Einen Komposthaufen anlegen

1. Schritt

Komposthaufen

Kompostsilo

Wählen Sie einen Behälter oder Platz Ihrer Wahl. Je grösser der Behälter ist, desto besser läuft der Kompostvorgang ab. Dabei sollte eine Höhe von 1m nicht überschritten werden. Der Behälter oder die Seiten des Komposthaufens sollten Öffnungen haben, so dass Sauerstoff in den Kompost gelangen kann. Der Boden des Behälters sollte offen sein, so dass Bodenlebewesen Zugang zum Kompost haben und helfen können diesen zu zerkleinern. Hier finden Sie eine kleine Auswahl bewährter Komposter.

Die unterste Schicht besteht am besten aus einem Haufen aus Reisig und Stöcken, um für eine Sauerstoffzufuhr von unten zu sorgen. Diese Schicht sollte später nicht in den Kompost gemischt werden.

2. Schritt

Jetzt können abwechselnd 8-10cm hohe Schichten aus braunen und grünen Material aufgetragen werden.

„Grüne“ Materialien (Stickstoffreich) sind:

„Braune“ Materialien (Kohlenstoffreich) sind:

Gekochte Lebensmittel locken können Ungeziefer anlocken und gehören nicht regelmäßig auf den Kompost. (Für Küchenabfälle ist eine Wurmkiste geeigneter.)  Auch gespritztes Obst sollte nicht in großem Mengen kompostiert werden. Die Spritzmittel und Pestizide behindern die Arbeit der Mikroorganismen. Sollten mal großem Mengen anfallen, können diese bedenkenlos in der Bio Tonne entsorgt werden. Dort werden Sie auf jeden Fall fachgerecht entsorgt.

Größere oder Härtere Stücke Kompostgut (Äste, etc) sollten gehäckselt werden, bevor sie auf den Kompost kommen damit sie schneller verrotten. (Mehr dazu im eBook „Besser Kompostieren„)

3. Schritt

Nach jeder Schicht „Grünes“ – besonders wenn Essensabfälle dabei sind – sollte eine „Braune“ Schicht mit kohlenstoffhaltigen Materialien (z.B. Kartonage) kommen. Das vermeidet Gerüche zu vermeiden.

Zusätzlich sollte immer etwas Erde mit zwischen die Schichten gemischt werden. Das bringt die richtigen Mikroorganismen in den Komposthaufen. Durch dieses Schichten ergibt sich eine ideale Grundlage für die verschiedenen Bakterien. Diese vermehren sich jetzt rasant, welches vor allem durch die Wärmeentwicklung (Heissrotte) bemerkbar wird. Ein etwa 1m³ großer, frisch geschichteter Komposthaufen, kann bis zu 75C° erreichen!

4. Schritt

Diese Heissrotte tötet Unkrautsamen und anderen problematische Pflanzenteile. Um einen möglichst gleichmäßigen Kompost zu erhalten sollten alte Schichten mit neueren gemischt werden und mindestens einmal erhitzt werden. Daher hält man idealerweise jetzt da Verhältnis von Sauerstoff, Stickstoff und Wasser so lange optimal, bis die Rotte abgelaufen ist. Dazu kann der Komposthaufen alle 2 Wochen umgesetzt bzw. gewendet werden um Sauerstoff in den Kompost zu bringen und die Heissrotte wieder zu starten.

In der Gartenpraxis ist es allerding viel geläufiger den Komposthaufen langsam zu Schichten und nur einmal pro Jahr umgesetzt. Das resultiert in eine Kaltrotte, welche weniger Unkraut tötet und – durch die Länge des liegens – mehr Nährstoffe verloren hat. Dieser Kompost ist dann sehr viel reifer, hat aber weniger Nährstöffgehalt.

5. Schritt

Die Feuchtigkeit im Komposthaufen sollte ähnlich zu einem nassen Handtuch sein. Nicht tropfend aber sehr feucht. Der Komposthaufen sollte nur gegossen werden, wenn er nach dem Umsetzten sehr trocken ist. Eine Plane über den Komposthaufen verhindert überflüssigen Flüssigkeits Verlust und hält die für die Bakterien nöttige Wärmer drinnen. Der Komposthaufen wird ab jetzt kontinuierlich schrumpfen.

6. Schritt

Die Komposterde ist fertig, wenn sie krümelig und tiefbraun aussieht. Dies ist bei regelmäßigem Wenden nach 2-3 Monaten der Fall. Es wird allerdings empfohlen, den Kompost noch weitere 2 Monate reifen zu lassen, damit sich die Nährstoffe stabilisieren können. Man spricht dann von Reifekompost.

Wenn sich Regenwürmer (Lumbricus terrestris) oder Kompostwürmer (Eisenia fetida) im Kompost angesiedelt haben, ist das als positives Zeichen zu werten.Es ist möglich diesen Vorgang zu beschleunigen. Dazu setzten Sie Kompostwürmer nach der letzten Heissrotte in den Komposthaufen.

Die Kompostwürmer durchwühlen den fast fertigen Kompost und stabilisieren die Nährstoffe noch weiter, in sogenannten Ton-Humus-Komplexen. Diese schützen die Nährstoffe vor einem auswaschen und verbessern die Wasserhalte Eigenschaften Ihres Bodens.

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