Problem mit fertigem Humus

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MarionS
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von MarionS »

Eberhard hat geschrieben: Do 30. Sep 2021, 11:56(welcher vernünftige Gärtner kauft sich Erde, wo er doch von Erde umgeben ist?)
Sagen wir so: es gibt auch Leute, die Wasser in Flaschen abgefüllt kaufen und heimschleppen, obwohl es auch bei ihnen zu Hause aus dem Hahn kommt.
Eberhard hat geschrieben: Do 30. Sep 2021, 11:56Mykorrhiza braucht die Symbiose mit lebenden Pflanzenwurzeln. Entsprechende Impfpräparate würde man also sehr nah an Pflanzenwurzeln bringen, z.B. beim Umtopfen/Einpflanzen.
Hmjaaa, wobei es im Pilzforum schon Diskussionen und Mutmaßungen gab, ob auch Mykorrhiza zumindest übergangsweise ne Weile saprobiotisch überleben kann, bis der passende Partner in Reichweite kommt. Evolutionär zumindest sollten sie ja von Saprobionten abstammen.
LG,
MarionS
Eberhard
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von Eberhard »

Evolutionär zumindest sollten sie ja von Saprobionten abstammen.
Ich denke, Michael Weiß // Pilze im Boden // Symposium "Aufbauende Landwirtschaft" 2018 sieht das anders.

Ich sprach aber auch von Impfpräparaten, also Sporen. Diese kann man selbstredend in der Wüste/Nichtvegetationsphase flächig verteilen. Da braucht man viel Umsatz, der auch kostet, und ein paar werden dann davon irgendwann ins Leben gehen.
Gezielt und sparsam wäre, in das beginnende Wachstum hinein sofort die Nähe von lebenden Wurzeln zu suchen und die Wahrscheinlichkeit der Symbiosemöglichkeit anzuheben.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Pfiffikus
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von Pfiffikus »

Eberhard hat geschrieben: So 3. Okt 2021, 08:52 Aufdrängen (Druckbetankung)
"Druckbetankung" ist ein komisches Wort.

Es gibt ja reichlich Erfahrungen mit "Druckbetankung". An den Ufern des Nil erfreuten sich die alten Ägypter alljährlich über eine solche "Druckbetankung", die den Anbau von Weizen und Gerste ermöglichte. Blieb die "Druckbetankung" aus (kein Hochwasser), dann gab es eine Hungersnot.

Hier in unseren Breiten erhalten natürliche Auenwälder noch eine regelmäßige "Druckbetankung". Hier gibt es artenreiche Lebensräume!


Pfiffikus,
der eine "Druckbetankung" durch Wurmhumus keinesfalls als etwas Negatives sehen möchte
Eberhard
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von Eberhard »

Es gibt ja reichlich Erfahrungen mit "Druckbetankung"
Den Unterschied zwischen freien Ionen (Salze in wässriger Lösung) und gebundenen Ionen (Mineral, Leben) müsste man schon wahrnehmen wollen.

Ein richtiges Beispiel wäre, wenn man statt mit Regenwasser mit Meereswasser gießt. Die allermeisten Pflanzen haben keine Entsalzungsanlage, Folgen kann man sich ausrechnen, denn Wasser braucht die Pflanze für Stofftransporte und Photosynthese.

Das Nil-Beispiel ist dagegen falsch. Die Überschwemmung lieferte überwiegend Erosionsmaterial aus den Quellgebieten des Nils, also quasi Gesteinsmehl (mineralische Bindung). Der Nil lieferte allerdings auf seinem langen Weg passende Mikroorganismen (Lithobionten) mit, die die nötige Aufschließung vornehmen konnten.
Der eigentliche Nährstoffgehalt des sagenumwobenen Nilschlamms war weitaus geringer als in den üblichen heutigen Gärten, aber voller Leben. Nachzulesen bei Annie Francé-Harrar, diese war qualifiziert vor Ort.
Nebenbei: Mit dem Assuanstaudamm sind diese legendären Nilüberschwemmungen Geschichte.

Wurmhumus: Ich habe nichts gegen Wurmhumus. Hungernden etwas zu essen geben ist doch gut. Gibt man allerdings zu viel zu essen, könnte dieses Essen eigene Wege gehen ...
Dauerhumus dagegen kann speichern, und er kann im Rahmen der Umgebung zunehmen - und viele moderne Böden könnten das dringend gebrauchen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Pfiffikus
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von Pfiffikus »

Glück Auf Eberhard,

danke für die Informationen. Insbesondere in Bezug auf den Nilschlamm war Einiges dabei, was ich bisher noch nicht wusste.

Nun, wenn man den Wurmhumus aus unseren Kisten einsetzt, da ist auch massig Leben drin.


Pfiffikus,
der einräumt, dass wir darin kaum Lithobionten finden werden
Eberhard
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von Eberhard »

der einräumt, dass wir darin kaum Lithobionten finden werden
Humusaufbauende Mikroorganismen wird man auch nicht wesentlich finden können. Die braucht es nämlich für den Aufbau von Ton-Humus-Komplexen, wie auch Ton an sich.
Wie käme so etwas hinein und dazu, wenn man nicht spürbar dazu tut?
massig Leben
Da verweise ich noch einmal auf Wie wird aus Kompost eigentlich Humus? (weiter oben im Thema).
Es kommt schon auch auf die Zusammensetzung des Lebens an ...
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von d3nis1 »

Da habe ich ja eine interessante Diskussion angeregt ;)
So auch dem Bauch heraus würde ich mal behaupten ich habe den Pflanzen zu viel Nährstoffe in dem Moment zugefügt, da ich das auf verschiedenen Böden an verschiedenen Pflanzen gut reproduzieren konnte.
Gestern habe ich einen Vortrag über Quorum Sensing gesehen, sehr interessant.
Zum Thema Mykorrhiza: Ich mache es auch so, dass ich z.B. beim Umtopfen der Tomaten etc. die Wurzeln dann in die Lösung tauche. Ich habe die einfach mal experimenteller Weise ein bisschen zu den Würmer gegeben, da in dem Produkt auch einige andere Bakterienstämme vorhanden sind.

Grüße
d3nis1
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Re: Problem mit fertigem Humus

Beitrag von d3nis1 »

Ist zwar jetzt ein anderes Ding, aber mir kam vorhin was in den Kopf, weil ich gerade einen Johnson Bioreaktor ausprobiere. Ich habe meine Konstruktion nicht abgedeckt. Im äußeren Bereich hatte ich natürlich keine 60 Grad zum zerstören der Samen. Jetzt wachsen in der Randzone Pflanzen, aber ich hatte die Überlegung, anstatt eine Folie drüber zu legen, einfach die Pflanzen wachsen zu lassen. Sie produzieren Exsudate und somit wird der Kompost noch besser angereichert, da die Organismen sich vermehren können.
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