Wurmkistenholz behandeln als Feuchtigkeitsschutz

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Wurmkistenholz behandeln als Feuchtigkeitsschutz

Beitrag von InnerCityWormFan » Di 28. Jul 2015, 16:39

Liebe Wurm-Community,

ich betreibe seit ca. einem halben Jahr eine selbstgebaute Wurmkiste/-truhe aus unbehandeltem Altholz. Sie steht je nach Witterung mal im Bad, mal auf dem Balkon, momentan wieder im Bad. Sie funktioniert auch recht gut, außer dass ich mit dem richtigen Feuchtigkeitsniveau Probleme habe. Meine Kiste saugt offensichtlich sehr viel Feuchtigkeit aus dem Futter, so dass ich regelmäßig mit der Pflanzenspritze das Substrat befeuchten muss. Ein Freund von mir hat eine Kiste aus Plastik und die läuft bedeutend besser als meine. Ein Aspekt ist eindeutig das bessere Klima in der Kiste.
Da ich plane meine Box zukünftig in den schattigen Hinterhof zu stellen denke ich über eine ölbasierte Behandlung des Holz nach (als Witterungsschutz, aber auch als Feuchtigkeitsbarriere nach außen).

Hat diesbezüglich jemand positive oder negative Erfahrungen gemacht? In der engeren Auswahl für die Behandlung sind die Osmo Einmallasur HS plus auf Naturölbasis oder eine stark wasserabweisende Behandlung mit Boat-Soup auf Kiefernholzteerbasis mit Leinöl (fachwerktypisch).

Über Erfahrungswerte mit der einen oder anderen Holzbehandlung würde ich mich freuen.
Ungerne würde ich meine Kiste "falsch" behandeln...

VG, Anja
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Re: Wurmkistenholz behandeln als Feuchtigkeitsschutz

Beitrag von Rainer01 » Sa 26. Sep 2015, 13:17

Hallo Anja,
Bienenwachs, lässt Holz atmen und ist gleichzeitig ein recht guter Holzschutz.

Ich denke, das der Abgang der Feuchtigkeit dadurch auch etwas besser reguliert wird.
Das Holz kann atmen, ist aber nicht ganz geschlossenporig versiegelt.
Ausserdem ist es keine Chemie...

VG
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Re: Wurmkistenholz behandeln als Feuchtigkeitsschutz

Beitrag von Peter_86 » Di 16. Feb 2016, 22:15

Teer, wie es z. B. zum Abdichten von Schiffen verwendet wird,
stark wasserabweisende Behandlung mit Boat-Soup auf Kiefernholzteerbasis
würde ich gar nicht für eine Wurmfarm verwenden, da Teer alle Poren verschließt und die Farm nicht mehr "atmen" kann.

Außerdem kann Teer Schadstoffe wie Mineralöle oder Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Dies ist vor allem bei Steinkohleteer der Fall. Holz von Eisenbahnschwellen wurde mit Teer haltbar gemacht und darf deshalb nicht für Komposter oder Hochbeete verwendet werden, da sonst Schadstoffe in den Kompost/Boden u. auf die Pflanzen übergehen können.
Naturprodukte wie Kiefernholzteer oder Birkenpech können weniger oder gar keine Schadstoffe enthalten.

Ich würde einfach Holz verwenden, welches von Natur aus möglichst lange hält:
Nadelholz: Douglasie, Europäische und Sibirische Lärche (Harz), Kiefer (viel Harz), Riesenlebensbaum (Western Red Cedar, Thuja plicata)
haltbar aber sehr teuer: Zeder, Eibe
nicht ganz so lange haltbar sind: Fichte (viel Harz aber rel. weich) und Tanne (kein/kaum Harz)
Laubbäume: Robinie (vor allem das harte Kernholz hält sehr lange), Stiel- u. Trauben-Eiche (enthalten Tannine), Esskastanie (enthält Tannine), Hainbuche (sehr hartes Holz)
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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