Bonsai

Nicht sicher in welches Forum Deine Frage gehört? Hier passt alles rein! Nicht nur Kompostwurmiges...
Hier könnt Ihr Euch auch vorstellen.
Eberhard
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Re: Bonsai

Beitrag von Eberhard »

Für Pflüge interessiere ich mich nicht wirklich. In meinem 140 + 25 Quadratmeter-Garten benötige ich keinen Pflug, und wie man aus obigen Beschreibungen ableiten kann, verliert auch der Spaten weitgehend sein Betätigungsfeld.

In einem Boden, der (möglichst) durchgehend bewachsen oder zumindest von Mulch bedeckt ist, sorgen das Bodenleben inklusive der Regenwürmer für einen lockeren Boden.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
Friedo
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Re: Bonsai

Beitrag von Friedo »

Mit welcher Art von Gewächsen ist denn dein Boden bedeckt? Gibt es da spezielle Pflänzchen, die evtl. besonders gut für lockere Böden sind?
Eberhard
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Re: Bonsai

Beitrag von Eberhard »

Mit welcher Art von Gewächsen ist denn dein Boden bedeckt?
Als Nutzgarten idealerweise erst mal mit Gemüse: Kartoffeln, Salat, Zwiebeln, Tomaten, Rote Bete, Bohnen, Zucchini, Gurken, Kohlrabi, Möhren, Erdbeeren usw., am liebsten in Mischkulturen, und am liebsten ganzjährig. Dazu etliche Kräuter für Küche und Tees. Dazu dann zur Bodenbedeckung und Gründüngung Weißklee, Studentenblumen, Ringelblumen, Phacelia, Seidenmohn, diverse Blumen - alles in Mischung mit dem genannten Gemüse, nach Bedarf dann auch zurückgeschnitten oder entfernt. Über den Winter gerne mit Wickroggen. Der ist bis in den Oktober säbar und wächst über den Winter, bildet da super Wurzeln (in den Boden kann man im Frühjahr die Hände ohne Hilfsmittel hineinschieben) und oberirdisch Grünmasse für Mulch und Kompost.
Ich bin mittlerweile auch sehr viel entspannter bei den sogenannten Unkräutern. Wenn schon etwas gewachsen ist, muss man nicht extra plattmachen und etwas anderes säen wegen der Bodendeckung und der Bereitstellung von lebenden Pflanzenwurzeln, die das Bodenleben füttern. Solche Unkräuter, die sich unbeherrschbar breit machen, habe ich nicht.
spezielle Pflänzchen
Vielfalt ist besser als einzelne Wunderpflanzen.
Aber klar: Gräser sind sehr produktiv in der Wurzelbildung. Daher werden ja auch verschiedene Getreidearten auch rein zur Gründüngung eingesetzt. Man muss sie im Gemüsegarten nur im Bedarfsfall auch wieder reduzieren können, um Platz für die eigentlichen Nutzpflanzen schaffen zu können.
Luzerne wurzelt bis in Tiefen von 6 Metern, auch andere Leguminosen sorgen für natürlich gebundenen Stickstoff. Meine Buschbohnen entferne ich z.B. nach erfolgter Ernte nicht mehr, sondern die werden auf etwa 20 Zentimeter zurückgeschnitten. A) bleiben da die lebenden Wurzeln erhalten, in die lichtere Fläche kann gesät oder gepflanzt werden. B) treiben die noch einmal aus und liefern durchaus noch einmal Bohnen.

Ringelblumen mag ich z.B., weil sie Mehrfachnutzbarkeit mitbringen. Erstens wachsen sie an sich einfach, sie erzeugen reichlich einfach erntbaren Samen, den ich flächig verteile und der alleine aufkeimt. Übrigens blühen welche auch heute (26. Januar) noch, die bisherigen schwachen Fröste haben nicht wirklich geschadet. Ein Zuviel kann in Mulch oder Kompost gehen oder für Pflanzenjauche genutzt werden. Wenn man Ringelblumen zerkleinert, bekommt man ein tolles Aroma in die Nase. Aromen stehen oft für Lebenskraft, damit steckt man gerne die Umgebung an. Die Wurzeln reduzieren im Boden schädliche Nematoden. Die Blütenblätter lassen sich als Tee verwenden oder für Salben (letzteres nutze ich nicht). Nicht zuletzt: Ringelblumen sind eine hervorragende Bienenweide, sehen wirklich hübsch aus und machen den Garten bunt.
Auf der anderen Seite gibt es gute Nachbarn (Symbiosen) und schlechte Nachbarn, man benötigt desweilen wechselnde Fruchtfolgen und wechselnde Standorte für Pflanzen gleicher Familie, um Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen. Da helfen spezielle Rezepte nur punktuell.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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MarionS
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Re: Bonsai

Beitrag von MarionS »

's Biberweibchen hat geschrieben: So 13. Okt 2019, 12:02 Ich finde es inzwischen bedenklich, wenn es heißt, dass Bäume krank seien, weil sie von einem Pilz besiedelt werden und dass man sie aus diesem Grund angeblich fällen oder den Pilz mit toxischer Chemie bekämpfen müsste. Alles in der Natur hat Sinn, auch wenn wir den Sinn noch nicht erkennen oder zu begreifen imstande sind.
Doch, ich würde sagen, dass der Baum dann krank ist. Auch aus seiner eigenen Sicht.
Das Holz der Bäume hat eine Funktion wie unser Skelett auch: es bietet dem Gebilde Halt.
Die Pilze knabbern an dem Holz und lösen Stoffe heraus, die ihm die Stabilität nehmen: Weißfäule lässt es faserig zerfallen, Braunfäule zerbröckeln. Irgendwann zerstört dann z.B. ein Sturm den Baum, weil er nicht mehr standhalten kann. Im Lebensraum des Menschen muss der Baum deswegen oft gefällt werden, bevor Astbruch etc jemanden verletzt oder gar tötet.

In der Natur sind diese Pilze die Müllabfuhr der Natur: sie zerlegen das harte Material und machen es auch für andere Lebewesen wieder verfügbar.
Bevor die Pilze das lernten, türmte das damals mehr oder weniger unzerstörbare Holz sich meterhoch auf, lagerte sich in dicken Schichten ab, wurde unter Sedimenten zusammengepresst und wird heutzutage als Kohle und Öl wieder zutage gefördert.

Was die Mykorrhiza anbelangt: hier müsste man sich in Büchern oder einem Pilzforum schlau machen, welche Pilze mit welchen Bäumen zusammenarbeiten. Einige Bäume sind überaus gastfreundlich, andere dagegen haben praktisch gar keinen Partner. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es völlig reicht, ein Stück eines solchen Pilzes im Wurzelballen des Baumes einzugraben, um hn zu impfen, da auch Fruchtkörper im Endeffekt aus sehr verdichtetem Myzel bestehen und wieder als solches in den Boden zurückwandern können.
LG,
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Re: Bonsai

Beitrag von Kolinahru »

An MarionS: In Bezug auf Erdöl gab es auch die sogenannten Totwasserzohnen- große räumliche Bereiche in den Meeren, die keinen oder zu Wenig Sauerstoff enthielten, vor allem in untermeerischen von Gebirgszügen vom Meeresbodenstrom abgeschnittenen Bereichen. Deswegen findet sich Öl auch gerne unter Salzstöcken oder eben unter der Nordsee
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MarionS
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Re: Bonsai

Beitrag von MarionS »

's Biberweibchen hat geschrieben: So 13. Okt 2019, 12:02Pilze scheinen die Grundlage allen Lebens zu sein und sind daher meine große Hoffnung für die Zukunft, falls tatsächlich unsere Natur endgültig kaputt gemacht würde.
Och, da mache ich mir keine Sorgen drum. Der Mensch wird so nicht viel kaputt machen können, ehe er sich seine eigene Lebensgrundlage schlussendlich abgräbt. Da sahs hier aber schon schlimmer aus.
Die Evolution wird für neue, angepasste Tier- und Pflanzenarten sorgen.
Was nicht vorher von irgendwas gefressen wird, landet als Sediment in der Erdkruste.
LG,
MarionS
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