Mehlwurm-Zucht

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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

Im Moment probiere ich noch, wie man die Käfer zielgerichteter separieren kann. Zur Verfügung habe ich jeweils eine Kohorte Puppen. Und diese verwandeln sich im Laufe einer reichlichen Woche zu Käfern. Die fertigen Käfer müssen täglich in den Liebeseimer umgesetzt werden, damit sie sich nicht an ihren Geschwistern vergehen und damit sich sich einen Partner suchen können. Nur wie lassen die sich arbeitssparend von den jüngeren Puppen trennen?


1. Versuch - inzwischen verworfen
Im Liebeseimer wurde rechts und links eine Art Balkon angeklebt, auf dem die Puppen abgelegt wurden. Wenn daraus Käfer werden, gehen sie auf Nahrungssuche und fallen runter auf die Gaze - so der Plan, den ich in Anlehnung an ein Youtube-Video mit einer ähnlich aufgebauten Mehlwurm-Farm gefasst hatte. Das klappte zwar einigermaßen.
Schlupf_4443.jpeg
Praktisch fielen nicht nur Käfer hinunter, sondern auch Puppen. Wären da unten zwischen den Eierkartons Hunderte erwachsene Käfer gewesen, die hätten sich über diese Protein-Happen sicherlich gefreut. Und wenn täglich die Puppen von da unten zu retten sind, dann ist das auch keine Arbeitserleichterung.
Heute dient mir dieser Balkon nur noch als Ablageplatz für meine Strichliste.


2. Versuch - besser gelaufen, doch nicht zufriedenstellend
Die Puppen dieser Kohorte wurden in einer erhöhten Position abgelegt, hier auf dem roten Deckel. Das Ganze findet in einem Eimer statt.
Schlupf_4439.jpeg
Am nächsten Tag sieht es so aus:
Schlupf_4442.jpeg
Sobald Käfer geschlüpft waren, suchen sie nach Fressbarem und fallen dabei von diesem Deckel runter. Leider fielen auch hier nicht nur Käfer, sondern noch einige Puppen vom Deckel herunter. Da es nur ein Test war, stört es an dieser Stelle nicht, dass sich manche Tiere in den Rand zwängten. Wenn dieses Trennverfahren praxisreif zum Einsatz käme, würde der Rand abgeschnitten.
Einmal hinunter gefallen, sind sie von den Puppen getrennt und kommen nicht wieder hoch. Leider sind sie träge und noch schwach. Sie haben zwei Wochen nichts gefressen. Zahlreiche Käfer fallen auf den Rücken und können sich nicht ohne Hilfe wieder aufrichten. Wenn es zu lange dauert, verenden sie.


3. Versuch
Statt des Deckels, der im Wesentlichen platt ist, aber eine leichte Neigung nach außen hat, brachte ich für die nächste Kohorte eine Untertasse zum Einsatz. Erfolg! Denn es fielen keine Puppen mehr vom Teller.
Nachteil: Die Untertasse ist so glatt und zu steil, so dass viele Käfer nicht hoch an den Tellerrand kamen und bei den Puppen verblieben sind. Und die meisten, die das doch schafften, landeten auf dem Rücken - siehe oben.

Dieses Verfahren muss ich wohl, zum Beispiel durch Unterlegen eines Küchentuches, noch optimieren. Ein Foto habe ich gerade nicht zur Hand.


Derzeitiger Versuch
Die Puppen werden in einem Plastikeimer auf dem flachen Boden ausgebreitet. Täglich werden die fertigen Käfer mit einem Plastiklöffel heraussortiert und ziehen um.
Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, denn das wird auf Dauer zu aufwändig sein.


Pfiffikus,
der das bei größeren Anzahlen von Puppen nicht mehr ausschließlich manuell machen möchte
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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

Ja, ein wenig Geduld habe ich ja. Aber irgendwann sollten die Käferlein doch einmal Eier legen und Baby-Würmer daraus schlüpfen. Es ist noch nicht so weit.

So lebten die Käfer anfangs.
Kaefer_4603.jpeg
Kaefer_4604.jpeg


Das Substrat wurde jeweils ausgesiebt und aufbewahrt. Es könnten ja Eier drin sein.
Kaefer_4614.jpeg
Im Übrigen habe ich keinen Käfer beobachtet, der es geschafft hat, den blauen Rand des Siebes zu erklimmen.



In der zweiten Mai-Hälfte wurde noch etwas anderes probiert. Handelsübliche Kleie wurden gesiebt.
Kaefer_4605.jpeg
Kaefer_4606.jpeg
Die größeren Flocken und Spelzen darin dürfen die Larven fressen.


In der neuen Wohnung von einigen Käfern landen nur die kleinen, feinen Kleie-Bestandteile. Aus Eierverpackungen wurden noch einige Verstecke hergestellt, die von den neuen Bewohnern sehr gerne genutzt werden.
Kaefer_4608.jpeg
Kaefer_4609.jpeg


Pfiffikus,
der inzwischen alle Käfer in diese Haltungsform überführt hat
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SuMiXaN
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von SuMiXaN »

Hallo Pfiffikus,

Ich wollte mich hier mal bedanken für deine zahlreichen qualitativ hochwertigen Beträge und das du deine Mehlwurmzucht vorstellst und uns an deinen Erfolgen und Misserfolgen teilhaben lässt. Ich find das ganze bisher sehr interessant, auch wenn ich nicht glaube das eine Mehlwurmzucht für mich das Richtige wäre :)
Danke für die viele Mühe die du dir machst mit den Bildern und dem ausführen deiner Gedanken und Pläne für das weitere Vorgehen.

Ich hoffe das deine Käfer bald für Nachwuchs sorgen und du dich nicht zu sehr mit deinen Fischen um die Mahlzeiten prügeln musst.

Gruß
SuMiXaN der Angler (jetzt wird er mich hassen (cry) )
Eberhard
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Eberhard »

jetzt wird er mich hassen
Ne, Pfiffikus macht vorrangig "nur" Fischfutter.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Pfiffikus
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

Eberhard hat geschrieben: Di 4. Jun 2019, 11:28 Pfiffikus macht vorrangig "nur" Fischfutter.
Und das sogar effektiv!
Futter_4676.jpeg
Wie auf diesen Bild zu sehen, gab es bei den Zweibeinern Möhren. Bis vor einigen Wochen wären die hier gezeigten Abfälle direkt in die Wurmfarm gewandert. Heute geht das erstmal zu den Mehlis, die einen Teil davon schon direkt in Fischfutter verwandeln. Ihr wisst ja bereits, dass nur ein Bruchteil von der Futtermenge in Form von Kot anfällt.

In früheren Beiträgen habe ich Euch geschrieben, dass der Mehlwurmkot ein guter Blumendünger sei. Mag sein, doch einen Kressetest habe ich nicht gemacht. Und inzwischen halte ich ihn für zu schade für Pflanzen. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, diesen mit ein wenig Urgesteinsmehl zu vermischen und die Dendros damit zu füttern.
Möglicherweise sind in dem Zeug noch unverdaute Reste der Kleie? Bekanntlich kann man Dendros damit fett machen...
Futter_4670.jpeg
Auf diesem Bild sieht man schön deutlich, wie sie das Zeug wegschlappern, das auf einer Filtertüte zu liegen kam. Da waren noch mehr Würmer drauf, als es dunkel war!


Pfiffikus,
der nur die Knipse nicht so schnell schussbereit hatte
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

Heute möchte ich Eich mal einige Vergleichsbilder zeigen. Das Foto mit den Schalen und Resten der Möhren im letzten Beitrag entstand am 4. Juni mittags.

Ohne weitere Fütterung oder Entnahme von irgendwelchen Dingen (nur Puppen wurden evakuiert) wurde einen Tag später gegen 15:00 Uhr dieses Foto geschossen:
Futter_4677.jpeg
Die Schalen sind restlos verputzt. Und die Blattstiele sind gerade in Arbeit.


Am 6. Juni 20:00 Uhr ist deutlich zu sehen, dass es bei den Zweibeinern Erdbeeren gab. Diese wurden gemeinsam mit ein paar zarten Blättern Löwenzahn gereicht.
Futter_4681.jpeg
Am 7. Juni mittags ist deutlich zu sehen, dass die Löwenzahnblätter weitgehend weg sind. Kein Wunder, das war wesentlich weniger Masse.
Futter_4688.jpeg
Es gab noch ein anderes Phänomen, auf den Fotos nicht zu erkennen. Erfahrenen Wurmfarmer wissen, wer sich auf solchen Früchten einfindet, um dort Eier abzulegen. Klar, die Fruchtfliegen waren gerne gesehen.
Was die Fruchtfliegen aber nicht ahnen können: Spätestens morgen wird von den Erdbeeren nichts mehr da sein und die Mehlis werden haben ganz sicher nichts dagegen, wenn ihre vegetarische Mahlzeit mit einigen proteinreichen Fliegeneiern angereichert wird. Die Chance, dass es bei den Fruchtfliegen Nachwuchs gibt, schätze ich als eher gering ein.

Hier ist noch der Stand von 21:00 zu sehen:
Futter_4695.jpeg

Pfiffikus,
der hofft, bald eine große Kiste mit gefräßigen Mehlwürmern herangezüchtet zu haben
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Pfiffikus
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Kletternde Käfer

Beitrag von Pfiffikus »

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Käfer an glatten Oberflächen nicht nach oben klettern können. So können sie in geeigneten Eimern oder Kisten aus Plastik gehalten werden - dachte ich zu Anfang.

Doch ich habe auch so etwas beobachtet:
Klettermax_4674.jpeg

Während das Substrat für die Eiablage im Käfereimer ausgetauscht wurde, war der Eimer, der als Ausweichquartier dienen sollte, unbeobachtet. Nach einigen Minuten sah es so aus:
Klettern_4685.jpeg
Ob der fliegend oder kletternd oder durch einen Sprung da hin gekommen ist, kann ich nicht nachvollziehen.

Die Mehlkäfer fliegen offenbar sehr ungern, doch sie tun es hin und wieder. Vereinzelt wurde schon beobachtet, dass Mehlkäfer im Heizungskeller umher spaziert sind. Die wurden natürlich sofort wieder nach Hause in ihren Eimer gesetzt. Inzwischen werden die Käfer bei mir nur noch in Gefäßen mit Deckel gehalten.



Pfiffikus,
der bisher noch nicht beobachtet hat, dass Larven so klettern können
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Wurmbetsy »

Hi!
Ich verfolge deine Beiträge mit großem Interesse muss ich sagen. Ich habe Hunde und grüble schon lange darüber, ob man nicht selbst Fleischloses Hundefutter herstellen könnte mit Mehlwürmern. Es gibt ja mittlerweile schon einige Hundefuttersorten auf Insektenbasis. Da ich durch einen hohen Konsum an Gemüse und Obst ordentlich Abfälle habe, und man ja Blattgrün in jedem Supermarkt kostenlos abgreifen kann, denke ich schon länger darüber nach, ob man nicht mit Mehlwürmern eine gute Eiweißbasis für ein selbst gemachtes Futter herstellen könnte.
Bis dato wird Insektenbasiertes Futter aus einer bestimmten Fliegenart hergestellt weil wohl sehr schnell verwendbar. Allerdings weiß ich nicht ob der Aufwand nicht sehr hoch ist, da ich nicht nur einen Hund habe sondern ein ganzes Rudel :)
Und ob ich langfristig lebende Mehlwürmer pürieren mag, da bin ich mir auch nicht sicher. Ich würde sie wohl erst kurz einfrieren bevor ich sie verwende.

LG
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus »

Hallo Betsy,
Wurmbetsy hat geschrieben: So 16. Jun 2019, 11:12Ich verfolge deine Beiträge mit großem Interesse muss ich sagen.
Danke. Das geht mir runter, wie Öl.

Wurmbetsy hat geschrieben: So 16. Jun 2019, 11:12Ich habe Hunde und grüble schon lange darüber, ob man nicht selbst Fleischloses Hundefutter herstellen könnte mit Mehlwürmern.
Hunde und Katzen sind Fleischfresser.
Und es muss auch jedem Veganer klar sein, dass man allein durch die Haltung dieser Tiere den Fleischverbrauch in der Volkswirtschaft erhöht.


Wurmbetsy hat geschrieben: So 16. Jun 2019, 11:12Es gibt ja mittlerweile schon einige Hundefuttersorten auf Insektenbasis. Da ich durch einen hohen Konsum an Gemüse und Obst ordentlich Abfälle habe, und man ja Blattgrün in jedem Supermarkt kostenlos abgreifen kann, denke ich schon länger darüber nach, ob man nicht mit Mehlwürmern eine gute Eiweißbasis für ein selbst gemachtes Futter herstellen könnte.
Ob dieses Futter für einen Hund schmackhaft ist und ob es den Nährstoffbedarf eines Hundes vollständig decken kann, da bin ich leider überfragt.

Geh einfach mal in den nächsten Zooladen, kauf Dir 100g Mehlwürmer! Die Kosten werden Dich nicht ruinieren. Aber Du kannst jetzt Deinen Würmern mal die Würmer als Leckerlies zuwerfen, wie sie den Erhalt von Leckerlies sonst auch gewohnt sind. Ich meine, da wirst Du schon eine kompetente Antwort von Deinen Hunden erhalten.


Es gibt eine ganze Reihe andere Tiere, die man problemlos zu einem großen Anteil mit den Mehlwürmern füttern kann. Das geht über Speisefische bis zu Hühnern, die dieses Futter auch ohne Pürieren als sehr artgerecht betrachten und denen das sehr schmecken wird.



Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass man durch Mehlwürmer eine ansehnliche Menge tierisches Eiweiß mit ökologisch reinem Gewissen produzieren und konsumieren kann
Wurmbetsy
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Wurmbetsy »

Hi Pfiffikus,

naja das mit dem Fleischfresser ist heutzutage manchmal so eine Sache weißt du, ich habe Hunde aus dem Tierschutz und mittlerweile schon den zweiten Allergiker der auf tierisches Eiweiß reagiert, nicht aber auf Insekteneiweiß.
Das ist meine erste Intention.

Die andere Intention ist der ökologische Aspekt. Auf die Dauer gesehen werden wir alle umdenken müssen was unseren Fleischkonsum angeht. Weshalb nicht Teile der Hundenahrung schonmal ersetzen, jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein guter Schritt. Ich selbst bin kein Veganer - konsumiere aber nun minimal Fleischwaren und wenn dann recht bewusst regional.

Die Idee mit den Leckerchen ist gut! Das werde ich tun! Ich hatte eine Hündin, deren liebste Beschäftigung um diese Jahreszeit war es stundenlang über eine Wiese zu laufen und Heuschrecken zu sammeln und zu fressen. So abwegig ist es also nicht dass die Hunde das garnicht so blöd finden werden.
Ich grüble nur, ob Buffalos interessanter wären, allerdings habe ich da Sorge wegen der Fresswerkzeuge der Würmer.

LG
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