Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

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Eberhard
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Eberhard » Sa 5. Jan 2019, 15:55

Vorab: Ich kenne das nicht persönlich, sondern habe nur eine schnelle Internetrecherche betrieben.

- Es gibt sehr viele Milbenarten mit unterschiedlichen Lebensräumen und Bedürfnissen. Für einen gezielten Umgang sollte man da also eine Artbestimmung versuchen.
- Möglicher Vertreter: Poecilochirus Carabi. Diese ernähren sich von Fliegeneiern und Larven, durch einen Fliegenbefall könnten sich also auch diese Milben sprunghaft vermehrt haben, und nach weitgehend getaner Arbeit und Nahrungsmangel werden sie versuchen, sich neue Nahrungsgründe zu erschließen.
Eventuell hat man fliegenbefallenes Substrat und gibt es weitgehend gekapselt in die Wumbox, so dass diese Milben einziehen und man das Ganze dann insgesamt entfernen kann. Die Entsorgung könnte dann auf einen ganz normalen Außenkomost erfolgen.
- Weiterer möglicher Vertreter: Hornmilben
Die geheime Macht der Hornmilbe
Damit wird offensichtlich, dass man diese sich mit etwas Walderde o.ä. importieren kann.
Auch sie werden wandern, wenn ihnen die ihnen zusagende Nahrung knapp wird. Sie futtern Holzartiges, also alte Blätter, und verstoffwechseln da u.a. Lignine, also Stoffe, die an sich schwerer abbaubar sind.
Als Maßnahme wird die Zugabe von Papierschnipseln empfohlen, ergänzend oder alternativ könnte man selbst als Großstädter ab und zu etwas Herbstlaub oder Sägespäne einwerfen.

Generell: Bevölkerungsexplosionen werden vermutlich dann eintreten, wenn sich die Substratzusammensetzungen in der Kiste sehr drastisch ändern, was bei der kleinen Einheit Wurmbox ja schon durch ein paar Handvoll an Zugegebenen eintreten kann. Gegensteuern kann man sicher mit einer Beibehaltung an Vielfalt in stofflicher Zusammensetzung. Man könnte also das Futter vor Zugabe geeignet mischen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Cococolores
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Cococolores » Sa 5. Jan 2019, 19:59

Hallo CaptainKarin,
na, dann sitzen wir wohl beide in einem Boot!
Ich gehe eigentlich davon aus, dass das Hornmilben sind und die will man auch in der Kiste haben, weil die ebenfalls nette Zersetzer sind.
Ich habe heute früh das Buch „Kompost aus der Kiste“ gelesen und da wird auch nicht so recht auf das Thema Milben eingegangen. Ich hoffe einfach mal, dass das wirklich nur ein kleines Problem sein kann, denn sonst würde man ja viel mehr darüber finden (Literatur, Internet usw.) oder wir zwei sind einfach die einzigen, die sich eine Wurmkiste in die Wohnung gestellt haben 🤔
Ich habe sie gerade einfach mal abgesaugt (in der Hoffnung, dass sie im Staubsauger vertrocknen) und dann habe ich die Rollen unter der Kiste in Gläser gestellt und die Gläser in Schälchen und die Schälchen mit Wasser gefüllt. So müssen die Milben jetzt schwimmen, wenn sie irgendwie in meiner Wohnung herumwuseln wollen. Hoffentlich können sie das nicht. Hatte gerade eine in meiner Teetasse gefunden - tot - also finden sie kochendes Wasser nicht so toll. Leider mag ich aber auch keine Milben in meinem Tee...
Ich versuche es gerade noch ein wenig mit Humor zu nehmen, wäre aber natürlich auch für hilfreiche Tipps mehr als dankbar!
Liebe Grüße,
Corinna
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Cococolores » Sa 5. Jan 2019, 20:03

PS: absaugen ist vielleicht eine nicht ganz so kluge Idee, jetzt sitzen am Deckelrand, da an der Schaumstoffkante mehr Milben denn je. Vielleicht stehen die ja voll auf den Kleber?!
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von CaptainKarin » Sa 5. Jan 2019, 21:17

jo, auf die hornmilbentheorie versuch ich auch immer noch zu glauben, aber warum die sich dann am deckel statt am futter so wohl fühlen, is halt komisch ;)
bei mir sitzen sie auch mit vorliebe an dem schaumstoffrand. hab sie auch schon zweimal radikal abgesaugt, das hilft zumindest kurzfristig.
bei mir breiten sie sich derzeit in der wohnung zum glück nicht so arg aus, weil ich die kiste nie offen stehen lasse, das wär eine katastrophe, mittlerweile sind auch trauermücken drin, die dann noch mehr rumflattern würden...

komischerweise kommen auch einige milben in die auffangschale für den wurmtee, kA wie die da reinkommen, hoffe die haben keinen geheimgang gefunden ;)
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Trulllla » Sa 5. Jan 2019, 21:52

Hier gibt es noch mehr Info:
https://www.wurmwelten.de/forum/viewtop ... 8&start=10
Die weißen Milben auf dem ersten Bild sind wohl Kugelmilben.
Diese braunen hier: https://www.wurmwelten.de/forum/viewtop ... =10#p13607 müssten Raubmilben sein (aber Achtung, ich wiederhole nur, was ich im Netz gefunden habe). Raubmilben sind Nützlinge, die meines WiIssens deinen Pflanzen nicht schaden. Manche Arten werden auch als Nützlinge gegen Spinnmilben eingesetzt, aber da muss man sich natürlich richtig mit den Arten / Unterarten auskennen.

Den Link hier finde ich noch ganz interessant, da scheint sich jemand auszukennen:
http://www.naturspaziergang.de/Spinnen/ ... i_spec.htm

Und noch mehr zu Raubmiben: http://wurmwelten.de/forum/viewtopic.php?t=1309#p12045
Da schreibt Peter:
Raubmilben wie Hypoaspis miles und Hypoaspis aculeifer fressen Trauermücken-Larven. Bei Raubmilben sollte die Wirkung gegen Trauermücken länger anhalten als bei den Nematoden.
Raubmilben fressen aber auch andere Milben, Springschwänze, Pilzhyphen und anderes. Hast du auch viele andere Milben in der Wurmfarm? Dann hast du vielleicht zu einseitig gefüttert, z. B. zu viel Obst.
Wenn die Raubmilben nicht mehr so viel zu fressen finden, dann wird die Population automatisch kleiner.
Vielleicht sind die Ausreißer verzweifelt auf der Suche nach Futter und die Population reduziert sich gerade?
Ist jetzt alles geraten. Aber ich habe anfangs, weil die Kiste nicht so viel Küchenabfälle vertilgt hat, wie ich wollte, auf jeden Fall zuviel Obst verfüttert. Und habe dann hier gelernt, dass es mind 30 % Kartons/ Zeitungen sein sollten - als Strukturmaterial und auch wegen dem C/N Verhältnis (meine ich mich zu erinnern).
Könnte das bei euch der Fall sein?
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von CaptainKarin » Sa 5. Jan 2019, 22:01

die raubmilben machen mir ja nicht wegen der pflanzen sorgen, sondern weil ich befürchten würd, dass die sich an den würmchen oder an meinen miezen gütlich tun.
CaptainKarin
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von CaptainKarin » Sa 5. Jan 2019, 22:04

gebe schon immer wieder zeitungsschnipsel dazu.
nachdem sich erst deutlich nach den milben die trauermücken entwickelt haben, bleibt zu hoffen, dass es keine räuber sind, sonst gäbs die mückchen ja wahrscheinlich nicht.
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Cococolores » Sa 5. Jan 2019, 22:12

Vielleicht sind die Ausreißer verzweifelt auf der Suche nach Futter und die Population reduziert sich gerade?
Ist jetzt alles geraten. Aber ich habe anfangs, weil die Kiste nicht so viel Küchenabfälle vertilgt hat, wie ich wollte, auf jeden Fall zuviel Obst verfüttert. Und habe dann hier gelernt, dass es mind 30 % Kartons/ Zeitungen sein sollten - als Strukturmaterial und auch wegen dem C/N Verhältnis (meine ich mich zu erinnern).
Könnte das bei euch der Fall sein?
[/quote]

Ich habe heute etwas genauer in die Kiste geschaut und die Milben tummeln sich auch zusammen mit den Würmern oben im Substrat. Das mit dem Obst kann hinkommen. Ich habe eigentlich immer mehr Obstabfälle als Gemüseabfälle. Mittlerweile ist mehr Gemüse als Obst drin, aber ich denke, die Auswirkungen halten einfoch noch ein bisschen an. Ich werde etwas kleingerupfte Pappe noch hinzugeben und dann weiter abwarten.
Was meinst Du denn mit C/N Verhältnis?
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Trulllla » Sa 5. Jan 2019, 23:08

Also Raubmilben gehören eigentlich mit dazu, bei so einer Wurmkiste. Dass sie den Würmern schaden, wüsste ich nicht.
C/N = Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff. In hartem / braunem Futter (Zeitung, Holz, Stroh) ist viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff -> weites C/N Verhältnis. Es ist schwer zersetzbar.
In anderem Futter ist viel Stickstoff -> das C/N Verhältnis ist eng. Das Verhältnis muss richtig sein, damit alles optimal abläuft.

Ich habe mal kurz gegoogelt und die Seite hier scheint es mir gut zu erklären: http://www.top-komposter.de/cn-verhaeltnis-im-kompost
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Re: Bevölkerungsexplosionen unter der Milbenpopulation....

Beitrag von Heike » So 6. Jan 2019, 11:36

Hallo zusammen,

auch von mir mal wieder ein Milbenstatus. Ich konnte die Population leider nicht regulieren. (cry) Ich hatte ja mit viel Pappe und Papier den Feuchtigkeitsstatus reguliert aber nach einer temporären Reduktion sind sie jetzt alle wieder da. Noch trockener traue ich mich nicht, die Judels sollen ja nicht austrocknen.

Auch bei mir bewegen sie sich immer wieder außerhalb der Kiste, was ich garnicht so witzig finde. An den seltsamsten Orten habe ich sie gefunden, sogar auf der Butter im Kühlschrank. :)X Da ich solche Entdeckungen glücklicherweise nicht täglich sondern vielleicht alle 10 Tage mache, warte ich noch ab, wie es sich entwickelt. Eberhards Hinweis auf Poecilochirus Carabi fand ich interessant. Das könnten sie tatsächlich sein und in der Tat hatte und habe ich ein Problem mit Fruchtfliegen in der Kiste.

An meiner Mieze haben sie sich übrigens noch nicht vergriffen, auch diese Besorgnis kam ja in einem Post auf. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass die damit umzugehen weiß (bat)

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