Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
Wurmmama
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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Wurmmama » Fr 20. Jul 2012, 22:58

Das ist ein blondinentauglicher Komposter, leicht, einfach und schnell zusammengebaut und mit ein paar Schnitten wieder zerlegt ;) Einziges Problem ist eben, dass ich ihn komplett umschippen muss, um an die unteren Schichten zu kommen. Aber soll man Kompost nicht sowieso wenden?

Ich hatte ja vor, sobald meine Kartoffeln geerntet sind, Wurmhumus samt Wuermern auf die Flaeche auszubringen und darauf dann den Haufen zu verteilen. Nun bin ich wieder verunsichert, weil jemand meinte, die Duengewirkung wuerde zu 80% verpuffen. Naja... Hauptsaechlich geht es mir um Bodenverbesserung, da ich hier lehmigen Boden habe.

Und ja, es ist "Fleischverwertung", ist aber auch zu gut! Hast du schon mal Rillettes gemacht?
wurmige Grüße
Wurmmama

curlykate
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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von curlykate » Mo 13. Mai 2013, 12:07

Hallo! (wave)

Ich sag's gleich ich bin komplett neu hier. Und nicht nur hier; Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich stolze Haus- und Gartenmitbesitzerin, wobei der Garten erst langsam Gestalt, Grün und Füllung annehmen muss.
Seit einem Jahr haben wir auch 2 Kaninchen.

Seit ich mich mit dem Thema Garten auseinandersetze, bin ich fasziniert von Permakultur, Kompostieren, Würmern & Co, hab aber kaum noch Erfahrung. :?
Den bisher angefallenen Kaninchenmist hab ich in einem ganz simplen Komposthaufen - aus Brettern zusammengesteckt - entsorgt. Diesen haben wir inzwischen aber nochmal aufgelassen (stand auf der Grundstücksgrenze) und unter die Humusschicht im Gartenboden eingearbeitet.

Ich überlege mir ein Wurmcafe zwecks schnellerer Kompostierung, Wurmhumus und Wurmtee anzulegen und zusätzlich den Bretterkompost als langfristige Variante zu betreiben. :idea:

Jetzt meine Fragen als Grünschnabel: :?:
Was sollte ich beim Bretterkompost beachten? (außer dem Mäusegitter darunter)
Wie lange soll ich einen vollen Bretterkompost ruhen, bzw. arbeiten lassen, bevor ich ihn umsetze?
Wie entsorge ich meinen Kaninchenmist am Besten?
- Mögen den die Würmer (vermischt mit anderen Küchenbfällen), einfach in den Bretterkompost oder ist es noch besser ihn gleich ins Kürbisbeet einzumulchen?

Ich freu mich über jede Rückmeldung und bin dankbar für jeden Tipp! :)

LG
Katharina

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Flomax
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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Flomax » Mi 15. Mai 2013, 16:24

Hallo Curlykate,

erst einmal herzlich willkommen im Forum. Neu sein und wenig wissen ist nicht schlimm! Viel Interesse und eine Leidenschaft für Permakulturen, Kompostierung und Gartenbau zu entwickeln ist noch besser. Den Stoffkreislauf (Futter - Kaninchen - Mist - Kompost - Futter) schließen zu wollen ist das Allerbeste was der Natur durch Dich zuteil werden kann!! :-)

Spaß beiseite. Ich nutze keinen feststehenden Komposter für die längerfristige Umsetzung von Kaninchenmist. Das hat sich nicht bewährt. Der Kaninchenmist macht verschiedene Phasen beim Kompostieren durch, und die alle in einem stationären Komposter zu haben ist dem Prozess vom Mist zum Humus nicht sehr förderlich, und vor allem begrenzt es die Menge ganz gewaltig. Meine Versuche mit handelsüblichen Thermokompostern sind allesamt gescheitert, weil die Feuchtigkeit bei der Heissrotte aus dem Substrat entweicht und es damit trocken liegt und nimmer mehr verrottet! Offene Komposter, wie so ein Zusammensteckholzlattenteil wie du es hast, haben den Nachteil, daß das Substrat sehr schnell versumpft wenn es mal sehr viel regnet.

Meine Erfahrungen haben mich dazu gebracht, daß ich draußen nur noch mit mehreren, hintereinanderliegender Haufenmieten arbeite. Ein erster Haufen beinhaltet den Frischen Mist (gehäckselt oder nicht). Dieser erste Haufen wird regelmäßig neu bestückt und mit Rasenteppich (als Kompostflies sehr effektiv) abgedeckt. Darunter findet dann eine erste Heißrotte statt. Ist diese "heisse Phase" vorüber wird der erste Haufen umgeschippt zu einem zweiten der hinter dem ersten liegt. Auf den ersten kommt weiterhin frischer Mist. Der zweite Haufen wird wieder etwas warm, weil er durch das umschippen erneut belüftet wurde. Ist diese "warme Phase" vorüber schippe ich alles zu einem dritten Haufen um. In den setze ich die Kompostwürmer ein. Die beginnen ab dem dritten Haufen mit Ihrer Arbeit. Wird es ihnen zu kalt (Winter) wandern sie in Richtung dem zweiten (warmen) Haufen. Wird es ihnen auch hier zu warm, wandern sie nach hinten zum vierten Haufen. Dieser vierte Haufen ist eigentlich schon die letzte Station. Von dort wird der Kompost nur noch durch das Kompostsieb geschippt und das Siebergebnis in die Beete verfrachtet wo schon die Futterpflanzen (Markstammkohl, Tobinambur, Runkelrüben, Beinwell, ...) auf frischen Humus warten. Einen Schutz gegen Freßfeinde habe ich nicht, denn der würde die ständige Bearbeitung mit der Mistgabel eh nicht lange aushalten. Die Menge an Würmern die in dem dritten Haufen sind, fängt locker die Verluste durch Freßfeinde ab. Zumal die Freßfeinde der Würmer das ständige "umschippen" der Haufenmieten weitaus weniger ertragen wie es die Würmer tun!

Ich hoffe ich habe meine Vierhaufenkompostierung verständlich und verstehbar erklärt. Sicherlich sind jetzt noch sehr viele Fragen offen geblieben, aber vieles kann man auch nicht im Vorfeld erklären/verstehen. Erst wenn man beginnt so eine Kompostierung selbst zu betreiben, wird einem einiges klar. Die Grundregeln der Kompostierung gelten auch hier!

Die Haufenmieten haben den Vorteil, daß man jederzeit nachschauen kann wie sich der Mist in der entsprechenden Phase entwickelt hat und wann er bereit ist umgeschippt zu werden.

Die Volumenreduzierung während des Kompostierprozesses ist erheblich! Aus ca. 10 m³ Ausgangsmist entstehen maximal 1-1,5m³ fertiger Humus. Die Zahlen sind nur Circawerte und können auch erheblich abweichen, weil ich nur noch die Schubkarren Ausgangsmaterial und Endprodukt zählen kann.

Der größte Nachteil ist natürlich der Platzbedarf. Wenn man keinen Platz für die Mieten hat, dann funktioniert die Umsetzung auch im kleinen Rahmen in einer Kaufwurmfarm oder einer selbstgebastelten Wurmfarm. Dort werden allerdings nur viel kleinere Mengen umgesetzt, die oftmals noch mit dem normalen Obst und Gemüseabfall gemischt werden, und somit ist die Heissrotte hier auch kein Thema.

Viel Spaß beim Ausprobieren! :-)

Gruß
Flomax

curlykate
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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von curlykate » Sa 18. Mai 2013, 22:09

Hallo Flomax!

Danke für deine Antwort und deinen Bericht.
Demzufolge schließe ich, dass du vermutlich mehr Kaninchen in deiner Obhut hast.

Da fast alle meine Schritte im Garten von einem Kleinkind begleitet werden, dass nicht immer die gleichen Absichten hat wie ich, sind die Handgriffe im Garten die mir wirklich geplant durchzusetzen möglich sind, gezählt.
Daher ist mir deine Variante etwas zu aufwändig.

In unserem Kaninchenstall verwende ich Stroh (im trockenen "Wohnbereich") als auch Sägespäne (im "Klowinkerl") als Einstreu. Ich miste vor allem den nassen Mist fast täglich mit einer kleinen Schaufel aus und trage ihn, sobald der "Mistkübel" voll ist, zum Kompost wo er durch das erste Lagern im Kübel und anschließende Umleeren auch noch mal durchlüftet wird.

Ich werd mir voraussichtlich noch einen zweiten Kompost zulegen und beide mit einer luftdurchlässigen Plane abdecken, um dann auch besser umschichten zu können.
Vorerst aber lege ich ein Hügelbeet mit Strauchschnitt, Rasenschnitt, Kaninchenmist und Humus an um meinen Kürbispflänzchen ein heimeliges und nährstoffhaltiges Plätzchen zu schaffen.
Kürbisse bevorzugen den Mist ja durchaus auch unverarbeitet, hab ich gehört - und werds testen.

Und in welchen Mengen die Würmer den Mist vertragen bzw. bevorzugen, werd ich einfach mal austesten, wenn die neuen Gartenbewohner erst einmal da sind.

Für weitere Tipps bin ich aber immer dankbar!

Lg Katharina

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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Wurmmama » So 19. Mai 2013, 07:07

Flomax, wie lange dauert es ungefaehr vom frischen Mist bis zum fertigen Kompost?
wurmige Grüße
Wurmmama

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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von memilm » Di 21. Mai 2013, 08:34

hi Flomax,

könntest du bitte einige Fotos mit den Mieten posten und deren Abmessungen?
Danke für die wie immer sehr detailierte Beschreibung... (gut)

Gruß,
memilm

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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Flomax » Mi 22. Mai 2013, 14:50

Hallo Wurmmama,

Wie lange braucht meine Mist bis er zu wertvollem Humus wird?
Diese Frage stelle ich mir seit dem Anlegen der Mieten! Leider habe ich bei der Erstbestückung nicht darauf geachtet, und jetzt ist eine Verfolgung des frischen Mist durch die Miete kaum mehr möglich.

Ich habe das mal mit roten Plastikbändchen (mit denen man Gefriertüten verschließen kann) versucht. Die habe ich in den frischen Mist eingearbeitet und versucht deren Weg beim Umschichten zu verfolgen. Leider sind sie in der zweiten Miete hängen geblieben - zumindest habe ich sie dort nach gut zwei Jahren wieder gefunden! Scheinbar sind Sie im Kompost nach unten gelangt und beim Umschichten nicht weiter transportiert worden.

Eine exakte Aussage über die Dauer des Umbauprozesses kann ich somit nicht machen, aber gefühlsmäßig würde ich mal auf ca. 1,5 - 2 Jahre tippen, mit der Tendenz nach oben. Vom Mist bis zur vollständigen Vererdung zu dauerhumösem Boden. Allerdings ist nach einer intensiven Wildsau-Attacke auf meine Mieten im letzten Herbst mein Wurmbestand doch sehr dezimiert worden. Die hatten die beiden letzten Mieten (die mit den Würmern) komplett umgewühlt - und wohl auch leer gefressen, denn derzeit finde ich nur noch sporadisch ein "Wurmnest" in den entsprechenden Mieten.

In meinen beheizten WormCafes im Keller zeichnet sich derzeit ab, daß es hier vom frischen Biomüll zum Humus ca. ein halbes Jahr dauert, allerdings kommt durch die 3 Ebenen die ein jedes Wormcafe hat ein kompletter Durchlauf erst nach gut einem Jahr zustande. Dafür ist aber dann auch die unterste Ebene "wurmfrei"! :-)

@memilm
Wenn der Dauerregen bei uns mal aufhört, dann mache ich ein paar Fotos von meinen Outdoorkaninchenmistkompostmieten und lade sie hier hoch.

Gruß
Flomax

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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Wurmmama » Do 23. Mai 2013, 22:29

Ich bin mittlerweile bei drei Schubkarren Mist so alle vier Tage angekommen und beginne ein Platzproblem zu entwickeln. Bisher (Herbst/Winter) habe ich den Mist einfach auf die kommenden Beete geworfen, das meiste war im Fruehjahr verschwunden.
Nun kommen noch groessere Mengen an plattgetrampeltem Gruenfutter dazu und ich kann nicht mulchen, weil die Pflanzen noch zu klein sind, oder frischen Mist gar nicht vertragen.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie es funktionieren soll: "Dieser erste Haufen wird regelmäßig neu bestückt und mit Rasenteppich (als Kompostflies sehr effektiv) abgedeckt. Darunter findet dann eine erste Heißrotte statt. Ist diese "heisse Phase" vorüber wird der erste Haufen umgeschippt zu einem zweiten der hinter dem ersten liegt. Auf den ersten kommt weiterhin frischer Mist."

Das wuerde bedeuten, ich muesste alle vier Tage umschippen, oder kann ich "sammeln"? Oder mache ich einen "Sammelhaufen" - umschippen bei gewisser Menge - abdecken fuer die erste Heissrotte - umschippen - zweite Heissrotte - umschippen - Wurmfutter - umschippen - (schwarzes)Goldlagerstaette.

Welche Abmessungen haben deine Haufen in etwa?

Meine Guete, so kompliziert kann es doch nicht sein, ich hab ein Brett vorm Kopf (wall)

Sorry, Flomax, fuer die bloeden Fragen, aber irgendwie krieg ich es nicht gebacken...
wurmige Grüße
Wurmmama

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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Flomax » Mo 27. Mai 2013, 12:35

Hallo Beatrix,

Du hasst kein Brett vorm Kopf, Du denkst zu kompliziert!

Der erste Haufen, in dem auch unter dem Rasenteppich die Heissrotte stattfindet, ist quasi ein Sammelhaufen. Den neuen Mist immer locker oben drauf und wieder abdecken. Drunter wird es, vor allem wenn Du mittlerweile viel plattgetrampeltes Grünfutter im Mist hast, sehr schnell heiß werden. Der Rasenteppich hält zum einen den Regen fern und verhindert ein "Absaufen" und zum anderen isoliert er den Haufen ein wenig, damit er nicht so schnell auskühlt. Sobald der Teppich mit Wasser voll ist, läuft der Rest am Teppich herunter (nicht durch). Du wirst merken daß durch die Heißrotte mit der Zeit richtige Trockennester entstehen. Die entfernst Du in dem du sie mit frischem Mist oder nassem Mist vom Haufenrand durchmischst und einen neuen Haufen mit der Mischung bildest.

Die Haufen sind so groß wie Du sie brauchst. Viel Mist - große Haufen. Wenig Mist - kleine Haufen. Du kannst auch Flachmieten anlegen, aber dann läuft der Regen nicht mehr so gut ab. Eventuell sogar gar nicht mehr.

Ich mach mal Fotos von meinen Haufen. Mit und ohne Abdeckung.

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen!?

Gruß
Flomax

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Re: Kaninchenmist mit Kompostwürmern Entsorgen

Beitrag von Wurmmann » Mo 27. Mai 2013, 13:36

(gut) bin auf die Fotos gespannt!

Der Vorteil der Flachmiete wäre, dass es schneller geht. Allerdings würde es auch nicht heiss werden.
Es gibt speziell dafür Kompostplanen, die Luft durch Feuchtigkeit durchlassen, aber prasselnden Regenabhalten.

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