Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
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melanien
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Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von melanien » Mo 20. Mai 2019, 22:49

Hallo,
etliche Informationen über das Wurmkopostieren habe ich durch das Durchstöbern des Forums schon beantworten können. Nun stellt sich mir eine etwas speziellere Frage, die ich hoffe auf diesen Weg beantwortet zu bekommen. Wir möchten in der Schule den Kindern den Prozess der Zersetzung näher bringen. Das Thema ist eigentlich Plastik und Umweltverschmutzung und mithilfe eines Plexiglas Behältnis möchten wir beobachten in welcher Geschwindigkeit sich organisches Material zersetzt. Dazwischen soll auch Plastik sein. Konkret Strohhalme die von einem "Blubberspiel" übrig bleiben. Die Kinder können dann im Laufe der Zeit beobachten wie sich die verschiedenen organischen Materialien zersetzen und das Plastik eben nicht. Ich bin vertraut mit Kompostieren durch Fermentation mit EM. Nur kommt dies nicht in Frage, da bei der Fermentation die Dinge in ihrer Form und Teils auch in der Farbe erhalten bleiben und so die Anschaulichkeit verloren geht.
Ich überlege, ob ich ein paar meiner Kompostwürmer für dieses Projekt stifte. Zu beobachten wie Würmer Erde zaubern finde ich schon ganz cool.
Für mich ist jedoch wichtig zuvor zu klären, ob die Würmer vom Plastik schaden nehmen.
Würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann diese Frage beantworten kann. Mit Grüßen Melanie
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Re: Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von Pfiffikus » Mo 20. Mai 2019, 23:51

Hallo Melanie,

sei uns ganz herzlich willkommen in unserem Kreise!

melanien hat geschrieben:
Mo 20. Mai 2019, 22:49
Für mich ist jedoch wichtig zuvor zu klären, ob die Würmer vom Plastik schaden nehmen.
Das lässt sich gewiss nicht pauschal sagen, denn es gibt Hunderte Sorten Plastik.

Generell würde ich davon ausgehen, dass alle die Plastiksorten, die lebensmittelecht sind, zum Beispiel die Trinkhalme, sind aus solchen Material beschaffen, das weder uns Menschen, noch den Würmern schadet. Folie, in denen Bonbons oder Schokoladen verpackt sind, sollte in Deinem Versuch nicht fehlen!!! Diese Folie ist garantiert ungiftig.

Anders dürfte es bei solchen Kunststoffen aussehen, die zum Beispiel Flammschutzmittel enthalten. Du solltest den Würmern also lieber kein Isoliermaterial von elektrischen Leitungen vorsetzen. Daran würdest Du gewiss auch nicht freiwillig lutschen.


Im Übrigen finde ich es Spitze, wenn Du den Knirpsen dieses Thema bewusst machst. Hoffentlich wird das dazu führen, dass weniger Bonbonpapier und Ähnliches in der Natur landet!


Doch bitte informiere nicht einseitig! Die Evolution wird Lebewesen hervorbringen, die diese Stoffe als Nahrungsgrundlage nutzen werden.
https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... essen.html
https://www.tagesschau.de/ausland/raupe ... k-101.html
https://biooekonomie.de/nachrichten/vie ... en-plastik

Styropor entsorgen:
https://www.youtube.com/watch?v=WWf8S4d6Z20
https://www.youtube.com/watch?v=HZp1PWFt8XA


Diese Seiten sollen uns nicht dazu verleiten, sorglos mit den Kunststoffen umzugehen, aber sie können uns Hoffnung machen und verhindern, dass manche Leute Panik verbreiten.


Pfiffikus,
der an dieser Stelle zu gegebener Zeit gern mehr über Euer Projekt sehen und lesen würde
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Re: Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von Eberhard » Di 21. Mai 2019, 12:41

Man sollte sich aber bewusst machen:
Die Evolution wird Lebewesen hervorbringen, die diese Stoffe als Nahrungsgrundlage nutzen werden.
Die Natur hat Zeit. Das Tempo der Evolution ist ein ganz anderes als das Tempo der Tätigkeit des Menschen, und das Ziel der Evolution ist nicht zwingend Erhaltung der Menschheit und deren benötigter Ressourcen.
Irgendwann in ein paar zehntausend Jahren wird das schon funktionieren. Ob da Menschen das beobachten können, wäre eine andere Frage.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von melanien » Mi 22. Mai 2019, 08:12

Vielen Dank für die engagierte Antwort. Sie ist sehr hilfreich für das Projekt.
Und ich denke auch die Kinder müssen zunächst den status quo verstehen. Aber auch Evolution und die Möglichkeit auf Organismen die Kunststoffe verstoffwechseln können ist ein mögliches Thema.
Was denkt ihr über Alufolie, so wie ich das verstehe könnte diese schon in Kontakt mit Feuchtigkeit Aluminiumoxid abgeben...?
Mit Grüßen Melanie
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Re: Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von Pfiffikus » Mi 22. Mai 2019, 14:41

Glück Auf Eberhard,
Eberhard hat geschrieben:
Di 21. Mai 2019, 12:41
Irgendwann in ein paar zehntausend Jahren wird das schon funktionieren. Ob da Menschen das beobachten können, wäre eine andere Frage.
Da hast Du wahr.

Die Recyclingmöglichkeiten habe ich zwar mit erwähnt, doch wir sind uns einig, dass die noch nicht einsatzreif sind und dass diese keineswegs einen Freibrief darstellen, Kunststoffe in der Umwelt auszubringen.

melanien hat geschrieben:
Mi 22. Mai 2019, 08:12
Was denkt ihr über Alufolie, so wie ich das verstehe könnte diese schon in Kontakt mit Feuchtigkeit Aluminiumoxid abgeben...?
Dann solltest Du um Himmels Willen keinesfalls Dein Frühstücksbrot oder Deine Gurkenscheiben in Alufolie einwickeln!!! Oder Du könntest Dir leisten, weniger paranoid zu sein.


Ich finde es gut, dieses Projekt durchzuführen. Den Kindern sollte in diesem Alter gezeigt werden, dass sich die handelsüblichen Kunststoffe nicht zersetzen. Lege ruhig einen Apfelgriepsch, das Gerippe einer Weintraube und eine Zigarettenkippe (auch wenn die noch giftiges Nikotin enthalten sollte) mit in die Wurmfarm. Natürlich auch Bonbonpapier, Zeitungsschnipsel und etwas Aluminiumfolie. Und mache den Knirpsen bitte bewusst, dass man mit manchen Abfällen die Natur nachhaltig versaut.



Pfiffikus,
der dabei im Hinterkopf behält, dass genau diese Kinder in wenigen Jahren ins Halbstarkenalter kommen und dieses Wissen brauchen werden ...
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Re: Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von Eberhard » Mi 22. Mai 2019, 17:28

Wikipedia schreibt:
Die wichtigsten Modifikationen des Aluminiumoxides sind:
- das kubische γ-Al2O3 (Tonerde, Ausgangsstoff zur Keramik- und Aluminiumherstellung)
- das rhomboedrische (trigonale) α-Al2O3 (bekannt als Mineral Korund, Saphir oder – bei Chromdotierung – Rubin, als Schleifmittel und Aluminiumoxid-Keramik)
Wer hat denn Angst vor Tonerde, einem massenhaften Bestandteil unseres Bodens?

Problematisch ist Aluminium, wenn es über Deodoranten, Mittel gegen Sodbrennen und vmtl. weitere nicht genannte Segnungen in unseren Körper verbracht wird. Es sollte einen nachdenklich stimmen, wenn gewisse Produkte damit beworben werden, dass (z.B.) Aluminium nicht (mehr) enthalten ist.
Deodorant ohne Aluminium selbst herstellen – so einfach geht’s
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Wurmfarm als Lernobjekt -Plastik?

Beitrag von *Ces* » Fr 24. Mai 2019, 06:14

Hallo Melanie,

Du könntest ja auch Verpackungsmaterial, welches aus natürlichen Rohstoffen (?) ist mit rein tun. Die Zersetzung wird vielleicht etwas dauern, aber es sollte gehen.
Es gibt doch auch diesen Playmais
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