Warten auf die Würmer...

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Warten auf die Würmer...

Beitrag von Wurmli » Fr 29. Apr 2016, 12:16

Hallo zusammen,

Wir hatten früher, als ich klein war, eine Wurmkiste aus Holz auf dem Balkon, deshalb habe ich mich wahrscheinlich zu wenig mit einigen Fragen auseinander gesetzt und werde gerade nervös, wenn ich hier so quer lese :(

Wir sind 4 Personen(2 große und 2 kleine) und haben uns für ein rundes Wurm-cafe entschieden. Dieses möchten wir raus stellen. Unter die Terrasse, so dass keine direkte Sonne drauf scheint. Geht das?

Und dann dachte ich, dass wir unsere Küchenabfälle (nur die rohen selbstverständlich) da einfach reinwerfen... Jetzt lese ich hier von kleinschneiden und vorkomposten (in der Mikrowelle?!) und Eierschalen in Kaffeemühlen und Wurmfluchten und habe nun etwas Sorgen, was den Arbeitsaufwand und die Komplexität des Ganzen angeht.... Ich will doch nur gute Erde für meinen klitzekleinen Garten und die Bioabfälle nutzen (hier gibt es keine Biotonne).

Ich hoffe, dass ihr mich beruhigt, denn eigentlich habe ich mich doch schon so auf die Würmer gefreut. :|
Vielen Dank!
markus
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Re: Warten auf die Würmer...

Beitrag von markus » Sa 30. Apr 2016, 19:06

Hallo Wurmli,
Schattiger Platz ist ok. Kleinscheiden must du nicht unbedingt. Je kleiner das Material allerdings ist, umso schneller klappt es mit der Zersetzung. Eierschalen must du auch nicht mahlen. Ich lasse sie trocknen und zerdrücke sie einfach über der wurmkiste. Falls dich Eierschalenstückchen im fertigen Kompost stören, must du mahlen.
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Re: Warten auf die Würmer...

Beitrag von Wurmli » Sa 30. Apr 2016, 19:42

Hallo Markus,

Vielen Dank für deine Antwort, da bin ich beruhigt :D

Bis bald mit Würmern und noch mehr Fragen
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Re: Warten auf die Würmer...

Beitrag von Peter_86 » Di 3. Mai 2016, 12:43

Falls die Temperatur auf der Terrasse im Hochsommer im Schatten auf 30 °C und darüber steigt, solltest du die Wurmfarm in einen kühleren Raum (z. B. Keller) stellen, da sonst ein Großteil der Würmer stirbt. Auch bei 0 °C / Frost sterben die Würmer, es überleben nur die Kokons. Am bestem man platziert ein Thermometer direkt in der obersten Ebene der Wurmfarm. Durch die Verrottung ist es drinnen oft einige Grad wärmer als in der Umgebung.

Kleinschneiden und Vorkompostieren sind ein Kann, kein Muss. Es kommt auf die Art des Abfalls an. Saftige Früchte (z. B. Apfel, Gurke) sollte man schon kleinschneiden, da sie in einem Stück schnell zu faulen beginnen. Auch feste Stängel, Strünke (Kohl etc.) u. Fruchtstiele (z. B. Kürbis, Zucchini) würde ich zerkleinern, da sie sonst relativ lange brauchen, um sich zu zersetzen.
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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Re: Warten auf die Würmer...

Beitrag von Wurmli » Mi 4. Mai 2016, 19:56

Hallo und vielen Dank für die Tipps.

Inzwischen sind die Würmer angekommen und unter der Terrasse eingezogen. Reicht vielleicht auch eine Nacht Beleuchtung? Schließlich ist die Umgebungstemperatur nicht so warm wie in der Wohnung? Irgendwo stand, dass ein paar Stunden Sonnenlicht reichen würden.
Dann habe ich heute auch schon Wasser abgelassen, das noch von diesem Kokosblock stammte und dann neugierig in den nächsten Auffangbehälter geguckt: Da wackelten 5 Würmer. Muss ich sie retten oder schaffen sie es alleine wieder nach oben?
Ein Thermometer habe ich auch besorgt. Einfach auf die Hanfmatte?

Ich bin sehr begeistert und freue mich, dass wir endlich loslegen. Lange haben wir davon gesprochen...
Ein schönes und sonniges langes Wochenende und viele Grüße
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Re: Warten auf die Würmer...

Beitrag von Peter_86 » Fr 13. Mai 2016, 13:59

Zitat Wurmli:
Reicht vielleicht auch eine Nacht Beleuchtung? Schließlich ist die Umgebungstemperatur nicht so warm wie in der Wohnung?
Eine Nacht wird wahrscheinlich zu kurz sein. Bei mir stand die Wurmfarm auf dem Balkon und in den ersten 3 – 4 Wochen sind bei mir immer wieder mal einige Würmer über Nacht abgehauen, obwohl es nachts teilweise um die 5 °C kalt war. Also habe ich über Nacht beleuchtet (Deckel auf und kleine LED-Lampe drüber oder Deckel zu und LED-Lichterkette ringsum den Deckelrand und über die Belüftungs-Löcher).
In den ersten Wochen sind in der Wurmfarm oft noch zu wenige Mikroorganismen (der Kokosblock ist fast steril). Angeblich führt dies dazu, dass die Würmer sich nicht wohlfühlen und flüchten. Daher sollte man etwas (ca. 2 Hände voll) halbfertigen Kompost in die Farm geben, dieser enthält viele nützliche Mikroorganismen, die bei der Zersetzung helfen und ein „wurmfreundliches“ Milieu schaffen. Statt Kompost oder zusätzlich dazu kann man auch einen Terra preta-Bodenaktivator (enthält ebenfalls Mikroorganismen) verwenden.

Zitat Wurmli:
Irgendwo stand, dass ein paar Stunden Sonnenlicht reichen würden.
Am besten steht die Wurmfarm gar nicht in der Sonne, denn durch die dunkle Farbe des Plastikgehäuses heizt sie sich ziemlich schnell auf.
Wenn es draußen noch relativ kalt ist, kann die Wurmfarm kurz (ca. 1-2 Stunden) in der Morgensonne stehen, so dass sie nach der kalten Nacht schnell wieder warm wird. Aber wenn es draußen oder in der Wohnung wärmer als etwa 20 °C ist, kann es in der Sonne zu warm werden.

Zitat Wurmli:
Dann habe ich heute auch schon Wasser abgelassen, das noch von diesem Kokosblock stammte und dann neugierig in den nächsten Auffangbehälter geguckt: Da wackelten 5 Würmer. Muss ich sie retten oder schaffen sie es alleine wieder nach oben?
Hat die Wurmfarm eine Aufstiegshilfe / „Rettungsinsel“ im Auffangbehälter? Falls nein, lege einen Stein hinein, der wie eine Rampe aus der Flüssigkeit bis zur Wand der Wurmfarm bzw. bis zur Unterkante der darüber liegenden Ebene reicht. Dann können die Würmer über die die Wand bzw. durch die Löcher wieder nach oben kriechen.
Du kannst auch den Hahn ständig offen lassen und ein Gefäß drunter stellen, dann kann sich drinnen kein „See“ bilden, in dem die Würmer ertrinken. Damit die Würmer nicht durch den Hahn abhauen, verschließe ihn mit einem feinen Siebgewebe/Filter oder mit Watte.

Zitat Wurmli: Ein Thermometer habe ich auch besorgt. Einfach auf die Hanfmatte?

Du kannst es auch einige cm tief in die oberste Schicht stecken. Durch die Verrottung ist es oft im Substrat der Wurmfarm einige °C wärmer als in der Umgebung. Da Wärme nach oben steigt und die Außenflächen und die Luft über der Hanfmatte durch die meist kühlere Umgebungsluft abgekühlt werden, ist es in der Mitte der obersten Ebene meist am wärmsten. Wenn das Thermometer im Substrat steckt, bekommst du auch eher mit, falls es dort zu einer Heißrotte kommt. Falls die Umgebungstemperaturen relativ hoch sind, kann es auch durch die normale Verrottung zu warm werden. Zum Beispiel kann es draußen 25°C warm sein, in der Farm aber schon Richtung 30°C gehen.
Ich hatte über den Winter mal 2 Aquarien-Thermometer in der Farm: in der Mitte des Substrats waren es 15-20 °C (warme Rotte), am Rand auf der Hanfmatte nur 8-12 °C.
Im Frühling war es im Substrat 2-5 °C wärmer. Bei 20 °C Außentemperatur ging das noch, aber so ab etwa 25-27°C waren es drinnen 27-28°C und die Würmer fingen an nach unten zu flüchten, weil es ihnen oben zu warm wurde. Dann habe ich die Farm in die kühlere Wohnung geholt. Wird es im Sommer in der Wohnung 25 – 30°C, kommt die Farm in den Keller.
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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