Mehlwurm-Zucht

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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mi 15. Mai 2019, 10:01

Ach, da ist mir zum Thema Ausscheidungen noch etwas aufgefallen.

Die Mehlwürmer haben von mir einige Löffel voll Kleie erhalten. Dazu wurde etwas Gurke, Möhre und Löwenzahn gereicht. Dieses Futter verarbeiten die Würmer zu einem Kot, der aus ganz kleinen Kugeln besteht, eine Art braunes Pulver.

Und dann gab es einen gravierenden Unterschied zu den Kompostwürmern. Die Würmer haben zwar Kot produziert, doch das war wesentlich weniger, als ich gefüttert hatte. Und woran liegt das? Die Mehlwürmer sind gute Futterverwerter, die das Futter zu großen Teilen in Fleisch verwandeln. Das kenne ich von den Kompostwürmern nicht in dieser Dimension.

Angenehmes Fazit: Wer ein Kilo Abfälle an Mehlwürmer verfüttert, hat wesentlich weniger als ein Kilo Ausscheidungen zu entsorgen.

Die verbleibenden Ausscheidungen kann man ebenso auf den Blumentöpfen verteilen, wie Wurmkompost. Gewiss freuen sich die Pflanzen darüber. Und wenn die ordentlich ausgesiebt worden sind, gehe ich davon aus, dass hiermit keine Unkrautsamen mit verteilt werden.

Ich habe mir vorgenommen, einmal auszuprobieren, was mit unerwünschten Sämereien passiert. Interessant ist für mich, ob die Würmer in der Lage sind, Samen von Paprika, Tomaten, Löwenzahn usw. zu zerkauen und zu verwerten. Wenn die das schaffen, wären die Mehlwürmer eine sehr effektive Möglichkeit, solche Abfälle loszuwerden, ohne Tausende nutzlose Keimlinge in den Beeten zu säen. Derzeit haben sich aber die meisten der gekauften Mehlwürmer verpuppt oder sind bereits zu Käfern geworden. Aber die Käfer haben mir noch nicht genügend Nachwuchs gemacht, um diese Versuche durchführen zu können.


Ja und dann fallen bei dieser Art Resteverwertung noch nennenswerte Mengen Mehlwürmer an. Natürlich lassen die sich jederzeit in Aquarien und Terrarien nutzbringend verwerten, wenn man sie nicht gleich selbst essen möchte. Und wenn man sich mit diesen Verwertungsmöglichkeiten der Würmer nicht anfreunden kann, so könnte man auch die Singvögel am Fenster mit Mehlwürmern verwöhnen, die ganz sicher sehr dankbar dafür sein werden.


Pfiffikus,
für den beide Produkte der Mehlwurmkiste keine Abfallstoffe, sondern Wertstoffe darstellen
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Trulllla » Mi 15. Mai 2019, 17:37

Und die Käfer hältst du dann in demselben Behälter?
Ich finde das total interesssant, berichte gerne weiter!
Wie Larven selber interessieren mich nur als Vogelfutter, so wie HEike geschrieben hat.
Ach, und ich würde natürlich nur einheimische Arten nehmen, falls es da Unterschiede gibt, aber die gibt es bestimmt.
Magst du deine Farm mal ablichten und zeigen?
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mi 15. Mai 2019, 18:34

Guten Abend,
Trulllla hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 17:37
Magst du deine Farm mal ablichten und zeigen?
hab ja schon mehrfach Fotos gemacht, aber meist bin ich zu faul, die SD-Karte in den Rechner zu schieben und zu entleeren. Doch so nach und nach kann ich ja Bilder zeigen und kommentieren.


So sieht der Keller aus.
Keller_4464.jpeg
Die beiden durchsichtigen Eimer unten auf der Abgasanlage dienen nur als Platzhalter, für die Würmer ist es da unten zu warm.

Später, wenn genügend Nachwuchs erbrütet worden ist, will ich allerdings keine Eimer mehr nutzen, sondern stapelbare Kisten. Mit der Katze muss ich mach dann noch um etwas Platz streiten.


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der später noch den Inhalt der Gefäße zeigen wird
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mi 15. Mai 2019, 18:46

Es kam die Frage nach Staub.

Jede Woche kippe ich den Inhalt des Eimers mit den Mehlwürmern einmal in dieses Sieb. Wenn diese Aktion bevorsteht, wird etwas sparsam gefüttert, damit die meisten Futterreste verzehrt sind.
Sieb_4463.jpeg
Jetzt kann man einfach eine Viertelstunde warten, dann ist das Pulver durch das Sieb durchgereicht. Eine Staubwolke habe ich da noch nicht bemerkt.
Es bleibt dem Wurmfreund überlassen, was man mit den ausgesiebten Resten machen möchte.


Pfiffikus,
der das Sieb vorsichtig schüttelt, wenn er es ein wenig eilig hat
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mi 15. Mai 2019, 19:57

Im Netz kursieren Hunderte Anleitungen, wie man Mehlwürmer züchten kann. Ja, es sind in der Tat anspruchslose Tiere. Vielfach liest man, dass empfohlen wird, das Aufzuchtgefäß mit einigen Zentimetern Kleie, Haferflocken oder einer Mischung daraus zu bedecken, die den Tieren in den Wochen bis zur Mastreife als Substrat und Nahrung dienen soll. Wenn diese Leute dann ihre Mehlwürmer ernten, dann leben die nur noch in einer Schicht Wurmkacke. Wenn nicht, dann wurde das Substrat nur unvollständig verwertet, es sind nach der Ernte noch Kleie und Flocken vorhanden. Beides will ich nicht. Bis zu ihrer artgerechten Verwendung soll es meinen Mehlis gut gehen.

Das mache ich erstmal anders, solange ich keine schlechten Erfahrungen damit machen muss. Immerhin bin ich ja noch jung in dieser Branche.

Bei mir erhalten die Würmer allenfalls so viel zu fressen, wie sie in den kommenden Tagen fressen können. Wenn alles aufgezehrt ist, gibt es einen Löffel voll Nachschlag.
Bleiben von den Gemüseresten (Möhren, Gurken usw.) Reste übrig und drohen zu vergammeln, dann werden die entnommen. Im Nebenraum steht eine Farm mit Kompostwürmern, dort findet man auch solche Dinge noch lecker. Und ein frisches Stück Gemüseabfall kann ich den Mehlwürmern täglich anbieten.

Ja und einmal wöchentlich werden die kleinen Scheißerle mit Hilfe dieses Siebes von ihren AUsscheidungen getrennt. Meiner Meinung nach könnte es den Würmern dadurch besser gefallen.

Allenfalls, wenn ich mal in den Urlaub fahren möchte, würde ich ihnen großzügig eine größere Menge Kleie einstreuen. Mal sehen, wie es wird...

Hier mal einige Fotos, die von oben in diesen Eimer geschossen worden sind.
Haltung_4428.jpeg
Haltung_4436.jpeg

In diesem Bild ist der Boden zu erkennen, so dass Ihr seht, wie dünn ich die Kleie einstreue.
Haltung_4473.jpeg
Haltung_4444.jpeg

Die Möhrenreste vom letzten Bild wanderten unmittelbar nach dem Fotoshooting in die andere Wurmfarm. Das abgebildete Blatt wurde übrigens nicht im Garten, sondern im Nebenraum geerntet. Dort wurde das Oberteil eines Rettichs entsorgt, fing jedoch an, erneut auszutreiben.



Pfiffikus,
der inzwischen schon zahlreiche Keime von da drüben an die Mehlis verfüttert hat
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mi 15. Mai 2019, 22:27

Die Mehlwürmer, die ich Anfang April im Zoofachhandel erworben hatte, waren sehr altersdivers. Die erste Larve hat sich am 7. April verpuppt, doch es sind heute immer noch nicht alle zu Puppen geworden. Etwa 200 Stück warten noch auf diesen Entwicklungsschritt.

Heute mal in den Eimer hinein geknipst - der Kennerblick erkennt wieder vier Puppen, die sich in den letzten fünf Stunden entwickelt haben.
Puppen_4485.jpeg
Bekanntlich fressen Mehlwürmer alles, was sie beißen können und was sich nicht wehren kann. Dabei schrecken sie auch nicht vor Kannibalismus zurück. Aus diesem Grunde muss man die Puppen in Sicherheit bringen. Für die kommenden zwei Wochen wird ein Eimerchen, der normalerweise für Partytomaten gedacht ist, ihr neues Zuhause. Jedes Mal, wenn ich in den Keller gehe, geht einer der ersten Griffe zum Plastiklöffel, um die neuen Puppen zu evakuieren (und einen Strich auf die Strichliste zu malen). Da haben sie ihre Ruhe, die sie als Puppe brauchen und niemand knabbert sie an.

Puppen_4437.jpeg
Die Puppen werden streng nach Alter erfasst, die Eimerchen nacheinander gefüllt. Und Euer Kennerblick hat schon bemerkt, dass die Puppen rechts die ältesten sind - sie sind dunkler geworden.


Pfiffikus,
der täglich einmal ihren Deckel anhebt und hinein pustet, damit sie nicht ersticken
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mi 15. Mai 2019, 23:03

Die erste Kohorte Puppen bescherte mir einen Misserfolg. Wie bereits beschrieben hat die Mehlwurmzucht ihr Domizil im Heizungskeller, weil es da schön mollig warm ist. Leider hat das auch einen Nachteil, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Die Luft ist zu trocken. Die meisten Puppen, die in der zweiten Aprilwoche entstanden, sind mir leider vertrocknet, bevor ich merkte, dass ich eingreifen muss. Meine Trauer war riesig, besonders weil ich dadurch erst eine Woche später mit Eiablagen rechnen kann.

Bei den Mehlwürmern gibt es dieses Problem nicht. Solange die Gurke, Möhre und dergleichen fressen, sind sie ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt. Doch die Puppen fressen und saufen nichts mehr, das war ihr Verhängnis.

Abhilfe kam in Form dieser Tomaten-Eimerchen. Hier drin kann ich ein Mikroklima schaffen, das feuchter ist. Im Deckel befinden sich ohnehin Lüftungslöcher. So wurde ein Stück Küchenrolle zu einem passenden Tampon aufgewickelt und in diesen Schlitz gesteckt. Auf dem Bild ist das zu sehen.
Täglich wird dieser Zellstoff von oben mit einem Teelöffel voll Wasser versorgt. Dieses soll nicht herunter tropfen, sondern innerhalb des Eimers verdunsten. Das klappt inzwischen hervorragend, in einer Kohorte konnte ich die Verluste auf geschätzte 20 bis 30 Tiere (von über 200) begrenzen. Damit kann ich leben.


Pfiffikus,
der die Pflege dieser Tiere im Moment noch sehr spannend findet
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » So 19. Mai 2019, 20:11

Nun, die meisten der Würmer, die ich Anfang April erworben hatte, sind inzwischen verpuppt. Doch die Neugier packte mich, ich will ja einige Fütterungsversuche durchführen. So habe ich erneut drei Euronen investiert und weitere 100g Mehlwürmer erworben.

1. Resultat: Man sieht deutlich, dass hier verschiedene Größen und Altersklassen verkauft werden. Anders als beim ersten Kauf habe ich heute einen anderen Blick darauf.

2. Resultat: Paprika schmeckt! Zwischen den beiden Aufnahmen liegen nur 20 Minuten!
Paprika_4476.jpeg
Paprika_4480.jpeg
Die Mehlis stürzen sich gierig darauf. Und am nächsten Tag musste Paprika nachgelegt werden.


3. Resultat: Die Mehlwürmer verzehren auch die Kerne. Im Gegensatz zu Kompostwürmern haben sie kräftige Mundwerkzeuge und können diese Kerne benagen. Dadurch ist nicht damit zu rechnen, dass junge Paprikapflanzen ausgesät werden, wenn ich mal die Hinterlassenschaften der Mehlis auf die Beete schütte. Wir dürfen mutmaßen, dass dies auch mit verschiedenen Unkrautsämereien so passieren wird.


4. Resultat: Löwenzahn mundet sehr, am meisten die oberirdischen Teile. Zwischen beiden Fotos liegen zwei Tage. Die Blätter waren schon am Abend des ersten Tages weg.
Loewen_4486.jpeg
Loewen_4589.jpeg
Nach zwei Tagen ist von der Pfahlwurzel nur dieser kümmerliche Rest übrig geblieben. Von den Kernen der Paprika sind nur noch einige wenige übrig, die sich noch in Bearbeitung befinden.

5. Resultat: Kresse mundet überhaupt nicht. In der Küche wurde etwas Kresse übrig gemacht, vertrocknet ungenutzt im Wurmeimer.

6. Resultat: Ginkgoblatt mundet nur wenig. Es hat für uns Menschen einen eigenartigen Geschmack, die Mehlwürmer empfinden offenbar ähnlich. Doch letztendlich wurde das Blatt nach mehreren Tagen verzehrt.


Pfiffikus,
der hofft, dass bald sehr viele junge Mehlwürmer erbrütet werden, damit größere Mengen Abfall umgesetzt werden können
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Di 21. Mai 2019, 22:15

Wenn die Puppen reichlich zwei Wochen in diesen kleinen Tomateneimerchen geruht haben, dann bietet sich plötzlich so ein Bild.
Kaefer_4421.jpeg
Den aufmerksamen Betrachter wird es nicht entgangen, dass hier drei Tiere keine Puppe mehr sind. Diese müssen wieder umziehen, so dass die Käfer separat untergebracht werden. Die dürfen schließlich nicht ihre noch verpuppten Kollegen anknabbern.

Zweiter Grund: Es ist zu hoffen, dass sich unter den Käferlein ein reges Liebesleben entwickelt, ohne dass verhütet wird. Die Ergebnisse, möglichst viele Eier sind ja genau das, was ich haben möchte, ohne dass Puppen dazwischen liegen. Ich werde hier zwei Varianten vorstellen, wie man die Käfer zu diesem Zweck unterbringen kann.

Die erste Möglichkeit ist dieser rote Eimer, bei dem ich den Boden weitgehend entfernt habe. An seiner Stelle wurde mittels Heißkleber eine Fliegengaze eingebaut.
Kaefer_4424.jpeg
Kaefer_4426.jpeg
Sollte es zu einer Eiablage kommen oder sollten Wurmbabys schlüpfen, dann fallen sie durch die Fliegengaze.


Der rote Eimer wiederum passt in den weißen Eimer wie der A... auf den Nachttopf. So hängt das Fliegengitter 5cm in der Luft. Unten im weißen Eimer, im Bild nicht zu sehen, befinden sich zwei Löffel Kleie, schön ausgebreitet. Davon sollen die Babys, sofern mal welche schlüpfen, einmal zehren können.
Kaefer_4483.jpeg

Die Käfer erhalten sogar Haferflocken zu fressen. (Damit das Futter nicht durch die Gaze fällt.) Hin und wieder gibt es ein Stück Gemüserest, von dem aber erstaunlich wenig abgefressen wird. Hart gewordenes Brot fressen sie auch, allerdings nur in kleineren Mengen.

Aus Eierverpackungen habe ich den Tieren ein paar Versteckmöglichkeiten anzubieten. Sie mögen das Licht ebensowenig wie Regenwürmer. Und bei Lichteinfall werden sie hektisch. Die sollen ihre Kräfte lieber in Sexspiele investieren!
Kaefer_4484.jpeg
Auf dem letzten Foto ist noch zu erkennen, wie ich die Käfer tränke. Zum einen liegt so eine Rolle aus Küchentuch drin, die feucht gehalten wird. (Oben Mitte) Zum anderen wurde die Eierpackung so positioniert, dass sie mit den beiden Stücken links unten drei Becher bildet. Da hinein wird täglich ein Teelöffel Wasser gelöffelt, welches von der Pappe aufgesogen und für den Rest des Tages gespeichert wird. Und ich achte inzwischen darauf, dass sich Tränke und Futter nicht zu sehr in die Nähe kommen. Die fünf Haferflocken, die oben liegen, musste ich am nächsten Tag zu den Kompostwürmern geben - sie begannen zu schimmeln.


Pfiffikus,
der den Käfern im Heizungskeller einen schönen warmen Platz gesucht hat
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Re: Mehlwurm-Zucht

Beitrag von Pfiffikus » Mo 27. Mai 2019, 22:37

Die Lebensphase als Puppe ist für die Mehlwürmer offenbar besonders kritisch. Ihnen drohen verschiedene Gefahren:
  • Fraßschäden
    Sie können sich nicht gegen Larven und Käfer wehren, die an ihnen knabbern wollen. Aus diesem Grunde ist es für einen guten Zuchterfolg sinnvoll, die Puppen zu separieren. Damit ist die Gefahr gebannt, von Geschwistern verletzt zu werden.
  • Falsche Luftfeuchtigkeit
    Ein weiteres Risiko stellt eine zu geringe Luftfeuchtigkeit dar. In unserem Heizungskeller war es zu trocken, so dass mir die erste Kohorte (Die Puppen, die sich innerhalb einer Woche verpuppt hatten) komplett vertrocknet ist. Bei Larven und bei Käfern ist dieses Problem geringer, denn an die kann man ja Blätter und Gemüsereste verfüttern, die etwas Feuchtigkeit enthalten. Das sollte ihnen genügen. Bei den Puppen geht das leider nicht, denn die fressen nichts.
    Durch zu hohe Luftfeuchtigkeit befürchte ich Verpilzungen und Schimmelbildung, allerdings habe ich bisher noch keine derartigen Erfahrungen sammeln können und wollen.
  • Häutungsprobleme
    Letztendlich scheinen die Häutungen, die für diese Metamorphosen erforderlich sind, keineswegs unkompliziert zu sein. Regelmäßig sieht man Puppen, an denen noch die Haut der Larve hängt. Es wurden auch schon Käfer gesehen, die nicht die Kraft hatten, sich vollständig aus der Puppenhaut zu lösen.
    Für die betroffenen Tiere ist ein solches Problem offenbar ein Todesurteil.

    Auch manuelle "Geburtshilfe" führte nicht zum Erfolg, sondern eher zu offenen Wunden und dem Ableben der Tiere, so dass ich mir diese gut gemeinte Mühe lieber erspare.
  • Druckschäden
    Während der Ruhephase bilden sich aus der Larve die Organe und Gliedmaßen des späteren Käfers. Das scheint ein empfindlicher Prozess zu sein. Hin und wieder sieht man Käfer, denen Körperteile, besonders Flügel und Flügeldecken, fehlen. Diese Krüppel habe ich aber trotzdem zu den anderen Käfern in die Liebeskiste umgesetzt.
    Krueppel_4431.jpeg
    Krueppel_4429.jpeg
    Solche Tiere findet man nach einigen Tagen immer noch lebendig vor. Die Käfer brauchen und gebrauchen ihre Flügel ja nicht, so dass uns Menschen dieses Schicksal wohl erträglich erscheint.
    Krueppel_4468.jpeg
    Krueppel_4440.jpeg

    Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob sich diese verkrüppelten Individuen am Liebesleben in diesem Eimerchen beteiligen (dürfen) und ob von ihnen einmal Nachwuchs zu erwarten ist.



    Seit ich bemerkt habe, dass unter den fertigen Käfern zahlreiche Krüppel auftreten, habe ich bei späteren Kohorten konsequent darauf verzichtet, die frischen Puppen vorsichtig mit den Fingern aus dem Mehlwurmeimer auszulesen. Seit einigen Wochen verwende ich dazu sehr konsequent einen kleinen Plastiklöffel. Seitdem ist die Anzahl der verkrüppelten Tiere in späteren Kohorten spürbar zurück gegangen.

    Die Puppen sind sehr empfindliche Tiere, für die selbst bei aller Vorsicht der ausgeübte Druck zwischen den Fingern zu stark sein kann, so dass dieser zu Langzeitschäden führen kann. Aus diesem Grunde sollte man alle Puppen, die zur Weiterentwicklung und nicht zur Verfütterung vorgesehen sind, nur mit einem Löffel und nie zwischen den Fingern umsetzen!

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der die Krüppel nicht entsorgt hat, sondern ihnen gerne ein Gnadenbrot gewährt
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