteinsmehl
Diabas Urgesteinsmehl
Diabas ist ein basaltisches Urgestein (Paläozoikum) vulkanischen Ursprungs (submarines Ergussgestein). Da es sehr reich an wichtigen Mineralien und Spurenelementen ist und basisch wirkt, kommt es vermahlen beim ökologischen Landbau zum Einsatz. Diabas Urgesteinsmehl regeneriert stark beanspruchte und ausgelaugte Böden. Der hohe Kieselsäureanteil (SiO2) bewirkt nicht nur die Festigung der Ton-Humus-Komplexe und damit die Verbesserung des Wasserhaushaltes im Boden, sondern stärkt auch Pflanzenwände und macht diese robust gegen Schädlinge. Magnesium, das für die Bildung von Chlorophyll (Blattgrün) benötigt wird, ist auch in ausreichenden Mengen enthalten.
Anwendung
Komposthaufen: Komposterde kann durch die Anwendung von Diabas Urgesteinsmehl als Dünger aufgewertet werden. Dazu wird 1 kg Diabas auf 20 kg Kompost verteilt. Urgesteinsmehl ist auch ideal, um eventuell auftretende Gerüche beim Kompostieren zu neutralisieren.
Zugabe zu Jauchen und Brühen: Diabas erhöht den Düngewert von Jauchen und Brühen und bindet die bei der Vergärung auftretenden unangenehmen Gerüche.
Garten: Je nach Bodenart und Bodenzustand können auf 10 m² 2 bis 5 kg Diabas Urgesteinsmehl ausgebracht werden. Das Urgesteinsmehl wird flächig ausgestreut. In einem Beet kann es zusätzlich mit einem Sauzahn eingearbeitet werden. Überblick über auszubringende Mengen: Gartenbeete 200 – 500 g/m²; Rasen 300 – 500 g/m²; Obstbau bis zu 20 kg pro Baum/Strauch.
Eigenschaften
Schüttdichte: 1500 – 1600 g/l
Beschaffenheit: sehr trocken
Einsatzgebiete: Bodenverbesserer, Naturdünger
Chemische Analyse
Siliziumoxid (SiO2): ca. 40 – 50 % Aluminiumoxid (Al2O3): ca. 10 – 12 % Eisen(III)-Oxid (Fe2O3): ca. 9 – 12 % Calciumoxid (CaO): ca. 9 – 12 % Magnesiumoxid (MgO): ca. 4 – 6 % Natriumoxid (Na2O): ca. 2 – 5 % Kaliumoxid (K2O): bis 1 %
Bentonit
Bentonit
Bentonit ist ebenso vulkanischen Ursprungs, es handelt sich jedoch nicht um ein Ergussgestein, sondern um Aschelagen, die nachträglich durch hydrothermale Aktivitäten und Säuren verändert wurden. Es besteht aus verschiedenen Tonmineralien mit einer sehr großen spezifischen Oberfläche und besitzt dadurch eine sehr hohe Bindekapazität, die zu einem gesunden Bodenaufbau beiträgt. Bentonit eignet sich zur Einmischung in Erden, Kompost und Saatgut. Durch sein gutes Absorptionsvermögen ist es förderlich für Bodenlebewesen, es trägt zur Bildung stabiler Ton-Humus-Komplexe bei und verbessert somit Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens. Seine hohe Quellfähigkeit und Wasserspeicherkapazität halten den Boden länger feucht und schützen vor schneller Austrocknung. Als natürlicher Ionenaustauscher kann es reichlich Nährstoffe binden und bei Bedarf wieder abgeben. Vor allem bei sehr sandigen Böden ist Bentonit eine große Hilfe.
Anwendung
Bentonit kann zu jeder Jahreszeit angewendet werden.
Bodenaufbau: In gelockerte Erde leicht einarbeiten, anschließend mit einer dünnen Schicht Gartenerde/Laub abdecken. Auszubringende Mengen: leichte Böden 150 g/m²; mittlere Böden: 100 g/m²; schwere Böden: 50 g/m².
Nach dem Mulchen: Jeweils 200 g pro m² Mulchschicht flächig aufstreuen.
Kompostverbesserung: 15 – 20 kg/m3 gleichmäßig verteilt einmischen. Anschließend mit etwas Gartenerde oder Laub abdecken.
Eigenschaften
Schüttdichte: 950 – 1000 g/l
Spezifische Oberfläche: 500 – 600 m²/g
Wasseraufnahmekapazität: 220 – 250 %
Potenzielle Acidität / pH-Wert (KCl): 7,9
Mangan aktiv: 25 mg/kg
Ionenaustauschfähigkeit: 70 – 85 mval / 100 g
Basisch wirksamer Anteil: 4 – 6 %
Wassergehalt: 6 – 8 %
Hauptinhaltsstoff Bentonit
Montmorillonit: 60 – 70 %
Chemische Analyse
Siliziumoxid (SiO2): ca. 56,0 % Magnesiumoxid (MgO): ca. 4,0 % Eisen(III)-oxid (Fe2O3): ca. 4,0 % Kaliumoxid (K2O): ca. 2,0 % Aluminiumoxid (Al2O3): ca. 16,0 % Natriumoxid (Na2O): ca. 0,4 % Calciumoxid (CaO): ca. 4,0 % Glühverlust: ca. 10,0 %
Wurmhumus
Wurmhumus
Das von Kompostwürmern umgesetzte organische Material ist das beste Wiesen-, Weiden-, Blumen- und Bodenverbesserungsmittel, das die Natur kennt. Wird Wurmkompostierung gezielt in einer Wurmkiste betrieben, erhält man einen sehr hochwertigen, reinen und stark konzentrierten Naturdünger. Die in diesem sogenannten Wurmhumus vorhandenen Nährstoffe sind so darin gebunden, dass sie nur langsam an das Umfeld abgegeben werden und dadurch weniger stark ausgewaschen werden können. Wurmhumus als Dünger verbessert den Geschmack von Obst und Gemüse und erhöht deren Lagerfähigkeit. Pflanzen wachsen üppiger, blühen länger und zeigen weniger Krankheitserscheinungen.
Anwendung
Wurmhumus kann ganzjährig angewendet werden. Die angegebenen Mengen sind eine Empfehlung, Sie können aber guten Gewissens auch mehr davon ausbringen, denn eine Überdosierung ist nicht möglich.
Topfpflanzen:Je nach Größe monatlich 1 bis 3 Esslöffel Wurmhumus in die Oberfläche der Erde einarbeiten und angießen.
Herstellung von Anzuchterde: Pflanzenerde mit 10 – 20 % Wurmhumus gut vermischen.
Gemüse und Blumen: 200 g/m² flächig ausstreuen und einarbeiten. Beim Umpflanzen kann man zusätzlich etwas Wurmhumus in das Pflanzloch geben.
Rasen: 100 – 200 g/m² flächig ausstreuen. Wurmhumus ist gut gegen Moosbildung!
Algenkalk (kohlensaurer Kalk)
Algenkalk
Algenkalk besteht aus den Ablagerungen von Krusten-Rotalgen – diese stellen eine Art Kitt für Korallenriffe dar oder sind in Maerl zu finden. Der kohlensaure Kalk in Algenkalk verbessert den pH-Wert in zu sauren Böden, optimiert Bodenstruktur und Fruchtbarkeit und füllt den durch Wachstum oder Auswaschung geleerten Kalkspeicher wieder auf. Das Bodenleben und die Nährstoffaufnahme werden wieder aktiviert. Kalk verbessert zudem die Bodendurchlüftung und Wasserführung.
Anwendung
Einmal jährlich zwischen Oktober und April ausbringen.
Vermiculit ist ein Schichtsilikat und gehört zu den Tonmineralien. Da es leicht ist, Licht reflektiert und Feuchtigkeit speichern kann, findet Vermiculit oft als Deckmaterial von Setzlingen Verwendung. Es wird zur Bodenauflockerung eingesetzt, fördert das Wurzelwachstum und wird gerne bei empfindlichen Pflanzen verwendet. Vermiculit gehört wie Bentonit zu den wenigen natürlichen Bodenhilfen, die Nährstoffe aufnehmen, speichern und wieder an die Wurzeln abgeben können (Ionenaustauschvermögen).
Komposttee ist ein Gebräu, das Ihre Pflanzen lieben werden und einfach herzustellen ist. Die aus Wurmhumus oder reifem Kompost zubereitete Lösung können Sie verwenden, um Gartenbeete oder Kübelpflanzen zu düngen. Eine genaue Anleitung für unser Komposttee-Brausystem finden Sie hier.
Huminsäure
Huminsäure
Huminsäuren entstehen im Boden bei der Zersetzung von pflanzlichen Resten unter Mitwirkung von Bodenorganismen. Sie beeinflussen Bodenfruchtbarkeit, Durchlüftung und Wasserhaushalt und sind reich an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Wer keinen Kompost oder Wurmhumus zur Verfügung hat, kann mit gekaufter Huminsäure düngen. Man kann sie aber auch zum Kompost hinzufügen, um diesen aufzuwerten. Huminsäuren fungieren als Biokatalysator und -stimulator.
Anwendung
Blumen und Zierpflanzen: 10 – 15 g je Liter Blumenerde Gewächshaus: 100 – 150 g je m² Gemüsebeete: 100 – 200 g je m² Rasen: 100 g je m² Kräuterbeete: 30 – 70 g je m² Kompost: 10 kg je m³ Obstbäume: 500 – 1500 g je Pflanzloch Beerensträucher: 100 – 200 g je m²
In Verbindung mit Pflanzenkohle und Gesteinsmehlen können die empfohlenen Mengen um 90 % reduziert werden; ohne relative Verluste bei der Wirkung. Bei der Kompostverbesserung werden beispielsweise 10 kg Huminsäure je m³ Kompost zugegeben. Bei gleichzeitiger Gabe von 90 Liter Pflanzenkohle und 10 Liter Urgesteinsmehl kann diese Menge auf 1 kg reduziert werden. Die drei Bestandteile sollten gut gemischt werden, bevor sie eingearbeitet werden.
Unsere selbst entwickelte Mischung aus Huminsäure, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und Mikroorganismen ist eine Nachahmung der Zusammensetzung der sogenannten Terra Preta (aus dem Portugiesischen = schwarze Erde); ein anthropogen entwickelter Bodentyp aus Kompost, Fermenten, Pflanzenresten, Dung, menschlichen Ausscheidungen und Kohle aus Herdstellen. Der von den Indios im Amazonasgebiet kultivierte Boden gilt als sehr fruchtbar.
In unserem Shop erhalten Sie Pflanzenkohle, mit Pflanzenkohle angereicherten Wurmhumus (Wurmhumus Plus), Urgesteinsmehl und effektive Mikroorganismen in Form von Bokashi-Flocken, um sich Ihren eigenen „Terra Preta“ herzustellen.
Leider ist es uns aus fiskalischen Gründen nicht möglich, Pakete direkt in die Schweiz zu versenden. Daher empfehlen wir unseren Kunden, eine Lieferadresse im Grenzgebiet zu verwenden. Hierfür sind mehrere Dienste möglich. Die folgende Liste legt keinen Wert auf Vollständigkeit oder stellt in irgendeiner Form eine Wertung dar.
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Das klassische Beet im Garten hat noch immer Hochkonjunktur und wird von Hobbygärtnern jedes Jahr aufs Neue liebevoll gepflegt. Da wird Unkraut gejätet und fein säuberlich das Erdreich gepflügt und geharkt. Da werden erste Blumenzwiebeln im Frühjahr gesetzt und Gemüse gepflanzt, das dann später geerntet wird und im Kochtopf landet. Wer dazu einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Doch was ist mit denjenigen, die gerne etwas Gärtnern würden, aber im Großstadtdschungel und der Enge der Städte keine Möglichkeiten dazu haben? Neuerdings tut sich für Hobbygärtner im kleinen Stil eine ganz andere Möglichkeit auf: Das Hochbeet. Es ist nicht nur einfach, überschaubar und sehr hübsch anzuschauen, sondern dank seiner Konstruktion auch noch sehr rückenschonend und äußerst pflegeleicht zugleich.
In der Höhe liegt die Kraft
Hochbeete schonen den Rücken
Die Kraft der Schönheit, mit unterschiedlichen Blumen, Sträuchern und Pflanzen in einem Hochbeet zu trumpfen und dabei noch in einem sehr überschaubaren Rahmen das Gardening selbst auf kleinstem Raum vollziehen und durchführen zu können: Das ist es, was die Hochbeete ausmacht. Zudem liegen sie quasi mehr oder weniger auf Augenhöhe. Das bedeutet in erster Linie, dass man ohne Weiteres ganz einfach im Stehen mal eben ein kleines Blumenparadies anrichten kann. Denn die Hochbeete sind so konzipiert, dass sie in einer sehr angenehmen Standposition eingerichtet und angebracht werden können. Im Beet selbst kann alles gepflanzt und gepflegt werden, was man gerne vor seiner Nase im Hochbeet haben möchte: Von Gemüsearten aller Art bis hin zum kleinen Treibhaus mit Sprösslingen, die liebevoll im Hochbeet mit Dach über dem Kopf vorgezogen werden können, oder auch den prachtvollen Blumen für den Sommer, den blühenden Stauden, die hochwachsen, Gräsern und anderen Arten. Rankpflanzen, die dann am Hochbeetrahmen selbst herunterhängend wachsen, werden sich über die gute Position dafür freuen. Die Vielfalt der Möglichkeiten, sich mit Hochbeeten als kleiner Gärtner zu beschäftigen und zu erfreuen, ist grenzenlos.
Das Grundmaterial und die Anfertigung
Das Außen- und Grundmaterial der Hochbeete kann unterschiedlich sein. Während die einen Hochbeete aus Holz bestehen, sind andere aus reinem Kunststoff konzipiert. Wichtig ist bei beiden Varianten, dass im Innenbereich das Hochbeet entweder mit einer luftdurchlässigen Folie ausgelegt wird oder eine Drainage angelegt wird, die aus unterschiedlichen Steinen und Erdreich besteht. Denn das Regenwasser sollte immer reibungslos abfließen können. Die Hochbeete selbst gibt es in unterschiedlichen Größen und sie lassen sich fast überall aufstellen: auf Dächern, Terrassen, Balkonen, in Vorgärten, im Garten selbst und Co. Der Untergrund sollte allerdings schon wasserfest sein. Das Hochbeet findet immer Platz und lässt sich als Komplettsortiment bestellen und mit wenigen Handgriffen nach Anleitung aufbauen. Auch aneinandergereiht als nahezu natürliche Grundstücksbegrenzung und als Sichtschutz und mehr wird es häufig gern genutzt. Somit erübrigt sich oftmals die Anbringung von nüchtern wirkenden Zaunelementen und Hochbeete sind im Gegenzug weitaus kostengünstiger. Doch das große Plus dieser kleinen Minigärten ist, dass selbst in dicht besiedelten Städten und dort, wo kaum noch Luft zum Atmen vorhanden zu sein scheint, das Hochbeet immer einen ganz besonderen Platz findet.
Bei den Huminsäuren handelt es sich um eine Untergruppe der Huminstoffe. Säuren dieser Art sind auf natürlicher Basis unter anderem in Braunkohle und in Torf enthalten.
Huminsäuren lassen sich jedoch auch wiederrum in weitere Untergruppen aufgliedern. Bei ihrer Entstehung spielt der Abbau von abgestorbenen Lebewesen eine wichtige Rolle. Vor allem mit Hinblick auf nährstoffreiche Humusböden handelt es sich bei den Huminsäuren um einen unersetzlichen Faktor. Denn: mit ihrer Hilfe ist es unter anderem möglich, basische Stickstoffverbindungen zu speichern.
Wie können Huminsäuren beim Gärtnern verwendet werden?
Auf der Basis eines Einsatzes von Huminsäuren haben Hobby- und Profigärtner die Möglichkeit, die Fruchtbarkeit ihrer Böden nachhaltig zu erhöhen. Dieser nützliche Effekt lässt sich unter anderem durch die besondere Eigenschaft der Säuren, die Wasserspeicherung, begründen und ihrer Rolle in der Bildung von Ton-Humus-Komplexen.
Huminsäure als Bodenkatalysator
Zudem sind diese speziellen Bestandteile dazu in der Lage, weitere wichtige Bestandteile, wie zum Beispiel Oxide, zu binden. Im Gegenzug geben die Huminsäuren dann wiederrum metallische Kationen wieder frei.
Genau dieser Austausch stellt dann sicher, dass die Pflanzen, die mit den Huminsäuren bzw. mit der entsprechenden Erde in Berührung kommen, besser wachsen können.
Wie entstehen Huminsäuren?
Bei Huminsäuren handelt es sich um besondere Verbindungen, die im Zuge der Verrottung entstehen. Fachleute sprechen hierbei vom Begriff der „Humifizierung“.
Huminsäuren bestehen zum Großteil aus abgebautem Lignin (holzige Teile der Pflanze) und Cellulose. Oft ist in diesem Zusammenhang auch eine Anlagerung von Kohlenhydraten und Proteinen gegeben. Huminsäuren sind zudem notwendig sich um bei der Entstehung der wichtigen Ton-Humus-Komplexe mit Calcium und Tonteilchen zu verbinden. Diese Komplexe bilden die Krümelstruktur des Bodens und erhöhen die Speicherfähigkeit von Wasser, Nährstoffen und Mikroorganismen und schützen gegen Auswaschen.
Wie kann Huminsäure im Terra Preta verwendet werden?
Die besonderen Vorzüge von Huminsäure lassen sich natürlich auch hervorragend im Terra Preta nutzen. Wer auf diese spezielle „Zutat“ setzt, hat unter anderem die Möglichkeit, das Wurzelwachstum seiner Pflanzen zu unterstützen und die Qualität des Bodens zu verbessern. Weiterhin kann mit Hilfe der Säuren beispielsweise die Wirksamkeit von eingesetzter Pflanzenkohle optimiert werden.
Wie viel Huminsäure verwendet werden sollte, ist von der Art der Bepflanzung abhängig. Blumen bzw. Zierpflanzen verfügen hier über einen anderen Anspruch als Kräuterbeete oder klassischer Rasen:
● Blumen und Zierpflanzen: 10-15g je Liter Blumenerde ● Gewächshaus: 100-150g je m² ● Gemüsebeete: 100-200g je m² ● Rasen: 100g je m² ● Kräuterbeete: 30-70g je m² ● Kompost: 10kg je m³ ● Obstbäume: 500-1500g je Pflanzloch ● Beerensträucher: 100-200g je m²
Oft liest man, dass Küchenabfälle für die Wurmfarm zerkleinert werden sollen. In anderen Wurmkisten Anleitungen steht wiederum, dass Abfälle problemlos im Ganzen in der Wurmkiste entsorgt werden können. Manche empfehlen, frische Abfälle einzugraben, andere raten zum oberflächlichen Verteilen. Was stimmt denn nun?
Wurmkiste mit Kompostwürmern
Die Antwort hängt von zwei Faktoren ab: von der Temperatur und vom Alter der Wurmkiste. Deshalb werden diese Fragen so unterschiedlich beantwortet.
Gleich vorweg: In einer gut eingefahrenen Wurmkiste, die an einem warmen Ort mit etwa 15 bis 20 Grad Celsius steht und ausreichend besetzt ist, also ungefähr 10.000 Kompostwürmer enthält, ist es in der Regel nicht notwendig, Küchenabfälle zu zerkleinern. Trotzdem kann das Vorbereiten des Futters Vorteile haben. Der Grund dafür liegt bei den Kompostbakterien, die eng mit den Würmern zusammenarbeiten.
Typische Fütterungsfehler und wie du sie vermeidest
Ein häufiger Fehler ist das Überfüttern der Wurmkiste. Zu große Futtermengen führen dazu, dass die Abfälle nicht schnell genug umgesetzt werden. Die Folge sind Gerüche, Schimmel oder ein zu nasses Substrat. Besser ist es, kleinere Mengen zu füttern und erst dann nachzulegen, wenn das vorherige Futter größtenteils verarbeitet wurde.
Auch ein unausgewogenes Verhältnis von feuchten Küchenabfällen und trockenem Strukturmaterial sorgt oft für Probleme. Fehlt Karton oder Papier, wird das Substrat schnell matschig und sauerstoffarm. Achte darauf, regelmäßig Kartonage oder Eierkartons beizumischen, damit Luft in der Kiste bleibt und überschüssige Feuchtigkeit gebunden wird.
Ein weiterer Fehler ist das falsche Platzieren des Futters. Wird alles an einer Stelle tief vergraben, kann es dort zu Fäulnis kommen. Lege stattdessen kleine Haufen an oder arbeite das Futter nur leicht ein. So haben Bakterien und Würmer guten Zugang und der Abbau läuft gleichmäßiger.
Auch Geduld spielt eine wichtige Rolle. Neue Wurmkisten brauchen Zeit, bis sich ein stabiles Gleichgewicht aus Würmern, Bakterien und Mikroorganismen aufgebaut hat. In dieser Phase solltest du besonders vorsichtig füttern und die Reaktionen der Wurmkiste genau beobachten. So vermeidest du typische Startprobleme und sorgst langfristig für eine gesunde und geruchsfreie Wurmfarm.
Wurmfutter kleinschneiden oder pürieren?
Kompostwürmer besitzen keine Zähne. In ihrem schlauchartigen Magen befinden sich nur wenige Sandkörner, mit deren Hilfe das Futter mechanisch zerrieben wird. Um Nahrung aufnehmen zu können, sind sie daher auf Vorarbeit angewiesen. Diese übernehmen Millionen von Kompostbakterien, die sich auf das organische Material stürzen und es Schritt für Schritt zersetzen.
timmen die Bedingungen, vermehren sich die Kompostbakterien sehr schnell. Sie bauen das Kompostgut Zellwand für Zellwand ab. Genau deshalb wirkt Gemüse in der Wurmkiste oft lange frisch. Es wird kontinuierlich Schicht für Schicht abgetragen. Der Abfall scheint fast unberührt zu bleiben, bis er dann scheinbar über Nacht verschwindet.
Sobald die Bakterien ihre Arbeit getan haben, kommen die Würmer ins Spiel. Sie nehmen die entstandene Mischung aus Bakterien und zersetzten Nährstoffen auf. Im Magen wird alles mithilfe der Sandkörner weiter zerrieben. So entstehen stabile Ton Humus Komplexe, die für einen gesunden Boden besonders wertvoll sind.
Küchenabfälle pürieren: sinnvoll oder riskant?
Das Pürieren von Küchenabfällen hat den Vorteil, dass die gesamte Masse den Bakterien sofort zur Verfügung steht. So lässt sich eine Wurmkiste, in der akuter Futtermangel herrscht, schnell versorgen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten.
Pürierte Abfälle neigen dazu, zu fermentieren und unangenehme Gerüche zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, nach dem Pürieren etwa ein Drittel Kartonage mit zu füttern. Karton liefert Zellstoff und wichtigen Kohlenstoff für einen ausgeglichenen Kompostprozess.
Pürierte Abfälle sollten gut auf der Oberfläche verteilt oder leicht eingegraben werden, damit die Komposthelfer direkten Zugang haben. Diese Methode empfiehlt sich nur im Ausnahmefall, etwa bei Hunger. Für den normalen Betrieb lohnt sich der zusätzliche Energieaufwand nicht.
Wurmfutter einfrieren: wann es Sinn macht
Wurmfutter kann eingefroren werden, um dann schneller zur Verfügung zu stehen.
Grundsätzlich sollte der Energieaufwand zum Einfrieren von Küchenabfällen vermieden werden. Es gibt jedoch zwei Situationen, in denen diese Methode sinnvoll sein kann. Erstens, wenn die Würmer akut unter Futtermangel leiden. Zweitens, wenn sich Larven in den Abfällen befinden.
Wurden die Würmer längere Zeit nicht gefüttert, kann es vorkommen, dass sie auf Futtersuche gehen. Um schnell verfügbare Nahrung bereitzustellen, können zwei bis drei Handvoll Gemüseabfälle für etwa zwölf Stunden eingefroren werden. Nach dem Auftauen werden sie zusammen mit ein paar Mineral Mix Pellets in der Wurmkiste vergraben. Nach wenigen Tagen ist der Hunger gestillt.
Beim Einfrieren zerstört das gefrierende Wasser die Zellwände des Gemüses. Nach dem Auftauen können die Bakterien das Material besonders leicht verarbeiten. Achten Sie dabei auf die freigesetzte Feuchtigkeit, vor allem bei Wurmkiste aus Holz.
Kleine Futterhaufen als goldener Mittelweg
Wurmkiste Futter Haufen
Nach vielen Jahren Erfahrung hat sich ein Vorgehen bewährt: das Anlegen kleiner Futterhaufen. Werden diese nebeneinander platziert, lässt sich gut beobachten, wie lange die Umsetzung dauert. So bekommen Sie ein gutes Gefühl dafür, wie aktiv Ihre Wurmkiste ist.
Kleine Haufen sorgen für ausreichend Sauerstoff, ohne dass die Abfälle zu schnell austrocknen. Das erleichtert den Bakterien die Arbeit. Mineral Mix und Kartonage sollten weiterhin großflächig auf der Oberfläche verteilt werden, da sie Struktur geben und den pH Wert im entstehenden Wurmhumus regulieren.
Was gehört in die Wurmkiste?
Die Faustregel lautet: Alles Organische außer Fisch, Fleisch und Milchprodukten (dafür gibt es Bokashi Komposter). Zitrusfrüchte und Zwiebelgewächse sollten ebenfalls nur sehr sparsam oder gar nicht verfüttert werden.
Im Alltag tauchen dennoch viele Detailfragen auf, etwa zu Schalen, scharfen Lebensmitteln oder bestimmten Gemüsesorten. Da diese Themen oft differenziert betrachtet werden müssen, hilft eine strukturierte Übersicht dabei, die richtige Entscheidung zu treffen
Aber was verarbeiten die Kompostwürmer in der Wurmkiste eigentlich am besten?
Kompostwürmer fressen fast alles Organische
Im Laufe der 15+ Jahre, die wir Kundenfragen zu diesem Thema beantworten, gibt es immer mal wieder Fragen zu spezifischen Dingen: „Kann Kiwi mitsamt Schale in die Wurmkiste geworfen werden?“ „Wie viel Kürbisschalen ertragen meine Würmer bevor die Wurmkiste kippt?“ „Finden Würmer Chilis nicht zu scharf“ sind nur einige Beispiele.
Da die Antworten teils doch etwas genauer sein müssen, haben wir daher die interaktive Wurmfutter Tabelle ins Leben gerufen. Dort finden Sie nicht nur die Möglichkeit nach dem Futter Ihrer Wahl zu suchen, sondern Sie können auch eintragen, was Sie füttern möchten. Wir „beantworten“ dann regelmäßig, indem wir Ihre Futtermittel einordnen.
Zusammen mit unserem WhatsApp Service, sollte es dann immer möglich sein, Wurmfutter-Fragen beantwortet zu bekommen.
Kleine Hilfestellungen und Anleitungen wie diese liefern wir Ihnen auch gerne mit unseren Kompost Newsletter. Tragen Sie sich jetzt ein, um das eBook „Besser Kompostieren“ zu bekommen.
Wir werden oft gefragt, welche Fehler bei der Wurmkompostierung gemacht werden können. Basierend auf unserer persönlichen Erfahrung mit Wurmkisten, dem jahrelangen Austausch im Rahmen unseres Experten-Netzwerkes (Pro-Wurm.org) und den zahlreichen Konversationen per Telefon, E-Mail oder WhatsApp mit unserer Kundschaft haben wir 7 potenzielle Probleme beim Betrieb einer Wurmkiste identifiziert. Gut zu wissen: Die beschriebenen Probleme treten nicht oft auf. Dennoch wollen wir sie ansprechen, damit Sie selbst zum Experten werden und das Problem lösen können.
Vorneweg ein Hoch auf Wurmkiste und Kompostwurm: Sie sind eine unglaublich praktische Hilfe – sowohl im Haushalt als auch im Garten. Die rasche Verwertung organischer Abfälle durch Kompostwürmer funktioniert wunderbar, wenn diese ihre Arbeit in einer für sie optimalen Umgebung verrichten können. Stimmen die Parameter pH-Wert, Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffgehalt, sind die Kompostwürmer Weltmeister bei der Umwandlung von pflanzlichem Material in nährstoffreiche Komposterde (Wurmhumus), die Sie zur Düngung aller Ihrer Pflanzen verwenden können. Je ausbalancierter das System, umso besser. Daher gilt: Die Wurmkiste kann Experimente zwar vertragen, aber es fördert den Kompostprozess meist nicht.
Was kann also schiefgehen? …
1. Schimmelbildung, Fäulnis, schlechte Gerüche
Wenn sich trotz eifriger und vitaler Kompostwürmer Schimmel bildet oder die organischen Abfälle anfangen zu faulen und dadurch ein unangenehmer, säuerlicher Geruch entsteht, ist das ein Zeichen dafür, dass zu viel gefüttert wird. Das kann passieren, wenn eine Wurmkiste neu in Betrieb genommen wird und sich die Würmer noch akklimatisieren müssen, oder wenn mal besonders viele organische Abfälle im Haushalt anfallen und man nicht daran denkt, dass ein Zuviel auch die verfressensten Helferlein nicht bezwingen können.
Bezüglich der Futtermenge gilt folgende Faustregel: Ein Kompostwurm verdaut circa die Hälfte seines Eigengewichtes – rund 0,4 Gramm bringt er im ausgewachsenen Stadium auf die Waage. Junge Würmer fressen daher naturgemäß weniger. Deren Appetit steigert sich dann mit dem Lebensalter.
Allerdings hängt die „Fressleistung“ auch noch von der Temperatur in der Wurmkiste ab. Je kühler es ist, umso geringer ist auch der Appetit. Das Temperaturoptimum liegt zwischen 20 und 25 °C; unter 15 °C wird die Nahrungsaufnahme eingeschränkt.
So können Sie bei der Fütterung vorgehen: Beim Start einer Wurmkiste haben Sie 1000 Kompostwürmer; hierfür reichen 3 x pro Woche etwa 2 Handvoll pflanzliche Küchenabfälle. Erhöhen Sie diese Menge nach 3 Monaten auf 3 bis 4 Handvoll. Im Idealfall benötigen neu hinzugegebene Abfälle ca. 6 bis 8 Wochen, bis sie vollständig umgesetzt sind. Bleiben sie länger liegen oder bildet sich Schimmel, entfernen Sie diese und verringern die Menge um 1 Handvoll wöchentlich für 6 Wochen.
2. Wurmflucht
Die gefürchtete Wurmflucht tritt meistens aus einem einfach zu vermeidenden Grund auf: Die Kompostwürmer haben Hunger. Und da ist es nicht anders als bei uns Menschen … Sie machen sich auf die Suche nach verwertbarem Futter – und zwar mit Nachdruck und über die Grenzen der Kiste hinaus.
Wer in Haufen füttert, erkennt, was wie schnell kompostiert wird.
Hier gilt auch zu bedenken: Nicht alles, was in die Kiste geworfen wird, ist sofort verwertbar. Selbst ein weiches Salatblatt muss erst 2 bis 3 Tage welken und von Bakterien zersetzt werden, damit es für die Würmer konsumierbar ist. Achten Sie deshalb bitte darauf, dass ausreichend organische Abfälle in verschiedenen Rottestadien vorhanden sind. Wer ein Gefühl dafür bekommen möchte, welche Abfälle wie schnell verwertet werden, sollte kleine Haufen bilden, die mit Abstand zueinander platziert werden. So ist zu erkennen, wie viele Wochen vergehen, bis die jeweiligen Haufen ganz verschwunden sind.
3. Die richtige Futtermenge wird eingehalten, aber es läuft trotzdem nicht
Auch Würmer sind auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen, um gesund und vital zu bleiben. Es ist also wichtig, auf die Zusammensetzung des Futters zu achten.
Am gesündesten und natürlichsten ist ein Mix aus …
Gemüseresten
Obstschalen
Zeitungspapier (kein Hochglanzpapier!)
Tee- und Kaffeesatz (in Maßen)
Wenn die Würmer die angebotene Nahrung gut verwerten und vertragen, entsteht mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt. Es gibt durchaus Raum für Variationen, doch mit zu vielen spontanen Änderungen in der Speisenfolge kommen Kompostwürmer nicht gut klar. So macht beispielsweise eine Schwemme an Wassermelonenresten im Sommer, die von Kürbiskernen und -schalen im Herbst abgelöst wird und schließlich in eine monatelange Abwesenheit von Obst übergeht, den Würmern und den helfenden Kompostbakterien das Leben schwer. Neuartige Nahrung wird immer erst zögerlich verarbeitet werden. Zudem beeinflussen die vom organischen Material abhängigen Schwankungen im pH-Wert das gesamte Milieu in der Wurmkiste.
Kürbis wächst auf einem Komposthaufen zwar gut, aber in der Wurmkiste kann er Probleme machen.
Neben der Zusammensetzung spielt auch die Art der „Zubereitung“ eine Rolle. Um die Aufnahme zu erleichtern, ist es wichtig, das Futter etwas klein zu schneiden (vor allem, wenn es hart ist, wie Kohlestrünke oder Möhrenstücke). Außerdem mögen es die Kompostwürmer, wenn das Futter nass ist. Die Abfälle können auch in Zeitungspapier eingewickelt zugegeben werden. Das freut die Würmer und beugt außerdem massiven Fruchtfliegenbefall vor, zu dem wir später noch kommen werden.
4. Die Kompostwürmer vermehren sich nicht ausreichend
Mineral Futter für Kompostwürmer
Würmer benötigen für ihre Gesundheit bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente. Vor allem Calcium, Kalium und Phosphor sowie Eisen sind wichtig, um die Fortpflanzungsfähigkeit zu erhalten. Während sich Würmer in freier Wildbahn selbstständig holen, was sie brauchen, ist es bei einer Wurmkiste, die einen begrenzten Raum darstellt und keine Ausweichmöglichkeiten in mineralstoffreichen Naturboden bietet, unerlässlich, regelmäßig Mineral-Futter zuzugeben. Ein Mangel fällt meistens erst recht spät auf. Wenn schließlich die Wurmkiste streikt, dann sind es ganz typische Anzeichen, die auf ein Problem der Wurmkistenpopulation hinweisen und in aller Regel auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen sind.
Das Mineral-Futter enthält alles, was an Mineralstoffen und Spurenelementen benötigt wird, und ist mit pflanzlichem Protein angereichert, das die Würmer wieder fetter und aktiver werden lässt. Das wiederum erhöht die Leistungsfähigkeit und Fortpflanzungsbereitschaft.
5. Es bildet sich kein wohlriechender Wurmhumus
Die Bildung von wertvollem Wurmhumus mithilfe der Kompostwürmer ist ein aerober Prozess. Sowohl die beteiligten Bakterien als auch die Würmer benötigen hierfür ein ausreichend belüftetes Substrat. Fehlt Sauerstoff, zeigt sich dies an Fäulnisprozessen, die so weit gehen können, dass der komplette Inhalt der Wurmkiste ausgetauscht werden muss. Wenn Fäulnis nicht nur an vereinzelten Stellen, sondern großräumig auftritt, dann ist meistens Staunässe im Spiel. Zu viel Wasser drückt den Sauerstoff aus den Poren und der aerobe Verrottungsprozess kommt zum Erliegen. Mehr dazu im Artikel Wurmtee stinkt – soll Komposttee so sein?
Wurmhumus: Kompost aus Pferdemist
Achten Sie daher immer darauf, dass zusätzlich trockene Kartonage beigelegt wird (sie saugt überschüssige Feuchtigkeit auf und wird auch gefressen), und lassen Sie das Sickerwasser – den Wurmtee – regelmäßig ab, wenn dies möglich ist. Sollte die Wurmkiste aus Holz bestehen und keinen Bereich haben, in dem Sickerwasser aufgefangen wird, ist die Kontrolle der Feuchtigkeit etwas schwieriger, aber machbar. Die Gefahr der Staunässebildung ist einer der Gründe, warum wir die Wurmkiste aus Holz nur erfahrenen Kunden empfehlen.
6. Kompostwürmer sterben
Kompostwürmer sind in der Regel robust, aber ein Faktor kann ihnen schnell zum Verhängnis werden: sommerliche Hitze oder Eiseskälte. Das Temperaturoptimum der Kompostwürmer liegt zwischen 15 und 25 °C. Liegt die Temperatur kurzzeitig darüber oder darunter, stellt das noch kein Problem dar, langfristig führen Temperaturextreme jedoch zum Absterben der Wurmpopulation, wenn nicht gegengesteuert wird.
Ab Temperaturen über 30 °C fangen Würmer an, zu sterben. Der Rotteprozess läuft durch die höheren Temperaturen anders ab, was das Milieu im Substrat zusätzlich verändert und einen weiteren Stressfaktor für die Kompostwürmer darstellt. Vor allem Wurmkisten aus Kunststoff erwärmen sich sehr schnell, und wenn sie eine dunkle Farbe hat, umso mehr. Im Sommer sollte die Wurmkiste deshalb unbedingt durchgehend im Schatten aufgestellt sein und weitere Kühlungsmaßnahmen ergriffen werden.
Wasser sorgt für Abkühlung
Dazu gehört auch, den Feuchtigkeitsgehalt zu überprüfen. Im Idealfall liegt er zwischen 60 und 85 Prozent. Die Oberfläche trocknet gerade im Sommer gerne mal aus, aber gießen Sie nicht allzu viel! Die Krümelstruktur sollte noch erkennbar bleiben. Wenn Sie das Gefühl haben, zu viel Wasser hinzugefügt zu haben, dann öffnen Sie den Ablasshahn, falls vorhanden, und warten, bis nichts mehr nachtröpfelt. Mit einem Brauseaufsatz auf der Gießkanne können Sie besser dosieren. Eine Hanfmatte, die Sie über die Abfallschicht legen können, schützt sehr effektiv vor Austrocknung und hält das Substrat dadurch etwas kühler.
Auch bei Frost besteht die Gefahr, dass die Würmer sterben. Sowohl bei extremer Kälte als auch bei großer Hitze empfiehlt sich ein Standort im Haus. Sehr gut geeignet ist der Keller. Die Temperaturen sind dort gleichmäßiger und liegen in der Regel im optimalen Bereich für Kompostwürmer.
Unsere Wurmtruhe aus Fichtenholz aus zertifizierter nachhaltiger Waldwirtschaft (FSC®)
Das Material, aus dem die Wurmkiste besteht, spielt eine Rolle bei extremen Temperaturschwankungen. Holz hat im Gegensatz zu Kunststoff eine geringe Wärmeleitfähigkeit und bietet somit hervorragende Dämmeigenschaften – sowohl gegen Wärme als auch gegen Kälte. Wer also keine Möglichkeit hat, den Standort anderweitig zu optimieren, kann mit einer Wurmkiste aus Holz Abhilfe schaffen. Wie Sie außerdem einen Hitze- oder Kälteschock und das Absterben der Würmer bei ungewöhnlichen Außentemperaturen verhindern können, lesen Sie in unseren Artikeln Wurmkiste im Sommer und Wurmkiste im Winter. Dort finden Sie viele wertvolle Tipps, um Ihre Wurmkiste zu schützen.
7. Stagnierende Prozesse, komischer Geruch
Bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C haben Kompostwürmer den meisten Appetit
Und noch einmal geht es um die Temperatur. In der kalten Jahreszeit, wenn das Thermometer zwischen 0 und 10 °C anzeigt, werden die Kompostwürmer etwas träge. Sie reagieren beispielsweise viel langsamer, wenn Sie den Deckel anheben, und verschwinden nicht sofort in dunkle, geschützte Zonen. Sie fressen auch weniger, was daran zu erkennen ist, dass die übliche Menge länger liegenbleibt. Wenn dann weiterhin die gleiche Menge zugegeben wird, kann es passieren, dass Fäulnisprozesse einsetzen und ein komischer Geruch entsteht. Sie können das verhindern, indem Sie die Nahrungsmengen dementsprechend verringern.
Um den Kompostierungsprozess wieder anzukurbeln, können Sie die Kiste ins Haus verfrachten. Der Temperaturanstieg sollte jedoch nicht zu abrupt erfolgen. Ist das Substrat zu feucht und riecht leicht unangenehm, entfernen Sie diese Stellen. Graben Sie das Substrat dann zur Belüftung einmal vorsichtig komplett um und arbeiten dabei ein paar Stücke trockene Kartonage zur Feuchteregulierung unter. Füttern Sie danach normal weiter.
Fruchtfliegen – ein spezielles Problem zur Sommerzeit
Die sogenannte Achillessehne der Wurmkiste stellt die Anfälligkeit für einen Fruchtfliegenbefall dar. Die nervigen kleinen Fliegen (Drosophila melanogaster) kennt wohl nahezu jeder – vor allem im Sommer umschwirren sie gerne unser Obst. Während andere Fliegen der Wurmkiste fern bleiben – solange sie im Haus steht und kein tierisches Protein gefüttert wird –, kommen Fruchtfliegen quasi per Menschentaxi direkt in die Kiste, denn die Eier befinden sich meistens bereits in der Schale, wenn wir die Früchte kaufen, oder gelangen während der Lagerung im Haus dorthin.
Drosophila-Weibchen legen in ihrem ca. 8-wöchigen Leben bis zu 400 Eier, aus denen nach wenigen Stunden Larven schlüpfen. Nach 1 bis 2 Wochen hat sich aus einer Larve eine erwachsene Fruchtfliege entwickelt, die geschlechtsreif ist. Das verdeutlicht, wie schnell aus 2 bis 3 Individuen eine Plage werden kann.
Mit bloßem Auge lässt sich nicht erkennen, ob Eier vorhanden sind. Also gilt es, alles an präventiven Maßnahmen zu ergreifen, was geht. Hierzu erfahren Sie mehr in unserem Artikel über Fruchtfliegen und deren Bekämpfung.
Wird oft Obst gefüttert, kann auch Urgesteinsmehl eingesetzt werden. Ein regelmäßiges Bepudern der Substrat-Oberfläche behindert die Fruchtfliegen. Diese Maßnahme sollte aber maximal 8 Wochen und nur unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden: Messen Sie den pH-Wert in der Wurmkiste, denn zu viel Urgesteinsmehl kann diesen erhöhen. Mit alkalischen Werten kommen Kompostwürmer nicht gut klar. Wenn Sie normalerweise auch Kaffeesatz in der Wurmkiste kompostieren, wird das allerdings nicht so schnell passieren, da dieser den pH-Wert senkt. Wenn Sie das aber in der Regel nicht tun, sollten Sie Kaffeesatz nur sehr vorsichtig dosiert zugeben.
Probleme sind da, um gelöst zu werden
… Deshalb gilt: Nicht verzagen, Wurmwelten fragen! Sollte trotz all unserer aufgeführten und sehr effektiven Maßnahmen wider Erwarten das Milieu doch einmal gekippt sein, empfehlen wir Ihnen, die Wurmkiste mit einem Starterset zu retten. Wir helfen Ihnen dabei und geben individuell angepasste Tipps, zum Beispiel per E-Mail, Telefon oder WhatsApp-Support.
Unsere praktischen Erfahrungen, die wir mit möglichst vielen Wurmkompostierungsfans teilen und diskutieren, werden regelmäßig revidiert und ggf. angepasst. Wenn Sie Lust haben, diskutieren Sie mit, zum Beispiel in unserem Kompost-Forum oder unserer Facebook-Gruppe. Aktuelle Neuigkeiten teilen wir auch in unserem Kompost-Newsletter.