Pferdemist dampft
Pferdemist Entsorgen

Pferdemist im Winter kompostieren

Ja, auch im Winter ist es möglich Pferdemist* zu kompostieren, solange der Misthaufen groß genug ist oder in einem Flachsilo lagert und genügen Kompostwürmer eingesetzt werden. Aber warum sollte man das tun?

Es gibt viele Gründe:

  • Der fertige Kompost soll im Frühjahr als Dünger eingesetzt werden.
  • Der fast reife Kompost kann als Wärme und Dünger Quelle in Früh- und Hochbeeten eingesetzt werden.**
  • Pferdebesitzer möchten den Pferdemist kompostieren um den benötigten Lagerplatz zu verringern.
  • Die Geruchsbelästigung vom frischen Mist soll schnell vermindert werden.

pferdemist_dampfDank der hohen mikrobakteriellen Aktivität in einem Misthaufen, kann dieser warm genug werden, um auch bei Minusgraden eine Heißrotte zu gewährleisten. So kann der Mist bereits im Frühjahr als bio-organischer Dünger eingesetzt werden. Die Kompostwürmer nutzen die Ränder des warmen Misthaufens um das Volumen zu reduzieren und die Nährstoffe zu binden.

Um die Heißrotte zu starten sind folgende Dinge besonders wichtig:

  • Eine Mindestgröße des Misthaufens oder eine Dämmung (Flachsilo).
  • Die richtigen Bakterien (aerobe Rottebakterien).
  • Viel Sauerstoff um die Bakterien am Leben zu erhalten.
  • Hilfreich ist Wasser und ein Kompostbeschleuniger.

Pferdemist zu kompostieren ist sehr einfach

Eine gute Rotte benötigt Temperaturen um die 30°C. Eine Heißrotte, die nötig ist, um eventuelle (Unkraut) Samen unschädlich zu machen, sollte sogar auf 60-70°C kommen. Um diese Temperaturen trotz der kalten Witterung zu bekommen, ist eine Dämmung nötig. Am besten kommt diese vom Mist selber. Je kälter es wird, desto größer sollte der Misthaufen sein damit in Inneren des Haufens die nötigen Temperaturen entstehen. Eine Mindestgröße von 2-3m³ ist angemessen.

Um den Mist möglichst schnell zu Kompost zu verarbeiten, sind ein häufiges Umsetzten oder viele Kompostwürmer unerlässlich. Dabei wird Sauerstoff in den Pferdemist gebracht, der für den Rotteablauf nötig ist. Da Sauerstoff bei einer guten Rotte schnell verbraucht wird, ist eine Wiederholung bis zu 3x sehr empfohlen und bis zu 6x förderlich. Ein gutes und häufiges Umsetzten, ist das Geheimnis eines guten Kompostes! Ist die richtiges Menge an Kompostwürmern im Haufen, kann das Umsetzten stark reduziert werden.

Kompostmiete abdecken

Bei dem Umsetzen sollte der Mist gut aufgelockert werden und die Feuchtigkeit im Inneren des Misthaufens beobachtet werden. Trockene Stellen mit einer Gießkanne oder einen Schlauch anfeuchten. Dabei ist es aber wichtig, dass der Mist nicht mit Wasser ertränkt wird. Das würde unnötiges Sickerwasser entstehen lassen.

Achtung: Ist der Mist erst einmal völlig durchgetrocknet, wird er sogar wasserabweisend (hydrophob) und besonders schwer wieder zu regulieren.

Pferdemistmiete Vorlage
Pferdemistmiete Vorlage

Besonders bei größeren Mengen, hat es sich bewährt dreieckige Mieten mit einer Grundfläche von 1,5 m Breite und ein maximalen Höhe von ca. 30cm anzulegen. Diese Mieten werden mit Kompostplane abgespannt, um ein Auswaschen durch Regen zu verhindern. Gleichzeitig erlauben diese Gewebeplanen einen Austausch der Gase und unterstützen so die aerobe Kompostierung.

Kompostbakterien

Um den Vorgang zu beschleunigen, und um die Qualität des entstehenden Kompostes zu erhöhen, sollten man beim Umsetzten auch „gute“ Rottebakterien zuführen. Diese aeroben (sauerstoffliebenden) Bakterien finden Sie in der Erde Ihrer Wurmkiste, in fertigem Wurmhumus oder reifen Kompostes aus dem Garten.

Mischen Sie pro m³ Mist etwa einen Liter fertigen Kompostes unter, um die Bakterien gut zu verteilen. Auch hier ist der Einsatz von Kompostwürmern wieder hilfreich. Sie bringen die richtigen Bakterien selber mit.

In den 3-4 Tagen nach dem Umsetzten sollte sich der Misthaufen stark erhitzen. Dies kann an aufsteigendem Dampf beobachtet werden. Profis beobachten die Temperaturkurve Mithilfe eines Kompost Thermometers, aber das ist nicht zwingend nötig. Nach einer Woche sinkt die Temperatur wieder und spätestens jetzt ist der Sauerstoff im Misthaufen aufgebraucht. Wiederholen Sie jetzt das umsetzten und achten Sie darauf, dass Randbereiche des Misthaufens jetzt in die Mitte geschoben werden und das die optimale Feuchtigkeit (wie ein ausgedrückter Schwamm) beibehalten wird. Haben Sie schon mit Kompostwürmern geimpft? Dann sollten Sie nur die Hälfte des Haufens wenden, bzw. die Würmer die Arbeit machen lassen.

Es gibt hilfreiche Zusätze, welche die Rotte beschleunigen oder das Umsetzten ersetzen können. So ist eine Mischung aus Wasser, Melasse und Hornmehl ein sehr gutes Antriebsmittel, um die für die Heißrotte nötigen Temperaturen zu erhalten. Dazu werden 10L lauwarmes Wasser mit 200ml Melasse und 2 Handvoll Hornmehl gemischt. Sobald sich die Melasse aufgelöst hat, wird dieser Kompostbeschleuniger per Gießkanne auf dem Misthaufen verteilt.

Pferdemist als Dünger

Fertiger KompostNach dem dritten Durchlauf sollte der Mist schon sehr zersetzt und dunkel sein. Die Struktur sollte zusehends krümelig sein. Der Geruch sollte erdig sein. Nachdem der Kompost den Kressetest bestanden hat, ist er reif und kann als bio-organischer Dünger eingesetzt werden. Davor (also als unreifer Kompost) kann er in Gewächshäusern, Hochbeeten und Hügelbeeten als Langzeit Quelle für Wärme und Nährstoffe dienen. Dazu wird eine dicke Schicht unreifen Kompostes etwa 30cm tief unter die neuen Pflanzen eingegraben. Die aufsteigende Wärme hilft dem jungen Pflanzen beim Wachstum.

Achtung beim Umsetzten! Wenn Sie Kompostwürmer (Eisenia fetida) eingesetzt haben um das Umsetzten von den Würmern erledigen zu lassen, wenden Sie bitte zuerst nur maximal die Hälfte des Misthaufens. So können die Kompostwürmer vor der Heißrotte fliehen. Die starken Temperarturschwankungen würden die Würmer sonst vertreiben. Wenn Sie möchten, dass die Kompostwürmer bereits während der kalten Monate eine Reduktion des Misthaufens erreichen, ist es wichtig mindestens 1000 Kompostwürmer pro m² Misthaufen einzusetzen.

Weitere Links:

Eine tolle Anleitung für Hochbeete.

Wenn Sie dauerhaft Kompostwürmer in großen Stil halten wollen, sollten Sie dieses Buch lesen.

*Der typische Pferdemist Haufen besteht aus Stroh, Pferdeäpfeln, Pferdeurin und eventuell zusätzlicher Einstreu und Getreidereste. Sollten Sie Flachs oder Holzpellets als Einstreu verwenden, ändert sich die Anleitung etwas. Fragen Sie im Kompost Forum nach, falls Sie Fragen haben!

**Unreifer Kompost ist noch so voller bakteriellem Lebens, dass Wärme entsteht, welche in Frühbeeten und Gewächshäusern dazu genutzt wird eine frühere oder größere Ernte zu erreichen. Eine Anleitung für ein Frühbeet finden Sie hier: Frühbeet aus Paletten.

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Bokashi und Kompostwürmer
Wurmkisten, Kompostwürmer, Bokashi Komposter, Komposthaufen, Produkte

Bokashi + Kompostwürmer = ?

Auf Internet Seiten, die effektive Mikroorganismen (EM) und das kompostieren mit Bokashi beschreiben, wird oft behauptet wie Bokashi Kompost Regenwürmer anlockt. Diese Behauptung ist irreführend und teilweise schädlich. Ich habe diese schon oft gelesen und mich immer wieder daran gestört. Leider werde ich auch zunehmend auf die Kombination von Bokashi Eimern und Kompostwürmern angesprochen. Besonders in unserem Forum wurde viel versucht und heiß diskutiert.

Bokashi Eimer
Bokashi Eimer mit Abflusshahn

Effektiven Mikroorganismen sind vorwiegend anaerobe Organismen, d.h. Sie mögen keinen Sauerstoff und gehen bei Kontakt mit Sauerstoff kaputt oder in eine Art Starre. (Daher muss auch der Deckel des Bokashi Eimers so fest verschlossen werden). Außerdem lieben Sie es sauer.

Der optimale pH Wert für die Bokashi Bakterien ist um die 5. Solange der pH Wert des Bokashi unterhalb von 5 ist, wird sich ein Kompostwurm nur sehr kurz darin aufhalten wollen. Kompostwürmer atmen über die Haut. Damit sich der nötige Sauerstoff aus der Luft in dem Würmer „Blut“ lösen kann, ist ein Gleichgewicht der Schleimhaut wichtig. Ein pH Wert von 5 stört dieses Gleichgewicht und damit die Atmung. Besonders die in EM enthaltenen Milchsäure Kulturen stellen eine direkte Gefahr für die Schleimhaut der Würmer dar.

Kompostwürmer Eisenia fetida
Kompostwürmer Eisenia fetida

Ein vermischen von Bokashi Resten (2-3 Wochen alt) mit dem Komposthaufen wird alle Regen- (Lumbricus terrestris) und Kompostwürmer (Eisenia fetida, et al)  für Wochen daraus vertreiben.

Der richtige Weg ist es, den Inhalt des Bokashi Eimers komplett und als Ganzes im Kompost zu vergraben – oder noch besser – ihn an andere Stelle im Garten durch eingraben vererden zu lassen. Erst dann „vererdet“ das Bokashi und verliert seine „Schärfe“.

Zudem lösen sich erst jetzt die Zellstrukturen des Bokashi Gutes auf. Nach 2-6 Wochen Erdkontakt ist der vererdete Bokashi dann Wurmfutter! Die Zellstrukturen sind bereits auf gebrochen, so haben die Bakterien der Würmer leichtes Spiel. Füttern sie trotzdem mit Vorsicht und zuerst nur eine kleine Menge. So können Sie beobachten wie die Kompostwürmer reagieren.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich bin selber überzeugter Nutzer und Vertreter von (vielen) EM Produkten und es ist richtig, das Regen- und Kompostwürmer von den Nährstoffen aus dem vererdeten Bokashi Resten angezogen werden. Dies passiert aber nur nachdem der Prozess fast ganz abgeschlossen ist und wenn nicht gerade ein Komposthaufen in der Nähe ist.

Dieser Fehler auf vielen Webseiten kam sicher nur durch eine starke Vereinfachung der Sachlage und dann durch hundertfaches kopieren von Menschen, die sich mit dieser Materie einfach nicht so auseinander gesetzt haben.

Nach wie vor gilt für unsere Kunden und andere Wurmkisten Besitzer: Experimentiert fröhlich weiter, aber vielleicht nicht mit Bokashi Substrat in der Wurmkiste! Die meisten meiner Experimente endeten in sehr verschreckten Würmern und keinem brauchbaren Substrat.

Auf unserem Forum finden Sie übrigens viele Kunden die bereits (erfolglos) versucht haben, Bokashi und Kompostwürmer zusammen zu führen und dabei tolle Sachen versucht haben. Hier zum Beispiel der recht erfolgreiche Versuch Sauerteigkulturen und die Wurmkiste zu kombinieren. Was meinen Sie?

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Terra Preta
Naturgarten

Terra Preta: Schwarzerde der Indios

Seit „Urban Gardening“ im Zusammenhang mit Sustainability und Permakultur von sich reden macht, ist auch immer öfter von Terra Preta die Rede. Doch was ist eigentlich das Neue daran?

Das Prinzip der Kompostierung ist bekannt: Organische Reste werden gesammelt, feucht gehalten und gut belüftet, damit viele Würmer, Asseln und andere Kleinlebewesen wie auch Mikroorganismen – Pilze, Fadenwürmer und Bakterien – davon zehren können. Die organischen Reste werden abgebaut, die Mineralien wieder frei und löslich und damit für die Pflanzen verfügbar.

Was ist also das Besondere – welches Geheimnis steckt hinter Terra Preta?

Terra PretaDie fruchtbare Schwarzerde ist menschengemacht, sie ist eine Entwicklung der Ureinwohner im Amazonasgebiet. Die Böden dort sind ursprünglich sehr nährstoffarm und doch findet man dort auch die fruchtbarsten Böden der Welt. Tatsächlich haben Forscher nachgewiesen, dass sich der Ernteertrag deutlich steigern lässt und die Pflanzen auch schneller wachsen, wenn auf einen mageren Boden eine Schwarzerdeschicht aufgetragen wird.

Wie genau die Amazonasindianer ihre fruchtbare Erde herstellten, ist noch nicht ganz bekannt. Sie verwendeten vermutlich Pflanzenabfälle, Dung, zerkleinerte Knochen und vielleicht auch Tonscherben. Die Tonscherben sind entweder Reste von Gefäßen, in denen die schwarze Erde hergestellt wurde, oder sie dienten dazu, die Feuchtigkeit besser zu halten.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist Pflanzenkohle. Diese verhindert die Auswaschung der Böden, speichert Wasser, bildet den Lebensraum für die wichtigen Mikroorganismen und speichert im Nebeneffekt Kohlenstoffdioxid. Möglicherweise spielte bei der selbsttätigen Regeneration der fruchtbaren Schichten in den Tropen auch eine langsame Inkohlung von Pflanzenmaterial eine Rolle.

Fruchtbare Schwarzerde für den Gärtner

WurmhumusViele bisherige Erkenntnisse sprechen dafür, dass die alte Bodenverbesserungstechnik der Amazonasindianer auch heute wieder Bedeutung erlangen könnte. Besonders dort, wo auf kleinem Raum oder auf sehr kargen Böden befriedigende Erträge erzielt werden sollen, also beispielsweise in Kleingärten, beim Urban Gardening auf der Terrasse oder beim Gemüseanbau in sandigen Hausgärten. Die meisten Anleitungen raten dazu Pflanzenkohle (die unbedingt giftfrei sein muss) mit diversen Mikroorganismen und Nährstoffen anzureichern.

Um Wurmhumus aus der Wurmkiste anzureichern, empfehlen wir eine Zugabe von etwa 10% um ein Gemisch aus 9 Teilen Wurmhumus und einem Teil Pflanzenkohle (Bio Kohle) zu erhalten. Dieser „schwarze Wurmhumus“ kann dann zu 10-20% zu neuen Erdmischungen hinzugefügt werden, um langfristig zu düngen und den Boden wieder zu beleben.

Inwieweit Terra Preta mit Pflanzenkohle auch in der Landwirtschaft erfolgreich angewendet werden kann und werden sollte, müssen die Ergebnisse der zahlreichen Forschungsvorhaben zeigen, die aktuell am Laufen sind.

Terra Preta – eine lange Tradition

Schon vor mehreren tausend Jahren wurde Terra Preta hergestellt. Heute lassen sich dicke Schichten dieser Erde in den Tropen finden. Besonders charakteristisch ist in diesem Zusammenhang der vergleichsweise hohe Gehalt an Humus. Ein Blick auf die weitere Zusammensetzung der „Wundererde“ zeigt, dass hier nicht nur Holzkohle, sondern auch…:

  • Asche
  • Biomasse
  • Exkremente
  • Abfälle und Lebensmittelreste
Pflanzenkohle
Pflanzenkohle zur Herstellung von Terra Preta

verarbeitet wurden. Aktuellen Forschungen entsprechend, haben die Menschen damals Tongefäße genutzt, um die Erde zu verwahren. Aufgrund der Tatsache, dass hierbei zu luftdichten Behältnissen gegriffen wurde, konnte die Erde konservieren und war vor äußeren Einflüssen, wie beispielsweise Insekten und Schädlingen geschützt, die ansonsten sicherlich durch die Essensreste angelockt worden wären. Die zugegebene Holzkohle bindet am Anfang des Prozesses die Gerüche und später die Nährstoffe optimal.

Wer heute seine Terra Preta selbst herstellen und im eigenen Garten nutzen möchte, profitiert oft nicht nur von einem atemberaubenden Effekt, sondern auch von einer deutlich komfortableren Herstellung als es noch vor Jahrtausenden der Fall war.

Terra Preta selbst herstellen

Um Terra Preta selbst herzustellen, braucht es keine tiefgreifenden Gartenkenntnisse. Im Folgenden finden Sie eine praktische Schritt-für-Schritt Anleitung…:

  1. Greifen Sie zu Garten- bzw. Küchenabfällen, die Sie auch im Zuge einer klassischen Kompostierung nutzen würden und schneiden Sie sie möglichst klein.
  2. Die Menge der Holzkohle, die Sie nun verwenden müssen, richtet sich nach der Menge der Abfälle. Generell gilt, dass sich die nun anzurührende Mischung zu 90 Prozent aus besagten Abfällen und zu 10 Prozent aus Holzkohle zusammensetzen sollte.Um zu vermeiden, dass die Holzkohle Schwermetall enthalten, achten Sie darauf Pflanzkohlen oder Biochar zu verwenden.
  3. Geben Sie nun ein wenig Steinmehl und effektive Mikroorganismen dazu. Letztere sind wichtig, um die Entstehung von Faulgasen zu verhindern.
  4. Schließen Sie den Behälter und geben Sie der Mischung circa zwei Wochen Zeit, um sich zu entwickeln. Sorgen Sie zudem dafür, dass in dem Raum, in dem Sie den Behälter aufstellen konstant mehr als 15°C herrschen.
  5. Nun geht es an die frische Luft! – Zumindest teilweise. Breiten Sie das Gemisch auf dem Boden im Garten aus und schützen Sie es mit Hilfe einer einfachen Plane vor Regen und Co.
  6. Lassen Sie alles circa ein halbes Jahr lang ruhen. In dieser Zeit kümmern sich Würmer und Co. um die weitere Aufwertung des Bodens.

So erkenne ich gute Terra-Preta-Erden

Inzwischen gibt es eine Vielzahl Terra Preta Erden im Handel. Damit der Überblick nicht verloren geht, müssen die Hersteller auf der Verpackung über den Verwendungszweck und wichtige Inhaltsstoffe informieren.

Ist die Erde frei von Schwermetallen und anderen Schadstoffen? Es muss klar angegeben sein.

Für Gärtner sind vor allem diese Angaben wichtig: Der pH-Wert sollte nicht über 7 liegen, der Salzgehalt keinesfalls höher als 2 g/Liter Erde. Mehr vertragen nur Starkzehrer wie Tomaten. Sollen große Mengen an Terra Preta ausgebracht werden, empfiehlt sich eine Bodenuntersuchung durchzuführen, um den Phosphat Gehalt zu bestimmen.

Terra Preta Erde anwenden

Ist Terra Preta nun fertiggestellt, eignet sich die Erde unter anderem hervorragend, um beispielsweise im Zusammenhang mit Zimmer- und Kübelpflanzen, jedoch auch im Garten verwendet zu werden.

Wichtig sind in diesem Zusammenhang die verschiedenen Vorgehensweisen. So ist es unerlässlich, sollte Terra Preta im Topf zum Einsatz kommen, ein Mischverhältnis von 1:2 (Terra Preta : Erde) zu wahren. Junge Pflanzen sollten nicht direkt mit dem kräftigen Bio-Dünger in Berührung kommen.

Wer Terra Preta im Garten nutzen möchte, bedeckt seine Beete mit der „schwarzen Erde“ und arbeitet diese nicht ein. Wie viel Erde genutzt werden sollte, ist im Wesentlichen von dem Boden und der Bepflanzung abhängig.

Wer auf mageren, sandigen Böden gärtnert, kann diese mit kohlehaltigen Erden verbessern. Das fertige Terra Preta mit Pflanzenkohle wird die Wasserspeicherfähigkeit um ein vielfaches erhöhen. Probieren Sie es aus.

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komposttee
Naturgarten

Warum Komposttee selber herstellen?

Komposttee brauen
Der Komposttee ist fast fertig

Lassen Sie Ihre Pflanzen eine Kur machen. Komposttee ernährt und heilt den Boden und nur in einem guten Boden können Ihre Pflanzen optimal gedeihen.

Vielleicht haben Sie schon von Komposttee gehört, aber vielleicht wussten Sie nicht, was der Unterschied zu Wurmtee ist und warum Komposttee so gut sein soll.

Wurmtee und Kompostee?

Wurmtee ist das Sickerwasser, welches entsteht, wenn Bioabfälle in Wurmkisten verarbeitet werden. Der Wurmtee ist voller Nährstoffe und Mikroorganismen und kann 1:10 verdünnt mit Wasser wunderbar als bio-organischer Dünger eingesetzt werden.

Vorteile des Komposttees

Komposttee verbindet fast alle Vorteile des Wurmhumus, bzw, Wurmtees mit einer schnellen Darreichungsform und einer noch höheren Konzentration an hilfreichen Mikroorganismen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Pflanzen schnell mit wertvollen Nährstoffen, aber vor allem mit schützenden Bakterien und Kieselsäure versorgen können.

Komposttee Inhaltsstoffe

Komposttee steigert das noch einmal, indem die hilfreichen Mikroorganismen auf natürlichem Weg vermehrt werden, so dass sie in noch höherer Konzentration verabreicht werden können. Weiterhin werden manche Zusatzstoffe wie Kieselsäure im Komposttee besser gelöst als in Wasser. Das freut die Pflanzen weil Kieselsäure hilft stärkere Zellwände zu „bauen“ und somit vor Schädlingen schützt.

Die vermehrten Bakterien helfen den behandelten Boden zu beleben und vorhandene Nährstoffe pflanzenverfügbar zu machen. Die Düngewirkung von Komposttee hängt also auch von den vorhandenen Reserven im Boden ab. Wird der Boden Biologisch gedüngt, kann der Tee seine größte Kraft entfalten.

Komposttee Set um Komposttee zu brauen
Komposttee Set um Komposttee zu brauen

Komposttee wird vor allem von professionellen Gärtnern in großen Mengen eingesetzt, um Pflanzen einer Kur zu Unterziehen oder um sie einfach vorbeugend zu stärken.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Komposttee nicht nur das Wachstum und die gesunde Entwicklung bei Kulturen stärkt, sondern auch eine schützende Wirkung gegen Schädlinge hat. Besonders Kieselsäure – welche die Blätter der Pflanzen gegen Stiche von Blattläusen stärkt – lässt sich in Komposttee gut lösen und so direkt auf die Blätter ausbringen.

Komposttee brauen

Wie wird Komposttee hergestellt? Komposttee wird mithilfe einer Star-Population von Bakterien (am besten Wurmhumus oder reifer Kompost), einem zuckerhaltigem Energieträger (Melasse ist am besten, weil voller Spurenelemente, Honig nicht weil antibakteriell) und viel Sauerstoff für 24 Stunden „gebraut“.

Dazu wird der Aktivator zusammen mit Wurmhumus und möglichst chlorfreiem (Regen-) Wasser 24 Stunden lang mit einer Luftpumpe belüftet.

Kompostee Aktivator
Wertvolle Mineralien im Komposttee

In dieser Zeit vermehren sich vor allem die aeroben Bakterien ins millionenfache. Dabei lösen sie wichtige Zusatzstoffe im sauerstoffreichem Wasser. So ist es zum Beispiel einfacher, die Pflanzen mit wichtiger Kieselsäure zu versorgen.

In der Aktivator Mischung unseres Komposttee-Sets sind noch folgende Inhaltsstoffe, welche den Tee verbessern:

Bentonit, ein Tonmineral welches hilft die Ton-Humus-Komplexe im Boden zu bilden und beim Spritzen des fertigen Komposttees für bessere Haftung auf den Blättern sorgt.

Urgesteinsmehl, eine Mineralmischung aus Dia Bas Gestein, welches Spurenelemente beinhaltet, die besonders für Lebensmittel wichtig sind. Die lösbare Mikronährstoffe erhöhen den Geschmack und die Lagerfähigkeit der Ernte.

Algenkalk, welcher den Boden vor dem Versauern schützt und viele Stoffwechselvorgänge der Pflanzen unterstütz. Durch seine neutralisierenden Eigenschaften macht Kalk manche Nährstoffe erst pflanzenverfügbar.

Pflanzenkohle – im Aktivator enthalten. Diese zertifizierte Pflanzenkohle ist garantiert frei von Giften und bietet den Bakterien und Mikroorgansimen eine ideal Oberfläche um sich zu vermehren und festzusetzen.

Komposttee Anwendung

Der fertige Komposttee wird nun entweder direkt auf den Boden um die Pflanzen gegossen, oder durch das Vlies gesiebt, um als Blattdüngung gespritzt zu werden. Dies geschieht am besten in der Wachstumsphase der Pflanzen und bevor es zu Problemen mit Schädlingen kommt.

Typisch sind Ausbringmengen von 150-200 Liter Komposttee pro Hektar auf den Boden und 20-40 Liter pro Hektar bei Blattdüngung.

Vor dem Düngen verdünnen

Der Komposttee sollte mit demselben chlorfreien Wasser verdünnt werden, damit die Bakterien nicht gestört werden. Idealerweise wurde auch dieses Wasser mit Sauerstoff angereichert.

Das Misch Verhältnis von Wasser zu Komposttee, hängt vom Einsatz ab, ob als Boden – oder Blattspritzung, sowie dem biologischen Zustand des Bodens und zuletzt ob die Pflanze nass oder trocken ist. Typisch ist hier 1 Liter Komposttee auf 5-10 Liter (belüftetes) Wasser.

Beim Ausbringen am Boden

Bei der Bodenapplikation (wenig Blatt und viel Boden) werden 150 – 200 Liter Komposttee pro Hektar ausgebracht.

Blattbehandlung

Bei der Blattspritzung (viel Blatt und wenig Boden) werden 20 – 40 Liter Komposttee pro Hektarausgebracht.

Komposttee ernährt und heilt den Boden ID 167992409
© Joaquin Corbalan
| Dreamstime.com

Der Düsendruck

Die Ausbringung sollte mit dem technisch geringst möglichen Düsendruck ausgeführt werden um Schaden an den Mikroorganismen zu verhindern. Ideal ist 1 bar Druck und 2 Bar sind eine gängige Einstellung. Werden 2 Bar Druck auch nur an der Düse überschritten, zerreißen viele Mikroorganismen und der Tee wirkt weniger stark.

Nach dem Brauen des Tees ist es wichtig, alle Utensilien gut zu reinigen und trocknen zu lassen, damit sich bei mehrfacher Verwendung nicht „schlechte“ Bakterien vermehren.

Nachteile von Komposttee

Ein großer Nachteil des Komposttee ist, dass er nicht lagerfähig ist. Die Bakterien verbrauchen den angereicherten Sauerstoff recht schnell und beginnen dann zu kippen. Wenn der Komposttee schlecht zu riechen beginnt, sollte er entsorgt werden. Ein erneutes Aktivieren ist zwar möglich, aber weitaus schwieriger und weniger ergiebig als neu zu beginnen.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich, wenn man den Nährstoffgehalt des Tees einrechnen muss. Dies ist Aufgrund der gelösten Salze mithilfe des EC Wertes zwar möglich, aber welche Makronährstoffe (NKP) enthalten sind, ist schwierig zu bemessen. Daher sollte Komposttee nur Mittel- bis Starkzehrern gegeben werden. Schwachzehrer (Kräuter, etc.) könnten sonst mit der Menge an Nährstoffen überfordert sein.

Komposttee Nachfüll Set

Machen Sie den Versuch: Gießen Sie Ihre Pflanzen mit selbst hergestelltem Komposttee und vergleichen Sie den Effekt! Die Komposttee Anleitung zu unserem Set finden Sie hier.

Jetzt gibt es auch ein praktisches Komposttee Nachfüll Set.

Auf dem Kompostforum oder Facebook können Sie die Ergebnisse mit anderen Gärtnern vergleichen. Kommen Sie auf einen Besuch vorbei, das registrieren dauert nur 3 Minuten.

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Naturgarten

Mit Nistkästen gegen Schädlinge

BlaumeiseBlaumeisen, Rotschwänzchen und Schwalben sind sehr geeignet um Ihren Garten von schädlichen Insekten zu befreien und gleichzeitig Ihre Ohren zu erfreuen!

Da diese Arten den ganzen Sommer lang brüten (bis zu 4x) werden Nistkästen auch zu dieser Jahreszeit noch angenommen. Das ist wunderbar, da besonders Blattläuse auf dem Speiseplan der hungrigen Blaumeisen steht. Aber auch Bucheckern und Kastanien werden von den Vöglen gefressen. Rotschwänze fressen sogar Schnecken, was jeden Gärtner freuen wird.

Nistkästen für Blaumeisen und Rotschwänchen sollte der Anleitung gemäß etwas Höher an den Bäumen platziert werden. Hilfreich ist auch genügend Nistmaterial zur Verfügung zu stellen (Etwa in durch eine mit Nistmaterial gefüllte Futterfeder). Das Nistmaterial sollte vor allem aus Heu, Moos und kurzen Haaren bestehen, damit sich die Vögel das Material nicht um die Beine wickeln können.Zaunkönig Nistkasten

Um Schwalben den Nestbau einfacher zu machen hilft eine Püfte mit Tonerde oder ein Misthaufen. Die liefern das Material für das Schwalbennest. Alternativ und wenn man den Standort des Nestes selber wählen möchte, gibt es fertige Schwalbenester.

Weiterführende Links:
Blaumeisen (Wikipedia)

Singvögel bestimmen (Nabu)

Wir freuen uns über Kommentare und Fragen auf dem Kompost Forum oder der Wurmwelten Facebook Seite!

 

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3-Kammer-Kompost
Komposthaufen

Kompostbeschleuniger selber machen

Ein Komposthaufen liefert Humus, den Sie als natürlichen Dünger in Ihrem Garten verwenden können. Bewährt haben sich zwei bis drei „Abteile“, die abwechselnd befüllt werden oder ruhen, um die Kompostierung zu vollenden. Wenn Sie gerade erst mit der Anlage eines Komposthaufens angefangen haben und nicht länger warten möchten, können Sie den Rotteprozess beschleunigen. Das ist auch dann hilfreich, wenn die Kompostierung einmal ins Stocken geraten ist. Zur Beschleunigung eignet sich die Zugabe von zusätzlichen Kompostwürmern oder von sogenanntem Kompostbeschleuniger.

Kommerzielle Kompostbeschleuniger enthalten in der Regel meist Stickstoff, Kalium, Kalk, Spurenelemente, Horn- oder Knochenmehl sowie – ganz wichtig – Mikroorganismen und Pilze, die sich im feuchten Milieu des Komposthaufens mit Freude an die Arbeit machen, sobald sie ausgebracht werden. Wenn Sie sich das Geld sparen möchten, können Sie einen einfachen und effektiven Kompostbeschleuniger selber machen.

Kompostbeschleuniger – Rezept

KompostbeschleunigerZutaten
0,5 kg Zucker oder 250 ml Melasse
8 l lauwarmes Wasser
200 g Wurmhumus und/oder 1 Würfel Hefe

Zubereitung
1. Füllen Sie einen Eimer mit lauwarmem, chlorfreiem Wasser und geben Sie den Würfel Hefe und/oder den frischen Wurmhumus hinzu.
2. Mischen Sie das Wasser gut durch, um Luft hineinzubringen.
3. Geben Sie nun den Zucker oder die Melasse hinzu und verrühren Sie die Mischung, bis der Zucker komplett gelöst ist.
4. Lassen Sie diese Mischung etwa 1 Stunde lang stehen. Dabei immer wieder mal umrühren.
Giesskanne5. Nach einer Stunde erneut umrühren, in eine große Gießkanne mit Brausekopf füllen und die Lösung gleichmäßig auf Ihrem Komposthaufen verteilen. Mischen Sie diesen danach gut durch.
6. Innerhalb der nächsten 3 Tage sollte die Temperatur im Komposthaufen steigen. Während der Heißrotte werden Temperaturen bis zu 65 °C erreicht. Steigt die Temperatur nicht, könnte es an der Qualität der Hefe gelegen haben. In diesem Fall können Sie einen weiteren Versuch mit einem frischeren Hefewürfel starten. Sie können die Temperatur manuell oder mit einem Kompostthermometer überprüfen (am besten bereits vor Zugabe des Beschleunigers, und dann in regelmäßigen Abständen, um den Verlauf zu beobachten).
7. Nach etwa 1 Woche können Sie den Komposthaufen umsetzen bzw. noch einmal gut durchmischen.
8. Der Komposthaufen erhitzt sich noch einmal und der Kompost kann bereits 7 Tage nach dem letzten Umsetzen als Dünger verwendet werden.

Wie wirkt Kompostbeschleuniger?

KomposthaufenIm Komposthaufen werden hinzugefügte Garten- und pflanzliche Küchenabfälle von Kleinstlebewesen, Bakterien und Pilzen in immer kleinere Teile zerlegt. Auf diese Weise werden Nährstoffe freigesetzt, die in sogenannten Ton-Humus-Komplexen wasserlöslich gebunden werden und in dieser Form von damit gedüngten Pflanzen gut aufgenommen werden können.

Ein gut ablaufender Kompostierungsprozess findet in einer Umgebung statt, in der es feucht (80 %), warm (> 15 °C) und luftig (aerob) ist. Unter diesen Bedingungen vermehren sich die Bakterien und Pilze am besten und fühlen sich Kompostwürmer und andere Kleinstlebewesen am wohlsten. Die benötigte Energie liefern Stickstoff und Kohlenstoff, die idealerweise in einem Verhältnis von 1:20 vorhanden sein sollten. Da es manchmal an einem der Faktoren hapert, ist Kompostbeschleuniger ein schneller Weg, um optimale Verhältnisse (wieder)herzustellen.

Zucker besteht unter anderem aus Kohlenstoff und sorgt in Verbindung mit dem Kompost für einen idealen Nährboden für die Bakterien, die sich infolgedessen schneller vermehren und die Zersetzung der Biomasse vorantreiben. Das Gleiche gilt für Hefen, die bereits im Kompost vorhanden sind bzw. über den selber gemachten Kompostbeschleuniger in Form von Bäckerhefe hinzugefügt werden.

Damit die beschleunigte Heißrotte gut ablaufen kann, sollte der Komposthaufen mindestens 1 m³ groß sein, aber trotzdem locker aufgehäuft werden. Dank der sich entwickelnden Hitze werden innerhalb von 24–72 Stunden nach dem Ausbringen viele unerwünschte Pilzsporen und Unkrautsamen sterilisiert. Der verdunstenden Feuchtigkeit und damit verbundenen Gefahr, dass der Kompost austrocknet, wird bei der oben genannten Rezeptur durch die große Menge an Wasser entgegengewirkt.

Nach der Heißrotte kommt die Reifephase, in der die Nährstoffe in der Komposterde gebunden werden. Dazu ist weitaus weniger Energie erforderlich, weshalb eine erneute Gabe von Kompostbeschleuniger nicht notwendig ist.

Tipps für einen optimal funktionierenden Komposthaufen

Die Geschwindigkeit des Verrottungsprozesses hängt von verschiedenen Faktoren ab. Über die Abfallarten, deren Zerkleinerungsgrad, den Standort des Kompostes, der auch ggf. abgedeckt oder gegossen werden kann, kann jeder Gartenbesitzer das individuelle Optimum finden, um die Prozesse in einem guten Gleichgewicht zu halten.

So spielt etwa die Zusammensetzung der Abfälle sowie deren Zerkleinerungsgrad eine große Rolle. Je gröber die Abfälle, umso mehr Sauerstoff gelangt in den Komposthaufen. Gleichzeitig wird es dann jedoch schwerer, die für die Heißrotte nötige Hitze zu halten. Hier sollte ein gutes Mittelmaß gefunden werden. Zu viel frischer Grasschnitt bringt oftmals zu viel Feuchte in den Kompost, verklebt gerne und wird zu einem Brei. In diesem Fall hilft es, mit der Untermischung von Kartonagen oder trockenem Laub die Feuchtigkeit zu regulieren. Ist es draußen sehr heiß und der Kompost zu trocken, arbeiten die Mikroorganismen langsamer. Bakterien benötigen einen feinen Wasserfilm auf dem Kompostgut, um am besten zu arbeiten (70–80 % Feuchte). Auch während der Heißrotte verdampft viel Wasser. Die viele Flüssigkeit bei Zugabe des selber gemachten Kompostbeschleunigers kompensiert diesen Wasserverlust. Ein Komposthaufen kann auch mit normalem Gießwasser befeuchtet werden.

BrennesselPflanzensude als Kompostbeschleuniger

Pflanzen wie Baldrian, Beinwell, Brennnessel oder Farnwedel können den Kompostierungsprozess ebenfalls beschleunigen. Sie werden mit Wasser angesetzt und vergoren, bevor sie in einer Verdünnung von 1:10 auf den Kompost gegeben werden (oder als Stärkungsmittel für Pflanzen dienen).

Besser Kompostieren eBookEine Anleitung zur Herstellung einer Brennnesseljauche finden Sie hier. Sie ist Teil unseres E-Books „BESSER KOMPOSTIEREN“. Darin steht noch viel mehr zum Thema Anlegen und Führen von Komposthaufen sowie Einsatz des Kompostes als Dünger.

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Wurmkiste im Urlaub
Wurmkisten

Wurmkiste im Urlaub

Bald sind Sommerferien und viele Kunden fragen uns bereits wie Sie Ihre Wurmfarmen , bzw. die Kompostwürmer während der Sommerferien verpflegen sollen. Keine Sorge, um Ihre Wurmkiste gut über den Urlaub zu bringen, benötigen Sie nicht viel. Meistens reicht ein Stapel Zeitungen und ein Eimer.

Wenn Sie bis zu 2 Wochen abwesend sind, ist es sehr einfach die Kompostwürmer in Ihrer Abwesenheit zu versorgen. Diese Maßnahmen führen Sie am besten kurz vor Ihrer Abfahrt durch.

Zuerst kommen Zeitungen ins Spiel. Regelmäßige Leser unseres Newsletters wissen, dass ich oft von Zeitungen in der Wurmfarm abrate. Zeitungsblätter kleben schnell zusammen und nehmen dem Substrat darunter die Luft. Aber in diesem Fall – und mit einigen Sicherheits-Maßnahmen – sind Zeitungen das richtige.

Wurmkiste im Urlaub mit Zeitung
Wurmkiste im Urlaub mit Zeitung

Nehmen Sie einen 2-3 fingerbreiten Stapel Tageszeitungen, ohne Beilagen (Hochglanzbilder, etc.) und platzieren Sie diesen in einem Eimer oder der Badewanne. Lassen Sie genug Wasser ein, das der Stapel bedeckt ist und lassen Sie die Zeitungen über Nacht mit Wasser vollsaugen. Jetzt legen Sie den Stapel Zeitungen so in die oberste Schicht Ihrer Wurmfarm, das höchsten die Hälfte des Substrates bedeckt ist. Das ist ganz wichtig, da der schwere Stapel schnell die Luft darunter wegdrücken wird.

Als nächstes füttern Sie den Würmern noch eine sehr großzügige Menge an Bioabfällen gemischt mit einer Handvoll Mineral Mix Pellets, die Sie auf der anderen Seite verteilen. das alles wird jetzt mit der Hanfmatte abgedeckt. So ist für mehrere Wochen für Nahrung und Feuchtigkeit gesorgt.

Jetzt kommt das wichtigste! Um ein Überlaufen des Sickerwassers (Wurmtee) zu verhindern, lassen Sie jetzt noch einmal den Wurmtee ab. Danach bleibt der Hahn allerdings offen und Sie stellen einen Eimer darunter. So kann der entstehende Wurmtee ablaufen, und sogar etwas verdampfen. Dies sollte ein überlaufen des Flüssigdüngers und damit verbundene Flecken auf dem Boden verhindern.

Wurmkiste mit Kompostwuermern
Wurmkiste mit Kompostwürmern

Ein weiterer Faktor der eine lange Abwesenheit einfacher machen kann, ist die Temperatur. Sollte die Wurmfarm eigentlichen der Küche oder sogar draußen stehen, holen Sie sie nun herein. Im kühlen Keller – besonders unterhalb von 10°C – verlangsamen sich alle Kompostprozesse und die Aktivitäten der Kompostwürmer. So kann die gleiche Menge an Futter sehr viel länger vorhalten. Denken Sie allerdings daran, gut zu füttern wenn Sie wieder kommen und die Wurmfarm an Ihren angestammten Platz stellen. Der Temperaturunterschied und die damit verbundene bakterielle Aktivität kann schnell zu einem Nahrungsmangel führen.

Bei einer Abwesenheit von mehr als 2 Wochen, ist es ratsam einem Nachbarn zu bitten einmal nach der Wurmfarm zu schauen. Ein frischer Haufen Futter, gemischt mit Mineral Mix und etwas Kartonage, gefolgt von einem Leeren des Wurmtees sollte genügen, damit Sie beruhigt Ihren wohlverdienten Urlaub genießen können. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer!

Wie haben Sie Ihre Wurmfarm vorbereitet und wie hat Sie den Urlaub überstanden? Berichten Sie uns auf dem Kompost Forum oder der Wurmwelten Facebook Seite!

Haben Sie Sorge, daß die Wurmfarm die Hitze nicht übersteht? Der Artikel „Wurmkiste in der Sonne“ sollte weiter helfen…

 

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Kürbis
Komposthaufen

Besser Kompostieren mit schönen Hokkaido Kürbissen

Kürbis
Kürbis – ID 6565205 © Jahoo | Dreamstime.com

Dem Komposthaufen geht es am besten, wenn er gleichmäßig feucht, warm und luftig ist. Die Bakterien und Kleinstlebewesen benötigen einen Feuchtigkeitsgehalt zwischen 50-70% um sich wohl zu fühlen. Zu viel Feuchtigkeit ist aber auch nicht gut, da durch das überschüssige Wasser der Sauerstoff aus dem Komposthaufen verdrängt wird. Sauerstoff ist wichtig für ein gutes Kompostergebnis!

Durch die Aktivität der Bakterien erwärmt sich der Komposthaufen und Feuchtigkeit geht verloren. Leider wird ein ungeschützter Komposthaufen durch Regengüsse unter Wasser gesetzt. Es ist also gar nicht so einfach die Feuchtigkeit konstant zu halten.

Komposthaufen Klima

Dabei gibt es zwei sehr gute Möglichkeiten dies zu vereinfachen. Kompostplanen und Kürbisse! Decken Sie den Komposthaufen einfach mit einer atmungsaktiven Plane ab. Diese speziellen Planen, ermöglichen den Austausch von CO2 und Sauerstoff, so dass Sie den Komposthaufen nicht „ersticken“. Das Gewebe ist so gewebt, dass Wasser eindringen kann, aber starke Regenfälle daran abprallen. Im Sommer schützt die UV-beständige Plane zudem vor dem Austrocknen des Materials.

Im Winter hält die Plane die entstehende Wärme im Komposthaufen und sorgt so dafür, dass die Rotte im Winter länger und im Frühling früher stattfindet.

Kompostplane
Kompostplane

Zusätzlich zu der Plane ist es bei traditionellen Komposthaufen möglich, Kürbisse einzusetzen. Kürbisse sind sogenannte Starkzehrer. Die Nährstoffhaltige Umgebung des noch unreifen Kompostes macht Ihnen nichts aus. Sie werden im April gepflanzt und gegen Ende September geerntet.

Pflanzen Sie einfach Kürbisse zwischen die Bretter oder an die Seiten des Komposthaufens. Die Blätter der Kürbispflanzen übernehmen dann die gleiche Funktion wie die Plane: Sie spenden dem Kompost Schatten im Sommer. Feuchtigkeit kondensiert an der Unterseite der Blätter und sorgt so zusätzlich für ein besseres Klima.

Bei starkem Regen und schützen die großen Blätter davor, dass zu viel Wasser in den Komposthaufen eindringt. Im Schutze dieser Blätter finden auch viele nützliche Insekten wie Marienkäfer Ihr zu Hause. Dazu kommt, dass die Kürbisblätter den Komposthaufen weitflächig bewuchern, so dass dieser kaum noch zu sehen ist.

Kürbisse in der Küche

Und das Beste ist: Hokkaido Kürbisse sind essbar! Durch kochen können Sie in ein sehr schmackhaftes Gericht verwandelt werden. Pflanzen Sie jetzt Kürbisse auf Ihrem Komposthaufen und wir senden Ihnen im Herbst ein Rezept für eine leckere Kürbissuppe mit unserem Newsletter.

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Lehrkraft Archiv

Seedballs selber machen

Seedballs (Samenbälle) oder „Samenbomben“ kommen ursprünglich aus Japan und wurden von der wilden Guerilla Gärtner Szene der 70ziger Jahre berühmt-berüchtigt gemacht. Die Guerilla Gärtner benutzten die Seedballs um kahle Grünflächen mit Blumen zu „verschönern“. Einfach gesagt: Seedballs sind eine wunderbare Art schnell auch noch die kleinsten Flächen mit Blumen zu verschönern.

Das Prinzip ist wunderbar einfach: Samen von verschiedenen Blumenarten werden zusammen mit Ton und Muttererde in eine schützende Kugel gerollt und dann im Garten verteilt (Natürlich nur mit Erlaubnis des Besitzers).

Um Seedballs selbst herzustellen, brauchst Du nicht viel – bloß Samen, Erde, Tonpulver und Wasser.
Wir zeigen Dir, wie Du in nur wenigen Schritten Deine eigenen Seedballs herstellst.
Seedbballs selber machen

Dieses Material benötigst Du:

  • 1 Teil Saatgut
  • 3 Teile Lehm– oder Tonmehl
  • 5 Teile reife Komposterde oder Muttererde
  • max. 1Teil Wasser

oder

1 Seedball Baukasten

1. Samenauswahl
Wenn Du Deine Blumensamen auswählst, versuch heimische Pflanzen zu verwenden. Einheimische Pflanzen wie Lavendel, Kornblume, Ringelblume oder Tagetes werden gut von nützlichen Insekten angenommen und sind eine Augenweide. Du kannst auch Samensorten miteinander vermischen, was zu einer besonderen Vielfalt führt. (Eine Auswahl fertiger Seedball Mischungen findest Du hier.)

2. Herstellung der Ton-Erde-Masse
Zu einem Teil Samen gibst Du etwa 3-5 Teile Erde-Kompost-Gemisch und ebenfalls 3-5 Teile Tonpulver hinzu. Dann vermischt Du alles.

3. Bewässern und Binden
Vermisch die Ton-Erde-Masse nun mit ein wenig Wasser, damit sich die Masse bindet. Die Masse sollte sich besser kneten lassen und nicht vorzeitig härten, daher darfst Du nicht zu viel Wasser hinzugeben. So verhinderst Du auch ein vorzeitiges Keimen der Samen.

Seedballs formen4. Formen
Jetzt werden aus der Masse nun Kugeln in der Größe einer Walnuss geformt. Die Kugeln sollten nicht zu groß sein, da sonst Probleme beim Keimen auftreten könnten. Die fertigen Seedballs sollten nun weich, glatt und rund sein. Diese solltest Du nun für 1-2 Tage zum Trocknen nun an einen schattigen Ort legen. Wenn Du planst die Seedballs erst später einzusetzten, lagerst Du sie am besten auf ein paar Lagen Zeitung und bewegst Sie in der ersten Woche immer mal wieder hin und her, um ein vollständiges Durchtrocknen zu erreichen.

5. Pflanzen
Beim Auspflanzen erhälst Du die besten Ergebnisse, wenn die Seedballs halb in der Erde eingegraben werden und in den ersten Tagen feucht bleiben.Seedballs Blume

Fertig! Berichtet uns von Deinen Erfolgen im Forum oder auf Facebook. Die schönsten Bilder kommen in unsere Kundengalerie! Keine Geduld? Dann schau Dir hier die neuen Seedballs mit essbaren Blüten an.

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Honigbiene
Naturgarten

Wildbienen schützen ist einfach

Wildbienen – auch Solitärbienen genannt, da sie nicht wie Honigbienen in Völkern leben – sind wichtige Insekten für die Natur und unsere Gärten. Sie bestäuben die Blühpflanzen in der Landschaft neben den Bienen und Hummeln. In Deutschland gibt es um die 500 Wildbienenarten davon sind 40% in ihren Bestand gefährdet. Ein großer Teil davon steht auf der Roten Liste.

Wildbienen benötigen heimische Pflanzen

Wildbiene
Wildbiene – Luise/pixelio.de

Wie auch bei anderen Tierarten, liegt die Gefährdung vor allem in fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und fehlendem Nahrungsangebot. Das liegt an der zunehmenden Verarmung der Kulturlanschaften (Stichwort Monokultur), aber auch an der Verbreitung von Pflanzenarten, welche die heimischen Insekten nicht erkennen können. Diese, oft tropischen Pflanzen, sind für heimische Insekten völlig nutzlos. Solitäre Bienen und andere Nützlinge benötigen heimische Pflanzen um überleben zu können.

Nisträume für Wildbienen

Oft finden sie nicht mehr genügend Nisträume in der Natur. Wildbienen brauchen Niströhren und andere Hohlräume in denen sie ihre Eier ablegen können. Einige Arten graben ihre Röhren selbst in die Böschung oder in Sandhängen. Aber die meisten Arten bevorzugen schon vorhandene Hohlräume welche von Käfern geschaffen wurden, um da ihre Eier abzulegen. Reetdächer, Stängel, alte Bäume, Steilhänge, Lehmwände, Holzschuppen usw. waren ideale Orte, werden aber zunehmender selten, da sie schnell abgeholzt, bzw. abgerissen werden.

Wie die Honigbiene, sammelt die Solitärbiene Blütenstaub und Pollen. Diesen bringt sie in die Brutröhren zu den abgelegten Eiern. Der Pollen dient später den schlüpfenden  Larven als Nahrung bis sie die Kammer verlassen. Natürlich kann man diese auch fertig erwerben.

An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen, dass Wildbienen nicht stechen! Zwar haben sie einen Stachel, dieser kann aber nicht die menschliche Haut durchdringen. Auch versuchen die Wildbienen nicht Ihr Nest zu verteidigen. Wozu auch? Sie leben ja nicht in einem Volk.

Insektenhotel Wagenrad
Insektenhotel Wagenrad

Den Wildbienen können wir helfen, indem wir ihnen Nisthilfen bauen und Bienenwiesen anlegen. Das ist sehr einfach und schon im sehr kleinen Stil sehr erfolgreich. Um ein Insektenhotel zu bauen kann man verschiedene Naturmaterialien verwenden: Trockene Pflanzenstängel, Lehmsteine, Bambusröhren, Hartholzblöcke, Stroh und Holzwolle in einer Blechdose oder zu einem Bündel gebunden und aufgehangen sind völlig ausreichend. Natürlich kann man auch seinen Garten mit eindrucksvollen Insektenhotels verzieren.

Aber auch der Verlust an einem breiten Angebot an Nahrungspflanzen macht fast allen Insekten zu schaffen. Landwirtschaftliche Monokulturen ohne Hecken und Brachliegenden Grünflächen bieten wenig Abwechslung und unregelmäßige Versorgung. Nicht jeder hat einen großen Garten, aber schon ein paar Blumentöpfe auf dem Balkon können Wildbienen und anderen nützlichen Insekten eine Nahrungsquelle sein. Wichtig ist, dass die Samenmischung darauf abgestimmt ist, das möglichst immer etwas blüht. Dazu gibt es spezielle Bienenwiesen Samenmischungen.

Übrigens: Insektenhotels lassen sich wunderbar mit Kindergärten und Schulklassen bauen. Der Gestaltung sind da keine Grenzen gesetzt. Je vielfältiger ein Insektenhotel gestaltet ist, umso besser: Die verschiedenen Arten von Wildbienen und anderen Insekten haben alle ihre eigenen Ansprüche.

Es macht großen Spaß sein eigenes Hotel zu bauen und wir helfen Ihnen gerne dabei! In unserem Forum finden Sie einige gute kostenlose Bauanleitungen für Insektenhotels mit vielen Bildern und Tipps.

Hartmut AhrensBei diesem Artikel hatten wir tatkräftige Unterstützung von Hartmut Ahrens, unserem NABU Spezialisten. Hartmut bewirtschaftet einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb und ist seit 1979 ehrenamtlich im NABU Einbeck tätig. Hartmut baut einige unserer Insektenhotels für uns. Wir möchten uns an dieser Stelle sehr für Hartmuts Unterstützung und Beratung bedanken!

 

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